Sepsis und bakterielle Systeminfektionen
7 FragenEin 72-jähriger Patient wird mit Fieber und Verwirrtheit auf die Normalstation aufgenommen. Bei Verdacht auf eine Pneumonie werden folgende Werte erhoben: Atemfrequenz 24/min, Blutdruck 95/60 mmHg, Herzfrequenz 110/min, Horowitz-Quotient (paO2/FiO2) 280 mmHg, Bilirubin 1,1 mg/dl, Thrombozyten 95.000/µl, Kreatinin 1,3 mg/dl, Glasgow Coma Scale 14. Der behandelnde Arzt möchte prüfen, ob die Kriterien für eine Sepsis nach aktueller Konsensusdefinition erfüllt sind. Welche Aussage trifft zu?
- ADie Diagnose Sepsis ist ausgeschlossen, da keines der Organsysteme eine Punktzahl von 4 erreicht
- BDie Diagnose Sepsis kann erst nach Vorliegen eines positiven Blutkulturergebnisses gestellt werden
- CDie Diagnose Sepsis ist ausgeschlossen, da der mittlere arterielle Druck über 65 mmHg liegt
- DDie Diagnose Sepsis erfordert zusätzlich den Nachweis von mindestens zwei SIRS-Kriterien
- EDie Diagnose Sepsis ist gesichert, da der SOFA-Score im Vergleich zum Ausgangswert um mindestens 2 Punkte ansteigt
Lösung anzeigen
Nach der Sepsis-3-Definition liegt eine Sepsis vor, wenn bei nachgewiesener oder vermuteter Infektion eine lebensbedrohliche Organdysfunktion besteht, operationalisiert als Anstieg des SOFA-Scores um ≥2 Punkte gegenüber dem Ausgangswert. Im Beispiel ergeben sich erhöhte Punkte für Atmung (Horowitz-Quotient <300), Kreislauf (mittlerer arterieller Druck <70 mmHg bzw. Katecholaminpflicht wird hier durch Hypotonie angenommen), Thrombozyten (<100.000/µl) und ZNS (GCS 14), sodass in Summe ein Anstieg um ≥2 Punkte sehr wahrscheinlich ist. Die SIRS-Kriterien wurden durch Sepsis-3 explizit abgelöst, da sie zu unspezifisch waren. Ein positiver Erregernachweis ist für die klinische Diagnose nicht erforderlich, da auch eine vermutete Infektion ausreicht.
- A. Ein Anstieg um ≥2 Punkte kann auch ohne einen Einzelwert von 4 Punkten in einem Organsystem erreicht werden, da sich die Punkte über mehrere Systeme summieren.
- B. Die klinische Sepsisdiagnose ist von einem positiven Erregernachweis unabhängig; eine vermutete Infektion genügt.
- C. Ein MAP über 65 mmHg schließt eine Sepsis nicht aus, da die Diagnose auf dem Gesamt-SOFA-Score und nicht allein auf dem Blutdruck beruht.
- D. SIRS-Kriterien sind in der aktuellen Sepsis-3-Definition nicht mehr gefordert und wurden durch den SOFA-Score ersetzt.
Ein 65-jähriger Patient wird mit Verdacht auf Urosepsis in die Notaufnahme gebracht. Blutdruck 78/48 mmHg, Herzfrequenz 128/min, Temperatur 39,4 °C, Atemfrequenz 26/min, Laktat 4,8 mmol/l. Nach Abnahme von Blutkulturen wird eine Infusionstherapie begonnen. Welches ist der nächste Schritt im unmittelbaren Management?
- ABeginn einer Therapie mit niedrig dosiertem Hydrocortison vor Volumengabe
- BDurchführung einer Computertomographie des Abdomens vor jeder weiteren Therapie
- CGabe von Noradrenalin als alleinige Maßnahme ohne vorherige Volumentherapie
- DVerabreichung einer kalkulierten intravenösen Antibiotikatherapie innerhalb der ersten Stunde
- EAbwarten des Antibiogramms vor Beginn einer antimikrobiellen Therapie
Lösung anzeigen
Bei septischem Schock soll laut aktueller Leitlinie (Surviving Sepsis Campaign, AWMF-S3-Leitlinie Sepsis) nach Abnahme von Blutkulturen so früh wie möglich, idealerweise innerhalb der ersten Stunde, eine kalkulierte intravenöse Breitspektrum-Antibiotikatherapie begonnen werden, da jede Stunde Verzögerung die Letalität erhöht. Parallel erfolgt eine zügige Volumengabe mit kristalloiden Lösungen (initial 30 ml/kgKG) zur hämodynamischen Stabilisierung. Bildgebung zur Fokussuche ist wichtig, darf aber den Therapiebeginn nicht verzögern. Vasopressoren werden erst bei persistierender Hypotonie trotz adäquater Volumengabe eingesetzt.
- A. Hydrocortison ist nur bei therapierefraktärem Schock trotz adäquater Volumen- und Vasopressortherapie indiziert, nicht als Erstmaßnahme.
- B. Eine CT-Diagnostik darf den sofortigen Beginn von Antibiotikatherapie und Volumengabe nicht verzögern.
- C. Vasopressoren werden erst nach oder begleitend zu ausreichender Volumengabe eingesetzt, nicht als alleinige Erstmaßnahme.
- E. Das Abwarten des Antibiogramms würde die Therapie um Tage verzögern und die Letalität deutlich erhöhen; die Therapie erfolgt initial kalkuliert.
Eine 70-jährige Patientin wird mit hohem Fieber, Hypotonie und unklarem Infektionsfokus auf die Intensivstation aufgenommen. Es bestehen keine Hinweise auf eine Risikokonstellation für multiresistente Erreger, keine Immunsuppression und keine bekannte Kolonisation mit Problemkeimen. Welche kalkulierte intravenöse Antibiotikatherapie ist bei Sepsis unklaren Fokus initial am besten geeignet?
- APiperacillin/Tazobactam
- BFosfomycin als Monotherapie
- CDoxycyclin
- DAmoxicillin als Monotherapie
- EClindamycin als Monotherapie
Lösung anzeigen
Bei Sepsis mit unbekanntem Fokus ohne besondere Risikofaktoren wird gemäß AWMF-S3-Leitlinie eine breite kalkulierte Monotherapie mit einem Acylaminopenicillin in Kombination mit einem Betalaktamase-Inhibitor wie Piperacillin/Tazobactam empfohlen, da hierdurch grampositive und gramnegative Erreger einschließlich Pseudomonas aeruginosa erfasst werden. Diese Substanz deckt zudem auch Anaerobier ab, was bei unklarem abdominalem oder urogenitalem Fokus wichtig ist. Bei Risikofaktoren für multiresistente Erreger würde eine Eskalation z. B. mit einem Carbapenem erfolgen. Die übrigen Optionen besitzen ein zu schmales Wirkspektrum für eine kalkulierte Breitspektrumtherapie.
- B. Fosfomycin als Monotherapie ist primär bei Harnwegsinfekten eingesetzt und für die kalkulierte Sepsistherapie unklaren Fokus nicht Mittel der Wahl.
- C. Doxycyclin ist bakteriostatisch und nicht als kalkulierte Breitspektrumtherapie bei schwerer Sepsis geeignet.
- D. Amoxicillin allein hat ein zu schmales Spektrum und keine Wirkung gegen Betalaktamase-bildende oder viele gramnegative Erreger.
- E. Clindamycin deckt gramnegative Erreger nicht ausreichend ab und ist als Monotherapie bei unklarem Fokus ungeeignet.
Ein 19-jähriger Student wird mit rasch progredientem petechialem Hautausschlag, Nackensteife, Fieber von 40,1 °C und Blutdruck 70/40 mmHg in die Notaufnahme eingeliefert. Innerhalb weniger Stunden entwickelt er flächige Hauteinblutungen und einen Kreislaufkollaps. Laborchemisch zeigen sich eine Thrombozytopenie und eine Verlängerung der Gerinnungszeiten. Welche Komplikation liegt am wahrscheinlichsten vor?
- AHämolytisch-urämisches Syndrom nach enterohämorrhagischer Escherichia-coli-Infektion
- BBeidseitige hämorrhagische Nekrose der Nebennieren im Rahmen einer Meningokokkensepsis
- CAkutes Leberversagen durch fulminante Virushepatitis
- DThrombotisch-thrombozytopenische Purpura bei viraler Infektion
- EAkute Pankreasnekrose im Rahmen eines septischen Schocks
Lösung anzeigen
Das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom bezeichnet die beidseitige hämorrhagische Nebenniereninsuffizienz infolge einer fulminanten Meningokokkensepsis mit disseminierter intravasaler Gerinnung (DIC), die sich klinisch durch Petechien, Purpura fulminans, Schock und rasche Verschlechterung äußert. Ursächlich ist die massive Endotoxinfreisetzung von Neisseria meningitidis, die zu Vaskulitis, Mikrothromben und Einblutungen in die Nebennieren führt, wodurch eine akute Nebenniereninsuffizienz resultiert. Die Kombination aus petechialem Exanthem, Meningismus, Schock und Gerinnungsstörung bei einem jungen Patienten ist hochtypisch. Eine unverzügliche kalkulierte Antibiotikatherapie und Hydrocortisongabe sind lebensrettend.
- A. Das HUS tritt typischerweise nach blutiger Diarrhö auf und zeigt keine Meningitiszeichen oder petechiales Exanthem dieser Ausprägung.
- C. Ein fulminantes Leberversagen passt nicht zum akuten Verlauf mit Meningismus und Purpura fulminans.
- D. Die TTP ist nicht klassisch mit Meningismus und petechialem Exanthem bei bakterieller Sepsis assoziiert.
- E. Eine Pankreasnekrose erklärt nicht das petechiale Exanthem und die Nackensteife und ist hier klinisch nicht führend.
Eine 24-jährige Frau stellt sich während der Menstruation mit hohem Fieber von 40,0 °C, diffusem makulösem Exanthem am Stamm, Hypotonie 80/50 mmHg und Erbrechen vor. Bei der Untersuchung wird ein belassener Tampon festgestellt. Wenige Tage später zeigt sich eine groblamellöse Schuppung an Händen und Füßen. Über welchen Mechanismus verursacht der zugrunde liegende Erreger dieses Krankheitsbild?
- ADas Superantigen TSST-1 aktiviert T-Zellen unspezifisch über die Bindung an MHC-II-Moleküle und den T-Zell-Rezeptor
- BDas bakterielle Toxin hemmt irreversibel die Proteinbiosynthese durch ADP-Ribosylierung des Elongationsfaktors 2
- CDas Exotoxin bindet spezifisch an den Acetylcholinrezeptor der motorischen Endplatte
- DDas Toxin aktiviert die Adenylatzyklase in Enterozyten und führt zu massivem Flüssigkeitsverlust
- EDas Toxin wirkt als Neurotoxin durch Blockade der präsynaptischen Glycin- und GABA-Ausschüttung im Rückenmark
Lösung anzeigen
Das toxische Schocksyndrom wird meist durch Staphylococcus aureus-Stämme verursacht, die das Superantigen TSST-1 (toxic shock syndrome toxin-1) produzieren. Superantigene umgehen die normale Antigenprozessierung, indem sie gleichzeitig an MHC-II-Moleküle antigenpräsentierender Zellen und an die variable Region der β-Kette des T-Zell-Rezeptors binden, wodurch bis zu 20 % aller T-Zellen unspezifisch aktiviert werden. Dies führt zu einer massiven Zytokinausschüttung (Zytokinsturm) mit Fieber, Hypotonie, Exanthem und Multiorganversagen. Die klassische Trias aus Tamponassoziation, Exanthem und späterer Schuppung an Händen und Füßen ist typisch für das staphylogene TSS.
- B. Dies beschreibt den Wirkmechanismus des Diphtherietoxins bzw. Pseudomonas-Exotoxin A.
- C. Dies beschreibt den Wirkmechanismus des Botulinumtoxins, nicht von TSST-1.
- D. Dies beschreibt den Wirkmechanismus des Choleratoxins.
- E. Dies beschreibt den Wirkmechanismus des Tetanustoxins.
Ein 54-jähriger Patient mit mechanischer Aortenklappenprothese stellt sich zur Zahnextraktion eines stark entzündeten Molaren vor. Er ist ansonsten gesund, hat keine Penicillinallergie und nimmt Phenprocoumon ein. Welche medikamentöse Maßnahme ist vor dem Eingriff indiziert?
- ADauerhafte Umstellung auf eine prophylaktische Antibiotikatherapie für vier Wochen nach dem Eingriff
- BOrale Gabe von Clindamycin 600 mg täglich über fünf Tage nach dem Eingriff
- CKeine Antibiotikaprophylaxe erforderlich, da es sich um einen zahnärztlichen Routineeingriff handelt
- DIntravenöse Gabe von Vancomycin unmittelbar vor dem Eingriff als Standardprophylaxe
- EEinmalige orale Gabe von Amoxicillin 2 g, 30–60 Minuten vor dem Eingriff
Lösung anzeigen
Bei Patienten mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf einer infektiösen Endokarditis, wie z. B. nach Klappenersatz, wird vor zahnärztlichen Eingriffen mit Manipulation der Gingiva oder periapikaler Region eine single-shot-Antibiotikaprophylaxe mit Amoxicillin 2 g oral 30–60 Minuten vor dem Eingriff empfohlen. Diese Hochrisikogruppe umfasst laut aktueller Leitlinie Patienten mit Klappenersatz, überstandener Endokarditis, bestimmten angeborenen Herzfehlern und Herztransplantierten mit Valvulopathie. Vancomycin ist nur bei Penicillinallergie oder oraler Unverträglichkeit als Alternative vorgesehen. Eine Dauertherapie oder eine mehrtägige postoperative Gabe ist nicht Teil des Prophylaxekonzepts, da es um die kurzzeitige Abdeckung der Bakteriämie während des Eingriffs geht.
- A. Eine Dauertherapie ist nicht vorgesehen; die Prophylaxe erfolgt als einmalige Gabe kurz vor dem Eingriff.
- B. Eine mehrtägige postoperative Antibiotikagabe entspricht nicht dem Prinzip der perioperativen Einmalprophylaxe.
