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M2-Fragen Chirurgie

44 eigene Übungsfragen im Stil des M2 zum Fach Chirurgie: jeweils mit richtiger Antwort, Erklärung, warum die anderen Antworten falsch sind, und Lernziel. Kreuzen Sie im Quiz oder lesen Sie die Fragen unten, nach Themen geordnet.

Fragen44 mit Lösung
Themen9
Antworten je Frage5
Zeit≈ 66 Min.
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Allgemeine Chirurgie: Wunde, Naht, Infektion

7 Fragen
1

Ein 45-jähriger Patient erlitt vor 4 Tagen eine Schnittverletzung am Unterarm, die primär genäht wurde. Die Wundränder zeigen sich reizlos, es hat sich noch keine signifikante Zugfestigkeit aufgebaut. Histologisch dominieren in diesem Zeitraum einwandernde Fibroblasten und Makrophagen sowie beginnende Kollagensynthese. Welcher Prozess kennzeichnet überwiegend diese Phase der Wundheilung?

  1. AKontraktion der Wunde durch Myofibroblasten als Abschluss der Reifung
  2. BEpithelisierung durch Migration von Keratinozyten vom Wundrand
  3. CBildung von Granulationsgewebe mit Neoangiogenese
  4. DHämostase durch Thrombozytenaggregation
  5. EKollagenremodellierung mit Umwandlung von Kollagen Typ III in Typ I
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Lösung: C. Bildung von Granulationsgewebe mit Neoangiogenese

Die Wundheilung läuft in den Phasen Exsudation (Tag 0–1), Resorption/Entzündung (Tag 1–4), Proliferation (Tag 4–14) und Reparation/Remodellierung (ab Tag 14 bis Monate) ab. In der Proliferationsphase wandern Fibroblasten ein, produzieren Kollagen Typ III und bilden zusammen mit neu gebildeten Kapillaren das Granulationsgewebe. Dieses füllt den Wunddefekt auf und bildet die Grundlage für die spätere Epithelisierung und Narbenbildung. Zum Zeitpunkt Tag 4 nach Verletzung befindet sich die Wunde typischerweise in dieser proliferativen Phase.

  • A. Die Wundkontraktion durch Myofibroblasten ist ein späterer Prozess der Reifungsphase, nicht der Abschluss nach nur 4 Tagen.
  • B. Die Epithelisierung beginnt zwar früh, ist aber nicht das dominierende histologische Merkmal an Tag 4, sondern die Granulationsgewebsbildung.
  • D. Die Hämostase findet unmittelbar nach der Verletzung in den ersten Stunden statt, nicht am vierten Tag.
  • E. Die Remodellierung mit Kollagen-Typ-Wechsel erfolgt erst in der späten Reparationsphase über Wochen bis Monate.
Lernziel: Die Proliferationsphase der Wundheilung (Tag 4–14) ist durch Fibroblasteneinwanderung, Kollagen-III-Synthese und Bildung von Granulationsgewebe mit Neoangiogenese gekennzeichnet.
2

Eine 29-jährige Patientin wird 10 Stunden nach einer tiefen, stark kontaminierten Bisswunde am Unterschenkel durch einen Hund in der Notaufnahme vorgestellt. Die Wunde ist 6 cm lang, mit Erde und Speichelresten verschmutzt, die Wundränder sind zerfetzt. Es besteht kein Anhalt für eine Verletzung von Gefäßen, Nerven oder Sehnen. Wie sollte die Wunde primär versorgt werden?

  1. AAdaptation der Wundränder mittels Gewebekleber ohne vorheriges Débridement
  2. BAnlage eines Wunddrainagesystems bei gleichzeitigem spannungsfreiem Verschluss
  3. CAusgiebiges Débridement und Spülung, Wunde offen belassen zur sekundären Heilung
  4. DPrimärer Wundverschluss nach systemischer Antibiotikagabe ohne Débridement
  5. ESofortiger primärer Wundverschluss mit Einzelknopfnähten
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Lösung: C. Ausgiebiges Débridement und Spülung, Wunde offen belassen zur sekundären Heilung

Bisswunden gelten aufgrund der hohen Keimlast (Pasteurella, Anaerobier) und der oft tiefen, zerfetzten Wundstruktur als kontaminierte bis infizierte Wunden mit hohem Infektionsrisiko. Nach den Prinzipien der Wundversorgung sollten solche Wunden nach ausgiebigem chirurgischem Débridement und Spülung offen gelassen werden und sekundär (per secundam intentionem) heilen oder nach klinischer Beobachtung verzögert primär verschlossen werden. Ein primärer Verschluss kontaminierter Wunden erhöht das Risiko für Abszessbildung und Wundinfektion erheblich. Die zeitliche Latenz von über 6–8 Stunden nach Verletzung spricht zusätzlich gegen einen primären Verschluss.

  • A. Gewebekleber ist für saubere, spannungsfreie oberflächliche Wunden geeignet, nicht für tiefe kontaminierte Bisswunden.
  • B. Ein Drainagesystem allein löst das Grundproblem der bakteriellen Kontamination nicht und rechtfertigt keinen primären Verschluss.
  • D. Eine Antibiotikagabe ersetzt niemals das notwendige chirurgische Débridement bei kontaminierten Wunden.
  • E. Ein primärer Verschluss einer stark kontaminierten Bisswunde birgt ein hohes Infektions- und Abszessrisiko und ist kontraindiziert.
Lernziel: Kontaminierte und ältere Wunden (z. B. Bisswunden) werden débridiert und offen zur sekundären Wundheilung belassen, während saubere, frische Wunden primär verschlossen werden können.
3

Ein 52-jähriger Patient stellt sich nach einer tiefen, verschmutzten Schnittverletzung am Fuß durch ein rostiges Gartengerät vor. Er kann keinen Impfpass vorlegen und erinnert sich nicht an frühere Tetanusimpfungen. Welche Maßnahme ist bezüglich der Tetanusprophylaxe indiziert?

  1. AAlleinige Auffrischimpfung mit Tetanus-Toxoid ohne Immunglobulingabe
  2. BVerabreichung von Tetanus-Immunglobulin, gefolgt von aktiver Impfung erst nach 4 Wochen
  3. CGleichzeitige Gabe von Tetanus-Toxoid-Impfstoff und Tetanus-Immunglobulin an unterschiedlichen Injektionsstellen
  4. DAbwarten und Beobachtung, da bei Erwachsenen meist ein ausreichender Impfschutz vorliegt
  5. EAlleinige Gabe von Tetanus-Immunglobulin ohne aktive Impfung
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Lösung: C. Gleichzeitige Gabe von Tetanus-Toxoid-Impfstoff und Tetanus-Immunglobulin an unterschiedlichen Injektionsstellen

Bei unbekanntem oder nicht sicher vollständigem Impfstatus und einer tetanusgefährdenden Wunde (verschmutzt, tief, Gewebeschädigung) empfiehlt die STIKO die simultane Gabe von Tetanus-Toxoid-Impfstoff und Tetanus-Immunglobulin an unterschiedlichen Körperstellen. Das Immunglobulin liefert sofortigen passiven Schutz, während die aktive Impfung die körpereigene Immunantwort aufbaut. Diese Simultanprophylaxe ist bei allen Personen mit unklarem oder unvollständigem Impfstatus (weniger als 3 Impfungen oder unbekannt) bei tetanusgefährdenden Wunden indiziert.

