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Topografische Anatomie · Obere Extremität

Axillärregion

Regio axillaris

Die Achselhöhle (Fossa axillaris) ist eine topographisch-anatomisch strategisch wichtige Zone, die Brustkorb, Hals und die obere Extremität miteinander verbindet. Bei abduziertem Arm nimmt sie die Form einer Achselgrube an, in deren Inneren ein ausgedehnter Baufettraum mit Leitungsgefäßen, Nervenplexus und Lymphknoten verborgen liegt.

Struktur des SubkutangewebesDas Fettgewebe hat aufgrund von fibrösen Septen eine kammerartige Struktur.
HauptleitlinieDie Sehnen des Musculus latissimus dorsi dienen als Schlüssel zur hinteren Wand der Grube.
Häufige PathologienWegen der zahlreichen Hautdrüsen kommt es oft zu Furunkeln, Atheromen und Hidradenitis.
Projektion des Gefäß-Nerven-BündelsDie Projektionslinie der Gefäße verläuft zu einem Punkt 1 cm medial der Schlüsselbeinmitte.
5 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 24.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Grenzen und äußere Orientierungspunkte

Die Achselgegend selbst (regio axillaris) wird durch muskuläre Konturen begrenzt, die bei der Inspektion deutlich hervortreten. Man sollte die Grenzen der Region nicht mit den Wänden der Achselgrube verwechseln.

  • Vordere Grenze: Unterrand des Musculus pectoralis major (m. pectoralis major).
  • Hintere Grenze: Unterrand des Musculus latissimus dorsi (m. latissimus dorsi).
  • Mediale Grenze: Gedachte Linie an der Brustwand, die die Ränder der genannten Muskeln verbindet.
  • Laterale Grenze: Entsprechende Linie, die die Muskeln an der Innenseite des Oberarms verbindet.

Ein Teil der Orientierungspunkte steht in enger Beziehung zur Scapularregion. Der Oberrand der Scapula entspricht dem Niveau der II. Rippe, die Spina scapulae (spina scapulae) der III. Rippe und der Angulus inferior der VIII. Rippe. Palpatorisch sind der mediale Rand, der Angulus inferior, die Spina scapulae und das Acromion am zuverlässigsten. Die Projektion des lateralen Scapularrandes verläuft auf einer Linie vom lateralen Teil des Acromions zum Angulus inferior.

Schichtweiser Aufbau

  1. Haut. In der Region selbst dünn, aber nahe der Scapula dick und wenig verschieblich. Enthält Haare und zahlreiche Drüsen (Schweiß-, Talg- und apokrine Drüsen). Bei deren Verstopfung entstehen Retentionszysten (Atherome).
  2. Subkutanes Fettgewebe (Subkutis). Schwach ausgebildet, einschichtig. Von Bindegewebssepten durchzogen, die von der Haut zur Fascia propria ziehen. Enthält Hautnervenäste und oberflächliche Lymphknoten.
  3. Oberflächliche Faszie. Schwach entwickelt, stellt dünne Lamellen dar.
  4. Fascia propria (fascia axillaris). In der Mitte der Region dünn, weist Lücken für Gefäße auf. Verdichtet sich zu den Rändern hin und geht nach vorne in die Brustfaszie, nach hinten in die Fascia thoracolumbalis, medial in die eigene Brustfaszie und lateral in die Armfaszie über. Das Ligamentum suspensorium axillae (lig. suspensorium axillae) zieht sie nach oben und formt so das Gewölbe der Grube.
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Wände der Achselgrube

Die Achselgrube (fossa axillaris) hat die Form einer viereckigen Pyramide, deren Basis von der Achselfaszie gebildet wird und deren Apex zur Schlüsselbeinmitte gerichtet ist.

  • Vordere Wand: Gebildet durch den Musculus pectoralis major sowie die Fascia clavipectoralis (f. clavipectoralis) mit dem Musculus pectoralis minor.
  • Mediale Wand: Musculus serratus anterior (m. serratus anterior) und die ihn bedeckende Faszie. Entlang dieser verlaufen von oben nach unten die Arteria thoracica lateralis und der Nervus thoracicus longus (Bell-Nerv) (n. thoracicus longus).
  • Laterale Wand: Musculus coracobrachialis (m. coracobrachialis) und kurzer Kopf des Bizeps. Entlang des inneren Rands des erstgenannten verläuft das Gefäß-Nerven-Bündel — diese Stelle wird zur digitalen Kompression der Arteria axillaris genutzt.
  • Hintere Wand: Gebildet aus Faszie und Muskeln — Musculus subscapularis und Musculus latissimus dorsi.

