Wo befindet er sich und wie ist er aufgebaut?
Der Kanal verläuft im Inneren des Oberkieferkörpers (corpus maxillae).
Er beginnt an der Orbitafläche (facies orbitalis), die an der Bildung des Unterrandes der Augenhöhle beteiligt ist. Hier liegt der Sulcus infraorbitalis (sulcus infraorbitalis), der in den Canalis infraorbitalis übergeht.
Der Ausgang des Kanals befindet sich an der Facies anterior des Oberkiefers (facies anterior) und wird als Foramen infraorbitale (foramen infraorbitale) bezeichnet. Es liegt unterhalb des Margo infraorbitalis (margo infraorbitalis) und mündet in eine Vertiefung — die Fossa canina (fossa canina).
Die Achse des vorderen Kanalabschnitts verläuft nach vorn, medial und unten. Die Achsen des rechten und linken Kanals kreuzen sich etwas oberhalb der Papilla incisiva zwischen den oberen zentralen Inzisiven.
Was verläuft durch den Canalis infraorbitalis?
Im Inneren des Kanals befindet sich das neurovaskuläre Bündel des Nervus infraorbitalis, welches in das lockere Bindegewebe der Fossa canina austritt:
- Nervus infraorbitalis (n. infraorbitalis) — der Endast des Nervus maxillaris (zweiter Ast des Nervus trigeminus). Er gibt die Rami alveolares superiores anteriores und medii ab. Nach dem Austritt aus dem Foramen bildet der Nerv den sogenannten Pes anserinus minor (kleinen Gänsefuß). Das sensible Innervationsgebiet umfasst die Haut der Infraorbitalregion, die Oberlippe, die Nasenaußenseite und das Unterlid.
- Arteria infraorbitalis (a. infraorbitalis) — ein Ast des dritten, fossa pterygopalatina-Abschnitts der Arteria maxillaris. Im Kanal entspringen aus ihr die Arteriae alveolares superiores anteriores (aa. alveolares superiores anteriores).
- Vena infraorbitalis — mündet in die Vena ophthalmica inferior oder in den Plexus venosus pterygoideus.
Topografie und anatomische Verbindungen
Über den Canalis infraorbitalis steht die Orbita mit der Gesichtsregion, der Kieferhöhle (Sinus maxillaris) und den Zahnfächern der Schneidezähne und Eckzähne in Verbindung.
Das subkutane Gewebe der Infraorbitalregion kommuniziert über den Canalis infraorbitalis mit dem Orbitagewebe.
Klinische Bedeutung
- Infraorbitalanästhesie: Wird zur Schmerzausschaltung an Schneidezähnen, Eckzähnen, Prämolaren und teilweise der mesialen bukkalen Wurzel des ersten Molaren sowie an den angrenzenden Hart- und Weichgeweben von vestibulär angewendet. Bei der extraoralen Methode wird die Nadel nach dorsal, lateral und kranial geführt — entgegengesetzt zur Kanalachse. Die moderne Methodik sieht die Deponierung der Lösung am Eingang des Infraorbitalkanals vor, ohne die Nadel in den Kanal einzuführen, was die Traumatologie der Betäubung verringert. Mögliche Komplikationen: Gefäßverletzung, Hämatom, Hautischämie, Diplopie und Neuritis des Nervus infraorbitalis.
- Ausbreitungsweg von Infektionen: Das Gewebe der Infraorbitalregion kommuniziert über den Canalis infraorbitalis mit der Orbita. Bei odontogenen Entzündungen können die oberen Schneidezähne, Eckzähne und Prämolaren als Quelle dienen. Bei einer Thrombophlebitis der Vena angularis facialis können die Venen der Orbita einbezogen werden, die direkt in die venösen Sinus der Schädelhöhle münden. Eine Sinus-cavernosus-Thrombose, Meningitis und Meningoenzephalitis sind möglich.
- Trigeminusneuralgie: Eine angeborene oder erworbene Verengung des Canalis infraorbitalis oder des Foramen infraorbitale gehört zu den Ursachen einer peripheren Trigeminusneuralgie.
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Wie bestimmt man die Projektion des Foramen infraorbitale im Gesicht?
Das Foramen liegt 0,5–0,75 cm unterhalb des unteren Orbitarrandes. Es ist palpatorisch unterhalb der Verbindungsstelle des Processus zygomaticus maxillae mit dem Os zygomaticum tastbar. Zudem liegt es auf einer vertikalen Linie mit der Pupille bei Geradeausblick, der Längsachse des zweiten oberen Prämolaren und dem Foramen mentale.
Welche Zähne werden durch Äste aus dem Canalis infraorbitalis innerviert?
Die Äste des Nervus infraorbitalis innervieren die oberen Schneidezähne, den Eckzahn, die Prämolaren und teilweise die mesiale bukkale Wurzel des ersten oberen Molaren.
Warum kann eine Entzündung im Oberkieferbereich das Gehirn gefährden?
Das Gewebe der Infraorbitalregion kommuniziert über den Canalis infraorbitalis mit der Orbita. Bei einer Thrombophlebitis der Vena angularis facialis können die Augenhöhlenvenen in den Prozess einbezogen werden, welche direkt in die venösen Sinus der Schädelhöhle münden. Dies birgt das Risiko einer Sinus-cavernosus-Thrombose, Meningitis und Meningoenzephalitis.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Oberkiefer (Maxilla)
- Oberkiefernerv (N. maxillaris)
- Flügelkiefergrube (Fossa pterygopalatina)
- Infraorbitalanästhesie
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