- C. Bei Klappenprothesen besteht ein Hochrisiko für Endokarditis, sodass vor Eingriffen mit Blutungsrisiko eine Prophylaxe indiziert ist.
- D. Vancomycin intravenös ist nur bei Penicillinallergie oder speziellen Indikationen die Alternative, nicht die Standardprophylaxe.
Ein 61-jähriger Patient mit bekannter bikuspider Aortenklappe wird mit seit zwei Wochen bestehendem Fieber, neu aufgetretenem diastolischem Herzgeräusch und positiven Blutkulturen mit Streptococcus gallolyticus in drei von drei Proben aufgenommen. Die transthorakale Echokardiographie zeigt unauffällige Klappenstrukturen ohne sicheren Nachweis einer Vegetation. Welches ist die nächste sinnvolle diagnostische Maßnahme zur Sicherung der Diagnose?
- AKoronarangiographie zum Ausschluss einer begleitenden koronaren Herzkrankheit
- BMRT des Herzens mit Kontrastmittel
- CAbdominalsonographie zum Ausschluss septischer Embolien in der Milz
- DTransösophageale Echokardiographie
- EWiederholung der transthorakalen Echokardiographie nach 24 Stunden
Lösung anzeigen
Bei klinischem Verdacht auf infektiöse Endokarditis mit positiven Blutkulturen, aber unauffälliger oder nicht eindeutiger transthorakaler Echokardiographie, ist die transösophageale Echokardiographie (TEE) die Methode der Wahl, da sie eine deutlich höhere Sensitivität für den Nachweis von Vegetationen, Abszessen und Klappendestruktionen besitzt, insbesondere bei Aortenklappenbefall und schlechter Schallbarkeit. Nach den modifizierten Duke-Kriterien zählt der echokardiographische Nachweis einer Vegetation zu den Hauptkriterien; bei unklarem TTE-Befund und hoher Vortestwahrscheinlichkeit soll daher immer ein TEE angeschlossen werden. Die übrigen genannten Untersuchungen liefern keine ausreichende Sensitivität für den primären Vegetationsnachweis.
- A. Eine Koronarangiographie dient nicht der Diagnosesicherung der Endokarditis.
- B. Ein Herz-MRT ist nicht die primäre Methode zum Vegetationsnachweis und in der Routinediagnostik der Endokarditis nicht etabliert.
- C. Eine Abdomensonographie kann embolische Komplikationen zeigen, ersetzt aber nicht den direkten Vegetationsnachweis am Herzen.
- E. Eine bloße Wiederholung der TTE verbessert die Sensitivität nicht ausreichend; bei hoher Verdachtswahrscheinlichkeit ist das TEE indiziert.
ZNS-Infektionen
6 FragenEin 24-jähriger Patient stellt sich mit seit 2 Tagen bestehendem Fieber bis 39,2 °C, Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit vor. Die Lumbalpunktion ergibt folgenden Befund: Zellzahl 850/µl (überwiegend Granulozyten), Liquor-Glukose 18 mg/dl (Serum-Glukose 95 mg/dl), Liquor-Laktat 7,8 mmol/l, Eiweiß 180 mg/dl. Welche Erregergruppe ist am wahrscheinlichsten?
- AKeine Infektion, sondern autoimmune Meningitis
- BPilze (z. B. Cryptococcus)
- CMycobacterium tuberculosis
- DViren
- EBakterien
Lösung anzeigen
Eine granulozytäre Pleozytose mit stark erniedrigtem Liquor-Glukose/Serum-Glukose-Quotienten (< 0,5), deutlich erhöhtem Laktat (> 3,5 mmol/l) und hohem Eiweiß ist klassisch für eine bakterielle Meningitis. Virale Meningitiden zeigen meist eine lymphozytäre Pleozytose mit normaler Glukose und nur leicht erhöhtem Laktat. Die tuberkulöse Meningitis verläuft meist subakut mit gemischtzelliger bis lymphozytärer Pleozytose und ebenfalls erniedrigter Glukose, aber langsamerer Klinik. Das Laktat ist bei bakterieller Genese besonders aussagekräftig, da es nicht durch eine traumatische Punktion verfälscht wird.
- A. Eine autoimmune Genese würde keine derart ausgeprägte Erniedrigung der Glukose und Erhöhung des Laktats erklären.
- B. Eine Pilzmeningitis tritt überwiegend bei Immunsupprimierten auf und zeigt meist eine lymphozytäre Pleozytose.
- C. Die tuberkulöse Meningitis verläuft meist subakut über Wochen mit gemischtzelliger Pleozytose, nicht mit einer derart akuten, granulozytär dominierten Reaktion.
- D. Viral bedingte Meningitiden zeigen typischerweise eine lymphozytäre Pleozytose mit normaler Glukose und nur gering erhöhtem Laktat.
Eine 45-jährige Patientin wird mit Fieber von 39,5 °C, Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit in die Notaufnahme gebracht. Bei der neurologischen Untersuchung fällt eine Hemiparese rechts auf, zudem besteht ein Papillenödem bei Fundoskopie. Der Blutdruck beträgt 130/80 mmHg, die Herzfrequenz 102/min. Welches ist der nächste Schritt vor einer Lumbalpunktion?
- ATranskranielle Doppler-Sonographie
- BSofortige empirische Antibiotikagabe ohne weitere Diagnostik
- CKraniale Computertomographie
- DEEG zur Fokussuche
- EMagnetresonanztomographie des Schädels mit Kontrastmittel
Lösung anzeigen
Bei fokal-neurologischen Defiziten, Bewusstseinsstörung, Papillenödem oder Zeichen erhöhten Hirndrucks muss vor der Lumbalpunktion eine kraniale Bildgebung erfolgen, um eine Raumforderung oder einen Hirnabszess mit Gefahr der Herniation auszuschließen. Das CT ist schnell verfügbar und reicht in der Akutsituation aus. Die Antibiotikagabe darf dabei nicht verzögert werden und sollte bereits vor der Bildgebung begonnen werden, wenn die Lumbalpunktion dadurch verzögert wird. Ohne diese Risikofaktoren ist die sofortige Lumbalpunktion ohne vorherige Bildgebung indiziert.
- A. Die Doppler-Sonographie liefert keine Aussage über eine Raumforderung oder erhöhten Hirndruck im Sinne der Fragestellung.
- B. Die Antibiotikagabe sollte parallel erfolgen, ersetzt aber nicht die notwendige Ausschlussdiagnostik einer Raumforderung bei fokaler Symptomatik.
- D. Ein EEG hat in dieser akuten Situation keine Priorität und ändert nichts an der Notwendigkeit, eine Herniation auszuschließen.
- E. Die MRT ist zeitaufwändiger und in der akuten Notfallsituation nicht die Methode der ersten Wahl.
Bei einem 19-jährigen Studenten wird eine Meningokokkenmeningitis labordiagnostisch gesichert. Er lebt in einer Wohngemeinschaft mit drei Mitbewohnern, mit denen er Küche und Bad teilt. Welche Maßnahme ist für die engen Kontaktpersonen indiziert?
- AIsolierung der Kontaktpersonen für 14 Tage ohne medikamentöse Maßnahme
- BBeobachtung ohne Maßnahme, da Übertragung nur durch Blutkontakt erfolgt
- COrale Chemoprophylaxe mit Rifampicin oder Ciprofloxacin
- DSofortige Gabe von intravenösem Ceftriaxon
- EAktive Impfung mit Meningokokken-Konjugatimpfstoff ohne Chemoprophylaxe
Lösung anzeigen
Enge Kontaktpersonen (gemeinsamer Haushalt, enger Face-to-Face-Kontakt) eines Patienten mit invasiver Meningokokkenerkrankung sollen so rasch wie möglich, idealerweise innerhalb von 24 Stunden, eine orale Chemoprophylaxe erhalten, da die Übertragung über Tröpfchen aus dem Nasen-Rachen-Raum erfolgt. Mittel der Wahl sind Rifampicin über 2 Tage oder alternativ eine Einmaldosis Ciprofloxacin bzw. Ceftriaxon intramuskulär. Eine zusätzliche Impfung kann bei bekanntem Serotyp sinnvoll sein, ersetzt aber nicht die Chemoprophylaxe, da der Impfschutz erst nach Tagen eintritt.
- A. Eine alleinige Isolierung ohne Chemoprophylaxe schützt die Kontaktpersonen nicht ausreichend vor einer Erkrankung.
- B. Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion aus dem Nasen-Rachen-Raum übertragen, nicht primär durch Blutkontakt.
- D. Eine intravenöse Antibiotikatherapie ist für asymptomatische Kontaktpersonen nicht indiziert und nur bei Erkrankung erforderlich.
- E. Die Impfung allein wirkt zu langsam, um eine Erkrankung in der kurzen Inkubationszeit zu verhindern, und ersetzt nicht die Chemoprophylaxe.
Ein 52-jähriger Mann wird mit seit zwei Tagen bestehendem Fieber bis 38,8 °C, zunehmender Verwirrtheit und einem erstmaligen fokalen Krampfanfall aufgenommen. Die Ehefrau berichtet über zunehmende Wortfindungsstörungen. Im MRT des Schädels zeigen sich asymmetrische, kortikale Signalanhebungen temporal und im Gyrus cinguli beidseits. Welches ist der nächste Schritt?
- AEmpirische Gabe von Ceftriaxon und Ampicillin
- BOrale Gabe von Valaciclovir
- CAbwarten des Liquor-PCR-Ergebnisses vor Therapiebeginn
- DSofortige intravenöse Gabe von Aciclovir
- EHochdosierte Kortikosteroidtherapie als Monotherapie
Lösung anzeigen
Das klinische Bild mit Fieber, Bewusstseinsstörung, fokalem Anfall und dem typischen MRT-Befund mit temporomesialen und zingulären Läsionen ist hochsuggestiv für eine Herpes-simplex-Enzephalitis. Bei begründetem klinischem Verdacht muss die intravenöse Aciclovir-Therapie unverzüglich begonnen werden, ohne das Ergebnis der Liquor-PCR abzuwarten, da eine Verzögerung die Prognose deutlich verschlechtert und die Letalität ohne Therapie sehr hoch ist. Die Diagnose wird anschließend durch PCR-Nachweis von HSV-DNA im Liquor gesichert.
- A. Dieses Regime zielt auf eine bakterielle Meningitis bzw. Listerien ab und deckt die HSV-Enzephalitis nicht ab.
- B. Orales Valaciclovir erreicht nicht ausreichend hohe ZNS-Wirkspiegel für die Akuttherapie einer Enzephalitis.
- C. Ein Abwarten des PCR-Ergebnisses verzögert die Therapie und verschlechtert die Prognose erheblich, daher nicht vertretbar.
- E. Kortikosteroide allein behandeln nicht die virale Ursache und sind keine etablierte alleinige Therapie der HSV-Enzephalitis.
Ein 38-jähriger Mann mit bekannter chronischer Otitis media stellt sich mit seit einer Woche zunehmenden Kopfschmerzen, Fieber bis 38,6 °C und neu aufgetretener Gangunsicherheit vor. In der klinischen Untersuchung zeigt sich eine Ataxie mit Fallneigung zur rechten Seite. Welche bildgebende Untersuchung ist zur Diagnosesicherung am besten geeignet?
- ARöntgenaufnahme des Schädels in zwei Ebenen
- BElektroenzephalographie
- CSonographie der Kopfhaut
- DSkelettszintigraphie
- EKontrastmittelverstärkte Magnetresonanztomographie des Schädels
Lösung anzeigen
Bei Verdacht auf einen Hirnabszess, hier fortgeleitet aus einer chronischen Otitis media mit otogener Ausbreitung in die hintere Schädelgrube (Kleinhirnsymptomatik mit Ataxie), ist die kontrastmittelverstärkte MRT die sensitivste Methode. Sie zeigt die typische ringförmige Kontrastmittelanreicherung mit zentraler Diffusionsstörung und perifokalem Ödem und erlaubt eine bessere Abgrenzung von Tumoren als die CT. Otogene Hirnabszesse betreffen häufig Temporallappen oder Kleinbirn und erfordern neben der Bildgebung meist eine neurochirurgische und HNO-ärztliche Mitbehandlung.
- A. Eine konventionelle Röntgenaufnahme des Schädels kann Weichteilprozesse wie einen Abszess nicht darstellen.
- B. Das EEG zeigt allenfalls unspezifische Allgemeinveränderungen, aber keine morphologische Diagnose.
- C. Die Sonographie der Kopfhaut liefert keine Information über intrakranielle Strukturen.
- D. Die Skelettszintigraphie dient dem Nachweis von Knochenprozessen, nicht von Hirnabszessen.
Eine 34-jährige Försterin aus Baden-Württemberg stellt sich zur Reise- und Expositionsberatung vor. Sie möchte wissen, wie das Risiko einer Frühsommer-Meningoenzephalitis gesenkt werden kann. Welche Aussage trifft zu?
- AEine aktive Impfung gegen FSME wird für Personen mit beruflicher oder Freizeit-Exposition in Risikogebieten empfohlen
- BEine Antibiotikaprophylaxe nach Zeckenstich verhindert die Erkrankung
- CDie Übertragung erfolgt überwiegend durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch
- DDie Erkrankung tritt nur bei immunsupprimierten Personen klinisch manifest auf
- EEine postexpositionelle passive Immunisierung nach Zeckenstich wird generell empfohlen
Lösung anzeigen
Die FSME wird durch den Stich infizierter Zecken (Ixodes ricinus) übertragen und tritt gehäuft in bestimmten Risikogebieten wie Süddeutschland auf. Die STIKO empfiehlt die aktive Impfung für Personen, die in Risikogebieten wohnen oder sich dort exponieren, insbesondere bei beruflicher Exposition wie Forstarbeitern. Eine passive Immunisierung nach Zeckenstich wird aufgrund unsicherer Wirksamkeit und möglicher Risiken nicht mehr empfohlen; eine spezifische antivirale Therapie oder Antibiotikaprophylaxe existiert nicht, da es sich um eine Viruserkrankung handelt.
- B. FSME ist eine Virusinfektion, gegen die Antibiotika unwirksam sind.
