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Anatomie · Angiologie

Kniekehlenarterie

Arteria poplitea

Die A. poplitea (Arteria poplitea) ist ein großes Hauptgefäß der unteren Extremität und die direkte Fortsetzung der A. femoralis. Sie versorgt das Kniegelenk und die Unterschenkelmuskulatur mit Blut und gibt zudem Endäste zur Versorgung des gesamten Fußes ab.

UrsprungDirekte Fortsetzung der A. femoralis
EndästeA. tibialis anterior und A. tibialis posterior
TopographieTiefstgelegenes Element des Gefäßnervenbündels in der Fossa poplitea
VulnerabilitätRißbildung bei Unterschenkeluxationen aufgrund fixer Einspannung häufig
5 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 24.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Ursprung und Verlauf des Gefäßes

Ihren Verlauf nimmt die A. poplitea als direkte Fortsetzung der A. femoralis. Die Namensänderung erfolgt unmittelbar, nachdem das Gefäß den Adduktorenkanal verlassen hat und durch den Hiatus adductorius (Hiatus adductorius) tritt.

Die Arterie endet auf Höhe des Unterrandes des M. popliteus (Musculus popliteus). Genau an diesem anatomischen Punkt erfolgt ihre Bifurkation – das Hauptgefäß teilt sich in seine beiden Endäste: die A. tibialis anterior und die A. tibialis posterior, die weiter zum Unterschenkel ziehen.

Topographie in der Fossa poplitea

Innerhalb der Fossa poplitea zeichnet sich das Gefäß durch eine spezifische und sehr tiefe Lage aus. Die Arterie liegt tiefer als alle anderen Elemente des neurovaskulären Bündels und direkt auf der Planum popliteum des Femurs sowie der Kapsel des Kniegelenks. Durch diesen engen Kontakt zu harten Strukturen ist sie am wenigsten beweglich.

Betrachtet man die Elemente des Bündels von dorsal nach ventral (von der Haut in die Tiefe des Gewebes fortschreitend), ergibt sich exakt folgende Reihenfolge:

  1. Am superficialsten liegt der N. tibialis (Nervus tibialis).
  2. Die intermediäre Position nimmt die V. poplitea (Vena poplitea) ein.
  3. Auf dem Grund der Grube verläuft die A. poplitea (Arteria poplitea).
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Hauptäste der Arterie

Auf ihrem Weg in der Kniekehle gibt die Arterie zwei Arten von Ästen ab: Muskeläste und Gelenkäste.

Muskeläste werden als Arteriae surales (Aa. surales) bezeichnet. Dies sind große Gefäße, die etwa auf Höhe des Gelenkspalts abgehen und zu den kräftigen Unterschenkelmuskeln ziehen: dem M. gastrocnemius und dem M. soleus.

Gelenkäste werden durch fünf konstante Arterien repräsentiert, die gemeinsam das Rete articulare genus (Rete articulare genus) bilden:

  • A. superior lateralis genus — verläuft um den Oberschenkelknochen oberhalb des lateralen Kondylus.
  • A. superior medialis genus — zieht oberhalb des medialen Kondylus vorbei.
  • A. media genus — der einzige unpaare Ast. Sie durchbohrt die Gelenkkapsel von dorsal und spielt eine entscheidende Rolle: Sie versorgt die Kreuzbänder und die Synovialmembran.
  • A. inferior lateralis genus — legt sich unter den lateralen Kondylus, direkt über den Kopf der Fibula.
  • A. inferior medialis genus — befindet sich unter dem medialen Kondylus.

Neben diesen fünf Ästen sind an der Bildung des dichten Kniegelenknetzes auch die A. descendens genus (Arteria descendens genus) und die rekurrenten Schienbeinarterien beteiligt.

Klinische Schwerpunkte und Verletzungen

In der klinischen Praxis müssen Ärzte häufig die Durchblutung in diesem Bereich beurteilen. Es ist zu beachten, dass der Puls der A. poplitea nur bei gebeugtem Kniegelenk tastbar ist. Die Beugung ist erforderlich, um die gespannte Faszie zu entspannen; die Pulsation wird tief in der Kniekehle, näher am lateralen Rand, aufgesucht.

