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Anatomie · Angiologie

Pfortader

Vena portae hepatis

Pfortader der Leber (V. portae hepatis) ist das zentrale Venengefäß, das das Blut aus allen unpaaren Organen der Bauchhöhle sammelt. Sie leitet diesen Blutstrom zum Stoffwechsel und zur Entgiftung in die Leber, bevor das Blut in den Systemkreislauf zurückkehrt.

EntstehungsortHinter dem Kopf der Bauchspeicheldrüse
MündungLeitet das Blut in die Leber, indem sie sich in einen linken und rechten Ast teilt
Abfluss aus der LeberÜber die Lebervenen in die untere Hohlvene
AnastomosenVerbindet sich mit dem Cavasystem im Bereich von Rektum und Ösophagus
5 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 24.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Stammbildung und Hauptwurzeln

Die Pfortader (V. portae hepatis) entsteht hinter dem Kopf der Bauchspeicheldrüse (Pancreas). Ihr Stamm bildet sich durch den Zusammenschluss großer Gefäße, von denen jedes eine bestimmte Region der Bauchhöhle drainiert:

  • Obere Mesenterialvene (V. mesenterica superior). Führt das Blut aus dem Dünndarm und der rechten Hälfte des Dickdarms ab. Zu ihrem Einzugsgebiet gehören die Dünndarmvenen (Vv. jejunales et ileales) sowie die Kolongefäße: die Ileokolika (V. ileocolica) mit der Wurmfortsatzvene (V. appendicularis), die rechte und mittlere Kolonvene (V. colica dextra und V. colica media). Zusätzlich nimmt sie die Pankreatikoduodenalvene (V. pancreaticoduodenalis) und die rechte gastronetzende Vene (V. gastroomentalis dextra) auf.
  • Milzvene (V. splenica). Drainiert die Milz (Splen), einen Teil der Bauchspeicheldrüse über die Pankreasvenen (Vv. pancreaticae) und den Magenfundus über die kurzen Magenvenen (Vv. gastricae breves). Sie nimmt auch die linke gastronetzende Vene (V. gastroomentalis sinistra) auf.
  • Untere Mesenterialvene (V. mesenterica inferior). Sammelt das venöse Blut aus der linken Hälfte des Dickdarms über die linke Kolonvene (V. colica sinistra), die Sigmoidealvenen (Vv. sigmoideae) und die obere Rektalvene (V. rectalis superior). Als Normvariante mündet sie häufig in die Milzvene.

Direkte Zuflüsse aus dem Magen

Einige Gefäße gehören nicht zum Einzugsgebiet der drei Hauptwurzeln, sondern münden direkt in den Stamm der Pfortader oder deren Hauptäste. Dazu gehören die Magenvenen:

  1. Linke Magenvene (V. gastrica sinistra). Verläuft entlang der kleinen Kurvatur des Magens und ist von größter Bedeutung, da sie Anastomosen mit den Speiseröhrenvenen (Oesophagus) bildet.
  2. Rechte Magenvene (V. gastrica dextra). Verbindet (anastomisiert) sich mit der linken Magenvene.
  3. Präpylorische Vene (V. prepylorica).
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Intrahepatischer Blutkreislauf

Nach Erreichen der Leberpforte (Hepar) teilt sich der Hauptstamm des Gefäßes in zwei große Äste: den rechten (R. dexter v. portae hepatis) und den linken (R. sinister v. portae hepatis). In demselben Bereich münden die Gallenblasenvene (V. cystica), die von der Gallenblase abgeht, und die Nabelvenen (Vv. paraumbilicales), die im Leberbänderband (Ligamentum teres hepatis) verlaufen, in das Portalsystem.

Im Lebergewebe fließt das venöse Blut durch ein spezialisiertes Netz aus venösen Kapillaren (Sinusoide). Nach Abschluss aller Reinigungs- und Stoffwechselprozesse wird das Blut in den Lebervenen (Vv. hepaticae) gesammelt. Sie leiten den Blutstrom in das System der unteren Hohlvene (V. cava inferior) und führen ihn so zum Herzen zurück.

Klinisch wichtige Anastomosen

Von besonderer praktischer Bedeutung sind die Abschnitte, in denen sich die Äste des Portalsystems mit den Gefäßen des großen Körperkreislaufs verbinden – die sogenannten portokavalen Anastomosen.