- C. FSME wird durch Zeckenstiche übertragen, nicht durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch.
- D. Auch immunkompetente Personen können schwer an FSME erkranken, Risikogruppen für schwere Verläufe sind eher ältere Menschen.
- E. Eine passive Immunisierung nach Zeckenstich wird wegen fehlender Wirksamkeit und Nebenwirkungsrisiko nicht mehr empfohlen.
Infektionen der Atemwege
7 FragenEine 22-jährige Studentin berichtet über seit einer Woche bestehenden, langsam zunehmenden trockenen Reizhusten, leichtes Fieber bis 38,0 °C und ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Kopf- und Gliederschmerzen. Die Auskultation der Lunge ist nahezu unauffällig, es finden sich lediglich vereinzelt feine Rasselgeräusche. Im Röntgen-Thorax zeigen sich streifige, interstitielle Zeichnungsvermehrungen beidseits ohne lobäre Konsolidierung. Die Entzündungsparameter sind nur leicht erhöht (CRP 18 mg/l). Welcher Erreger ist am wahrscheinlichsten für dieses klinische und radiologische Bild verantwortlich?
- AStreptococcus pneumoniae
- BKlebsiella pneumoniae
- CStaphylococcus aureus
- DMycoplasma pneumoniae
- EHaemophilus influenzae
Lösung anzeigen
Mycoplasma pneumoniae verursacht typischerweise eine atypische Pneumonie mit protrahiertem Verlauf, quälendem trockenem Husten, nur mäßigem Fieber und einer klinisch-radiologischen Diskrepanz: Der Auskultationsbefund ist blande, während das Röntgenbild ein interstitielles, streifig-retikuläres Muster ohne lobäre Verdichtung zeigt. Betroffen sind vor allem junge Erwachsene, häufig in Gemeinschaftseinrichtungen wie Universitäten oder Kasernen. Die Entzündungsparameter sind meist nur gering erhöht, da es sich um eine intrazelluläre Infektion ohne ausgeprägte neutrophile Reaktion handelt. Therapie der Wahl sind Makrolide oder Tetracycline, da Mykoplasmen keine Zellwand besitzen und Betalaktam-Antibiotika unwirksam sind.
- A. Pneumokokken verursachen typischerweise eine klassische lobäre Pneumonie mit hohem Fieber, produktivem Husten und deutlich erhöhten Entzündungsparametern.
- B. Klebsiella pneumoniae führt meist zu einer schweren, oft nekrotisierenden Pneumonie mit lobärer Verdichtung, vor allem bei Alkoholikern oder Diabetikern.
- C. Staphylococcus aureus verursacht häufig eine nekrotisierende Pneumonie mit Abszedierung, typischerweise nach Influenza oder bei i.v.-Drogenabusus.
- E. Haemophilus influenzae führt meist zu einer lobären Pneumonie mit eitrigem Auswurf, gehäuft bei Patienten mit COPD.
Ein 55-jähriger Mann kehrt von einer einwöchigen Hotelreise zurück und entwickelt hohes Fieber bis 40,0 °C, Schüttelfrost, trockenen Husten sowie Diarrhö und Verwirrtheit. Er ist Raucher und hat vor der Reise im Hotelpool mit Whirlpool-Nutzung Zeit verbracht. Laborchemisch zeigen sich eine Hyponatriämie (Natrium 128 mmol/l) und eine deutlich erhöhte CRP von 180 mg/l. Im Röntgen-Thorax findet sich ein ausgedehntes Infiltrat im rechten Unterlappen. Welche Untersuchung führt am schnellsten zur Diagnosesicherung?
- ALegionellen-Antigentest im Urin
- BSputum-Gramfärbung
- CBlutkultur
- DSerologie auf Legionellen-Antikörper im Serum
- EBronchoalveoläre Lavage mit Gramfärbung
Lösung anzeigen
Der Legionellen-Urinantigentest weist das Antigen von Legionella pneumophila Serogruppe 1 nach, die für den Großteil der Fälle verantwortlich ist, und liefert innerhalb von Stunden ein Ergebnis, ohne dass eine invasive Diagnostik notwendig ist. Die Kombination aus Reiseanamnese mit Whirlpool-Exposition, hohem Fieber, gastrointestinalen Symptomen, Verwirrtheit und Hyponatriämie ist klassisch für eine Legionellenpneumonie und sollte den Test gezielt veranlassen. Therapeutisch sind Makrolide (z. B. Clarithromycin) oder respiratorische Fluorchinolone (z. B. Levofloxacin) wirksam, da Legionellen intrazelluläre Erreger sind und Betalaktam-Antibiotika nicht ausreichend wirken. Der Urinantigentest ist deutlich schneller verfügbar als kulturelle Verfahren, die mehrere Tage benötigen.
- B. Die Gramfärbung im Sputum zeigt Legionellen aufgrund ihrer schlechten Anfärbbarkeit praktisch nie an.
- C. Blutkulturen sind bei Legionellen meist negativ, da es sich um einen schwer anzüchtbaren, intrazellulären Erreger handelt.
- D. Die Serologie wird erst nach mehreren Tagen bis Wochen positiv und eignet sich daher nicht zur raschen Akutdiagnostik.
- E. Eine bronchoalveoläre Lavage ist invasiv und zeitaufwendig und wird nur bei unklaren oder schweren Verläufen eingesetzt, wenn der Urinantigentest negativ bleibt.
Ein 45-jähriger Mann aus Osteuropa stellt sich mit seit 6 Wochen bestehendem produktivem Husten, Nachtschweiß, Gewichtsverlust von 8 kg und subfebrilen Temperaturen vor. Im Röntgen-Thorax zeigt sich eine Kaverne im rechten Oberlappen. Es wird der Verdacht auf eine Lungentuberkulose gestellt. Welche Untersuchung ist am besten geeignet, um zu klären, ob eine offene, ansteckende Form der Tuberkulose vorliegt?
- ARöntgen-Thorax in zwei Ebenen
- BMikroskopischer Nachweis säurefester Stäbchen im Sputum
- CComputertomographie des Thorax
- DInterferon-Gamma-Release-Assay (IGRA) im Blut
- ETuberkulin-Hauttest nach Mendel-Mantoux
Lösung anzeigen
Die mikroskopische Untersuchung des Sputums auf säurefeste Stäbchen (Ziehl-Neelsen- oder Auramin-Färbung) ist die entscheidende Untersuchung zur Beurteilung der Infektiosität, da ein positiver mikroskopischer Direktnachweis eine hohe Keimzahl und damit eine offene, über die Luft übertragbare Tuberkulose anzeigt. Die endgültige Bestätigung und Resistenztestung erfolgt zusätzlich durch Kultur und PCR, diese sagen jedoch nichts über die akute Infektiosität zum Untersuchungszeitpunkt aus wie die quantitative Mikroskopie. IGRA und Tuberkulin-Hauttest weisen lediglich eine durchgemachte oder bestehende Immunreaktion gegen Mycobacterium tuberculosis nach, können aber nicht zwischen latenter Infektion und aktiver, offener Erkrankung unterscheiden. Bildgebende Verfahren liefern nur strukturelle Informationen wie Kavernenbildung, keine Aussage zur Erregerausscheidung.
- A. Der Röntgen-Thorax zeigt strukturelle Veränderungen wie Kavernen, kann aber die Infektiosität nicht direkt belegen.
- C. Die Computertomographie liefert detailliertere Bildgebung, ersetzt aber nicht den mikrobiologischen Nachweis zur Beurteilung der Ansteckungsfähigkeit.
- D. Der IGRA zeigt eine zelluläre Immunantwort gegen M. tuberculosis, unterscheidet aber nicht zwischen latenter und aktiver, offener Tuberkulose.
- E. Der Tuberkulin-Hauttest weist ebenfalls nur eine Sensibilisierung gegen Mykobakterien nach und erlaubt keine Aussage zur Infektiosität.
Bei einem 38-jährigen Patienten wurde eine unkomplizierte, sensible Lungentuberkulose kulturell gesichert. Es liegen keine Resistenzen gegen die Standardtuberkulostatika vor und keine Kontraindikationen bestehen. Welches Therapieschema entspricht der leitliniengerechten Standardbehandlung?
- AZweifachtherapie mit Isoniazid und Rifampicin über 9 Monate durchgehend
- BVierfachtherapie über die gesamte Behandlungsdauer von 6 Monaten ohne Deeskalation
- CVierfachtherapie mit Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol für 2 Monate, gefolgt von Isoniazid und Rifampicin für weitere 4 Monate
- DDreifachtherapie mit Isoniazid, Pyrazinamid und Ethambutol für 6 Monate ohne Rifampicin
- EMonotherapie mit Rifampicin über 12 Monate
Lösung anzeigen
Die Standardtherapie der sensiblen Lungentuberkulose besteht aus einer zweimonatigen Initialphase mit vier Medikamenten (Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid, Ethambutol), die eine schnelle Keimzahlreduktion und den Schutz vor Resistenzentwicklung gewährleistet. Danach folgt eine viermonatige Kontinuitätsphase mit den beiden bakteriziden Leitsubstanzen Isoniazid und Rifampicin, um auch langsam wachsende, persistierende Mykobakterien zu eliminieren. Die Gesamttherapiedauer beträgt somit 6 Monate. Dieses Schema ist durch zahlreiche Studien belegt und wird von der WHO sowie den deutschen Leitlinien als Standard empfohlen, sofern keine Resistenzen oder Komplikationen vorliegen.
- A. Eine reine Zweifachtherapie ohne initiale Vierfachkombination bietet keinen ausreichenden Schutz vor Resistenzselektion in der kritischen Anfangsphase.
- B. Eine durchgehende Vierfachtherapie über 6 Monate ist nicht notwendig, da nach der Initialphase auf zwei Substanzen deeskaliert werden kann.
- D. Rifampicin ist eine der wirksamsten Substanzen und darf im Standardschema nicht weggelassen werden.
- E. Eine Monotherapie ist bei aktiver Tuberkulose wegen der raschen Resistenzentwicklung kontraindiziert.
Ein 60-jähriger Patient wird seit 3 Wochen wegen Lungentuberkulose mit der Standard-Vierfachkombination behandelt. Er berichtet über eine zunehmende Verschlechterung des Farbsehens und eine beidseitige Visusminderung. Die ophthalmologische Untersuchung zeigt eine beidseitige Optikusneuritis ohne weitere Auffälligkeiten am Augenhintergrund. Welches Medikament ist am wahrscheinlichsten für diese Nebenwirkung verantwortlich?
- AIsoniazid
- BPyrazinamid
- CStreptomycin
- DEthambutol
- ERifampicin
Lösung anzeigen
Ethambutol kann dosisabhängig eine Optikusneuritis mit Störung des Farbsehens (insbesondere Rot-Grün-Schwäche) und Visusminderung verursachen, die bei frühzeitigem Absetzen meist reversibel ist. Aus diesem Grund müssen vor und während der Therapie regelmäßige augenärztliche Kontrollen inklusive Farbsehtest erfolgen, und Patienten sind über das sofortige Melden von Sehstörungen aufzuklären. Bei Auftreten dieser Symptomatik muss Ethambutol unverzüglich abgesetzt werden, um eine irreversible Schädigung zu vermeiden. Isoniazid verursacht dagegen typischerweise eine periphere Polyneuropathie durch Pyridoxin(Vitamin-B6)-Mangel, die mit den vorliegenden Symptomen nicht übereinstimmt.
- A. Isoniazid führt typischerweise zu einer peripheren Polyneuropathie, nicht zu einer Optikusneuritis.
- B. Pyrazinamid ist vor allem mit Hepatotoxizität und Hyperurikämie assoziiert, nicht mit Sehstörungen.
- C. Streptomycin ist typischerweise oto- und nephrotoxisch, verursacht aber keine Optikusneuritis.
- E. Rifampicin verursacht vor allem Hepatotoxizität, eine orangefarbene Verfärbung von Körperflüssigkeiten und Enzyminduktion, keine Optikusneuritis.
Ein 72-jähriger Patient mit bekannter COPD stellt sich am zweiten Tag nach plötzlichem Beginn von hohem Fieber (39,5 °C), starken Gliederschmerzen, trockenem Husten und ausgeprägter Abgeschlagenheit vor. Der Schnelltest auf Influenza A ist positiv. Er wirkt deutlich krank, die Sauerstoffsättigung liegt bei 94 % unter Raumluft. Welche therapeutische Maßnahme ist in dieser Situation am sinnvollsten?
- AOrale Gabe von Oseltamivir zusätzlich zur symptomatischen Therapie
- BInhalative Gabe von Zanamivir als Mittel der ersten Wahl bei COPD
- COrale Gabe von Amoxicillin/Clavulansäure
- DIntravenöse Gabe von Aciclovir
- EAusschließlich symptomatische Therapie mit Paracetamol und Flüssigkeitszufuhr
Lösung anzeigen
Oseltamivir, ein Neuraminidasehemmer, ist bei Risikopatienten wie diesem Patienten mit COPD und Zeichen einer klinisch relevanten Erkrankung indiziert, da es die Virusreplikation hemmt und das Risiko für Komplikationen wie Pneumonie senken kann, wenn es innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn begonnen wird. Risikogruppen für einen komplizierten Verlauf umfassen ältere Patienten, Personen mit chronischen Lungenerkrankungen, Herzinsuffizienz, Immunsuppression und Schwangere. Eine rein symptomatische Therapie wäre bei einem Niedrigrisikopatienten ohne Komorbiditäten ausreichend, ist hier aber angesichts der Risikokonstellation nicht optimal. Antibiotika sind nur bei Verdacht auf eine bakterielle Superinfektion indiziert, wofür in diesem Fall keine Hinweise bestehen.
- B. Zanamivir ist bei obstruktiven Atemwegserkrankungen wegen des Risikos von Bronchospasmen relativ kontraindiziert und nicht Mittel der ersten Wahl.
- C. Antibiotika sind nur bei Nachweis oder begründetem Verdacht einer bakteriellen Superinfektion indiziert, die hier nicht vorliegt.
- D. Aciclovir wirkt gegen Herpesviren, nicht gegen Influenzaviren, und ist hier nicht indiziert.