Klinisch relevante Zustände im Zusammenhang mit diesem Gefäß:

  • Verletzungen: Die Arterie ist an zwei Punkten starr fixiert – am Hiatus adductorius (Hiatus adductorius) und am Arcus tendineus musculi solei (Arcus tendineus m. solei). Bei dorsalen Unterschenkeluxationen und suprakondylären Frakturen reißt das Gefäß häufig genau in diesem Abschnitt zwischen den Fixierungspunkten.
  • Aneurysma: Die A. poplitea ist der häufigste Ort für periphere Aneurysmen. Die Pathologie manifestiert sich als pulsierende Raumforderung in der Kniekehle und birgt die Gefahr von Embolien in den Unterschenkelarterien.
  • Engpasssyndrom (Popliteal-Artery-Entrapment-Syndrom): Ein spezifischer Zustand, bei dem die Arterie durch den medialen Kopf des M. gastrocnemius komprimiert wird (tritt häufig bei jungen Sportlern auf).

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Welche Gefäße bilden das Kniegelenknetz (Rete articulare genus)?

Das Kniegelenknetz (Rete articulare genus) wird durch Äste der A. femoralis, der A. poplitea und der Schienbeinarterien gebildet.

Die Blutversorgung teilt sich in drei Gruppen auf:

  • Von kranial — A. descendens genus (Arteria descendens genus) und der r. descendens der A. circumflexa femoris lateralis (Ramus descendens arteriae circumflexae femoris lateralis).
  • Von lateral und medial — A. superior lateralis genus, A. superior medialis genus, A. inferior lateralis genus und A. inferior medialis genus (Arteria superior lateralis genus, Arteria superior medialis genus, Arteria inferior lateralis genus, Arteria inferior medialis genus). Die A. media genus (Arteria media genus) gehört nicht zum Netz.
  • Von kaudal — A. recurrens tibialis anterior und A. recurrens tibialis posterior (Arteria recurrens tibialis anterior, Arteria recurrens tibialis posterior) sowie der r. circumflexus fibularis (Ramus circumflexus fibularis).

Aus welcher Hauptarterie entspringt die A. descendens genus (Arteria descendens genus)?

Die A. descendens genus (Arteria descendens genus) entspringt der A. femoralis (Arteria femoralis).

Sie ist deren letzter und distalster Ast. Das Gefäß entspringt im Adduktorenkanal (Canalis adductorius), bevor das Hauptgefäß in die Fossa poplitea austritt. Die Arterie verlässt den Kanal durch die vordere Öffnung in der Lamina vastoadductoria (Lamina vastoadductoria) gemeinsam mit dem N. saphenus (Nervus saphenus) und gibt danach Haut- und Gelenkäste ab.

Welche oberflächlichen Venen münden in der Fossa poplitea in die V. poplitea?

Innerhalb der Fossa poplitea mündet die einzige oberflächliche Vene — die V. saphena parva (Vena saphena parva) — in die V. poplitea.

Ihr Hauptstamm verläuft an der Rückseite des Unterschenkels oberflächlich der Fascia lata bzw. der Unterschenkelfaszie. Im Bereich der Fossa poplitea zieht sie zwischen den Köpfen des M. gastrocnemius hindurch und mündet in die V. poplitea. Darüber hinaus nimmt die Vene tiefe Zuflüsse auf:

  • Kleine Knievenen (Venae geniculares);
  • Muskelvenen dieser Region.
Wie man es sich merkt

Das Wort NVA hilft dabei, sich die Reihenfolge der Strukturen in der Fossa poplitea von dorsal nach ventral (von der Hautoberfläche in die Tiefe) fehlerfrei zu merken: Nerv, Vene, Arterie.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Wo endet die A. poplitea?

Ihr Stamm endet am Unterrand des M. popliteus, wo sich die Arterie in die A. tibialis anterior und A. tibialis posterior teilt.

Welcher Ast versorgt die Kreuzbänder des Knies?

Für deren Blutversorgung ist die A. media genus zuständig. Sie ist der einzige unpaare Ast in diesem Bereich, der die Gelenkkapsel von hinten durchbohrt.

Wie palpiert man den Puls an der A. poplitea korrekt?

Die Palpation erfolgt tief in der Fossa poplitea, nahe dem lateralen Rand, bei zwingend gebeugtem Kniegelenk, um die straffe Faszie zu entspannen.

Warum wird die Arterie bei Kondylenfrakturen häufig verletzt?

Sie entbehrt jeglicher Beweglichkeit, da sie eng dem Knochen anliegt und an zwei Punkten (am Hiatus adductorius und am Arcus tendineus m. solei) starr fixiert ist.

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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Bildung des Kniegelenknetzes (Rete articulare genus)
  • Blutversorgung des M. gastrocnemius und M. soleus (Aa. surales)
  • Aneurysma der A. poplitea: Ursachen und Komplikationen
  • Popliteal-Artery-Entrapment-Syndrom bei Sportlern
  • Topographie der Endäste am Unterschenkel

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