Ein treffendes Beispiel ist der Rektalvenenplexus (Plexus venosus rectalis). Hier fließt das Blut aus den oberen Abschnitten des Mastdarms über die obere Rektalvene (V. rectalis superior) in das Portalsystem ab. Gleichzeitig leiten die mittleren und unteren Rektalvenen (Vv. rectales mediae et inferiores) das Blut in das Cavasystem ab. Über diese erfolgt der Abfluss in die innere Beckenvene (V. iliaca interna), dann in die gemeinsame Beckenvene (V. iliaca communis) und schließlich in die untere Hohlvene.

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Welche portokavalen Anastomosen gibt es?

Im Körper gibt es folgende portokavale Anastomosen, die die Verbindung zwischen dem Pfortadersystem und den Hohlvenen herstellen:

  • Rektales Venengeflecht (plexus venosus rectalis) – verbindet die V. rectalis superior mit dem Stromgebiet der V. iliaca interna (mittlere und untere Rektalvenen).
  • Umbilikale portokavale Anastomose – verbindet die Venae paraumbilicales (vv. paraumbilicales) mit den Venen der vorderen Bauchwand.
  • Ösophageale Anastomose – die V. gastrica sinistra (v. gastrica sinistra) anastomosiert mit den Ösophagusvenen.

Mit welchen Venen des Systems der Vena cava superior anastomosieren die Ösophagusvenen?

Die Ösophagusvenen (vv. oesophageales) leiten das Blut in die V. azygos (v. azygos) ab, die einen direkten Zufluss der Vena cava superior darstellt. Im Bereich des abdominalen Teils der Speiseröhre bilden diese Gefäße eine wichtige portokavale Anastomose. Sie sind direkt mit der V. gastrica sinistra (v. gastrica sinistra) verbunden, die an der kleinen Kurvatur des Magens verläuft und direkt in den Stamm der Vena portae mündet.

Welche Venen bilden die portokavale Anastomose an der vorderen Bauchwand?

Die umbilikale portokavale Anastomose an der vorderen Bauchwand entsteht durch die Verbindung der Venae paraumbilicales mit den subkutanen Venen. An ihrer Bildung sind beteiligt:

  • Venae paraumbilicales (vv. paraumbilicales) – führen Blut aus dem Pfortadersystem.
  • V. epigastrica superior (v. epigastrica superior) und V. thoracoepigastrica (v. thoracoepigastrica) – leiten Blut in das System der Vena cava superior ab.
  • V. epigastrica inferior (v. epigastrica inferior) und V. epigastrica superficialis (v. epigastrica superficialis) – leiten Blut in das System der Vena cava inferior ab.

Welche anatomischen Strukturen bilden die Lebertrias in der Leberpforte?

In der Leberpforte (porta hepatis) befinden sich folgende Hauptstrukturen, die den Gefäß-Gallengang-Stiel bilden:

  • A. hepatica propria (a. hepatica propria).
  • Vena portae (v. portae).
  • Ductus hepaticus communis (ductus hepaticus communis).

Neben diesen Elementen verlaufen in der Leberpforte auch Nerven und Lymphgefäße.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Wo und wie beginnt der Stamm der Vena portae?

Der Stamm der Vena portae entsteht hinter dem Pankreaskopf durch den Zusammenfluss der V. mesenterica superior und der V. lienalis (wobei in letztere häufig die V. mesenterica inferior mündet).

Welche Organe werden durch das Pfortadersystem dreniert?

Dieses System sammelt das venöse Blut aus den unpaaren Organen der Bauchhöhle: dem gesamten Darm (mit Ausnahme des unteren Teils des Rektums), dem Magen, der Bauchspeicheldrüse, der Milz und der Gallenblase.

Wie gelangt das Blut aus der Vena portae zurück in den Systemkreislauf?

Nach dem Passieren der Lebersinusoide (Kapillaren) gelangt das gereinigte Blut in die Lebervenen, die in die Vena cava inferior münden, welche das Blut direkt zum rechten Vorhof leitet.

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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Stromgebiet der V. mesenterica superior: Topographie der Jejunum- und Ileumäste
  • Stromgebiet der V. lienalis und Blutversorgung der Bauchspeicheldrüse
  • Aufbau des rektalen Venengeflechts
  • Topographie der Gefäße im Bereich der Leberpforte und der Gallenblase

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.