- E. Bei Risikopatienten mit Komorbiditäten wie COPD sollte zusätzlich eine antivirale Therapie erfolgen, um Komplikationen zu reduzieren.
Ein 4-jähriger Junge wird von den Eltern in der Notaufnahme vorgestellt. Seit wenigen Stunden bestehen hohes Fieber (39,8 °C), starke Schluckbeschwerden mit Speichelfluss und eine kloßige Sprache. Das Kind sitzt aufrecht mit nach vorne gestrecktem Kopf und wirkt zunehmend unruhig und ängstlich, mit inspiratorischem Stridor. Die Eltern berichten, dass die Impfungen nicht vollständig durchgeführt wurden. Welches Vorgehen ist in dieser Situation das nächste, vorrangige?
- AInhalation mit Adrenalin und Kortikosteroiden wie bei Pseudokrupp
- BVermeidung jeder Racheninspektion und sofortige Verlegung in Begleitung eines Arztes mit Intubationsbereitschaft auf die Intensivstation
- CSofortige Racheninspektion mit Spatel zur Beurteilung der Epiglottis
- DAbstrichentnahme aus dem Rachen zur mikrobiologischen Diagnostik vor jeder weiteren Maßnahme
- EOrale Gabe eines Antibiotikums und ambulante Beobachtung
Lösung anzeigen
Bei klinischem Verdacht auf eine Epiglottitis, meist durch Haemophilus influenzae Typ b verursacht, besteht akute Lebensgefahr durch eine plötzliche komplette Atemwegsverlegung, sodass jede Manipulation im Rachenbereich wie Spateluntersuchung oder Abstrichentnahme unbedingt vermieden werden muss, da sie einen reflektorischen Laryngospasmus mit Erstickung auslösen kann. Das Kind muss in sitzender Position belassen und unverzüglich unter Intubationsbereitschaft, idealerweise im OP oder auf der Intensivstation, durch erfahrenes Personal versorgt werden. Die klinische Trias aus hohem Fieber, Schluckbeschwerden mit Speichelfluss und kloßiger Sprache bei unvollständigem Impfschutz ist hochverdächtig auf diese Diagnose. Eine antibiotische Therapie, meist mit einem Cephalosporin der 3. Generation, erfolgt erst nach Sicherung der Atemwege.
- A. Diese Maßnahme ist typisch für die Therapie des Pseudokrupps, nicht der Epiglottitis, und würde die notwendige Atemwegssicherung gefährlich verzögern.
- C. Eine Racheninspektion kann einen reflektorischen Laryngospasmus auslösen und zum akuten Atemwegsverschluss führen, sie ist daher kontraindiziert.
- D. Jede Manipulation im Rachenbereich, auch eine Abstrichentnahme, ist vor Sicherung der Atemwege strikt zu vermeiden.
- E. Eine ambulante Beobachtung verkennt die akute Lebensgefahr durch möglichen kompletten Atemwegsverschluss.
Gastrointestinale und hepatische Infektionen
6 FragenEine 76-jährige Patientin wird wegen einer ambulant erworbenen Pneumonie seit 8 Tagen mit Ceftriaxon behandelt. Am 9. Tag entwickelt sie wässrige Diarrhö mit 6 Stuhlgängen pro Tag, Temperatur 38,3 °C und diffuse Abdominalschmerzen. Laborchemisch zeigt sich eine Leukozytose von 14.500/µl und ein CRP von 68 mg/l. Welche Untersuchung ist zur Diagnosesicherung am zielführendsten?
- ABlutkultur aerob und anaerob
- BSerologischer Antikörpernachweis gegen Clostridioides difficile
- CKoloskopie mit Stufenbiopsien ohne Stuhldiagnostik
- DStuhlkultur auf pathogene Keime
- ENachweis von Toxin A/B bzw. Glutamat-Dehydrogenase im Stuhl
Lösung anzeigen
Bei antibiotikaassoziierter Diarrhö nach Breitspektrumantibiose ist der Stuhlnachweis von C.-difficile-Toxin A/B bzw. Glutamat-Dehydrogenase (GDH) als Screeningparameter die Methode der Wahl, ggf. ergänzt durch PCR zur Bestätigung. Die Kombination aus GDH-Antigen und Toxinnachweis erlaubt eine schnelle und zuverlässige Diagnose. Eine Stuhlkultur ist zeitaufwändig und unterscheidet nicht zwischen Kolonisation und toxinproduzierender Infektion. Serologie spielt bei dieser akuten Infektion keine Rolle.
- A. Blutkulturen sind bei dieser lokal intestinalen Infektion ohne systemische Bakteriämie nicht zielführend.
- B. Eine Antikörperserologie ist bei akuter C.-difficile-Infektion diagnostisch nicht verwertbar.
- C. Eine invasive Koloskopie ist nicht die primäre Diagnostik und sollte der Stuhldiagnostik nicht vorausgehen.
- D. Eine Stuhlkultur ist langsam und kann nicht zwischen Besiedlung und toxinvermittelter Erkrankung unterscheiden.
Ein 34-jähriger Mann kehrt von einer Rundreise durch Indien zurück und stellt sich mit seit 10 Tagen anhaltendem, stufenweise ansteigendem Fieber bis 39,8 °C, relativer Bradykardie, Kopfschmerzen und diffusen Bauchschmerzen vor. Die Untersuchung zeigt eine Splenomegalie und vereinzelte rosafarbene Hauteffloreszenzen am Stamm. Durchfall besteht nicht. Welcher Erreger liegt am wahrscheinlichsten vor?
- ASalmonella enterica Serovar Typhi
- BYersinia enterocolitica
- CCampylobacter jejuni
- DSalmonella enterica Serovar Enteritidis
- EShigella sonnei
Lösung anzeigen
Das klinische Bild mit wochenlangem, treppenförmig ansteigendem Fieber, relativer Bradykardie, Splenomegalie und Roseolen nach Reise in ein Endemiegebiet ist typisch für Typhus abdominalis durch Salmonella enterica Serovar Typhi. Im Gegensatz zur klassischen Salmonellenenteritis durch nicht-typhoidale Serovare wie Enteritidis steht hier nicht die Diarrhö, sondern eine systemische, bakteriämische Erkrankung im Vordergrund. Diagnostisch wegweisend ist der Erregernachweis in der Blutkultur, da der Stuhl in der ersten Krankheitswoche oft noch negativ ist. Die anderen genannten Erreger verursachen typischerweise eine akute, meist blutige oder wässrige Diarrhö ohne dieses systemische Fieberbild.
- B. Yersinia enterocolitica führt eher zu Enteritis und Pseudoappendizitis, nicht zu diesem typhösen Krankheitsbild.
- C. Campylobacter jejuni verursacht typischerweise eine akute, oft blutige Enteritis ohne wochenlanges Fieber und Splenomegalie.
- D. Nicht-typhoidale Salmonellen verursachen meist eine akute Gastroenteritis mit Durchfall, nicht dieses systemische Fieberbild.
- E. Shigella sonnei verursacht eine akute, oft blutig-schleimige Dysenterie, kein wochenlanges Fieber mit Roseolen.
Ein 6-jähriges Kind entwickelt nach dem Verzehr von nicht durchgegartem Hackfleisch eine blutige Diarrhö. Drei Tage später fällt eine Blässe auf, die Urinmenge nimmt ab und laborchemisch zeigen sich ein Kreatinin von 2,1 mg/dl, eine Thrombozytenzahl von 48.000/µl und Fragmentozyten im Blutausstrich. Der Erreger wird als enterohämorrhagische Escherichia coli identifiziert. Welche Aussage zur Behandlung trifft zu?
- AEine Antibiotikatherapie mit Ciprofloxacin sollte umgehend begonnen werden
- BEine Kombinationstherapie aus Ceftriaxon und Metronidazol ist Standard
- CEine Therapie mit Trimethoprim-Sulfamethoxazol verkürzt die Erkrankungsdauer
- DEine Therapie mit Metronidazol ist indiziert, um die Bakterienlast zu senken
- EEine antibiotische Therapie sollte vermieden werden, da sie die Toxinfreisetzung fördern kann
Lösung anzeigen
Bei EHEC-Infektionen sollte auf eine Antibiotikatherapie verzichtet werden, da bakterizide Substanzen, insbesondere solche, die die SOS-Antwort der Bakterien auslösen, die Freisetzung von Shiga-Toxin aus lysierten Bakterien steigern und damit das Risiko für die Entwicklung eines hämolytisch-urämischen Syndroms erhöhen können. Die Therapie erfolgt supportiv mit Flüssigkeits- und Elektrolytmanagement sowie bei Bedarf Dialyse. Das HUS ist durch die Trias hämolytische Anämie, Thrombozytopenie und akutes Nierenversagen definiert, wie hier mit Fragmentozyten, Thrombozytopenie und erhöhtem Kreatinin vorliegend. Eculizumab kann bei schweren Verläufen als Ergänzung erwogen werden.
- A. Ciprofloxacin kann durch bakterielle Lyse die Toxinfreisetzung verstärken und das HUS-Risiko erhöhen.
- B. Eine Kombinationstherapie mit Ceftriaxon ist nicht die leitliniengerechte Vorgehensweise und kann schädlich sein.
- C. Trimethoprim-Sulfamethoxazol verkürzt die Erkrankung nicht, sondern kann das HUS-Risiko durch Toxinfreisetzung erhöhen.
- D. Metronidazol ist bei EHEC nicht indiziert und birgt ebenfalls das Risiko einer verstärkten Toxinfreisetzung.
Bei einer 45-jährigen Patientin werden im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung folgende Hepatitis-B-Serologiewerte bestimmt: HBsAg negativ, Anti-HBs positiv (120 IE/l), Anti-HBc negativ, HBeAg negativ. Wie ist dieser Befund am wahrscheinlichsten zu interpretieren?
- AOkkulte Hepatitis-B-Infektion
- BAkute Hepatitis-B-Infektion in der Frühphase
- CAusgeheilte, natürlich durchgemachte Hepatitis-B-Infektion
- DZustand nach Hepatitis-B-Impfung
- EChronische Hepatitis-B-Infektion mit niedriger Virusreplikation
Lösung anzeigen
Ein isoliert positives Anti-HBs bei negativem Anti-HBc und negativem HBsAg spricht für einen Immunschutz nach Impfung, da die Impfung nur das Oberflächenantigen (HBsAg) enthält und somit ausschließlich eine Anti-HBs-Antwort, aber kein Anti-HBc induziert. Eine durchgemachte natürliche Infektion hinterlässt dagegen typischerweise sowohl Anti-HBs als auch Anti-HBc als serologische Narbe. Bei einer akuten Infektion wäre HBsAg zu diesem Zeitpunkt in der Regel noch positiv. Dieser Fall zeigt die klassische Konstellation nach erfolgreicher aktiver Immunisierung.
- A. Eine okkulte Hepatitis B ist durch Nachweis von HBV-DNA bei negativem HBsAg definiert, hierzu fehlen Angaben, und Anti-HBc wäre meist positiv.
- B. Bei einer akuten Infektion wäre HBsAg positiv und Anti-HBc (zunächst als IgM) nachweisbar.
- C. Nach natürlicher Infektion wäre zusätzlich Anti-HBc positiv, das hier negativ ist.
- E. Eine chronische Infektion wäre durch ein positives HBsAg über mehr als 6 Monate definiert, das hier fehlt.
Eine 29-jährige Krankenpflegerin verletzt sich beim Abwurf einer gebrauchten Kanüle an der Hand. Der Patient, von dem die Kanüle stammt, ist bekannt HBsAg-positiv. Die Pflegerin ist nicht gegen Hepatitis B geimpft. Welche Maßnahme ist unmittelbar nach der Verletzung durchzuführen?
- AAlleinige aktive Hepatitis-B-Impfung ohne Immunglobulin
- BAbwartendes Verhalten bis zum Vorliegen des Anti-HBs-Titers nach 4 Wochen
- CSofortige Gabe von Tenofovir zur Postexpositionsprophylaxe
- DSimultane Gabe von Hepatitis-B-Immunglobulin und aktiver Hepatitis-B-Impfung
- EAlleinige Gabe von Hepatitis-B-Immunglobulin ohne Impfung
Lösung anzeigen
Bei ungeimpften oder unzureichend immunisierten Personen mit Exposition gegenüber HBsAg-positivem Material ist die simultane Gabe von Hepatitis-B-Immunglobulin zur passiven Sofortprophylaxe und die gleichzeitige aktive Impfung zum Aufbau eines langfristigen Schutzes indiziert. Das Immunglobulin neutralisiert sofort zirkulierende Viruspartikel, während die aktive Impfung den dauerhaften Impfschutz etabliert. Diese Maßnahme sollte so schnell wie möglich, idealerweise innerhalb von 24 Stunden nach Exposition, erfolgen. Ein Zuwarten würde das Infektionsrisiko unnötig erhöhen.
- A. Die alleinige aktive Impfung baut den Schutz zu langsam auf, um die unmittelbare Exposition abzudecken.
- B. Ein Abwarten verzögert die notwendige Prophylaxe und erhöht das Infektionsrisiko unnötig.
- C. Tenofovir ist für die Hepatitis-B-Postexpositionsprophylaxe nach Nadelstichverletzung nicht die leitliniengerechte Maßnahme.
- E. Eine alleinige Immunglobulingabe bietet nur passiven, kurzfristigen Schutz ohne langfristige Immunität.
Bei einem 52-jährigen Patienten wird im Rahmen einer Routineuntersuchung ein positiver Anti-HCV-Antikörpertest festgestellt. Die anschließend bestimmte HCV-RNA im Serum ist mit 850.000 IU/ml deutlich positiv. Der Patient ist asymptomatisch, die Transaminasen sind leicht erhöht. Welches Therapieprinzip ist nach aktuellem Standard indiziert?
