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Anatomie · Myologie

Muskeln des Unterschenkels: vordere und laterale Gruppe

Musculi cruris

Die laterale Muskelgruppe des Unterschenkels spielt eine Schlüsselrolle bei der Stabilisierung des Fußes, indem sie dessen Beugung, Pronation und die Unterstützung der Fußgewölbe gewährleistet. In dieser Übersicht analysieren wir detailliert die Anatomie der Peroneusmuskeln, die wichtigsten faszialen Retinacula, topografische Leitstrukturen und die mit diesem Bereich verbundenen klinischen Syndrome.

Funktion der lateralen Gruppe:Beugung und Pronation des Fußes, Senkung des medialen Randes, Unterstützung des Quergewölbes.
Musculus peroneus tertius:Streckt den Fuß und hebt dessen lateralen Rand. Innervation durch den N. peroneus profundus.
Fallfuß:Ein charakteristisches Symptom bei Schädigung des N. peroneus profundus.
Pulsstellen:Der Puls wird an der A. poplitea (in der Fossa poplitea) und an der A. dorsalis pedis (am Fuß) palpiert.
4 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 24.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Laterale Muskelgruppe (Peroneusmuskeln)

Die laterale Gruppe wird durch die Peroneusmuskeln repräsentiert, die eine Reihe von biomechanischen Aufgaben von höchster Wichtigkeit erfüllen. Ihre Hauptfunktionen bestehen in der Beugung und Pronation des Fußes. Darüber hinaus sind diese Muskeln für die Senkung des medialen Fußrandes verantwortlich und spielen eine kritische Rolle bei der Aufrechterhaltung des Fußquergewölbes.

Die Innervation der lateralen Gruppe erfolgt durch den N. peroneus superficialis (N. peroneus superficialis), dessen Fasern aus den Rückenmarkssegmenten L₄–S₁ entspringen.

Die Blutversorgung wird durch Äste der A. peronea (A. peronea) sowie der A. tibialis anterior (A. tibialis anterior) gewährleistet.

Musculus peroneus tertius

Der Musculus peroneus tertius (M. peroneus tertius) ist eine wichtige anatomische Struktur, die in der klassischen Anatomie oft nicht als eigenständige Einheit, sondern als Teil des Musculus extensor digitorum longus (M. extensor digitorum longus) betrachtet wird.

  • Ursprung: Der Muskel entspringt dem distalen (unteren) Teil der Fibula sowie der Membrana interossea cruris.
  • Ansatz: Die Sehne des Muskels setzt verlässlich an der Basis des Os metatarsale V an.
  • Funktionen: Im Gegensatz zur restlichen lateralen Gruppe streckt dieser Muskel den Fuß, während er ihn gleichzeitig proniert und den lateralen Rand anhebt.
  • Innervation: Erfolgt durch den N. peroneus profundus (N. peroneus profundus, Segmente L₄–S₁).
  • Blutversorgung: Erfolgt aus den Stromgebieten der A. peronea und der A. tibialis anterior (Aa. peronea, tibialis anterior).
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Fasziale Strukturen und Sehnenretinacula

Für die korrekte Funktion der Unterschenkel- und Fußmuskeln ist eine stabile Fixierung ihrer langen Sehnen unerlässlich. Diese biomechanische Aufgabe wird von speziellen Verdickungen der Faszie — den Retinacula (Retinacula) — übernommen.

  1. Vorderseite des Fußes: Hier befinden sich das Retinaculum musculorum extensorum superius und inferius (Retinacula mm. extensorum superius et inferius). Sie fixieren die Extensorensehnen und verhindern deren Luxation bei der Kontraktion.
  2. Lateralseite: Die Sehnen der Peroneusmuskeln werden durch das Retinaculum musculorum peroneorum superius und inferius (Retinacula mm. peroneorum superius et inferius) gehalten.
  3. Medialseite: Hier liegt das Retinaculum musculorum flexorum (Retinaculum mm. flexorum), welches die Flexorensehnen stabilisiert.

Topografische Anatomie und klinische Bezüge

Die Kenntnis der Topografie des Unterschenkels ist von kritischer Bedeutung für das Verständnis klinischer Syndrome und die Durchführung der Untersuchung.

