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Anatomie · Angiologie

Innere Beckenarterie

a. iliaca interna

A. iliaca interna ist ein großes Blutgefäß, das die Hauptquelle für die Blutversorgung der Beckenorgane, der Beckenwände, des Perineums und der Gesäßregion darstellt. Sie entspringt der A. iliaca communis und zieht tief in das kleine Becken, wo sie sich klassischerweise in zwei große Stämme teilt.

UrsprungEntspringt der A. iliaca communis unterhalb des Ligamentum inguinale
StämmeTeilt sich auf Höhe des Foramen ischiadicum majus in einen vorderen und einen hinteren Stamm
GefahrenzoneCorona mortis — eine gefährliche arterielle Anastomose im Schambereich
TopographieDer Ureter verläuft stets streng unter der Arteria uterina
6 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 24.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Verlauf und Gefäßtopographie

Die A. iliaca interna entspringt an der Bifurkation der A. iliaca communis. Von dort zieht sie nach unten, taucht in die Höhle des kleinen Beckens ein und erreicht den oberen Rand des Foramen ischiadicum majus (foramen ischiadicum majus). Auf dieser Höhe teilt sich das Gefäß meist in zwei Hauptrichtungen. Die erste ist der Truncus anterior, der vor allem viszerale Äste zu den inneren Organen abgibt. Die zweite ist der Truncus posterior, der die parietalen Strukturen (Muskeln und Faszien) versorgt. Die klassische Anatomie beschreibt genau diese Bifurkation, auch wenn in der Praxis individuelle Abweichungen vorkommen können.

Äste des vorderen Stamms (viszerale Äste)

Der vordere Stamm versorgt die Organe des Urogenitalsystems und das Rektum mit Blut. Zu seinen Hauptästen gehören:

  • A. umbilicalis (a. umbilicalis) — bei Erwachsenen ist ihr initialer Abschnitt durchgängig und gibt die Aa. vesicales superiores (aa. vesicales superiores) ab. Der distale Teil des Gefäßes obliteriert und bildet das Lig. umbilicale mediale.
  • A. vesicalis inferior (a. vesicalis inferior) — versorgt den Blasenhals und beim Mann zusätzlich Prostata und Samenbläschen. Bei der Frau wird diese Funktion häufig von Ästen der A. uterina oder A. vaginalis übernommen.
  • A. rectalis media (a. rectalis media) — zieht zur Ampulla recti und bildet Anastomosen mit der A. rectalis superior und den Aa. rectales inferiores.
  • A. uterina (a. uterina) — ein essenzielles Gefäß des weiblichen Beckens. Sie verläuft in der Basis des Lig. latum uteri, kreuzt den Ureter und gibt Äste zur Gebärmutter, zur Vagina, zu den Eileitern und zu den Ovarien ab (wo sie mit der a. ovarica anastomostiert).
  • A. vaginalis (a. vaginalis) — zieht zu den Vaginalgewölben und zum Zervixbereich.
  • A. pudenda interna (a. pudenda interna) — ein komplexes Gefäß, das das Becken durch das Foramen infrapiriforme (foramen infrapiriforme) verlässt, die Spina ischiadica umschlingt und durch das Foramen ischiadicum minus zurückkehrt. Sie verläuft im Alcock-Kanal und gibt Aa. rectales inferiores, A. perinealis sowie die A. profunda und A. dorsalis penis bzw. clitoridis ab.
  • A. obturatoria (a. obturatoria) — verläuft an der lateralen Beckenwand zum Canalis obturatorius. Sie gibt einen Ramus pubicus, einen R. anterior und einen R. posterior ab. Der R. posterior enthält die wichtige A. capitis femoris (r. acetabularis), die das Hüftgelenk über das Lig. capitis femoris versorgt.
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Äste des hinteren Stamms (parietale Äste)

Der hintere Stamm versorgt primär die muskulo-faszialen Strukturen des Beckens und des Rückens. Er umfasst folgende Gefäße:

  1. A. iliolumbalis (a. iliolumbalis) — teilt sich in einen Ramus lumbalis und einen Ramus iliacus und versorgt den M. psoas major und den M. iliacus.
  2. Aa. sacrales laterales (aa. sacrales laterales) — ziehen an der Vorderfläche des Os sacrum nach unten. Sie treten durch die Foramina sacralia pelvina zu den Spinalnervenwurzeln und den Mm. erectores spinae.
  3. A. glutea superior (a. glutea superior) — das größte Gefäß des hinteren Stamms. Sie verlässt das Becken durch das Foramen suprapiriforme (foramen suprapiriforme). Ihre Rr. superficialis und profundus versorgen den M. gluteus maximus, medius und minimus.
  4. A. glutea inferior (a. glutea inferior) — tritt zusammen mit dem N. ischiadicus durch das Foramen infrapiriforme aus. Sie gibt die A. comitans nervi ischiadici (a. comitans n. ischiadici) ab und versorgt die posteriore Oberschenkelmuskulatur.

Wichtige Anastomosen und klinische Bedeutung

Das System der A. iliaca interna bildet eine Reihe kritischer Gefäßnetzwerke, deren Kenntnis für Chirurginnen und Chirurgen sowie Unfallchirurgen unerlässlich ist:

  • Corona mortis (corona mortis): Eine klinisch relevante Verbindung zwischen dem Ramus pubicus der A. obturatoria und dem Ramus pubicus der A. epigastrica inferior. Bei Beckenfrakturen oder chirurgischen Leistenzugängen droht bei Verletzung dieser starken Anastomose eine massive, schwer stillbare Blutung.
  • Kreuzung von Ureter und A. uterina: Bei gynäkologischen Eingriffen (z. B. Hysterektomie) muss unbedingt berücksichtigt werden, dass der Ureter streng unter der A. uterina verläuft, wodurch das Risiko einer akzidentellen Unterbindung besteht.
  • Gluteales Netzwerk: Ein ausgeprägtes Gefäßnetzwerk, das die Aa. gluteae superior et inferior mit Ästen der Femur-Umschlingungsarterien sowie mit den Aa. perforantes verbindet.