- ADirekt wirkende antivirale Substanzen (DAA) als interferonfreie Kombinationstherapie
- BAlleinige symptomatische Therapie bis zur Spontanausheilung
- CPegyliertes Interferon-alpha in Kombination mit Ribavirin
- DNukleosidanaloga wie Entecavir als Monotherapie
- EHochdosierte Glukokortikoidtherapie zur Reduktion der Leberentzündung
Lösung anzeigen
Der Nachweis von Anti-HCV-Antikörpern zeigt den Kontakt mit dem Virus an, während die positive HCV-RNA eine aktive, replizierende Infektion bestätigt und somit die Therapieindikation begründet. Die Standardtherapie der chronischen Hepatitis C besteht heute aus einer interferonfreien Kombination direkt wirkender antiviraler Substanzen (DAA), die je nach Genotyp und Vorbehandlung über 8 bis 12 Wochen gegeben wird und Heilungsraten von über 95 Prozent erreicht. Interferonbasierte Therapien sind aufgrund ihrer Nebenwirkungen und geringeren Wirksamkeit obsolet. Eine Spontanausheilung ist bei chronischer Infektion mit nachweisbarer RNA über 6 Monate nicht mehr zu erwarten.
- B. Eine chronische Hepatitis-C-Infektion mit nachweisbarer Virämie heilt in der Regel nicht spontan aus und bedarf einer antiviralen Therapie.
- C. Interferonbasierte Therapien sind durch die deutlich besser verträglichen und wirksameren DAA-Kombinationen abgelöst worden.
- D. Entecavir ist ein Medikament zur Therapie der Hepatitis B, nicht der Hepatitis C.
- E. Glukokortikoide sind bei viraler Hepatitis nicht indiziert und können die Virusreplikation sogar fördern.
Haut-, Weichteil- und Knocheninfektionen
6 FragenEine 62-jährige Patientin stellt sich mit seit 2 Tagen bestehender, scharf begrenzter, flammend geröteter und überwärmter Hautveränderung am linken Unterschenkel vor, die sich flächenhaft mit zungenförmigen Ausläufern ausbreitet. Sie berichtet über Schüttelfrost und Fieber bis 39,5 °C, das abrupt begonnen habe. Bei der Untersuchung ist die Haut glänzend gespannt, die Grenze zur gesunden Haut ist deutlich erkennbar. Eine Eintrittspforte findet sich als kleine Rhagade zwischen den Zehen bei bekanntem Fußpilz. Welcher Erreger ist am wahrscheinlichsten für dieses Krankheitsbild verantwortlich?
- ABeta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A
- BPseudomonas aeruginosa
- CPasteurella multocida
- DStaphylococcus aureus
- EClostridium perfringens
Lösung anzeigen
Das Erysipel ist klinisch durch eine scharf begrenzte, flammend gerötete, überwärmte Hautläsion mit zungenförmigen Ausläufern und oft abrupten Fieberbeginn charakterisiert, im Gegensatz zur unscharf begrenzten Phlegmone. Ursächlich sind in der überwiegenden Mehrheit der Fälle beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes), die über kleine Hautdefekte wie interdigitale Mykosen eindringen. Die scharfe Begrenzung erklärt sich durch die Ausbreitung entlang der Lymphspalten der oberen Dermis. Therapeutisch ist Penicillin V oder G Mittel der Wahl.
- B. Pseudomonas aeruginosa spielt bei Immunkompetenten für das Erysipel keine relevante Rolle.
- C. Pasteurella multocida ist typisch für Infektionen nach Katzen- oder Hundebiss, nicht für das klassische Erysipel.
- D. Staphylococcus aureus ist typischer Erreger der unscharf begrenzten Phlegmone, nicht des klassischen Erysipels.
- E. Clostridium perfringens verursacht Gasbrand mit Krepitation und Gewebsnekrose, kein scharf begrenztes Erythem.
Ein 55-jähriger Patient mit Diabetes mellitus Typ 2 wird mit seit 12 Stunden rasch zunehmenden Schmerzen am linken Oberschenkel vorgestellt. Die Schmerzintensität erscheint unverhältnismäßig stark im Vergleich zum äußeren Hautbefund, der nur eine diskrete livide Verfärbung mit wenigen Blasen zeigt. Bei Palpation findet sich ein Krepitieren des Unterhautgewebes. Vitalwerte: Temperatur 38,9 °C, Herzfrequenz 128/min, Blutdruck 92/58 mmHg. Labor: Leukozyten 22.000/µl, CRP 280 mg/l, CK 1200 U/l, Laktat 4,8 mmol/l. Was ist der nächste Schritt?
- ASofortige chirurgische Exploration mit Débridement
- BHyperbare Oxygenierung als alleinige Erstmaßnahme
- CAnlage eines Kompressionsverbandes und Hochlagerung des Beins
- DMRT des Oberschenkels zur Ausdehnungsbestimmung vor weiterem Vorgehen
- EHochdosierte intravenöse Antibiotikatherapie und Verlaufskontrolle über 24 Stunden
Lösung anzeigen
Die Konstellation aus schmerzhaftem Missverhältnis zum Hautbefund, Krepitation, raschem Verlauf und septischem Schock (Tachykardie, Hypotonie, erhöhtes Laktat) ist hochverdächtig auf eine nekrotisierende Fasziitis, einen chirurgischen Notfall. Die Diagnose ist primär klinisch, eine Bildgebung darf die Therapie nicht verzögern. Entscheidend für das Überleben ist das sofortige radikale chirurgische Débridement des gesamten befallenen Gewebes, kombiniert mit einer kalkulierten Breitspektrumantibiose. Jede Verzögerung durch weitere Diagnostik erhöht die Mortalität erheblich.
- B. Hyperbare Oxygenierung kann adjuvant erwogen werden, ersetzt aber nicht das notfallmäßige chirurgische Débridement.
- C. Ein Kompressionsverband ist bei Verdacht auf nekrotisierende Fasziitis kontraindiziert und verzögert die lebensrettende Therapie.
- D. Eine MRT-Diagnostik würde die notwendige Notfalloperation unvertretbar verzögern und ist bei klinischem Verdacht nicht erforderlich.
- E. Eine alleinige Antibiotikatherapie ohne chirurgisches Débridement ist bei nekrotisierender Fasziitis unzureichend und lebensgefährlich verzögernd.
Ein 48-jähriger Patient wird mit einem unkomplizierten Erysipel am rechten Unterschenkel bei bekannter interdigitaler Mykose vorgestellt. Es bestehen keine Allergien, keine Immunsuppression und keine Hinweise auf eine systemische Komplikation. Die Nierenfunktion ist normal (Kreatinin 0,9 mg/dl), die orale Aufnahme ist problemlos möglich. Welches Antibiotikum ist die Therapie der ersten Wahl?
- APenicillin V oral
- BClindamycin oral
- CDoxycyclin oral
- DCiprofloxacin oral
- EAmoxicillin/Clavulansäure oral
Lösung anzeigen
Da das unkomplizierte Erysipel nahezu ausschließlich durch beta-hämolysierende Streptokokken verursacht wird, ist Penicillin aufgrund seiner sehr guten Wirksamkeit gegen Streptokokken und seines schmalen Wirkspektrums Mittel der ersten Wahl. Bei oraler Therapierbarkeit und fehlenden Risikofaktoren wird Penicillin V oral eingesetzt, bei schwererem Verlauf Penicillin G intravenös. Diese gezielte, schmalspektrige Therapie entspricht dem Prinzip der kalkulierten Antibiotikatherapie unter Vermeidung unnötig breiter Spektren. Eine Therapiedauer von 7–10 Tagen wird empfohlen.
- B. Clindamycin ist Alternative bei Penicillinallergie oder schwerem Verlauf mit Verdacht auf Toxinbildung, nicht Mittel der ersten Wahl.
- C. Doxycyclin ist bei unkompliziertem Erysipel nicht die Standardtherapie, sondern bei anderen Indikationen wie Borreliose indiziert.
- D. Ciprofloxacin deckt das grampositive Erregerspektrum des Erysipels unzureichend ab und ist nicht Mittel der Wahl.
- E. Amoxicillin/Clavulansäure deckt ein breiteres Spektrum ab als notwendig und ist bei unkompliziertem Erysipel nicht erste Wahl.
Ein 45-jähriger Patient klagt über seit 3 Wochen zunehmende, bohrende Schmerzen im rechten Unterschenkel nach einer offenen Tibiafraktur vor 6 Wochen. Klinisch zeigt sich eine lokale Überwärmung und Druckschmerzhaftigkeit über der ehemaligen Frakturstelle, die Wunde ist reizlos verheilt. Temperatur 37,8 °C. Labor: CRP 65 mg/l, Leukozyten 11.200/µl. Die konventionelle Röntgenaufnahme des Unterschenkels zeigt noch keine sicheren Auffälligkeiten. Welche Untersuchung weist eine floride Knochenmarkinfektion am sensitivsten und frühesten nach?
- ASonographie der Weichteile über der Frakturstelle
- BKnochendichtemessung (DXA) des betroffenen Beins
- CSkelettszintigraphie mit Technetium-99m
- DMagnetresonanztomographie des Unterschenkels
- EComputertomographie des Unterschenkels
Lösung anzeigen
Die Magnetresonanztomographie ist die sensitivste bildgebende Methode zum Nachweis einer akuten oder subakuten Osteomyelitis, da sie Knochenmarködem, Abszessformationen und Weichteilbeteiligung bereits in einem frühen Stadium darstellt, deutlich vor dem konventionellen Röntgenbild. Häufigster Erreger der posttraumatischen Osteomyelitis beim Erwachsenen ist Staphylococcus aureus. Die MRT erlaubt zudem eine präzise Beurteilung der Infektionsausdehnung zur OP-Planung. Die Diagnosesicherung erfolgt letztlich durch mikrobiologische und histologische Untersuchung einer Knochenbiopsie.
- A. Die Sonographie kann Weichteilabszesse darstellen, erlaubt aber keine zuverlässige Beurteilung des Knochenmarks.
- B. Die Knochendichtemessung dient der Osteoporosediagnostik und hat keinen Stellenwert in der Infektionsdiagnostik.
- C. Die Skelettszintigraphie ist sensitiv, aber weniger spezifisch und liefert eine schlechtere anatomische Auflösung als die MRT.
- E. Die CT eignet sich gut zur Beurteilung knöcherner Destruktion, ist aber der MRT in der Frühdiagnostik des Knochenmarkbefalls unterlegen.
Eine 67-jährige Patientin mit Diabetes mellitus Typ 2 und peripherer Polyneuropathie stellt sich mit einem seit 2 Wochen bestehenden Ulkus an der Fußsohle rechts vor. Das Ulkus ist 3 cm im Durchmesser, umgeben von einer 2 cm breiten Rötung und Induration, mit putridem Sekret. Keine systemischen Infektionszeichen, Temperatur 37,1 °C, CRP 32 mg/l. Eine Sondierung der Wunde erreicht nicht den Knochen. Die periphere Durchblutung ist mit tastbaren Fußpulsen erhalten. Welches Vorgehen ist zu diesem Zeitpunkt am sinnvollsten?
- APrimäre Amputation der betroffenen Zehen zur Infektionssanierung
- BHyperbare Oxygenierung als alleinige Therapiemaßnahme ohne begleitende Antibiotikagabe
- CWundabstrich bzw. Gewebeprobe zur mikrobiologischen Diagnostik und kalkulierte orale Antibiotikatherapie mit Wirksamkeit gegen Staphylokokken und Streptokokken
- DSofortige intravenöse Breitspektrumtherapie mit Meropenem und notfallmäßige Vorstellung in der Gefäßchirurgie
- EAlleinige Lokaltherapie mit antiseptischen Verbänden ohne systemische Antibiotikagabe
Lösung anzeigen
Es liegt eine mäßig schwere (moderate) Infektion beim diabetischen Fußsyndrom nach der IWGDF/IDSA-Klassifikation vor: lokale Entzündungszeichen über 2 cm Ausdehnung ohne systemische Entzündungsreaktion und ohne Knochenbeteiligung. Leitliniengerecht erfolgt zunächst eine mikrobiologische Sicherung durch Gewebeprobe oder tiefen Abstrich, gefolgt von einer kalkulierten oralen Antibiotikatherapie gegen die häufigsten Erreger Staphylococcus aureus und Streptokokken. Eine intravenöse Breitspektrumtherapie ist Schwerinfektionen mit systemischer Beteiligung vorbehalten. Begleitend ist eine konsequente Druckentlastung essenziell für die Abheilung.
- A. Eine primäre Amputation ist ohne vorherige konservative Therapieversuche und ohne Hinweise auf irreversible Gewebenekrose nicht gerechtfertigt.
- B. Hyperbare Oxygenierung ist keine Standardtherapie der Infektion beim diabetischen Fußsyndrom und ersetzt keine Antibiotikagabe.
- D. Eine intravenöse Carbapenemtherapie ist bei fehlenden systemischen Infektionszeichen und mäßiger Infektion nicht indiziert und übertherapiert die Patientin.
- E. Bei vorliegender manifester Weichteilinfektion mit Rötung und Induration ist eine alleinige Lokaltherapie ohne systemische Antibiose unzureichend.
Ein 29-jähriger Förster stellt sich vor, weil er vor 10 Tagen von einer Zecke am rechten Unterschenkel gestochen wurde. Seit 3 Tagen bemerkt er dort eine sich langsam ausbreitende, randbetonte Rötung von nun 8 cm Durchmesser mit zentraler Abblassung, die nicht schmerzt und nicht juckt. Allgemeinbefinden gut, keine Fieber, keine Gelenkbeschwerden. Wie wird die Diagnose in diesem Stadium am sichersten gestellt?
- ADurch Western-Blot-Bestätigungstest auf Borrelien-Antikörper
- BDurch PCR-Nachweis von Borrelien-DNA aus dem Vollblut
- CAllein durch die charakteristische klinische Hautveränderung
- DDurch Nachweis von IgM-Antikörpern gegen Borrelia burgdorferi im Serum
- EDurch Anzucht von Borrelia burgdorferi aus einer Hautbiopsie
Lösung anzeigen
Das Erythema migrans ist eine klinische Blickdiagnose: eine randbetonte, sich zentrifugal ausbreitende Erythemfigur mit zentraler Abblassung nach Zeckenstich genügt zur Diagnosestellung und sofortigen Therapieeinleitung, eine serologische Bestätigung ist nicht erforderlich und zu diesem frühen Zeitpunkt häufig noch negativ. Die Serokonversion benötigt mehrere Wochen, sodass eine Antikörperbestimmung im Frühstadium eine falsche Sicherheit vortäuschen oder fälschlich negativ ausfallen kann. Laut AWMF-S3-Leitlinie soll bei typischem Erythema migrans keine Serologie zur Diagnosesicherung veranlasst werden. Eine Therapie mit Doxycyclin sollte unverzüglich begonnen werden.