  • A. Eine alleinige Aktivimpfung ohne Immunglobulin bietet bei unklarem Impfstatus keinen ausreichenden Sofortschutz, da die Antikörperbildung Tage dauert.
  • B. Die aktive Impfung sollte simultan mit dem Immunglobulin und nicht erst nach 4 Wochen verzögert gegeben werden.
  • D. Bei unklarem Impfstatus und tetanusgefährdender Wunde darf nicht abgewartet werden, da Tetanus eine lebensbedrohliche Erkrankung ist.
  • E. Eine alleinige Immunglobulingabe ohne aktive Impfung schützt nur passiv und kurzfristig, ohne langfristigen Impfschutz aufzubauen.
Lernziel: Bei tetanusgefährdenden Wunden und unklarem oder unvollständigem Impfstatus ist die simultane Gabe von Tetanus-Toxoid und Tetanus-Immunglobulin indiziert.
4

Eine 67-jährige Patientin entwickelt am 6. postoperativen Tag nach offener Sigmaresektion Fieber bis 38,6 °C. Die Bauchdecke im Bereich der Laparotomienarbe ist gerötet, überwärmt und druckschmerzhaft, es entleert sich serös-eitriges Sekret aus der Wunde. Laborchemisch zeigt sich ein CRP-Anstieg auf 180 mg/l (Vortag 60 mg/l) und eine Leukozytose von 15.600/µl. Was ist der nächste Schritt?

  1. AEröffnung der Wunde mit Entnahme einer Wundabstrich für mikrobiologische Kultur und offene Wundbehandlung
  2. BAbwartendes Verhalten mit täglicher klinischer Kontrolle unter oraler Antibiotikagabe
  3. CCT-Abdomen zum Ausschluss einer Anastomoseninsuffizienz vor jeder weiteren Maßnahme
  4. DSofortige kalkulierte intravenöse Breitspektrum-Antibiotikatherapie ohne Wundrevision
  5. ESofortige operative Revision in Vollnarkose mit Anlage eines VAC-Systems
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Lösung: A. Eröffnung der Wunde mit Entnahme einer Wundabstrich für mikrobiologische Kultur und offene Wundbehandlung

Bei klinischen Zeichen einer oberflächlichen bis tiefen postoperativen Wundinfektion (Rötung, Überwärmung, eitrige Sekretion, systemische Entzündungszeichen) ist der nächste Schritt die Eröffnung der Wunde zur Entlastung des infizierten Materials, mit Entnahme eines Abstrichs zur Erregeridentifikation und Resistenztestung. Die Wunde wird anschließend offen zur sekundären Heilung behandelt beziehungsweise regelmäßig gespült und verbunden. Eine alleinige Antibiotikagabe ohne Fokussanierung ist bei einem manifesten Abszess oder einer eitrigen Wundinfektion nicht ausreichend, da der Erreger durch Eiter von der systemischen Zirkulation abgeschirmt ist (Source Control-Prinzip).

  • B. Abwartendes Verhalten verzögert die notwendige Fokussanierung und gefährdet die Patientin durch Progression der Infektion.
  • C. Ein CT-Abdomen wäre nur bei Verdacht auf eine tiefere intraabdominelle Komplikation indiziert, hier liegt klinisch eine oberflächliche Wundinfektion vor.
  • D. Eine alleinige Antibiotikagabe ohne Fokussanierung durch Wunderöffnung ist bei manifester eitriger Infektion nicht ausreichend wirksam.
  • E. Eine operative Revision in Vollnarkose mit VAC-Anlage ist bei einer unkomplizierten oberflächlichen Wundinfektion übertrieben; die Wunderöffnung erfolgt meist am Bett oder im Ambulanzraum.
Lernziel: Bei postoperativer Wundinfektion mit eitriger Sekretion ist die Eröffnung der Wunde mit mikrobiologischer Abstrichentnahme der entscheidende erste Schritt (Source Control).
5

Ein 54-jähriger Patient mit Diabetes mellitus Typ 2 stellt sich mit seit 24 Stunden rasch progredienten Schmerzen am linken Unterschenkel vor. Die Haut zeigt eine livide Verfärbung mit vereinzelten Blasen, der Schmerz erscheint im Verhältnis zum äußeren Hautbefund unverhältnismäßig stark. Temperatur 39,1 °C, Herzfrequenz 128/min, Blutdruck 95/55 mmHg. Bei Palpation lässt sich ein Knistern unter der Haut tasten. Was ist der nächste Schritt?

  1. AHochdosierte intravenöse Antibiotikatherapie und engmaschige klinische Verlaufskontrolle
  2. BNotfallmäßige chirurgische Exploration mit radikalem Débridement
  3. CHyperbare Oxygenierung als alleinige initiale Therapiemaßnahme
  4. DAnlage eines Kompressionsverbandes und Hochlagerung des Beines
  5. EMRT des Unterschenkels zur Sicherung der Diagnose vor operativem Vorgehen
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Lösung: B. Notfallmäßige chirurgische Exploration mit radikalem Débridement

Die Kombination aus unverhältnismäßig starkem Schmerz, rascher Progredienz, Hautnekrosen mit Blasenbildung, tastbarer Krepitation (Gasbildung durch Anaerobier) und systemischer Sepsis-Symptomatik ist hochsuggestiv für eine nekrotisierende Fasziitis. Diese ist ein chirurgischer Notfall, bei dem jede Verzögerung die Mortalität deutlich erhöht. Die Diagnose wird klinisch gestellt, und es erfolgt die sofortige notfallmäßige chirurgische Exploration mit radikalem Débridement aller nekrotischen Gewebeanteile, ergänzt durch eine kalkulierte Breitspektrumantibiose. Bildgebende Diagnostik darf die notwendige Operation nicht verzögern.

  • A. Eine alleinige Antibiotikatherapie ohne chirurgisches Débridement ist bei nekrotisierender Fasziitis unzureichend, da avitales Gewebe operativ entfernt werden muss.
  • C. Hyperbare Oxygenierung kann adjuvant eingesetzt werden, ersetzt aber nicht das notfallmäßige chirurgische Débridement.
  • D. Ein Kompressionsverband ist kontraindiziert und verzögert die essentielle chirurgische Therapie bei dieser lebensbedrohlichen Infektion.
  • E. Eine MRT-Diagnostik würde die notwendige notfallmäßige Operation verzögern und die Prognose verschlechtern; die Diagnose wird klinisch gestellt.
Lernziel: Bei Verdacht auf nekrotisierende Fasziitis ist die notfallmäßige chirurgische Exploration mit radikalem Débridement ohne diagnostische Verzögerung die entscheidende Therapie.
6

Ein 61-jähriger Patient ist für eine elektive laparoskopische Sigmaresektion bei Divertikelkrankheit geplant. Es soll eine perioperative Antibiotikaprophylaxe mit Cefuroxim und Metronidazol erfolgen. Zu welchem Zeitpunkt sollte die intravenöse Gabe der Antibiotikaprophylaxe idealerweise erfolgen?

  1. ABereits am Vorabend der Operation vor dem Schlafengehen
  2. BUnmittelbar nach Abschluss der Hautnaht
  3. CErst bei Auftreten erster klinischer Entzündungszeichen postoperativ
  4. D30 bis 60 Minuten vor Hautschnitt
  5. ERoutinemäßig über 5 Tage postoperativ fortgesetzt
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Lösung: D. 30 bis 60 Minuten vor Hautschnitt

Die perioperative Antibiotikaprophylaxe soll so appliziert werden, dass zum Zeitpunkt des Hautschnitts ausreichend hohe Gewebespiegel des Antibiotikums vorliegen, dies ist typischerweise 30 bis 60 Minuten vor Schnitt der Fall. Ziel ist es, die intraoperative bakterielle Kontamination zu minimieren und damit das Risiko einer postoperativen Wundinfektion zu senken. Eine Gabe nach Operationsende oder erst bei Infektionszeichen ist keine Prophylaxe mehr, sondern eine verspätete Therapie. Eine Fortführung über mehrere Tage bringt laut aktueller Evidenz keinen zusätzlichen Nutzen und erhöht das Risiko für Resistenzentwicklung und Nebenwirkungen.

