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Anatomie · Schädel

Innere Schädelbasis

Basis cranii interna

Die innere Schädelbasis stellt eine komplexe, reliefartige Oberfläche dar, auf der drei Schädelgruben unterschieden werden: die vordere, die mittlere und die hintere Schädelgrube. Über ein System aus Öffnungen, Spalten und Kanälen stehen diese Gruben mit der Nasenhöhle, den Orbitae, dem Innenohr und der äußeren Schädelbasis in Verbindung und ermöglichen den Durchtritt wichtigster Nerven und Gefäße.

Drei AbschnitteDie innere Schädelbasis wird in die vordere, mittlere und hintere Schädelgrube unterteilt.
Foramen lacerumBeim Lebenden durch Knorpel (Synchondrose) verschlossen, ist nur am mazerierten Schädel offen.
Gemeinsame GrenzenDie hintere Grenze der jeweils davor liegenden Grube dient stets als vordere Grenze für die nächste.
5 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 24.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Vordere Schädelgrube

Vordere Schädelgrube (Fossa cranii anterior) nimmt den vorderen Abschnitt der inneren Schädelbasis ein.

Grenzen:

  • Vorne: bedingt durch die Schuppe des Stirnbeins (Squama frontalis) begrenzt. Als Hauptorientierungspunkt dient hier der Beginn der Stirnbeinleiste (Crista frontalis).
  • Hinten: Seitlich wird die Grenze von den kleinen Keilbeinflügeln (Alae minores ossis sphenoidalis) gebildet, während in der Mittellinie der Sulcus prechiasmaticus (Sulcus prechiasmaticus) als Abgrenzung dient.

Verbindungen: Aus dieser Grube gelangt man in die Nasenhöhle. Dies geschieht über die Cribrosa-Öffnungen (Foramina cribrosa) des Siebbeins sowie über das Foramen caecum des Stirnbeins (Foramen caecum).

Mittlere Schädelgrube

Mittlere Schädelgrube (Fossa cranii media) liegt hinter der vorderen und weist das komplexeste Öffnungssystem auf.

Grenzen:

  • Vorne: entspricht vollständig der hinteren Grenze der vorderen Grube (kleine Keilbeinflügel an den Seiten und Sulcus prechiasmaticus in der Mitte).
  • Hinten: seitlich begrenzt durch den oberen Rand der Felsenbeinpyramide (Margo superior partis petrosae) bzw. den dort verlaufenden Sulcus sinus petrosi superioris (Sulcus sinus petrosi superioris). In der Medianlinie bildet das Dorsum sellae (Dorsum sellae) die Grenze.

Verbindungen mit anderen Höhlen:

  1. Zur Orbita: über den Canalis opticus (Canalis opticus) und die Fissura orbitalis superior (Fissura orbitalis superior).
  2. Zur Fossa pterygopalatina: über das Foramen rotundum (Foramen rotundum).
  3. Zur äußeren Schädelbasis: über das Foramen ovale (Foramen ovale) und Foramen spinosum (Foramen spinosum), den Canalis caroticus (Canalis caroticus) sowie über das Foramen lacerum (Foramen lacerum). Hinweis: Am lebenden Schädel ist das Foramen lacerum durch die Synchondrosis sphenopetrosa (Fissura sphenopetrosa) verschlossen und nur am getrockneten (mazerierten) Präparat als „Lloch“ sichtbar.
  4. Zusätzliche Wege: Über den Hiatus canalis nervi petrosi majoris et minoris (Hiatus canalis nervi petrosi majoris/minoris) ist die Grube mit dem Canalis nervi facialis bzw. dem Canaliculus tympanicus verbunden.
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Hintere Schädelgrube

Hintere Schädelgrube (Fossa cranii posterior) ist der hinterste Abschnitt, der überwiegend vom Hinterhauptbein und Schläfenbein gebildet wird.

Grenzen:

  • Vorne: deckt sich mit der hinteren Grenze der mittleren Grube (Dorsum sellae in der Mitte, oberer Rand der Felsenbeinpyramide an den Seiten).
  • Hinten: in der Medianlinie dient die Eminentia cruciformis (Eminentia cruciformis), d. h. die Protuberantia occipitalis interna (Protuberantia occipitalis interna), als Orientierungspunkt. An den Seiten verläuft die Grenze entlang des Sulcus sinus transversi (Sulcus sinus transversi).