- A. Ein Western-Blot wird nur als Bestätigungstest nach positivem ELISA eingesetzt, nicht primär beim typischen Erythema migrans.
- B. Eine PCR aus Vollblut hat bei der Lyme-Borreliose eine zu geringe Sensitivität und ist nicht die Diagnosemethode der Wahl.
- D. Im Frühstadium ist die IgM-Serokonversion oft noch nicht erfolgt, ein negativer Test schließt die Erkrankung nicht aus und ist nicht erforderlich.
- E. Die kulturelle Anzucht ist aufwendig, wenig sensitiv und für die Routinediagnostik nicht geeignet.
Harnwegsinfektionen
3 FragenEine 27-jährige Frau stellt sich wegen seit zwei Tagen bestehender Dysurie, Pollakisurie und imperativem Harndrang vor. Sie ist ansonsten gesund, nicht schwanger und hat kein Fieber. Die klinische Untersuchung ist unauffällig, keine Flankenschmerzen. Der Urin-Stix zeigt Leukozyten ++ und Nitrit positiv. Welche der folgenden Substanzen ist als Therapie der ersten Wahl am besten geeignet?
- AFosfomycin-Trometamol als Einmaldosis
- BCotrimoxazol für 10 Tage
- CCefpodoxim für 5 Tage
- DCiprofloxacin für 3 Tage
- EAmoxicillin/Clavulansäure für 7 Tage
Lösung anzeigen
Bei der unkomplizierten Zystitis der Frau empfiehlt die AWMF-S3-Leitlinie Fosfomycin-Trometamol (einmalige Dosis von 3 g), Nitrofurantoin oder Pivmecillinam als Mittel der ersten Wahl, da diese eine geringe Resistenzrate aufweisen und die Darmflora wenig beeinträchtigen. Fluorchinolone und Cephalosporine sollen aufgrund von Resistenzentwicklung und Kollateralschäden (z. B. Clostridioides-difficile-Infektion) nur als Reservemittel eingesetzt werden. Cotrimoxazol ist wegen zunehmender Resistenzen von E. coli in Deutschland nur noch Mittel der zweiten Wahl bei bekannter Empfindlichkeit. Die Therapiedauer bei unkomplizierter Zystitis soll so kurz wie möglich gehalten werden.
- B. Cotrimoxazol ist wegen hoher lokaler Resistenzraten von E. coli nur noch Mittel der zweiten Wahl.
- C. Cephalosporine wie Cefpodoxim sind wegen des Risikos für Resistenzselektion und C.-difficile-Infektionen nicht erste Wahl.
- D. Ciprofloxacin ist ein Reserveantibiotikum und wird wegen Resistenzproblematik und Nebenwirkungsprofil nicht als Erstlinientherapie empfohlen.
- E. Amoxicillin/Clavulansäure ist wegen hoher Resistenzraten von E. coli und ungünstigem Kollateralschaden-Profil keine Erstlinientherapie.
Bei einer 74-jährigen Pflegeheimbewohnerin wird im Rahmen einer Routinekontrolle ein Urinbefund mit 10^6 koloniebildenden Einheiten/ml Escherichia coli erhoben. Die Patientin ist beschwerdefrei, hat keine Dysurie, kein Fieber und keine neu aufgetretene Verwirrtheit. Sie ist nicht katheterisiert und nicht schwanger. Welches Vorgehen ist in dieser Situation am sinnvollsten?
- ASofortige orale Therapie mit Nitrofurantoin für 5 Tage
- BSofortige orale Therapie mit Fosfomycin-Trometamol
- CUrinkultur in einwöchigem Abstand wiederholen und erst bei Persistenz behandeln
- DKeine antibiotische Therapie, da eine asymptomatische Bakteriurie vorliegt
- EStationäre Aufnahme zur intravenösen Antibiotikatherapie
Lösung anzeigen
Eine asymptomatische Bakteriurie liegt vor, wenn eine signifikante Bakteriurie ohne klinische Symptome einer Harnwegsinfektion nachgewiesen wird. Außerhalb der Schwangerschaft und außerhalb urologischer Eingriffe mit Schleimhautverletzung besteht keine Behandlungsindikation, auch nicht bei älteren oder pflegebedürftigen Patienten, da eine Antibiotikatherapie das Risiko für Resistenzentwicklung und Nebenwirkungen erhöht, ohne den klinischen Verlauf zu verbessern. Insbesondere bei älteren Menschen ist eine Bakteriurie häufig und per se kein Behandlungsgrund. Eine Behandlung ist nur bei Schwangeren oder vor invasiven urologischen Eingriffen indiziert.
- A. Auch Nitrofurantoin ist hier nicht indiziert, da keine Symptome einer Harnwegsinfektion vorliegen.
- B. Eine Antibiotikatherapie ist bei asymptomatischer Bakteriurie außerhalb der Schwangerschaft nicht indiziert.
- C. Eine wiederholte Kontrolle ist nicht notwendig, da die alleinige Persistenz der Bakteriurie ohne Symptome keine Behandlungsindikation darstellt.
- E. Eine stationäre intravenöse Therapie ist bei fehlender Symptomatik nicht gerechtfertigt und unverhältnismäßig.
Ein 68-jähriger Mann mit liegendem transurethralem Dauerkatheter bei benigner Prostatahyperplasie entwickelt Fieber bis 38,9 °C, neu aufgetretene Verwirrtheit und einen trüben, übelriechenden Urin. Welche diagnostische Maßnahme ist in dieser Situation am wichtigsten, bevor eine empirische Antibiotikatherapie begonnen wird?
- AUrin-Stix-Schnelltest aus dem Urinbeutel
- BUrinkultur mit Resistenztestung aus frisch gewechseltem Katheter
- CSonographie der Harnblase zur Restharnbestimmung
- DCT-Urogramm zum Ausschluss einer Urolithiasis
- EZystoskopie zur Beurteilung der Harnröhrenschleimhaut
Lösung anzeigen
Bei komplizierten Harnwegsinfektionen, zu denen Infektionen bei Männern und bei liegendem Dauerkatheter definitionsgemäß zählen, ist vor Beginn einer empirischen Antibiotikatherapie immer eine Urinkultur mit Resistenztestung erforderlich, da das Erregerspektrum breiter und die Resistenzrate höher ist als bei der unkomplizierten Zystitis. Die Probe sollte nach Wechsel des Katheters gewonnen werden, um eine Verfälschung durch Biofilmbesiedlung zu vermeiden. Ein Urin-Stix aus dem Beutel ist bei liegendem Katheter durch bakterielle Kolonisation praktisch immer falsch positiv und diagnostisch nicht verwertbar. Bildgebende Verfahren sind nur bei Verdacht auf Abszess, Obstruktion oder Steinleiden indiziert, aber nicht primär zur Erregerdiagnostik.
- A. Ein Urin-Stix aus dem Beutel ist bei Dauerkatheter wegen bakterieller Besiedlung des Systems unzuverlässig und ersetzt keine Kultur.
- C. Eine Restharnbestimmung ist hier nicht die vorrangige diagnostische Maßnahme zur Erregeridentifikation.
- D. Ein CT-Urogramm ist nur bei Verdacht auf Obstruktion oder Abszess indiziert, nicht routinemäßig zur Erregerdiagnostik.
- E. Eine Zystoskopie ist in der akuten fieberhaften Situation nicht indiziert und erhöht zudem das Infektionsrisiko.
Sexuell übertragbare Infektionen
3 FragenEin 34-jähriger Mann berichtet über ein schmerzloses Ulkus am Penis, das vor sechs Wochen spontan abgeheilt ist. Jetzt bemerkt er ein makulopapulöses Exanthem an Rumpf, Handinnenflächen und Fußsohlen sowie eine generalisierte Lymphknotenschwellung. Die Serologie zeigt: TPPA positiv, VDRL-Titer 1:32 (vorbefundlich vor drei Monaten negativ). Wie ist dieser serologische Befund am besten zu interpretieren?
- ALatente Syphilis ohne derzeitige Infektiosität
- BAbgelaufene, ausreichend behandelte Syphilis ohne Krankheitsaktivität
- CAktive Syphilis-Infektion mit hoher Krankheitsaktivität im Stadium II
- DReinfektion nach vollständig ausgeheilter Erstinfektion ohne aktuelle Relevanz
- EFalsch positive Treponemen-Serologie im Rahmen einer Autoimmunerkrankung
Lösung anzeigen
Der TPPA-Test bleibt nach einer Treponema-pallidum-Infektion lebenslang positiv und dient dem Nachweis einer stattgehabten Infektion, während der VDRL- bzw. RPR-Titer die Krankheitsaktivität widerspiegelt und mit erfolgreicher Therapie absinkt. Ein neu aufgetretener, deutlich positiver VDRL-Titer von 1:32 bei vorherigem negativem Befund zusammen mit dem klassischen Bild aus abgeheiltem Primäraffekt, makulopapulösem Exanthem einschließlich Palmae und Plantae sowie Lymphadenopathie ist typisch für das Sekundärstadium der Syphilis mit hoher Krankheitsaktivität. Eine latente oder ausreichend behandelte Syphilis wäre mit einem hohen, neu aufgetretenen Titer und floriden Symptomen nicht vereinbar.
- A. Eine latente Syphilis ist per Definition symptomfrei, hier liegen jedoch florides Exanthem und Lymphadenopathie vor.
- B. Bei ausreichend behandelter, inaktiver Syphilis würde der VDRL-Titer absinken oder negativ werden, nicht neu auf 1:32 ansteigen, zudem bestehen hier floride Symptome.
- D. Es gibt keinen Hinweis auf eine vorangegangene vollständige Ausheilung, der Titeranstieg und die floride Symptomatik sprechen für eine aktive Infektion.
- E. Eine Autoimmunerkrankung erklärt nicht den positiven spezifischen TPPA-Test, dieser ist hochspezifisch für Treponema pallidum.
Ein 29-jähriger Mann wird aufgrund einer serologisch gesicherten Frühsyphilis mit Benzathin-Benzylpenicillin intramuskulär behandelt. Etwa 6 Stunden nach der ersten Injektion entwickelt er Fieber bis 38,7 °C, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und eine vorübergehende Verstärkung des Hautausschlags. Der Blutdruck ist mit 118/75 mmHg stabil. Wodurch wird diese Reaktion am ehesten verursacht?
- ASerumkrankheit durch Immunkomplexablagerung nach wiederholter Antigenexposition
- BIgE-vermittelte Soforttypallergie gegen Penicillin
- CToxisches Schocksyndrom durch Staphylokokken-Exotoxine
- DFreisetzung von Lipoproteinen aus massenhaft abgetöteten Treponemen
- EBakterielle Superinfektion der Injektionsstelle
Lösung anzeigen
Die Jarisch-Herxheimer-Reaktion tritt typischerweise innerhalb der ersten 24 Stunden nach Beginn einer wirksamen antibiotischen Therapie einer Spirochäteninfektion auf und entsteht durch die massive Freisetzung von Lipoproteinen und anderen proinflammatorischen Zellwandbestandteilen aus den abgetöteten Treponemen, was eine systemische Zytokinausschüttung mit Fieber, Schüttelfrost und vorübergehender Exanthemverstärkung auslöst. Sie ist selbstlimitierend und kein Zeichen einer Penicillinallergie, weshalb die Therapie fortgeführt werden soll. Bei stabilen Vitalparametern ist eine symptomatische Behandlung mit Antipyretika ausreichend.
- A. Eine Serumkrankheit entwickelt sich typischerweise nach 1-2 Wochen durch Immunkomplexe und nicht innerhalb von Stunden nach Erstgabe.
- B. Eine IgE-vermittelte Allergie würde sich typischerweise als Urtikaria, Angioödem oder Anaphylaxie und nicht als Fieber mit Exanthemverstärkung nach Therapiebeginn zeigen.
- C. Ein toxisches Schocksyndrom würde mit Hypotonie und schwerem Krankheitsbild einhergehen, der Blutdruck ist hier jedoch stabil.
- E. Es gibt keinen klinischen Hinweis wie Rötung oder Eiterung an der Injektionsstelle, der für eine lokale Superinfektion sprechen würde.
Eine 26-jährige Frau stellt sich mit seit zwei Jahren bestehendem unerfülltem Kinderwunsch vor. Anamnestisch berichtet sie über eine vor vier Jahren durchgemachte, damals nicht behandelte genitale Chlamydieninfektion. Eine Hysterosalpingographie zeigt einen beidseitigen Tubenverschluss. Welcher Pathomechanismus erklärt am besten diese Komplikation?
- AHämatogene Streuung der Erreger in das Ovarialgewebe mit Fibrosierung
- BAufsteigende Infektion mit chronischer Entzündung und narbiger Vernarbung der Tuben
- CHormonelle Störung der Tubenmotilität durch chlamydienbedingte Östrogensuppression
- DAutoimmune Zerstörung des Endometriums durch Kreuzreaktion mit Chlamydienantigenen
- EDirekte zytotoxische Zerstörung der Oozyten durch Chlamydia trachomatis
Lösung anzeigen
Eine unbehandelte oder verschleppte genitale Chlamydieninfektion kann aszendierend zu einer Pelvic Inflammatory Disease (PID) mit Salpingitis führen. Die wiederholte oder chronische Entzündungsreaktion verursacht eine narbige Vernarbung und Verklebung der Tubenschleimhaut, was zu Tubenverschluss, Hydrosalpinx und erhöhtem Risiko für Infertilität und Extrauteringravidität führt. Dieser Mechanismus unterscheidet sich von einer direkten zytotoxischen oder autoimmunen Zerstörung von Keimzellen oder Gewebe. Die Chlamydieninfektion ist eine der häufigsten vermeidbaren Ursachen der tubaren Sterilität, weshalb eine frühzeitige Diagnostik und Therapie entscheidend sind.