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Welche Äste gibt die A. pudenda interna in der Fossa ischiorectalis und im Perineum ab?

In der Fossa ischiorectalis und im Perineum gibt die A. pudenda interna mehrere Äste zu den Beckenorganen und den äußeren Genitalien ab.

  • Aa. rectales inferiores (aa. rectales inferiores)
  • A. perinealis (a. perinealis) — gibt Rr. scrotales posteriores bzw. labiales posteriores ab.
  • A. bulbi penis / A. bulbi vestibuli (a. bulbi penis / a. bulbi vestibuli)
  • A. profunda penis / clitoridis (a. profunda penis/clitoridis)
  • A. dorsalis penis / clitoridis (a. dorsalis penis/clitoridis)

Zudem gibt das Gefäß bulbäre, uretrale und kavernöse Äste ab.

Mit welchen Arterien anastomostiert die A. uterina?

Die A. uterina bildet Anastomosen mit Gefäßen, die die weiblichen Fortpflanzungsorgane versorgen.

  • A. ovarica (a. ovarica) — anastomostiert mit den Rr. ovarici der A. uterina im Bereich des Lig. latum uteri.
  • A. ligamenti teretis uteri (a. lig. teretis uteri) — verbindet sich mit Ästen der A. uterina, die am lateralen Rand der Gebärmutter aufsteigen.

Welche konkreten Oberschenkelarterien sind zusammen mit den glutealen Arterien an der Bildung des glutealen Arteriennetzes beteiligt?

An der Bildung des glutealen Arteriennetzes (Kreuzanastomose) sind gemeinsam mit der A. glutea superior et inferior Äste der A. profunda femoris beteiligt.

  • A. circumflexa femoris lateralis (a. circumflexa femoris lateralis) — beteiligt sich mit ihrem Ramus ascendens (r. ascendens).
  • A. circumflexa femoris medialis (a. circumflexa femoris medialis) — beteiligt sich mit ihrem ascendierenden Ast.
  • Aa. perforantes (aa. perforantes) — insbesondere die erste perforierende Arterie.

Welche Venen begleiten die A. iliaca interna und welche venösen Plexus bilden sie?

Die A. iliaca interna wird von der gleichnamigen V. iliaca interna (v. iliaca interna) begleitet, die dorsal der Arterie liegt. Ihre Zuflüsse, die die Arterienäste begleiten, bilden eine Reihe von Venenplexus:

  • Vv. gluteae superiores (vv. gluteae superiores) — begleiten die Arterie als doppelte Stämme und bilden einen Plexus um sie herum.
  • Vv. sacrales laterales (vv. sacrales laterales) — bilden den Plexus venosus sacralis (plexus venosus sacralis) an der Pelvifläche des Kreuzbeins.

Welche Lymphknotengruppen liegen im Verlauf der A. iliaca interna und ihrer Äste?

Entlang der A. iliaca interna liegen die Nodi lymphoidei iliaci interni (nodi lymphoidei iliaci interni). Diese umfassen folgende Gruppen:

  • Nodi gluteales superiores et inferiores (nodi gluteales superiores et inferiores)
  • Nodi sacrales (nodi sacrales)

Zu den viszeralen Lymphknoten des Beckens gehören:

  • Nodi lymphoidei paravesicales (nodi lymphoidei paravesicales)
  • Nodi lymphoidei parauterini (nodi lymphoidei parauterini)
  • Nodi lymphoidei paravaginales (nodi lymphoidei paravaginales)
  • Nodi lymphoidei anorectales / pararectales
Wie man es sich merkt

Die englische Eselsbrücke „Water under the bridge“ (Wasser unter der Brücke) hilft hervorragend dabei, sich die Topographie im weiblichen Becken zu merken: Der Urin (das Wasser/der Ureter) fließt stets streng unter der Arterie (der Brücke/der A. uterina).

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Wie verlässt die A. pudenda interna die Beckenhöhle?

Sie verlässt die Beckenhöhle durch das Infrapiriform-Loch (foramen infrapiriforme), verläuft um die Ischiadische Spina herum und kehrt durch das kleine Ischiadische Loch in die Ischioanalgrube zurück.

Was ist die Besonderheit der Nabelarterie beim Erwachsenen?

Bei Erwachsenen funktioniert nur ihr proximaler Abschnitt normal, der die oberen Blasenarterien abgibt. Der distale Gefäßabschnitt obliteriert (bildet sich zurück) und wandelt sich in das mediale Nabelband um.

Was versorgt die A. obturatoria mit Blut?

Sie versorgt die Adduktoren des Oberschenkels, die Obturatormuskeln und die Haut der Oberschenkelinnenseite. Wichtig ist, dass sie einen Azetabulumast (r. acetabularis) abgibt, der den Hüftkopf versorgt, was besonders im Kindesalter von Bedeutung ist.

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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Topographie und Äste der A. pudenda interna im Alcock-Kanal
  • Mechanismen der Bildung des glutealen Arteriennetzes
  • Unterschiede in der Blutversorgung der männlichen und weiblichen Beckenorgane
  • Varianten des Abgangs der A. obturatoria und chirurgische Bedeutung des „Todeskreises“

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.