Wichtige anatomische Leitpunkte:

  • Unterschenkelkanal (Canalis cruropopliteus, Canalis cruropopliteus): Er liegt zwischen dem Musculus gastrocnemius (M. gastrocnemius) und dem Musculus soleus (M. soleus). Durch diesen Kanal verlaufen die A. und V. tibialis posterior (A. et V. tibialis posterior) sowie der N. tibialis (N. tibialis).
  • Nervenverzweigung: Im Zwischenraum zwischen dem Musculus tibialis posterior (M. tibialis posterior) und dem Musculus flexor digitorum longus (M. flexor digitorum longus) teilt sich der N. tibialis auf. Er gibt Äste ab, die den N. plantaris medialis und lateralis (N. plantaris medialis et lateralis) bilden.
  • Pulsstellen: In der Fossa poplitea ist die Pulsation der A. poplitea (A. poplitea) tastbar, am Fuß dagegen die der A. dorsalis pedis (A. dorsalis pedis).

Klinische Korrelationen:

  • „Fallfuß“: Dieses charakteristische Symptom tritt bei einer Läsion des N. peroneus profundus (N. peroneus profundus) auf, was zum Verlust der Streckfunktion führt.
  • Tarsaltunnelsyndrom: Entsteht durch die Kompression der A. tibialis posterior (A. tibialis posterior) im engen Raum dorsal des Malleolus medialis.
  • Sehnenverletzungen: Die Achillessehne ist die kräftigste Struktur in diesem Bereich, jedoch anfällig für Rupturen. Meistens entsteht das Trauma bei abrupten Sprüngen oder einem heftigen Aufprall der Ferse auf eine harte Unterlage.

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Welche Muskeln gehören konkret zur lateralen Unterschenkelmuskulatur?

  • Musculus peroneus longus (M. peroneus longus) — beugt und proniert den Fuß, senkt den medialen Rand, unterstützt das Quergewölbe.
  • Musculus peroneus brevis (M. peroneus brevis) — beugt und proniert den Fuß, hebt den lateralen Rand.
Wie man es sich merkt

Um sich die Lage der Retinacula schnell einzuprägen, orientieren Sie sich an den muskelfunktionen: Extensoren sind stets ventral am Fuß fixiert, Flexoren medial, und die Peroneusmuskeln streng lateral.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Welcher Unterschenkelmuskel wird oft als Teil des Musculus extensor digitorum longus beschrieben?

Es handelt sich um den Musculus peroneus tertius (M. peroneus tertius). Er entspringt dem distalen Teil der Fibula sowie der Membrana interossea und setzt an der Basis des Os metatarsale V an.

Was ist die Ursache des Fallfußsyndroms?

Diese Pathologie tritt bei einer Schädigung des N. peroneus profundus (N. peroneus profundus) auf, welcher die für die Fußhebung (Extension) verantwortlichen Muskeln innerviert.

Verlauf und Inhalt des Unterschenkelkanals?

Der Unterschenkelkanal (Canalis cruropopliteus) liegt zwischen dem Musculus gastrocnemius und dem Musculus soleus. In ihm verlaufen die Vasa tibialia posteriora (A. et V. tibialis posterior) und der N. tibialis.

Unter welchen Bedingungen kommt es am häufigsten zu einer Achillessehnenruptur?

Obwohl es sich um die kräftigste Struktur des Unterschenkels handelt, kommt es häufig bei abrupten Sprüngen oder einem heftigen Aufprall der Ferse auf eine harte Unterlage zu Rupturen.

Etwas unklar? Fragen Sie die KIDer KI-Tutor hat das Material zum Thema „Unterschenkelmuskulatur: vordere und laterale Gruppe“ gelesen und erklärt es in einfachen Worten.

Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Die Verbindung des Musculus peroneus tertius mit dem Musculus extensor digitorum longus.
  • Topografie und Wände des Canalis cruropopliteus.
  • Entstehungsmechanismen des Tarsaltunnelsyndroms hinter dem Malleolus medialis.
  • Biomechanik des Fußquergewölbes und die Rolle der lateralen Muskelgruppe.
  • Aufzweigung des N. tibialis in die Nn. plantares (N. plantaris medialis et lateralis).

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.