Ursprung und Ansatz?
- Ursprung (O): entspringt am Unterast des Schambeins und im Bereich der Schambeinfuge.
- Ansatz (I): die Muskelfasern ziehen nach unten und gehen in eine Sehne über, die an der medialen Fläche der Tibia ansetzt.
- Besonderheiten: Am Ansatzpunkt vereinigt sich die Sehne des Gracilis-Muskels mit den Sehnen des Sartorius-Muskels (m. sartorius) und des Semitendinosus-Muskels (m. semitendinosus). Zusammen bilden sie die anatomische Struktur, die als oberflächlicher Entenfuß (pes anserinus) bekannt ist.
Welche Funktionen hat er?
- Bewegungen des Oberschenkels: Der Muskel bewirkt die Adduktion des Oberschenkels.
- Bewegungen des Unterschenkels: Bei Kontraktion beugt er den Unterschenkel im Kniegelenk und rotiert den gebeugten Unterschenkel nach innen (medial).
- Stabilisierung: Als Teil des Sehnenkomplexes des Pes anserinus stabilisiert der Muskel die mediale Seite des Kniegelenks.
Blutversorgung und Innervation
- Innervation: Erfolgt durch den vorderen Ast des Nervus obturatorius (n. obturatorius, L2–L3). Der Nervus obturatorius besitzt zudem einen Hautast (r. cutaneus n. obturatorii) zur medialen Oberschenkelfläche.
- Blutversorgung: Die Blutversorgung des Muskels erfolgt aus mehreren arteriellen Quellen:
- Arteria pudenda externa (a. pudenda externa).
- Arteria obturatoria (a. obturatoria).
- Arteria profunda femoris (a. profunda femoris).
Topographie und Faszienlogen
- Der Gracilis-Muskel gehört zur medialen Gruppe der Oberschenkelmuskeln, zu der auch der Musculus adductor longus und der Musculus adductor magnus (m. adductor longus und m. adductor magnus) gehören.
- Er liegt am weitesten medial von allen Oberschenkelmuskeln.
- Die Fascia lata (fascia lata), die alle Muskeln dieser Region umgibt, bildet für den m. gracilis eine eigene, isolierte Fasziendüse.
- Im Querschnitt des proximalen Oberschrittedrittels gehört der Muskel zur medialen Muskelgruppe. Er wird zudem unter den anatomischen Strukturen der vorderen Oberschenkelregion und des Trigonum femorale aufgeführt.
Klinische und chirurgische Bedeutung
- Chirurgischer Leitpunkt: Die Prominenz des Gracilis- und des Adductor-longus-Muskels an der Oberschenkelinnenseite wird in der operativen Chirurgie als Orientierungspunkt genutzt.
- Zugang nach Bujalski - MacWhorter: Wird für Eingriffe an den Organen des kleinen Beckens verwendet. Der Patient wird in Rückenlage mit gespreizten und in den Knien gebeugten Beinen gelagert („Froschposition“). Ein 8–9 cm langer Schnitt wird über der Vorwölbung von m. gracilis und m. adductor longus geführt, 3–4 cm von der Oberschenkel-Damm-Fuge entfernt. Anschließend wird der Musculus adductor brevis durchtrennt, der Musculus obturatorius externus entlang des Schambein-Unterasts freigelegt und gespalten, was den Zugang zum paravesikalen Zellgewebe ermöglicht.
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Welche Muskeln bilden den oberflächlichen Entenfuß (pes anserinus)?
An der Bildung des Pes anserinus an der medialen Tibiafläche sind die Sehnen von drei Muskeln beteiligt: M. gracilis, M. sartorius und M. semitendinosus.
Welcher Nerv innerviert den Gracilis-Muskel?
Der Gracilis-Muskel wird vom vorderen Ast des Nervus obturatorius innerviert, dessen Fasern aus den Segmenten L2–L3 des Rückenmarks stammen.
Welche Funktion hat der Gracilis-Muskel in Bezug auf das Kniegelenk?
Neben der Beugung und Innenrotation des Unterschenkels stabilisiert der Gracilis-Muskel als Teil des Pes anserinus die mediale Seite des Kniegelenks.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Musculus sartorius (m. sartorius)
- Musculus semitendinosus (m. semitendinosus)
- Nervus obturatorius (n. obturatorius)
- Oberschenkelfaszie (Fascia lata)
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