Öffnungen der hinteren Wand der Grube

An der hinteren Wand bildet sich zwischen den Muskeln eine Spalte, die durch die Sehne des langen Trizepskopfes in zwei wichtige anatomische Öffnungen unterteilt wird:

  1. Foramen quadrilaterum (foramen quadrilaterum). Liegt weiter lateral.

Begrenzungen: oben — Musculus subscapularis und Musculus teres minor; unten — Musculus teres major; medial — langer Trizepskopf; lateral — Collum chirurgicum des Humerus. Inhalt: Nervus axillaris (n. axillaris) und Arteria circumflexa humeri posterior.

  1. Foramen trilaterum (foramen trilaterum). Liegt weiter medial.

Begrenzungen: oben und unten — wie oben; lateral — langer Trizepskopf. Inhalt: Arteria circumflexa scapulae (a. circumflexa scapulae), die in die Scapularregion zieht.

Verbindungen des Baufettraums

Das Baufettgewebe der Achselgrube enthält 5 Gruppen von Lymphknoten (apikale, zentrale, laterale, vordere, hintere) und weist zahlreiche Verbindungswege auf, über die sich eitrig-entzündliche Prozesse ausbreiten können:

  • In proximaler Richtung entlang des Gefäß-Nerven-Bündels — in das Baufett des Halses und weiter in das vordere Mediastinum.
  • In distaler Richtung — in das Baufett des Oberarms.
  • Durch die Fascia clavipectoralis (entlang der a. thoracoacromialis) — in den subpektoralen Raum.
  • Durch das Foramen quadrilaterum — in den Subdeltoidtraum.
  • Durch das Foramen trilaterum — auf die Rückseite der Scapularregion.
  • Zwischen der tiefen Fläche der Scapula und der Brustwand — in den Subskapularraum.

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Welche Äste gehen in den jeweiligen Abschnitten von der Achselarterie ab?

Die Äste der Arteria axillaris entspringen innerhalb von drei topographischen Dreiecken der vorderen Wand der Achselgrube.

  • Im Trigonum clavipectorale (erster Abschnitt) entspringen:
  • Arteria thoracica superior (a. thoracica superior)
  • Arteria thoracoacromialis (a. thoracoacromialis)
  • Im Trigonum clpectorale bzw. Brustdreieck (zweiter Abschnitt) entspringt:
  • Arteria thoracica lateralis (a. thoracica lateralis)
  • Im Trigonum subpectorale (dritter Abschnitt) entspringen:
  • Arteria subscapularis (a. subscapularis)
  • Arteria circumflexa humeri anterior und posterior (aa. circumflexae humeri anterior et posterior)

Wie ist die Topographie der Elemente des axillären Gefäß-Nerven-Bündels?

Die Elemente des axillären Gefäß-Nerven-Bündels sind in einer bestimmten Reihenfolge von vorne nach hinten und von medial nach lateral angeordnet (Merkwort „VAPlex“).

  • Vena axillaris (v. axillaris) — oberflächlichstes Gebilde, liegt anterior und medial.
  • Arteria axillaris (a. axillaris) — liegt posterior und lateral der Vene.
  • Plexus brachialis (plexus brachialis) — befindet sich lateral und tiefer als die Arterie.

Im zweiten Abschnitt umgeben die Faszikel des Plexus brachialis die Arterie von drei Seiten:

  • Fasciculus lateralis (fasciculus lateralis) — lateral.
  • Fasciculus medialis (fasciculus medialis) — medial.
  • Fasciculus posterior (fasciculus posterior) — dorsal.
Wie man es sich merkt

Es ist einfach, die Öffnungen der hinteren Wand nach Lateralität zu unterscheiden: Das Foramen quadrilaterum hat den Humerus als Begrenzung, liegt also streng lateral. Das Foramen trilaterum wird nur von Muskeln begrenzt — es liegt weiter medial.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

In welcher Position sollten die Lymphknoten der Fossa axillaris palpiert werden?

Die Palpation wird bei adduziertem Arm durchgeführt, damit die Achselhüllfaszie entspannt ist. Eine Ausnahme bildet der Sorgius-Lymphknoten, der palpiert wird, während der Arm des Patienten auf der Schulter des Arztes ruht.

Wo projiziert sich das neurovaskuläre Bündel der Achselhöhle?

Die Projektionslinie verläuft von der Grenze des vorderen und mittleren Drittels der lateralen Regionbegrenzung (am Oberarm) zu einem Punkt, der 1 cm medial der Mitte des Schlüsselbeins liegt.

Auf welcher Höhe ist die Ligatur der Arteria axillaris optimal?

Zur Ausbildung eines zuverlässigen Kollateralkreislaufs sollte die Arterie proximal des Abgangs der Arteria subscapularis (a. subscapularis) und der beiden Arteriae circumflexae humeri unterbunden werden.

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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Bildung und Äste des Plexus brachialis in der Achselhöhle
  • Kollateralkreislauf der oberen Extremität
  • Topografie des Spatium subscapulare und subdeltoideum
  • Fasciae propriae und osteofibröse Logen der tiefen Rückenmuskeln
  • Lymphdrainage der Mamma über die Lymphonodi apicales

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