Verbindungen zur äußeren Schädelbasis und zum Innenohr:

  • Innerhalb des Hinterhauptbeins: hier befinden sich das große Loch (Foramen magnum), der Canalis condylaris (Canalis condylaris) und der Canalis nervi hypoglossi (Canalis nervi hypoglossi).
  • Innerhalb des Os temporale: Hier münden das Foramen mastoideum (Foramen mastoideum) und der Meatus acusticus internus (Meatus acusticus internus), der sich weiter in den Canalis nervi facialis fortsetzt.
  • Zwischen Os occipitale und Os temporale: Befindet sich das Foramen jugulare (Foramen jugulare) sowie die Fissura petrooccipitalis (Fissura petrooccipitalis), die auf Höhe des Sulcus sinus petrosi inferioris (Sulcus sinus petrosi inferioris) am mazerierten Schädel gut erkennbar ist.
  • Mit den Höhlen des Innenohrs: Steht die Grube über die Apertura canaliculi vestibuli (Apertura canaliculi vestibuli) und die Aperturae canaliculi cochleae (Aperturae canaliculi cochleae) in Verbindung.

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Was zieht durch die Fissura orbitalis superior?

Durch die Fissura orbitalis superior treten Hirnnerven und Venen in die mittlere Schädelgrube ein. Dazu gehören der Nervus ophthalmicus, der Nervus oculomotorius, der Nervus trochlearis und der Nervus abducens. Durch diese Spalte verlaufen zudem die Vena ophthalmica superior und gelegentlich anteriore meningeale Äste der Arteria ophthalmica.

Was zieht durch das Foramen rotundum?

Durch das Foramen rotundum besteht eine Verbindung von der mittleren Schädelgrube zur Fossa pterygopalatina. Durch diese Öffnung tritt der Nervus maxillarius, der den zweiten Ast des Nervus trigeminus darstellt, in den Raum der Fossa pterygopalatina ein.

Was zieht durch das Foramen jugulare?

Durch das Foramen jugulare, das in der hinteren Schädelgrube zwischen Hinterhaupt- und Schläfenbein liegt, ziehen Hirnnerven und Blutgefäße. Insbesondere treten hier der Nervus glossopharyngeus, der Nervus vagus und der Nervus accessorius aus, zudem passieren Venen diesen Bereich. Darüber hinaus dringt durch das Foramen jugulare die Arteria meningea posterior in die Schädelhöhle ein.

Was zieht durch das Foramen spinosum?

Durch das Foramen spinosum zieht die Arteria meningea media (ein Ast der Arteria maxillaris) von der mittleren Schädelgrube zur äußeren Schädelbasis. Ebenfalls passieren eine Vene und ein Ast des Nervus mandibularis dieses Foramen.

Was verläuft durch den inneren Gehörgang?

Durch den Meatus acusticus internus der hinteren Schädelgrube ziehen Hirnnerven sowie Gefäße des Innenohrs. Dazu gehören der Nervus facialis, der Nervus intermedius und der Nervus vestibulocochlearis sowie die Arteriae und Venae labyrinthi.

Was zieht durch den Canalis opticus?

Über den Canalis opticus der mittleren Schädelgrube besteht eine Verbindung zur Orbita. Durch diesen Kanal verlaufen der Nervus opticus, die Arteria ophthalmica als Ast der Arteria carotis interna sowie die Arteria centralis retinae.

Wie man es sich merkt

Die Grenzen der Schädelgruben lassen sich gut nach dem „Domino-Prinzip“ einprägen: Die hintere Grenze der vorderen Grube entspricht exakt der vorderen Grenze der mittleren, und die hintere Grenze der mittleren Grube dient als vordere Grenze für die hintere.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Welche Struktur bildet in der Medianlinie die hintere Grenze der mittleren Schädelgrube?

Das Dorsum sellae, das zum Körper des Keilbeins gehört.

Wie kommuniziert die mittlere Schädelgrube mit der Fossa pterygopalatina?

Nur durch ein einziges Loch – das Foramen rotundum.

Warum kann das Foramen lacerum beim lebenden Menschen nicht als vollwertige Öffnung bezeichnet werden?

Weil dieser Bereich beim Lebenden durch eine dauerhafte Synchondrose (Knorpelgewebe) ausgefüllt ist, welche die Fissura sphenopetrosa bildet. Die echte Öffnung ist erst am Knochenpräparat sichtbar.

Über welche Öffnungen ist die hintere Schädelgrube mit dem Innenohr verbunden?

Die Verbindung zum Innenohr wird über die Apertura canaliculi vestibuli und die Aperturae canaliculi cochleae gewährleistet.

Etwas unklar? Fragen Sie den KI-AssistentenDer KI-Tutor hat das Material zum Thema „Innere Schädelbasis“ gelesen und erklärt es in einfachen Worten.

Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Detaillierte Topographie des Canalis nervi facialis und seiner Äste
  • Synchondrosen der Schädelbasis und deren Altersveränderungen
  • Inhalt des Foramen jugulare und Foramen magnum
  • Topographie des Canalis opticus und der Fissura orbitalis superior

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.