  • A. Eine Gabe am Vorabend führt dazu, dass zum Zeitpunkt des Hautschnitts keine ausreichenden Wirkspiegel mehr vorhanden sind.
  • B. Eine Gabe erst nach Hautnaht kommt zu spät, um die intraoperative Kontamination zu verhindern, und entspricht keiner Prophylaxe mehr.
  • C. Das Abwarten klinischer Entzündungszeichen stellt eine Therapie einer bereits manifesten Infektion dar, keine Prophylaxe.
  • E. Eine mehrtägige postoperative Fortführung ist bei der Standardprophylaxe nicht indiziert und erhöht unnötig das Risiko für Resistenzen.
Lernziel: Die perioperative Antibiotikaprophylaxe wird einmalig 30 bis 60 Minuten vor Hautschnitt verabreicht, um zum Zeitpunkt der größten Kontaminationsgefahr ausreichende Gewebespiegel zu erreichen.
7

Bei einer offenen Appendektomie soll die Faszie der Bauchdecke verschlossen werden. Es wird ein Nahtmaterial benötigt, das über mehrere Wochen eine ausreichende Zugfestigkeit zur Unterstützung der Wundheilung bietet, jedoch im weiteren Verlauf vollständig abgebaut werden soll, um Langzeitkomplikationen wie Fadengranulome zu vermeiden. Welches Nahtmaterial ist hierfür am besten geeignet?

  1. AMonofiles, langsam resorbierbares Nahtmaterial wie Polydioxanon (PDS)
  2. BSchnell resorbierbares geflochtenes Nahtmaterial wie Polyglactin 910 mit kurzer Halbwertszeit
  3. CNicht resorbierbares monofiles Nahtmaterial wie Polypropylen
  4. DMetallklammern aus Edelstahl
  5. ENicht resorbierbares geflochtenes Nahtmaterial wie Seide
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Lösung: A. Monofiles, langsam resorbierbares Nahtmaterial wie Polydioxanon (PDS)

Für den Faszienverschluss wird ein Nahtmaterial benötigt, das über Wochen eine ausreichende Zugfestigkeit beibehält, da die Faszie deutlich langsamer heilt als die Haut. Polydioxanon (PDS) ist ein monofiles, langsam resorbierbares synthetisches Material, das seine Zugfestigkeit über etwa 4 bis 6 Wochen behält und erst nach etwa 6 Monaten vollständig resorbiert wird. Die monofile Struktur reduziert zudem das Infektionsrisiko im Vergleich zu geflochtenem Material, da Bakterien sich nicht in den Zwischenräumen der Fasern einnisten können. Dies macht PDS zum Standardmaterial für den Faszienverschluss in der Bauchchirurgie.

  • B. Schnell resorbierbares Material verliert seine Zugfestigkeit bereits nach wenigen Tagen bis Wochen, bevor die Faszie ausreichend verheilt ist.
  • C. Nicht resorbierbares Material verbleibt dauerhaft im Gewebe und erhöht das Risiko für Fremdkörperreaktionen und Fadengranulome, was hier vermieden werden soll.
  • D. Metallklammern werden primär zur Hautnaht oder in der Stapler-Chirurgie verwendet, nicht zum klassischen Faszienverschluss mittels Einzelknopf- oder fortlaufender Naht.
  • E. Geflochtenes, nicht resorbierbares Material wie Seide hat eine erhöhte Infektionsanfälligkeit durch Kapillarwirkung zwischen den Fasern und verbleibt dauerhaft im Gewebe.
Lernziel: Für den Faszienverschluss wird monofiles, langsam resorbierbares Nahtmaterial wie Polydioxanon bevorzugt, da es über Wochen ausreichende Zugfestigkeit bietet und langfristig vollständig abgebaut wird.

Perioperatives Management

1 Fragen
8

Ein 70-jähriger Patient soll sich einer elektiven Hernienoperation unterziehen. In der Anamnese finden sich ein medikamentös gut eingestellter arterieller Hypertonus (Blutdruck 135/82 mmHg unter Therapie) und ein Diabetes mellitus Typ 2 mit stabiler, diätetisch sowie medikamentös guter Einstellung (HbA1c 6,8 %). Es bestehen keine Hinweise auf Endorganschäden. Welcher ASA-Klasse wird dieser Patient präoperativ zugeordnet?

  1. AASA II
  2. BASA IV
  3. CASA V
  4. DASA III
  5. EASA I
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Lösung: A. ASA II

Die ASA-Klassifikation beschreibt den präoperativen Allgemeinzustand des Patienten unabhängig vom geplanten Eingriff. ASA I bezeichnet einen gesunden Patienten ohne systemische Erkrankung. ASA II umfasst Patienten mit einer leichten bis moderaten systemischen Erkrankung ohne wesentliche Funktionseinschränkung, wie ein gut kontrollierter Hypertonus oder ein gut eingestellter Diabetes mellitus ohne Endorganschäden. Da bei diesem Patienten zwei chronische, aber gut kontrollierte Erkrankungen ohne funktionelle Einschränkung oder Endorganschäden vorliegen, entspricht dies der ASA-Klasse II.

  • B. ASA IV bezeichnet eine schwere systemische Erkrankung, die eine konstante Lebensbedrohung darstellt, was hier nicht zutrifft.
  • C. ASA V beschreibt einen moribunden Patienten, bei dem ohne Operation keine Überlebenschance besteht, was auf diesen stabilen Patienten nicht zutrifft.
  • D. ASA III beschreibt eine schwere systemische Erkrankung mit wesentlicher Funktionseinschränkung, die hier bei guter Einstellung beider Erkrankungen nicht vorliegt.
  • E. ASA I setzt das Fehlen jeglicher systemischer Erkrankung voraus, hier liegen jedoch Hypertonus und Diabetes mellitus vor.
Lernziel: Gut kontrollierte chronische Erkrankungen ohne Funktionseinschränkung oder Endorganschäden, wie behandelter Hypertonus oder stabiler Diabetes mellitus, entsprechen der ASA-Klasse II.
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Thorax und Trauma

4 Fragen
9

Ein 45-jähriger Mann wird nach einem Verkehrsunfall mit Anprall des Thorax gegen das Lenkrad in den Schockraum gebracht. Es finden sich Frakturen der 4.–8. Rippe rechts an jeweils zwei Stellen. Bei der Inspektion fällt eine paradoxe Atembewegung des betroffenen Thoraxabschnitts auf. Die Sauerstoffsättigung beträgt 89 % unter Raumluft, die Atemfrequenz 32/min. Welche Komplikation muss in dieser Situation vorrangig bedacht werden?

  1. ASpontanpneumothorax der Gegenseite
  2. BLungenkontusion mit respiratorischer Insuffizienz
  3. CPerforation des Ösophagus
  4. DZwerchfellruptur mit Magenherniation
  5. EMyokardinfarkt durch Koronarspasmus
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Lösung: B. Lungenkontusion mit respiratorischer Insuffizienz

Eine Rippenserienfraktur mit paradoxer Atmung entspricht einem instabilen Thorax (Flail Chest). Die eigentliche lebensbedrohliche Komplikation ist nicht die mechanische Instabilität selbst, sondern die begleitende Lungenkontusion, die zu Ventilations-Perfusions-Mismatch, Hypoxämie und respiratorischer Insuffizienz führt. Die Diagnose stützt sich auf Klinik und CT-Thorax; die Therapie besteht in adäquater Analgesie, Sekretmanagement und ggf. nicht-invasiver oder invasiver Beatmung. Die Letalität wird wesentlich durch das Ausmaß der Lungenkontusion bestimmt, nicht durch die Rippenfrakturen selbst.

