Große Kanäle
Unter den Kanälen des Schläfenbeins unterscheidet man drei Hauptkanäle (große Kanäle).
- Canalis caroticus (Canalis caroticus)
- Ursprung: Äußere Apertur an der Unterfläche der Felsenbeinspitze.
- Verlauf: Ziehlt nach ventral und medial, bildet dann eine Krümmung (Geniculum) und zieht nach kranial.
- Ende: Innere Apertur an der Felsenbeinspitze.
- Inhalt: A. carotis interna, Plexus venosus und sympathische Nerven.
- Canalis nervi facialis (Canalis nervi facialis)
- Ursprung: Fundus meatus acustici interni.
- Verlauf: Verläuft komplex. Zunächst senkrecht zur Felsenbeinachse bis zum Geniculum (Geniculum), biegt dann ab und verläuft parallel zur Achse nach dorsal (bildet eine Vorwölbung in der Paukenhöhle), zieht danach senkrecht nach caudal.
- Ende: Foramen stylomastoideum (Foramen stylomastoideum).
- Inhalt: N. facialis, N. intermedius und Blutgefäße.
- Canalis musculotubarius (Canalis musculotubarius)
- Ursprung: Lateral des Canalis caroticus, nahe der Felsenbeinspitze.
- Verlauf: Zieht in die Substanz des Felsenbeins und wird durch eine knöcherne Trennwand in zwei Semikanäle unterteilt (für den M. tensor tympani und die Tuba auditiva).
- Ende: Mündet an der Vorderwand der Paukenhöhle.
Kleine Kanäle (Kanälchen)
Neben den großen Kanälen verlaufen im Schläfenbein vier kleinere Kanälchen.
- Canaliculi caroticotympanici (Canaliculi caroticotympanici). Beginnen an der Hinterwand des Canalis caroticus (meist 2–4 Öffnungen) und enden an der Vorderwand der Paukenhöhle. Leiten gleichnamige Nerven und Gefäße.
- Canaliculus chordae tympani (Canaliculus chordae tympani). Entspringt dem absteigenden Teil des Canalis nervi facialis (nahe dem Foramen stylomastoideum). Verläuft als Durchgang durch die Paukenhöhle und tritt durch die Fissura petrotympanica (Fissura petrotympanica) aus. Im Inneren verläuft die Chorda tympani als Ast des N. intermedius.
- Canaliculus tympanicus (Canaliculus tympanicus). Beginnt in der Fossula petrosa (Fossula petrosa) an der Unterfläche des Felsenbeins. Zieht nach kranial und mündet als Hiatus canalis nervi petrosi minoris an der Vorderfläche des Felsenbeins.
- Canaliculus mastoideus (Canaliculus mastoideus). Beginnt am Boden der Fossa jugularis (Fossa jugularis) und endet in der Fissura tympanomastoidea. Leitet den R. auricularis des N. vagus.
Topographische Leitstrukturen
Zur schnellen Identifikation der Kanäle am Schädelpräparat nutzt man wichtige Leitstrukturen:
- Fossa jugularis, äußere Apertur des Canalis caroticus und Apertur des Canaliculus cochleae bilden ein Dreieck, in dessen Inneren sich der Eingang zum Canaliculus tympanicus befindet.
- Foramen stylomastoideum – die Hauptleitstruktur zum Auffinden des Ausgangs des Canalis nervi facialis und des Ursprungs des Canaliculus chordae tympani.
- Spalten und Öffnungen an der Vorderfläche des Felsenbeins (Hiatus canalis nervi petrosi majoris et minoris) markieren das Niveau des Geniculum des N. facialis.
Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema
Welche Nerven und Gefäße verlaufen konkret in den Canaliculi caroticotympanici?
In den Canaliculi caroticotympanici verlaufen die gleichnamigen Nerven sowie nicht näher spezifizierte Gefäßäste.
- Nervi caroticotympanici – dienen als Leitstruktur, die hilft, die Verbindungen zwischen dem Canalis caroticus und der Paukenhöhle schnell aufzufinden.
- Gefäßäste – begleiten die Nerven, ihre genauen Namen werden in den bereitgestellten Materialien jedoch nicht detailliert genannt.
Die Kanälchen selbst beginnen an der Hinterwand des Canalis caroticus und münden an der Vorderwand der Paukenhöhle.
Welche Blutgefäße genau begleiten den N. facialis in seinem Kanal?
Im Canalis nervi facialis selbst verlaufen Arterien und Venen, deren genaue Namen nicht detailliert sind, jedoch wird der Nerv beim Verlassen des Kanals von einem spezifischen Gefäß begleitet.
- V. stylomastoidea (v. stylomastoidea) – begleitet den N. facialis beim Austritt aus dem Foramen stylomastoideum.
- Arterien und Venen – werden als Inhalt des Canalis nervi facialis ohne Angabe spezifischer Namen erwähnt.
Zudem wird in den Texten die A. stylomastoidea (a. stylomastoidea) erwähnt, ihr Verlauf direkt im Kanal gemeinsam mit dem Nerven wird jedoch nicht beschrieben.
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Gehört der Meatus acusticus internus zu den Kanälen des Schläfenbeins?
Nein, Meus acusticus internus et externus sowie Aquaeductus vestibuli et cochleae werden in der internationalen Nomenklatur nicht zu den eigentlichen Kanälen des Schläfenbeins gezählt.
Was verläuft im Canalis caroticus?
Er enthält die A. carotis interna, begleitende Venen sowie den Plexus sympathischer Nervenfasern.
Aus welchen Teilen besteht der Canalis nervi facialis?
Der Canalis nervi facialis besteht aus drei Teilen: pars labyrinthica (verläuft senkrecht zur Felsenbeinachse), pars tympanica (parallel zur Achse) und pars mastoidea (absteigend).
Wo mündet der Canalis musculotubarius?
Der Canalis musculotubarius und beide zugehörigen Semikanäle münden an der Vorderwand der Paukenhöhle (in der Mittelohrhöhle).
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Detaillierter Verlauf des N. facialis innerhalb des Felsenbeins
- Wände der Paukenhöhle und hineinmündende Kanäle
- Topographie der Spalten an der äußeren Schädelbasis (Fissura petrotympanica, Fissura petrosquamosa)
- Beziehung der Innenohrstrukturen zu den Kanälen des Schläfenbeins
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