- A. Eine hämatogene Streuung in das Ovar mit Fibrosierung ist nicht der Pathomechanismus der chlamydienbedingten tubaren Infertilität.
- C. Eine hormonelle Suppression der Tubenmotilität ist nicht der zugrunde liegende Mechanismus, entscheidend ist die strukturelle Vernarbung der Tuben.
- D. Es handelt sich nicht um einen autoimmunen Mechanismus, sondern um eine direkte infektionsbedingte Entzündung mit Vernarbung.
- E. Chlamydia trachomatis zerstört nicht direkt zytotoxisch Oozyten, die Schädigung erfolgt über die Entzündungsreaktion der Tuben.
HIV und opportunistische Infektionen
5 FragenEin 29-jähriger Mann stellt sich zur HIV-Diagnostik vor, da er vor 10 Tagen ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner hatte, dessen HIV-Status unbekannt ist. Er ist asymptomatisch. Welche Untersuchung ist zum jetzigen Zeitpunkt am besten geeignet, um eine mögliche HIV-Infektion zu erfassen?
- AHIV-Antigen/Antikörper-Kombinationstest (ELISA der 4. Generation)
- BSchnelltest (Point-of-care-Test) auf HIV-Antikörper
- CCD4-Zellzahl-Bestimmung
- DHIV-1/2-Antikörper-Suchtest (ELISA der 3. Generation)
- EWestern-Blot zur Bestätigung
Lösung anzeigen
Der HIV-Antigen/Antikörper-Kombinationstest der 4. Generation erfasst zusätzlich zu Antikörpern das p24-Antigen, das bereits etwa 2 Wochen nach Infektion nachweisbar ist, während Antikörper erst nach 3-4 Wochen in ausreichender Menge gebildet werden. Dadurch wird das diagnostische Fenster deutlich verkürzt. 10 Tage nach Exposition liegt man noch innerhalb der diagnostischen Lücke, in der ein alleiniger Antikörpertest falsch negativ sein kann. Bei reaktivem Suchtest erfolgt die Bestätigung durch einen zweiten, unabhängigen Test (z. B. HIV-1/2-Immunoblot oder Western-Blot) sowie eine HIV-RNA-PCR zur Verlaufskontrolle.
- B. Schnelltests weisen meist nur Antikörper nach und haben ein noch längeres diagnostisches Fenster als Labortests.
- C. Die CD4-Zellzahl ist kein Diagnoseinstrument für eine akute Infektion, sondern dient der Verlaufs- und Therapiekontrolle bei bestätigter HIV-Infektion.
- D. Reine Antikörpertests der 3. Generation haben ein längeres diagnostisches Fenster und können 10 Tage nach Exposition noch falsch negativ sein.
- E. Der Western-Blot dient der Bestätigung eines bereits reaktiven Suchtests, nicht der Primärdiagnostik in der diagnostischen Lücke.
Ein 34-jähriger Mann stellt sich wegen seit 4 Tagen bestehendem Fieber bis 39,2 °C, Halsschmerzen und einem generalisierten, stammbetonten makulopapulösen Exanthem vor. Er berichtet zudem über druckschmerzhafte zervikale Lymphknotenschwellungen und eine Episode mit breiigem Stuhlgang. Vor 3 Wochen hatte er ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner. Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten?
- AInfektiöse Mononukleose durch Epstein-Barr-Virus
- BZytomegalievirus-Mononukleose
- CSekundärsyphilis
- DAkute Toxoplasmose
- EAkute HIV-Infektion (retrovirales Syndrom)
Lösung anzeigen
Das retrovirale Syndrom tritt typischerweise 2-4 Wochen nach HIV-Infektion auf und äußert sich mit Fieber, Pharyngitis, generalisierter Lymphadenopathie, makulopapulösem Exanthem und oft gastrointestinalen Symptomen wie Diarrhö. Die Kombination aus zeitlichem Zusammenhang mit einer Risikoexposition und diesem Symptomkomplex ist richtungsweisend. Die Diagnose wird mittels HIV-Antigen/Antikörper-Kombinationstest und HIV-RNA-PCR gesichert, da Antikörper zu diesem frühen Zeitpunkt noch fehlen können. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, da die Viruslast in dieser Phase besonders hoch und die Infektiosität entsprechend groß ist.
- A. Die EBV-Mononukleose zeigt zwar ähnliche Symptome, aber die klare zeitliche Assoziation zu einer sexuellen Risikoexposition spricht hier eher für HIV.
- B. Eine CMV-Mononukleose ist bei Immunkompetenten meist milder und ohne die hier beschriebene ausgeprägte Hautbeteiligung.
- C. Die Sekundärsyphilis verursacht zwar ebenfalls ein Exanthem, typischerweise aber palmoplantar betont und ohne die beschriebene gastrointestinale Beteiligung.
- D. Eine akute Toxoplasmose verläuft meist mit Lymphadenopathie, aber selten mit ausgeprägtem Exanthem und Diarrhö in dieser Konstellation.
Ein 41-jähriger Patient mit bekannter, bislang unbehandelter HIV-Infektion (zuletzt dokumentierte CD4-Zellzahl 90/µl) stellt sich mit seit 3 Wochen zunehmender Belastungsdyspnoe, trockenem Husten und subfebrilen Temperaturen vor. Die Sauerstoffsättigung beträgt 91 % unter Raumluft, die Auskultation der Lunge ist unauffällig. Im Röntgen-Thorax zeigen sich bilaterale, feinfleckige interstitielle Infiltrate. Welche Untersuchung sichert am besten die Diagnose?
- AMikroskopischer und PCR-Nachweis von Pneumocystis jirovecii in induziertem Sputum oder bronchoalveolärer Lavage
- BBestimmung der Serum-β-D-Glucan-Konzentration
- CBestimmung des Serum-LDH-Werts
- DHochauflösende Computertomographie des Thorax
- EBlutkultur auf aerobe und anaerobe Erreger
Lösung anzeigen
Die Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PjP) tritt klassischerweise bei CD4-Zellzahlen unter 200/µl auf und zeigt das Bild einer schleichend progredienten Belastungsdyspnoe mit trockenem Husten, subfebrilen Temperaturen und einer Diskrepanz zwischen auskultatorischem Normalbefund und radiologisch deutlichen bilateralen interstitiellen Infiltraten. Die definitive Diagnose erfolgt durch den direkten Erregernachweis (Mikroskopie mit Spezialfärbung und/oder PCR) aus induziertem Sputum oder bevorzugt aus bronchoalveolärer Lavage, da Pneumocystis jirovecii nicht kultivierbar ist. LDH und β-D-Glucan sind unspezifische Zusatzbefunde, die die klinische Verdachtsdiagnose unterstützen, aber keinen beweisenden Erregernachweis liefern.
- B. β-D-Glucan ist ein unspezifischer Marker für invasive Pilzinfektionen und kann die Diagnose nur stützen, nicht beweisen.
- C. Eine erhöhte LDH ist ein unspezifischer Hinweis auf Gewebeschädigung und nicht beweisend für PjP.
- D. Die CT zeigt typischerweise milchglasartige Verschattungen und unterstützt die Verdachtsdiagnose, liefert aber keinen Erregernachweis.
- E. Pneumocystis jirovecii ist nicht kultivierbar, eine Blutkultur ist bei dieser Erkrankung nicht zielführend.
Bei einem 47-jährigen Patienten mit HIV-Infektion wird eine CD4-Zellzahl von 150/µl gemessen. Eine antiretrovirale Therapie wird eingeleitet, der Wirkungseintritt steht aber noch aus. Welche Maßnahme ist zur Primärprophylaxe einer Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie indiziert?
- AItraconazol oral
- BIsoniazid oral
- CGanciclovir intravenös
- DAciclovir oral
- ECotrimoxazol (Trimethoprim/Sulfamethoxazol) oral
Lösung anzeigen
Bei einer CD4-Zellzahl unter 200/µl besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie, weshalb eine medikamentöse Primärprophylaxe indiziert ist. Mittel der Wahl ist Cotrimoxazol, das durch die Kombination aus Trimethoprim und Sulfamethoxazol die Folsäuresynthese des Erregers hemmt und zusätzlich auch vor Toxoplasmose schützt. Die Prophylaxe wird fortgeführt, bis unter antiretroviraler Therapie die CD4-Zellzahl über mindestens 3 Monate stabil über 200/µl liegt. Bei Sulfonamid-Unverträglichkeit sind Alternativen wie Dapson oder Pentamidin-Inhalation zu erwägen.
- A. Itraconazol wird zur Prophylaxe von Histoplasmose oder anderen endemischen Mykosen eingesetzt, nicht primär gegen Pneumocystis jirovecii.
- B. Isoniazid dient der Tuberkulose-Prophylaxe nach Exposition oder bei latenter Infektion, nicht der PjP-Prophylaxe.
- C. Ganciclovir ist zur Prophylaxe bzw. Therapie der Zytomegalievirus-Erkrankung bei sehr niedrigen CD4-Zahlen indiziert, nicht gegen Pneumocystis.
- D. Aciclovir wird zur Prophylaxe rezidivierender Herpes-simplex-Infektionen eingesetzt, nicht gegen Pneumocystis jirovecii.
Bei einem Patienten mit neu diagnostizierter HIV-Infektion wird eine antiretrovirale Therapie eingeleitet. Es wird grundsätzlich eine Kombination aus mehreren Substanzen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen eingesetzt. Welches ist der wichtigste Grund für dieses Therapieprinzip?
- AVerringerung der Kosten durch den Einsatz mehrerer Generika
- BErleichterung der Einnahme durch Reduktion der täglichen Tablettenzahl
- CVerkürzung der notwendigen Gesamttherapiedauer auf wenige Monate
- DVerminderung der Resistenzentwicklung durch gleichzeitige Hemmung mehrerer viraler Angriffspunkte
- EVermeidung von Arzneimittelinteraktionen mit anderen Medikamenten
Lösung anzeigen
HIV repliziert sehr schnell und mit hoher Fehlerrate, wodurch ständig neue Virusvarianten entstehen. Eine Monotherapie würde rasch zur Selektion resistenter Viren führen. Durch die Kombination mehrerer Substanzen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (z. B. Hemmung der reversen Transkriptase, der Protease oder der Integrase) wird die Wahrscheinlichkeit, dass ein Virus gegen alle eingesetzten Substanzen gleichzeitig resistent wird, drastisch reduziert. Dieses Prinzip der kombinierten antiretroviralen Therapie (cART) ist die Grundlage der modernen, lebenslang fortzuführenden HIV-Behandlung und ermöglicht eine dauerhafte Suppression der Viruslast unter die Nachweisgrenze.
- A. Die Kombinationstherapie ist primär aus virologischen Gründen notwendig, nicht aus Kostenüberlegungen.
- B. Moderne Fixkombinationen können die Tablettenzahl reduzieren, dies ist aber nicht der eigentliche Grund für das Kombinationsprinzip.
- C. Die antiretrovirale Therapie ist bei HIV-Infektion grundsätzlich lebenslang fortzuführen und nicht zeitlich begrenzt.
- E. Interaktionen mit anderen Medikamenten sind bei Kombinationstherapien eher ein Problem als ein Vorteil und kein Grund für das Prinzip.
Parasitosen und importierte Infektionen
3 FragenEin 38-jähriger Mann stellt sich 12 Tage nach Rückkehr von einer Reise nach Westafrika mit seit 2 Tagen bestehendem Fieber bis 39,8 °C, Schüttelfrost und Kopfschmerzen vor. Er hatte während der Reise keine Malariaprophylaxe eingenommen. Welche Untersuchung ist zur Diagnosesicherung am wichtigsten?
- ASerologischer Antikörpernachweis gegen Plasmodium
- BPolymerase-Kettenreaktion aus Stuhlprobe
- CBlutkultur auf aerobe Erreger
- DAbdomensonographie zur Beurteilung der Splenomegalie
- EMikroskopischer Blutausstrich und dicker Tropfen
Lösung anzeigen
Bei Fieber nach Aufenthalt in einem Malaria-Endemiegebiet muss eine Malaria tropica umgehend ausgeschlossen werden, da sie unbehandelt innerhalb von Stunden bis Tagen lebensbedrohlich verlaufen kann. Die Diagnose erfolgt durch die mikroskopische Untersuchung von dickem Tropfen und Blutausstrich, womit sowohl der direkte Erregernachweis als auch die Bestimmung der Parasitendichte und der Plasmodium-Spezies möglich ist. Diese Untersuchung muss bei negativem Befund und fortbestehendem Verdacht nach 12-24 Stunden wiederholt werden. Schnelltests (Antigen-Nachweis) können ergänzend eingesetzt werden, ersetzen aber nicht die mikroskopische Bestätigung.
- A. Eine Antikörperserologie zeigt lediglich eine frühere Exposition an und ist für die akute Diagnostik ungeeignet, da sie zu langsam ansteigt.
- B. Plasmodien werden nicht im Stuhl, sondern im Blut nachgewiesen, eine Stuhl-PCR ist hier nicht zielführend.
- C. Eine Blutkultur weist bakterielle Erreger nach und ist für die Diagnose einer Malaria nicht geeignet.
- D. Eine Splenomegalie kann bei Malaria auftreten, ist aber ein unspezifischer Befund und ersetzt nicht den direkten Erregernachweis.
Ein 45-jähriger Mann stellt sich 5 Tage nach Rückkehr aus Tansania mit Fieber bis 39,2 °C, Abgeschlagenheit und diffusen Muskelschmerzen vor. Er berichtet, keine Malariaprophylaxe eingenommen zu haben. Welcher diagnostische Schritt sollte als Erstes erfolgen?