  • A. Ein kontralateraler Spontanpneumothorax ist nach stumpfem Thoraxtrauma nicht die typische und führende Komplikation.
  • C. Eine Ösophagusperforation ist bei stumpfem Thoraxtrauma selten und nicht durch die genannten Befunde nahegelegt.
  • D. Eine Zwerchfellruptur passt eher zu penetrierenden oder schweren Dezelerationstraumen mit abdominellen Symptomen, nicht zum beschriebenen Bild.
  • E. Ein Myokardinfarkt durch Koronarspasmus ist keine typische traumabedingte Komplikation der Rippenserienfraktur.
Lernziel: Bei instabilem Thorax (Flail Chest) ist die begleitende Lungenkontusion die entscheidende, prognosebestimmende Komplikation.
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Ein 34-jähriger Mann wird nach einem Sturz aus 4 Metern Höhe in den Schockraum gebracht. Vitalparameter: Herzfrequenz 118/min, Blutdruck 98/68 mmHg, Atemfrequenz 24/min, Diurese in der letzten Stunde 25 ml, Patient wirkt ängstlich und leicht verwirrt. Der geschätzte Blutverlust beträgt etwa 1800 ml. Welcher Schockklasse nach der ATLS-Klassifikation entspricht dieser Befund am ehesten?

  1. ASchockklasse II
  2. BSchockklasse IV
  3. CSchockklasse I
  4. DSchockklasse III
  5. EKompensierter Schock ohne hämodynamische Relevanz
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Lösung: D. Schockklasse III

Die ATLS-Klassifikation des hämorrhagischen Schocks ordnet einen Blutverlust von 30–40 % des Blutvolumens (entspricht etwa 1500–2000 ml beim Erwachsenen) der Schockklasse III zu. Charakteristisch sind Tachykardie über 120/min, erniedrigter Blutdruck, Tachypnoe, deutlich reduzierte Diurese (5–15 ml/h) und veränderter mentaler Status wie Angst oder Verwirrtheit. Diese Konstellation erfordert eine sofortige Transfusion von Blutprodukten zusätzlich zur Volumentherapie. Die Einordnung in Schockklassen hilft, die Dringlichkeit der Blutungskontrolle und Transfusionsstrategie abzuschätzen.

  • A. Schockklasse II (15–30 % Blutverlust) zeigt meist noch einen normalen systolischen Blutdruck und weniger ausgeprägte Bewusstseinsveränderung.
  • B. Schockklasse IV (über 40 % Blutverlust) geht mit stark erniedrigtem Blutdruck, kaum messbarer Diurese und Lethargie einher, was hier noch nicht erreicht ist.
  • C. Schockklasse I entspricht einem Blutverlust bis 15 % mit normalen Vitalparametern, passt nicht zu den Befunden.
  • E. Die beschriebenen Vitalparameter zeigen eine klare hämodynamische Beeinträchtigung, kein kompensiertes Stadium.
Lernziel: Ein Blutverlust von 30–40 % mit Tachykardie, Hypotonie, Oligurie und mentaler Veränderung entspricht der hämorrhagischen Schockklasse III nach ATLS.
11

Eine 22-jährige Frau wird nach einem Fahrradsturz mit Anprall des linken Oberbauchs gegen den Lenker vorgestellt. Sie ist wach, hämodynamisch stabil mit einem Blutdruck von 118/76 mmHg und einer Herzfrequenz von 88/min. In der CT des Abdomens zeigt sich eine Milzlazeration Grad III (AAST) ohne aktive Kontrastmittelextravasation und ohne relevante freie Flüssigkeit außerhalb der Milzregion. Welches Vorgehen ist in dieser Situation indiziert?

  1. AElektive Milzteilresektion nach 48 Stunden Beobachtung
  2. BPrimäre Embolisation der Arteria splenica ohne vorherige Bildgebungskontrolle
  3. CKonservative Therapie mit engmaschiger Kreislauf- und Hb-Kontrolle auf der Intensivstation
  4. DNotfallmäßige Splenektomie über eine laparoskopische Zugang
  5. ESofortige explorative Laparotomie mit Splenektomie
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Lösung: C. Konservative Therapie mit engmaschiger Kreislauf- und Hb-Kontrolle auf der Intensivstation

Bei hämodynamisch stabilen Patienten mit Milzverletzung, auch höhergradiger Lazeration, ohne Nachweis einer aktiven Blutung (Kontrastmittelextravasation) in der CT ist die konservative Therapie mit engmaschiger klinischer Überwachung, seriellen Hämoglobinkontrollen und Möglichkeit zur sofortigen Intervention die Therapie der Wahl. Dies entspricht dem Prinzip des milzerhaltenden Vorgehens gemäß aktueller Leitlinienempfehlung, da die Mehrheit der Milzverletzungen ohne Operation erfolgreich behandelt werden kann. Eine Operation ist nur bei hämodynamischer Instabilität oder Versagen der konservativen Therapie indiziert. Eine Milzerhaltung reduziert das Risiko einer OPSI (Overwhelming Postsplenectomy Infection).

  • A. Eine elektive Teilresektion ist bei fehlender aktiver Blutung und Stabilität nicht notwendig, die konservative Therapie ist primär indiziert.
  • B. Eine Embolisation ohne vorherige Bildgebungskontrolle und ohne Nachweis aktiver Blutung ist nicht gerechtfertigt.
  • D. Auch ein laparoskopisches Vorgehen zur Splenektomie ist bei stabiler Hämodynamik ohne aktive Blutung nicht erforderlich.
  • E. Eine sofortige Splenektomie ist bei hämodynamischer Stabilität und fehlender aktiver Blutung nicht indiziert und übertherapiert die Patientin.
Lernziel: Hämodynamisch stabile Milzverletzungen ohne aktive Kontrastmittelextravasation werden primär konservativ unter engmaschiger Überwachung behandelt.
12

Ein 38-jähriger Mann wird nach einem Autounfall mit hämodynamischer Instabilität (Blutdruck 82/55 mmHg, Herzfrequenz 124/min) in den Schockraum gebracht. Es bestehen Prellmarken im Bereich des linken Oberbauchs. Eine sofortige CT ist aufgrund der Instabilität nicht durchführbar. Welche Untersuchung ist in dieser Situation der nächste diagnostische Schritt?

  1. ADiagnostische Peritoneallavage
  2. BMRT des Abdomens
  3. CDiagnostische Laparoskopie in Vollnarkose
  4. DRöntgen-Abdomen im Stehen
  5. EFokussierte Abdomensonographie (FAST) im Schockraum
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Lösung: E. Fokussierte Abdomensonographie (FAST) im Schockraum

Bei hämodynamisch instabilen Traumapatienten, bei denen eine CT nicht zeitnah durchführbar ist, dient die fokussierte Abdomensonographie (FAST) als schnelle, nicht-invasive Bettuntersuchung zum Nachweis oder Ausschluss freier intraabdomineller Flüssigkeit als Hinweis auf eine relevante Blutung. Sie kann innerhalb von Minuten im Schockraum durchgeführt werden und erlaubt eine rasche Entscheidung zur Notfalllaparotomie, ohne dass der Patient transportiert werden muss. Die FAST ist daher fester Bestandteil des ATLS-Algorithmus (Circulation) bei instabilen Patienten mit Verdacht auf abdominelles Trauma. Eine CT bleibt bei stabilen Patienten die Methode der Wahl zur genaueren Organdiagnostik.

