Topographie und Verlauf des M. obturatorius internus
Die Anatomie des M. obturatorius internus (m. obturatorius internus) zeichnet sich durch einen interessanten Verlauf der Muskelfasern aus, die beim Verlassen der Beckenhöhle ihre Richtung ändern.
- Ursprung: Die Fasern entspringen an der Innenfläche der Membrana obturatoria sowie an den Knochenstrukturen, die das Foramen obturatum unmittelbar umgeben (foramen obturatum).
- Verlauf: Aus der Beckenhöhle zieht der Muskel nach außen. Er verläuft durch das Foramen ischiadicum minus (foramen ischiadicum minus) und biegt dabei bogenförmig um die Incisura ischiadica minor.
- Ansatzpunkt: Nach seinem Verlauf erreicht die Sehne des Muskels die Fossa trochanterica (fossa trochanterica) am Femur, wo sie fest fixiert ist.
Funktion, Innervation und Blutversorgung
Aus biomechanischer Sicht besteht die Hauptaufgabe des M. obturatorius internus in der Außenrotation der unteren Extremität. Bei Kontraktion rotiert er den Oberschenkel nach außen.
Die nervale Regulation und Versorgung des Muskels werden durch folgende Strukturen gewährleistet:
- Innervation: Erfolgt durch den gleichnamigen Nerven — n. obturatorius internus. Dieser Nerv entspringt den Rückenmarkswurzeln auf Höhe des Lenden- und Sakralbereichs (L₅–S₂).
- Blutversorgung: Der arterielle Blutstrom erfolgt aus zwei Quellen: der A. obturatoria (a. obturatoria) und der A. glutea inferior (a. glutea inferior).
M. articularis genus
Im Rahmen des Studiums der Muskeln der unteren Extremität ist auch der M. articularis genus (m. articularis genus) zu erwähnen, der eine spezifische Schutzfunktion für das Kniegelenk ausübt.
- Ursprung: Der Muskel entspringt an der Vorderfläche des unteren Femurdrittels.
- Ansatz: Seine Fasern strahlen direkt in die Gelenkkapsel des Kniegelenks ein.
- Funktion: Bei der Beinstreckung kontrahiert sich der Muskel und spannt die Gelenkkapsel an. Diese Aktion (Einziehen der Kapsel) verhindert deren Einklemmung zwischen den Gelenkflächen der Knochen.
- Innervation: Erfolgt durch den N. femoralis (n. femoralis).
- Blutversorgung: Die Ernährung erfolgt durch die Articulationes genus — a. genus, die Äste des arteriellen Netzwerks des Kniegelenks sind.
Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema
Welche Strukturen ziehen durch das Foramen ischiadicum minus?
Durch das Foramen ischiadicum minus verlaufen der M. obturatorius internus und der Pudendus-Leitungsbündel (vaskulär-nervöses Bündel).
- M. obturatorius internus (m. obturatorius internus) – verlässt die Beckenhöhle zur Rückseite hin;
- Pudendus-Leitungsbündel – zieht um die Spina ischiadica herum und kehrt in die Beckenhöhle zurück (in die Fossa ischioanalis). Es umfasst:
- A. pudenda interna (a. pudenda interna);
- Vv. pudendae internae (vv. pudendae internae);
- N. pudendus (n. pudendus).
Welche Faszie bedeckt den M. obturatorius internus von der Seite der kleinen Beckenhöhle her?
Der M. obturatorius internus wird von der Seite der kleinen Beckenhöhle durch die Fascia pelvis parietalis (fascia pelvis parietalis) bedeckt.
Diese Faszie bedeckt die Beckenwandmuskeln und die Muskeln des Beckenbodens, einschließlich des m. obturatorius internus. Im Bereich des M. obturatorius internus ist sie am stärksten ausgeprägt.
Um sich den Verlauf des M. obturatorius internus einzuprägen, stellen Sie sich vor, dass er das Becken von innen „verschließt“ und dann durch die „kleine“ Tür (Foramen ischiadicum minus) nach außen tritt, um den Oberschenkel zu drehen.
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
An welcher Fläche des Oberschenkelknochens entspringt der M. articularis genus?
Der M. articularis genus entspringt an der Vorderfläche des unteren Drittels des Oberschenkelknochens.
Durch welches Loch verlässt der M. obturatorius internus die Beckenhöhle?
Er verlässt das Becken durch das Foramen ischiadicum minus.
Wo setzt der M. obturatorius internus an?
Seine Sehne setzt an der Fossa trochanterica des Oberschenkelknochens an.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Aufbau der Membrana obturatoria und Grenzen des Foramen obturatum
- Grenzen und Inhalt des Foramen ischiadicum minus
- Anatomie der Fossa trochanterica
- Entstehung und Verzweigung des N. obturatorius (L₅–S₂)
- Arterielles Netzwerk des Kniegelenks und Äste der A. genus
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