- ADicker Tropfen und Blutausstrich zum Ausschluss einer Malaria
- BSerologie auf Dengue-Fieber
- CStuhlmikroskopie auf Wurmeier
- DSerologie auf Hepatitis E
- ESonographie des Abdomens zur Herdsuche
Lösung anzeigen
Bei jedem fiebrigen Reiserückkehrer aus einem Malariagebiet muss als erster und dringlichster Schritt eine Malaria durch Dicken Tropfen und Blutausstrich ausgeschlossen werden, da unbehandelt eine lebensbedrohliche komplizierte Malaria tropica innerhalb von Stunden entstehen kann. Erst nach Ausschluss der Malaria erfolgt die weitere strukturierte Diagnostik anderer importierter Infektionen wie Dengue, Typhus oder Amöbiasis. Die Dringlichkeit ergibt sich aus der hohen Letalität einer verzögert diagnostizierten Malaria tropica.
- B. Dengue-Fieber ist eine wichtige Differenzialdiagnose, muss aber erst nach dem dringlicheren Ausschluss einer potenziell letalen Malaria erwogen werden.
- C. Eine Stuhlmikroskopie ist bei akutem Fieber ohne gastrointestinale Symptomatik nicht der erste Schritt und würde die zeitkritische Malariadiagnostik verzögern.
- D. Eine Hepatitis-E-Serologie ist bei fehlenden Hinweisen auf eine Hepatitis nicht der initiale Schritt der Fieberabklärung.
- E. Eine Abdomensonographie kann sinnvoll sein, ersetzt aber nicht den primären Ausschluss der zeitkritischen Malaria.
Bei einer 52-jährigen Patientin aus einer ländlichen Region der Türkei wird im Rahmen einer Abdomensonographie ein 6 cm großer, scharf begrenzter, zystischer Herd im rechten Leberlappen mit erkennbarer Tochterzystenbildung innerhalb der Hauptzyste entdeckt. Die Patientin ist beschwerdearm, keine Eosinophilie. Welches Vorgehen ist bei Verdacht auf diese Erkrankung kontraindiziert?
- AVorstellung in einem Zentrum mit Erfahrung in Echinokokkose
- BBestimmung der Echinococcus-Serologie
- CAbklärung einer Albendazol-Therapie vor möglicher Intervention
- DBlinde perkutane Feinnadelpunktion der Zyste zur zytologischen Sicherung
- EKontrastmittel-CT des Abdomens zur weiteren Charakterisierung
Lösung anzeigen
Der sonographische Befund mit Tochterzysten innerhalb einer Hauptzyste ist typisch für eine zystische Echinokokkose (Echinococcus granulosus). Eine blinde perkutane Punktion ohne vorherige medikamentöse Protektion ist kontraindiziert, da bei Zystenruptur der Austritt von skolexhaltiger Flüssigkeit eine anaphylaktische Reaktion und eine abdominale Aussaat von Tochterzysten (sekundäre Echinokokkose) auslösen kann. Diagnostisch stehen Bildgebung (Sonographie, CT) und Serologie im Vordergrund; eine Intervention (z. B. PAIR-Verfahren) erfolgt nur standardisiert unter Albendazol-Schutz in erfahrenen Zentren.
- A. Die Vorstellung in einem spezialisierten Zentrum ist empfehlenswert und keine riskante Maßnahme.
- B. Die serologische Diagnostik ist ein Standardverfahren zur Sicherung der Diagnose und unbedenklich.
- C. Eine Albendazol-Therapie vor geplanter Intervention ist leitliniengerecht und reduziert das Risiko einer Aussaat.
- E. Die Kontrastmittel-CT ist eine sinnvolle ergänzende Bildgebung zur Charakterisierung der Zyste ohne Rupturrisiko.
Impfungen und Prävention
1 FragenIn einem mikrobiologischen Labor wird bei einem Patienten eine Infektion mit Masernvirus nachgewiesen. Welche Aussage zur Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) trifft zu?
- ADer Nachweis unterliegt lediglich einer nichtnamentlichen Meldepflicht an das Robert Koch-Institut
- BEine Meldepflicht besteht nur bei zusätzlichem klinischem Verdacht auf eine Masernenzephalitis
- CEine Meldepflicht besteht ausschließlich für den behandelnden Arzt, nicht für das Labor
- DEs besteht keine Meldepflicht, da Masern durch die Impfung als eliminiert gelten
- EDer direkte Erregernachweis von Masernvirus unterliegt der namentlichen Meldepflicht an das Gesundheitsamt
Lösung anzeigen
Nach § 7 IfSG unterliegt der direkte oder indirekte Nachweis des Masernvirus der namentlichen Meldepflicht durch das Labor an das zuständige Gesundheitsamt. Zusätzlich besteht nach § 6 IfSG auch für den behandelnden Arzt eine namentliche Meldepflicht bei klinischem Verdacht, Erkrankung und Tod an Masern. Nichtnamentliche Meldungen betreffen andere Erreger wie HIV oder bestimmte Erregernachweise, bei denen der Personenschutz im Vordergrund steht, nicht jedoch hochkontagiöse, meldepflichtige Erkrankungen wie Masern, für die eine schnelle Kontaktpersonennachverfolgung notwendig ist.
- A. Die Masernmeldung erfolgt namentlich und direkt an das Gesundheitsamt, nicht nichtnamentlich an das RKI.
- B. Die Meldepflicht besteht bereits bei Erregernachweis bzw. klinischem Verdacht und ist nicht auf eine Enzephalitis als Komplikation beschränkt.
- C. Sowohl der behandelnde Arzt (§ 6 IfSG) als auch das nachweisende Labor (§ 7 IfSG) sind zur namentlichen Meldung verpflichtet.
- D. Trotz Eliminationszielen bestehen in Deutschland weiterhin Maserninfektionen, daher besteht unverändert eine Meldepflicht.
Antibiotikatherapie und Resistenz
3 FragenEin 40-jähriger Patient mit bekannter Penicillinallergie (anamnestisch generalisierte Urtikaria nach Amoxicillin-Einnahme) soll wegen einer ambulant erworbenen Pneumonie antibiotisch behandelt werden. Der behandelnde Arzt erwägt eine Therapie mit einem Cephalosporin der 3. Generation. Worauf beruht die mögliche Kreuzallergie zwischen Penicillinen und Cephalosporinen?
- AGemeinsamer Betalaktamring, der bei beiden Substanzklassen die Transpeptidasen der bakteriellen Zellwandsynthese hemmt und als Epitop fungieren kann
- BGemeinsame Hemmung der Folsäuresynthese über die Dihydropteroat-Synthase
- CGemeinsame Bindung an die bakterielle RNA-Polymerase
- DGemeinsame Hemmung der bakteriellen DNA-Gyrase
- EGemeinsame Hemmung der bakteriellen Proteinbiosynthese an der 30S-Ribosomenuntereinheit
Lösung anzeigen
Penicilline und Cephalosporine gehören beide zur Gruppe der Betalaktam-Antibiotika und besitzen einen gemeinsamen Betalaktamring, der kovalent an die Penicillin-bindenden Proteine (Transpeptidasen) bindet und so die Quervernetzung des bakteriellen Peptidoglykans hemmt, was zur Zelllyse führt. Dieser gemeinsame strukturelle Baustein kann als Hapten wirken und bei sensibilisierten Patienten eine IgE-vermittelte Kreuzreaktion auslösen, deren Wahrscheinlichkeit jedoch je nach Seitenkette und Generation des Cephalosporins variiert. Insbesondere Cephalosporine der 3. Generation zeigen eine deutlich geringere Kreuzreaktivität als ältere Cephalosporine der 1. Generation.
- B. Die Hemmung der Folsäuresynthese beschreibt den Wirkmechanismus von Sulfonamiden, nicht von Penicillinen oder Cephalosporinen.
- C. Eine Bindung an die RNA-Polymerase ist der Wirkmechanismus von Rifampicin und nicht relevant für Betalaktam-Antibiotika.
- D. Die Hemmung der DNA-Gyrase ist der Wirkmechanismus von Fluorchinolonen und hat keine Verbindung zu Betalaktamen.
- E. Die Hemmung der 30S-Ribosomenuntereinheit ist der Wirkmechanismus von Tetracyclinen und Aminoglykosiden, nicht von Betalaktam-Antibiotika.
Ein 72-jähriger Patient wird aus einem Krankenhaus in Griechenland zur Weiterbehandlung einer chronischen Wunde am Unterschenkel in eine deutsche Klinik verlegt. Er war dort über drei Wochen stationär behandelt worden. Bei Aufnahme ist der Patient afebril, die Wunde zeigt granulierendes Gewebe ohne Zeichen einer floriden Infektion. Welche Maßnahme ist bei Aufnahme am ehesten indiziert?
- AAmbulante Wiedervorstellung in zwei Wochen zur Verlaufskontrolle ohne weitere Diagnostik
- BAbstrich von Nase, Rachen und Wunde auf MRSA mit präemptiver Isolierung bis zum Befund
- CVerzicht auf ein Screening, da der Patient keine Symptome einer Infektion zeigt
- DSofortige kalkulierte Therapie mit Vancomycin i.v.
- EEinmalige Dekolonisationstherapie mit Mupirocin ohne vorheriges Screening
Lösung anzeigen
Patienten mit bekannten MRSA-Risikofaktoren, zu denen ein stationärer Krankenhausaufenthalt im Ausland innerhalb der letzten sechs bis zwölf Monate zählt, sollten gemäß KRINKO-Empfehlung bei Aufnahme auf MRSA gescreent werden. Bis zum Vorliegen des Ergebnisses erfolgt eine präemptive Einzelzimmerisolierung mit Kontaktschutzmaßnahmen, um eine nosokomiale Übertragung zu verhindern. Das Screening umfasst Abstriche von Nasenvorhof, Rachen und vorhandenen Wunden oder Hautläsionen. Eine kalkulierte antibiotische Therapie ist ohne Hinweis auf eine floride Infektion nicht indiziert.
- A. Die Verzögerung der Diagnostik um zwei Wochen würde eine mögliche nosokomiale Weiterverbreitung während des stationären Aufenthalts nicht verhindern.
- C. Ein Auslandsaufenthalt in einer Klinik ist ein anerkannter Risikofaktor, der ein Screening unabhängig von Symptomen erfordert.
- D. Eine antibiotische Therapie ist ohne klinische Infektionszeichen nicht indiziert, zudem wäre MRSA noch nicht nachgewiesen.
- E. Eine Dekolonisation ohne vorherigen Nachweis einer Kolonisation ist nicht indiziert und widerspricht dem Stufenschema.
Bei einer 64-jährigen Patientin mit fieberhafter Pyelonephritis wird aus der Urinkultur ein Escherichia coli isoliert, der phänotypisch als ESBL-bildend charakterisiert wird. Der Keim zeigt in vitro eine Resistenz gegenüber Cefotaxim und Ceftazidim, die durch Zugabe von Clavulansäure aufgehoben werden kann. Welcher Mechanismus liegt dieser Resistenz zugrunde?
- AEnzymatische Methylierung der ribosomalen Bindungsstelle für Betalactam-Antibiotika
- BVerminderte Expression von Porinkanälen in der äußeren Membran mit reduzierter Antibiotikapenetration
- CBildung eines Enzyms, das die Betalactam-Ringstruktur von Penicillinen und Cephalosporinen hydrolysiert
- DVeränderung der Penicillin-bindenden Proteine mit verminderter Affinität für Betalactam-Antibiotika
- EAktiver Efflux des Antibiotikums aus der Bakterienzelle über ein Multidrug-Efflux-Transportsystem
Lösung anzeigen
ESBL (Extended-Spektrum-Betalaktamasen) sind bakterielle Enzyme, die die Betalactam-Ringstruktur von Penicillinen, Cephalosporinen der dritten und vierten Generation sowie Monobactamen hydrolysieren und damit inaktivieren. Die Hemmbarkeit durch Clavulansäure, einen Betalactamase-Inhibitor, ist charakteristisch für ESBL und dient der laborchemischen Differenzierung von anderen Resistenzmechanismen wie AmpC-Betalactamasen. Für die kalkulierte Therapie bedeutet ein ESBL-Nachweis, dass Cephalosporine und Aminopenicilline unwirksam sind und bei schwerer Infektion primär ein Carbapenem wie Meropenem eingesetzt werden muss. Betalactam-Betalactamase-Inhibitor-Kombinationen können je nach Erreger und Resistogramm eine Alternative darstellen.
- A. Ribosomale Methylierung vermittelt Makrolid- oder Aminoglykosidresistenz, nicht die Betalactamresistenz durch ESBL.
- B. Porinverlust trägt zur Carbapenemresistenz bei gramnegativen Erregern bei, erklärt aber nicht die Clavulansäure-hemmbare Cephalosporinresistenz.
- D. Dieser Mechanismus liegt der Methicillinresistenz bei Staphylokokken zugrunde, nicht der ESBL-vermittelten Resistenz.
- E. Efflux-Pumpen sind an Resistenzen gegenüber Tetracyclinen oder Fluorchinolonen beteiligt, nicht primär an der ESBL-Resistenz.
Häufige Fragen
Sind das echte M2-Fragen?
Nein. Es sind eigene Übungsfragen im Stil des M2 nach dem Gegenstandskatalog; Originalfragen des IMPP geben wir nicht wieder. Ein zweites, unabhängiges Modell hat jede Frage ohne Lösung beantwortet, Fragen mit strittiger Lösung wurden entfernt.
Wie nutze ich diese Fragen zu Infektiologie am besten?
Kreuzen Sie zuerst das Quiz, ohne die Lösungen anzusehen, und lesen Sie dann die Erklärung zu jeder falschen oder geratenen Frage. Das Lernziel unter jeder Lösung ist der Merksatz.
Sind die Fragen kostenlos?
Ja. Alle Fragen, Lösungen und Erklärungen auf dieser Seite sind kostenlos und ohne Anmeldung.
Weitere Fächer im M2
Die Fragen des M2 erstellt das IMPP. WhiteCoat Pro steht in keiner Verbindung zu diesem Institut und wird von ihm nicht empfohlen. Alle Fragen sind eigene Übungsfragen: von der Redaktion von WhiteCoat Pro mit KI-Unterstützung geschrieben und von einem zweiten, unabhängigen KI-Modell geprüft, das jede Frage ohne Lösung beantwortet; Fragen mit strittiger Lösung werden entfernt. Es sind keine echten Prüfungsfragen. Nur zu Lernzwecken, keine ärztliche Beratung.