  • A. Die diagnostische Peritoneallavage ist invasiv, zeitaufwendiger und wurde weitgehend durch die FAST-Sonographie abgelöst.
  • B. Ein MRT ist bei Akuttrauma und hämodynamischer Instabilität zu zeit- und ressourcenaufwendig und nicht verfügbar.
  • C. Eine diagnostische Laparoskopie in Vollnarkose ist bei instabilen Patienten zu invasiv und zeitkritisch nicht indiziert.
  • D. Ein Röntgen-Abdomen im Stehen ist bei einem instabilen Patienten nicht praktikabel und liefert keine verlässliche Blutungsdiagnostik.
Lernziel: Bei hämodynamisch instabilen Traumapatienten ist die FAST-Sonographie der schnellste Test zum Nachweis freier intraabdomineller Flüssigkeit.

Abdomen: akutes Abdomen

9 Fragen
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Ein 19-jähriger Mann stellt sich mit seit 14 Stunden bestehenden, zunächst periumbilikal lokalisierten, nun in den rechten Unterbauch gewanderten Schmerzen vor. Er hat Fieber von 38,2 °C, Appetitlosigkeit und einmaliges Erbrechen. Bei der Untersuchung zeigt sich ein Loslassschmerz im rechten Unterbauch sowie ein kontralateraler Loslassschmerz bei Palpation des linken Unterbauchs. Die Leukozytenzahl beträgt 13.200/µl, das CRP 28 mg/l. Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten?

  1. AUreterolithiasis rechts
  2. BAkute mesenteriale Lymphadenitis
  3. CAkute Divertikulitis des Sigmas
  4. DAkute Appendizitis
  5. ERechtsseitige Ovarialzystenruptur
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Lösung: D. Akute Appendizitis

Die klassische klinische Konstellation aus periumbilikalem Schmerzbeginn mit Wanderung in den rechten Unterbauch, Fieber, Leukozytose, erhöhtem CRP und positivem Loslassschmerz im rechten Unterbauch sowie kontralateralem Loslassschmerz (Rovsing-Zeichen) ist hochtypisch für eine akute Appendizitis. Diese Schmerzwanderung erklärt sich durch die initial viszerale Reizung (periumbilikal über Dermatom T10) und spätere peritoneale Reizung bei fortschreitender Entzündung im rechten Unterbauch. Die Diagnose wird klinisch gestellt und durch Sonographie (ggf. CT) gestützt. Bei typischer Klinik und entzündlichen Laborparametern ist die Appendizitis die führende Differentialdiagnose bei jungen Patienten mit diesem Beschwerdebild.

  • A. Eine Ureterolithiasis verursacht kolikartige, in die Leiste ausstrahlende Schmerzen, meist ohne Peritonismus und Fieber in diesem Ausmaß.
  • B. Eine mesenteriale Lymphadenitis verläuft meist milder und ohne die typische Schmerzwanderung mit Peritonismus.
  • C. Eine Sigmadivertikulitis verursacht typischerweise Schmerzen im linken Unterbauch, nicht rechts.
  • E. Eine Ovarialzystenruptur ist bei einem männlichen Patienten anatomisch nicht möglich.
Lernziel: Periumbilikaler Schmerzbeginn mit Wanderung in den rechten Unterbauch, Loslassschmerz und Entzündungszeichen sind klassisch für die akute Appendizitis.
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Bei einem 24-jährigen Mann wird anhand von Klinik, Labor (Leukozyten 14.500/µl, CRP 45 mg/l) und sonographischem Nachweis einer verdickten, nicht komprimierbaren Appendix von 11 mm Durchmesser die Diagnose einer unkomplizierten akuten Appendizitis gestellt. Es bestehen keine Hinweise auf Perforation oder Abszess. Welches Vorgehen entspricht der leitliniengerechten Therapie der Wahl?

  1. AElektive Appendektomie nach 4–6 Wochen Antibiose
  2. BAbwartendes Verhalten mit alleiniger Analgesie und Verlaufskontrolle
  3. CZeitnahe laparoskopische Appendektomie
  4. DPrimär konservative Antibiotikatherapie ohne OP-Option
  5. EPerkutane Drainage des Appendixlumens
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Lösung: C. Zeitnahe laparoskopische Appendektomie

Die Therapie der Wahl bei akuter, unkomplizierter Appendizitis ist die zeitnahe (dringliche, nicht notfallmäßige nächtliche) laparoskopische Appendektomie, da sie gegenüber dem offenen Verfahren mit weniger Wundinfektionen, kürzerer Hospitalisation und schnellerer Rekonvaleszenz einhergeht. Eine rein konservative Antibiotikatherapie kann bei ausgewählten Patienten erwogen werden, ist aber mit einer relevanten Rezidivrate assoziiert und nicht die Standardtherapie der Wahl. Die zeitliche Dringlichkeit ergibt sich aus dem Risiko einer Perforation bei Verzögerung, ein sofortiger nächtlicher Noteingriff ist bei unkompliziertem Verlauf jedoch nicht zwingend erforderlich. Die laparoskopische Appendektomie ist gemäß aktueller AWMF-Leitlinie der Goldstandard.

  • A. Ein Zuwarten über Wochen unter Antibiose erhöht das Perforationsrisiko erheblich und entspricht nicht der Leitlinienempfehlung.
  • B. Ein alleiniges abwartendes Verhalten ohne Therapie ist bei gesicherter Appendizitis aufgrund des Perforationsrisikos nicht vertretbar.
  • D. Eine rein konservative Therapie ohne OP-Option ist keine Standardtherapie und birgt ein relevantes Rezidiv- und Perforationsrisiko.
  • E. Eine perkutane Drainage ist bei fehlendem Abszess nicht indiziert und kein anerkanntes Therapieverfahren der unkomplizierten Appendizitis.
Lernziel: Die unkomplizierte akute Appendizitis wird leitliniengerecht durch zeitnahe laparoskopische Appendektomie behandelt.
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Ein 68-jähriger Patient wird mit Fieber bis 39,1 °C, Schüttelfrost und kolikartigen rechtsseitigen Oberbauchschmerzen vorstellig. Bei der Untersuchung fällt eine Gelbfärbung der Skleren auf. Labor: Bilirubin gesamt 4,8 mg/dl, GGT 310 U/l, AP 280 U/l, Leukozyten 16.200/µl, CRP 145 mg/l. Die Sonographie zeigt einen auf 11 mm erweiterten Ductus hepatocholedochus mit einem echogenen Konkrement im distalen Choledochus. Welches ist der nächste therapeutische Schritt?

  1. AOffene Choledochusrevision mit T-Drainage im nächsten verfügbaren OP-Fenster
  2. BNotfallmäßige endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie mit Papillotomie und Steinextraktion
  3. CPerkutane transhepatische Cholangiodrainage als Erstmaßnahme
  4. DHochdosierte intravenöse Antibiotikatherapie allein ohne weitere Intervention
  5. EElektive laparoskopische Cholecystektomie mit intraoperativer Cholangiographie
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Lösung: B. Notfallmäßige endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie mit Papillotomie und Steinextraktion

Die Kombination aus Fieber, Ikterus und rechtsseitigem Oberbauchschmerz entspricht der klassischen Charcot-Trias und ist beweisend für eine akute Cholangitis bei Choledocholithiasis. Diese stellt einen Notfall dar, da sich rasch eine Urosepsis oder ein septischer Schock entwickeln kann. Die Therapie der Wahl ist die umgehende endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie mit Papillotomie und Steinextraktion zur biliären Dekompression, kombiniert mit einer antibiotischen Therapie. Erst nach Beherrschung der akuten Cholangitis erfolgt die Cholecystektomie im Verlauf desselben stationären Aufenthalts.

  • A. Eine offene Choledochusrevision ist aufgrund der höheren Morbidität nicht Mittel der ersten Wahl, wenn eine ERCP verfügbar ist.
  • C. Die perkutane transhepatische Drainage ist Reserveverfahren bei nicht erfolgreicher oder nicht durchführbarer ERCP.
  • D. Eine alleinige Antibiotikatherapie beseitigt die Obstruktion nicht und ist bei Cholangitis mit Choledocholithiasis unzureichend.
  • E. Eine elektive Cholecystektomie ist bei akuter Cholangitis zu spät; zunächst muss die Gallengangsobstruktion notfallmäßig beseitigt werden.
Lernziel: Bei akuter Cholangitis mit Charcot-Trias ist die notfallmäßige ERCP mit Papillotomie und Steinextraktion die Therapie der Wahl.
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Ein 45-jähriger Patient mit bekanntem Alkoholabusus stellt sich mit seit 12 Stunden bestehenden heftigen, gürtelförmig ausstrahlenden Oberbauchschmerzen und Erbrechen vor. Bei der Untersuchung besteht eine diffuse Abwehrspannung im Epigastrium, die Darmgeräusche sind spärlich. Die Lipase liegt bei 1250 U/l (Referenzbereich bis 60 U/l). Eine Computertomographie wurde noch nicht durchgeführt. Welche Aussage zur Diagnosestellung ist zutreffend?

  1. ADie Diagnose erfordert zwingend den endoskopischen Nachweis einer Papillenobstruktion
  2. BDie Diagnose ist bereits durch Klinik und Lipaseerhöhung über das Dreifache des oberen Referenzwerts gesichert, eine CT ist initial nicht zwingend erforderlich
  3. COhne Nachweis einer Hyperkalzämie kann eine akute Pankreatitis ausgeschlossen werden
  4. DEine Erhöhung der Amylase ist für die Diagnosestellung spezifischer als die Lipase und daher obligat zu bestimmen
  5. EDie Diagnose kann erst nach bildgebendem Nachweis von Pankreasnekrosen in der Kontrastmittel-CT gestellt werden
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Lösung: B. Die Diagnose ist bereits durch Klinik und Lipaseerhöhung über das Dreifache des oberen Referenzwerts gesichert, eine CT ist initial nicht zwingend erforderlich

Nach den revidierten Atlanta-Kriterien wird die Diagnose einer akuten Pankreatitis gestellt, wenn mindestens zwei der folgenden drei Kriterien erfüllt sind: typischer abdomineller Schmerz, Lipase- oder Amylaseerhöhung über das Dreifache des oberen Referenzwerts, und charakteristische Bildgebungsbefunde. Bei typischer Klinik und entsprechend erhöhter Lipase sind bereits zwei Kriterien erfüllt, eine Bildgebung ist zur Diagnosestellung dann nicht zwingend notwendig. Die häufigsten Ursachen sind biliär und alkoholtoxisch, bei diesem Patienten mit Alkoholabusus ist eine alkoholtoxische Genese am wahrscheinlichsten. Eine CT ist eher bei diagnostischer Unsicherheit oder zur Komplikationsbeurteilung nach 72 Stunden indiziert.

  • A. Ein endoskopischer Nachweis ist nur bei Verdacht auf biliäre Genese mit Choledocholithiasis relevant, nicht zur generellen Diagnosestellung.
  • C. Eine Hyperkalzämie ist eine seltene Ursache der Pankreatitis, ihr Fehlen schließt die Erkrankung nicht aus.
  • D. Die Lipase ist der Amylase in Sensitivität und Spezifität überlegen und wird bevorzugt bestimmt.
  • E. Eine Bildgebung ist nur eines von drei möglichen Kriterien und bei Erfüllung der anderen beiden nicht zwingend erforderlich.
Lernziel: Die Diagnose der akuten Pankreatitis erfordert nach den Atlanta-Kriterien zwei von drei Kriterien: typischer Schmerz, Lipase/Amylase über dem Dreifachen der Norm, oder passende Bildgebung.
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Ein 58-jähriger Patient wird wegen einer schweren akuten Pankreatitis seit 10 Tagen intensivmedizinisch behandelt. Am Aufnahmetag betrug die Lipase 1800 U/l. Jetzt entwickelt er erneut Fieber bis 39,0 °C, die Entzündungswerte steigen mit CRP 220 mg/l und Procalcitonin 3,8 ng/ml an. In der Kontrastmittel-CT zeigt sich ein nicht perfundiertes, abgekapseltes Areal im Pankreaskorpus mit Lufteinschlüssen innerhalb der Nekrosehöhle. Welche Komplikation liegt am wahrscheinlichsten vor?

  1. AAkute peripankreatische Flüssigkeitskollektion
  2. BChronische Pankreatitis mit Kalzifikationen
  3. CPankreaspseudozyste
  4. DInfizierte Pankreasnekrose
  5. ESterile Pankreasnekrose
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Lösung: D. Infizierte Pankreasnekrose

Der Nachweis von Gaseinschlüssen innerhalb einer nekrotischen Pankreasformation in der CT, zusammen mit klinischen Zeichen einer systemischen Infektion wie Fieber, steigendem CRP und Procalcitonin, ist beweisend für eine infizierte Pankreasnekrose. Diese entsteht meist durch bakterielle Translokation aus dem Darm in nekrotisches Gewebe und tritt typischerweise in der zweiten bis dritten Krankheitswoche auf. Die infizierte Pankreasnekrose erfordert in der Regel eine interventionelle oder chirurgische Nekrosektomie, meist nach einem initialen Step-up-Approach mit perkutaner oder endoskopischer Drainage. Eine alleinige Antibiotikatherapie ohne Sanierung des Fokus ist bei Organisationsnachweis in der Regel nicht ausreichend.

  • A. Eine akute Flüssigkeitskollektion tritt in den ersten 4 Wochen ohne solide Nekroseanteile auf und zeigt keine Gaseinschlüsse.
  • B. Kalzifikationen sind typisch für die chronische Pankreatitis, nicht für die akute Verlaufsform mit Gaseinschlüssen in Nekrosehöhlen.
  • C. Eine Pseudozyste ist eine spät auftretende, abgekapselte Flüssigkeitsansammlung ohne solide Nekroseanteile, meist nach 4 Wochen.
  • E. Lufteinschlüsse in der Nekrosehöhle sind spezifisch für eine bakterielle Infektion und sprechen gegen eine sterile Nekrose.
Lernziel: Gaseinschlüsse in einer Pankreasnekrosehöhle mit systemischen Infektionszeichen sind beweisend für eine infizierte Pankreasnekrose.
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Eine 71-jährige Patientin, die vor 8 Jahren wegen eines Ovarialkarzinoms laparotomiert wurde, stellt sich mit seit 2 Tagen zunehmenden krampfartigen Bauchschmerzen, Übelkeit und galligem Erbrechen vor. Seit 24 Stunden hat sie keinen Stuhlgang mehr abgesetzt. Bei der Untersuchung zeigt sich ein meteoristisches Abdomen mit hochgestellten, klingenden Darmgeräuschen. In der Abdomenübersichtsaufnahme im Stehen sind multiple Dünndarmspiegel sichtbar, Kolonhaustren fehlen. Was ist die wahrscheinlichste Ursache dieser Symptomatik?

  1. AIntraluminales Dünndarmkarzinom
  2. BPostoperative Briden beziehungsweise Adhäsionen
  3. CInkarzerierte Leistenhernie
  4. DDünndarmvolvolus bei Malrotation
  5. EObturationsileus durch Gallenstein (Gallensteinileus)
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Lösung: B. Postoperative Briden beziehungsweise Adhäsionen

Die mit Abstand häufigste Ursache eines mechanischen Dünndarmileus bei Erwachsenen sind postoperative Adhäsionen beziehungsweise Briden nach vorangegangenen abdominellen oder gynäkologischen Operationen. Die Anamnese einer früheren Laparotomie zusammen mit klassischen Ileuszeichen wie Erbrechen, Stuhl- und Windverhalt, hochgestellten Darmgeräuschen und multiplen Dünndarmspiegeln in der Abdomenübersicht stützt diese Diagnose. Bei fehlender klinischer Besserung unter konservativer Therapie mit Nasogastralsonde, Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution oder bei Zeichen einer Strangulation mit Peritonitis, Fieber oder Laktatanstieg besteht die Indikation zur operativen Adhäsiolyse. Andere Ursachen wie Hernien, Volvulus oder Tumoren sind bei dieser Anamnese deutlich seltener.

  • A. Ein Dünndarmkarzinom ist eine sehr seltene Ursache eines Ileus und würde die akute postoperative Vorgeschichte nicht erklären.
  • C. Eine inkarzerierte Hernie wäre klinisch durch eine schmerzhafte, nicht reponierbare Vorwölbung erkennbar, die hier nicht beschrieben ist.
  • D. Ein Dünndarmvolvolus bei Malrotation ist eine Erkrankung, die überwiegend im Säuglings- und Kindesalter auftritt.
  • E. Ein Gallensteinileus ist eine seltene Ursache und würde typischerweise bei älteren Frauen mit Cholezystolithiasis-Anamnese und Aerobilie im Röntgenbild auftreten.
Lernziel: Die häufigste Ursache des mechanischen Dünndarmileus beim voroperierten Erwachsenen sind postoperative Adhäsionen beziehungsweise Briden.
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Ein 64-jähriger Patient stellt sich mit seit 3 Tagen bestehenden linksseitigen Unterbauchschmerzen und subfebrilen Temperaturen bis 37,9 °C vor. Im Labor zeigt sich ein CRP von 45 mg/l bei Leukozyten von 11.800/µl. In der Kontrastmittel-CT des Abdomens zeigt sich eine Wandverdickung des Sigmas mit einzelnen Divertikeln und einem umgebenden entzündlichen Fettgewebsstreifen, jedoch ohne Abszess, freie Luft oder freie Flüssigkeit. Welches ist das angemessene Vorgehen?

  1. ASofortige diagnostische Laparoskopie zur Bestätigung der Diagnose
  2. BCT-gesteuerte perkutane Drainage der entzündlichen Formation
  3. CElektive laparoskopische Sigmaresektion innerhalb der nächsten 24 Stunden
  4. DAmbulante konservative Therapie mit Analgesie und Kostaufbau ohne obligate Antibiotikagabe
  5. ENotfallmäßige Sigmaresektion nach Hartmann
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Lösung: D. Ambulante konservative Therapie mit Analgesie und Kostaufbau ohne obligate Antibiotikagabe

Der beschriebene Befund entspricht einer unkomplizierten Divertikulitis, vergleichbar der CDD-Klassifikation Typ 1b (unkomplizierte Divertikulitis mit entzündlicher Reaktion ohne Abszess, Perforation oder Fistel). Nach der aktuellen S3-Leitlinie kann diese bei klinisch stabilen Patienten ohne relevante Komorbiditäten ambulant symptomatisch mit Analgesie und angepasstem Kostaufbau behandelt werden, eine Antibiotikatherapie ist bei unkomplizierten Verläufen nicht obligat. Eine Indikation zur Notfalloperation besteht erst bei komplizierter Divertikulitis mit freier Perforation, Abszess, Fistel oder Stenose beziehungsweise bei konservativem Therapieversagen. Eine elektive Resektion wird bei rezidivierenden Schüben oder nach komplizierter Divertikulitis diskutiert, nicht routinemäßig beim Erstereignis.

  • A. Die Diagnose ist durch die CT bereits ausreichend gesichert, eine diagnostische Laparoskopie ist nicht notwendig.
  • B. Eine perkutane Drainage ist nur bei Abszessbildung indiziert, die hier nicht vorliegt.
  • C. Eine elektive Operation wird individuell nach Rezidivhäufigkeit erwogen, nicht routinemäßig unmittelbar nach dem Erstereignis.
  • E. Eine Notfalloperation ist bei fehlendem Nachweis von Abszess, Perforation oder freier Flüssigkeit nicht indiziert.
Lernziel: Die unkomplizierte Sigmadivertikulitis ohne Abszess oder Perforation wird primär konservativ ambulant behandelt.
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Ein 73-jähriger Patient mit bekannter Ulkuskrankheit und regelmäßiger NSAR-Einnahme wird mit plötzlich einschießenden, stärksten Schmerzen im gesamten Abdomen vorstellig, die vor 3 Stunden begonnen haben. Bei der Untersuchung zeigt sich ein brettharter, diffus druckschmerzhafter Bauch mit fehlenden Darmgeräuschen. Blutdruck 95/60 mmHg, Herzfrequenz 118/min. Welcher Befund untermauert am ehesten den klinischen Verdacht auf die zugrunde liegende Ursache?

  1. ASichelförmige subphrenische Luftansammlung in der Abdomenübersichtsaufnahme im Stehen
  2. BDiffuse Spiegelbildung im Dünndarm ohne Luftsichel
  3. CVerbreiterte Psoasschatten beidseits
  4. DVerkalkte Gallensteine im rechten Oberbauch
  5. EFehlende Haustrierung des Colon transversum mit Kaliberwechsel
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Lösung: A. Sichelförmige subphrenische Luftansammlung in der Abdomenübersichtsaufnahme im Stehen

Die klinische Konstellation mit plötzlich einschießendem, stärkstem Schmerz, brettharter Abwehrspannung, fehlenden Darmgeräuschen sowie Kreislaufinstabilität ist typisch für eine Hohlorganperforation, hier am wahrscheinlichsten eine gedeckt oder frei perforierte Ulkusperforation bei bekannter Ulkuskrankheit und NSAR-Einnahme. Der Nachweis von freier Luft als sichelförmiger subphrenischer Aufhellung unter dem Zwerchfell in der Abdomenübersichtsaufnahme im Stehen (oder alternativ in Linksseitenlage) beweist eine Perforation eines gashaltigen Hohlorgans. Dieser Befund ist hochspezifisch und entscheidend für die Indikation zur notfallmäßigen explorativen Laparotomie oder Laparoskopie. Spiegelbildungen ohne freie Luft sprechen eher für einen Ileus als für eine Perforation.

  • B. Spiegelbildungen ohne Luftsichel sind typisch für einen Ileus, nicht beweisend für eine Perforation.
  • C. Verbreiterte Psoasschatten sind ein unspezifischer Hinweis auf retroperitoneale Prozesse, nicht auf eine Hohlorganperforation.
  • D. Verkalkte Gallensteine sind ein Zufallsbefund und erklären nicht das akute Perforationsgeschehen.
  • E. Eine fehlende Haustrierung mit Kaliberwechsel ist eher Hinweis auf eine Kolonobstruktion, nicht spezifisch für eine Perforation.
Lernziel: Freie subphrenische Luft in der Abdomenübersicht im Stehen ist der klassische radiologische Nachweis einer Hohlorganperforation.
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Ein 79-jähriger Patient mit bekanntem Vorhofflimmern ohne orale Antikoagulation stellt sich mit seit 6 Stunden bestehenden, plötzlich einschießenden, diffusen Bauchschmerzen vor, die in deutlichem Missverhältnis zum eher unauffälligen Palpationsbefund stehen. Er hat einmalig blutig-schleimigen Stuhlgang abgesetzt. Labor: Laktat arteriell 4,8 mmol/l, Leukozyten 17.200/µl, D-Dimere deutlich erhöht. Welche Untersuchung ist der nächste zielführende diagnostische Schritt?

  1. AAbdomensonographie mit Dopplersonographie der A. mesenterica superior als alleinige Methode
  2. BDiagnostische Peritoneallavage
  3. CDiagnostische Koloskopie zur Beurteilung der Schleimhaut
  4. DKontrastmittel-verstärkte CT-Angiographie des Abdomens
  5. EAbdomenübersichtsaufnahme im Stehen
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Lösung: D. Kontrastmittel-verstärkte CT-Angiographie des Abdomens

Die Konstellation aus Vorhofflimmern ohne Antikoagulation als Risikofaktor für arterielle Embolien, plötzlich einschießendem Schmerz mit Diskrepanz zum blanden Palpationsbefund, blutigem Stuhl und deutlich erhöhtem Laktat ist hochverdächtig auf eine akute Mesenterialischämie, am wahrscheinlichsten embolischer Genese im Bereich der A. mesenterica superior. Die kontrastmittelverstärkte CT-Angiographie ist die diagnostische Methode der Wahl, da sie Gefäßverschlüsse, Darmwandveränderungen und Komplikationen wie Pneumatosis intestinalis oder freie Luft in einer Untersuchung zuverlässig darstellt. Eine rasche Diagnosestellung ist entscheidend, da bei fortschreitender Ischämie eine notfallmäßige Revaskularisation oder Darmresektion notwendig wird und jede Zeitverzögerung die Letalität erhöht.

  • A. Die Dopplersonographie ist stark untersucherabhängig und durch Darmgasüberlagerung limitiert, sie ersetzt nicht die CT-Angiographie als Standardverfahren.
  • B. Eine Peritoneallavage ist obsolet und liefert keine spezifischen Hinweise auf eine mesenteriale Gefäßverschluss.
  • C. Eine Koloskopie ist bei Verdacht auf akute arterielle Ischämie mit Perforationsrisiko kontraindiziert und zeitlich zu aufwendig.
  • E. Eine Abdomenübersicht kann allenfalls späte Zeichen wie Pneumatosis zeigen, ist aber nicht spezifisch genug für die Diagnosestellung.
Lernziel: Bei Verdacht auf akute Mesenterialischämie ist die kontrastmittelverstärkte CT-Angiographie die diagnostische Methode der ersten Wahl.

Hernien

3 Fragen
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Ein 34-jähriger Mann stellt sich wegen einer seit Monaten bestehenden, schmerzlosen Vorwölbung in der rechten Leiste vor, die beim Pressen zunimmt und sich bis in das Skrotum fortsetzt. Bei der Untersuchung lässt sich der Bruchsack lateral der epigastrischen Gefäße durch den Anulus inguinalis profundus hindurch tasten. Welche anatomische Aussage trifft auf diesen Hernientyp am ehesten zu?

  1. ADer Bruch tritt durch eine Lücke medial der epigastrischen Gefäße im Hesselbach-Dreieck aus
  2. BDer Bruchsack folgt dem Verlauf des Processus vaginalis durch den Leistenkanal bis ins Skrotum
  3. CDer Bruchsack liegt kranial des Leistenbandes und lateral der Femoralgefäße
  4. DDer Bruch durchbricht die Fascia transversalis direkt ohne Beteiligung des inneren Leistenrings
  5. EDer Bruch tritt unterhalb des Leistenbandes durch die Lacuna vasorum nach außen
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Lösung: B. Der Bruchsack folgt dem Verlauf des Processus vaginalis durch den Leistenkanal bis ins Skrotum

Die indirekte (laterale) Leistenhernie entsteht durch einen offen gebliebenen oder sekundär wiedereröffneten Processus vaginalis peritonei und tritt lateral der Vasa epigastrica inferiora durch den inneren Leistenring in den Leistenkanal ein. Da sie dem kongenitalen Weg des Deszensus testis folgt, kann sie bis ins Skrotum reichen. Die direkte Hernie entsteht dagegen durch eine Bindegewebsschwäche der Fascia transversalis medial der epigastrischen Gefäße im Hesselbach-Dreieck und erreicht das Skrotum praktisch nie. Die klinische Unterscheidung lateral/medial zu den epigastrischen Gefäßen ist intraoperativ entscheidend für die Klassifikation.

  • A. Das beschreibt die direkte, nicht die indirekte Leistenhernie.
  • C. Diese Lagebeschreibung passt nicht zur Leistenhernie, sondern eher zu anderen Bruchformen.
  • D. Dies beschreibt eher den Mechanismus der direkten Hernie, die unabhängig vom inneren Leistenring durch eine Fasziallücke entsteht.
  • E. Dies beschreibt den Durchtritt einer Femoralhernie, nicht einer Leistenhernie.
Lernziel: Die indirekte Leistenhernie verläuft lateral der epigastrischen Gefäße durch den offenen Processus vaginalis bis ins Skrotum, die direkte Hernie entsteht medial davon im Hesselbach-Dreieck.
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Eine 72-jährige Patientin wird mit seit 6 Stunden bestehenden, zunehmenden Schmerzen im Bereich einer vorbekannten rechten Leistenhernie in die Notaufnahme gebracht. Sie hat seit 4 Stunden erbrochen. Bei der Untersuchung zeigt sich eine druckschmerzhafte, gerötete, nicht reponierbare Vorwölbung in der rechten Leiste. Temperatur 37,8 °C, Herzfrequenz 108/min. Welches ist das nächste therapeutische Vorgehen?

  1. AAnlage einer nasogastralen Sonde und konservative Therapie mit Nahrungskarenz
  2. BBruchbandanlage zur Entlastung bis zur geplanten elektiven Versorgung
  3. CManuelle Reposition unter Analgosedierung und ambulante Wiedervorstellung
  4. DSonographische Kontrolle und elektive Operation in 2 Wochen
  5. ENotfallmäßige operative Freilegung und Versorgung der Hernie
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Lösung: E. Notfallmäßige operative Freilegung und Versorgung der Hernie

Eine inkarzerierte Hernie mit Zeichen einer Durchblutungsstörung (Rötung, starker Druckschmerz) und Ileussymptomatik (Erbrechen) ist ein chirurgischer Notfall, da die Gefahr einer Darmwandnekrose mit Perforation und Peritonitis besteht. Eine Reposition ist hier kontraindiziert, da nekrotisches Darmgewebe unbemerkt in die Bauchhöhle zurückverlagert werden könnte (Reposition en bloc oder Perforation mit konsekutiver Peritonitis). Die Patientin muss daher notfallmäßig operiert werden, um den Bruchinhalt zu beurteilen und bei Bedarf zu resezieren. Jede Verzögerung erhöht das Risiko einer Darmgangrän.

  • A. Eine rein konservative Therapie verzögert die notwendige operative Versorgung bei drohender Darmnekrose.
  • B. Ein Bruchband ist bei inkarzerierter Hernie nicht indiziert und verzögert die notwendige Notfalloperation.
  • C. Eine Reposition ist bei Zeichen der Inkarzeration mit möglicher Nekrose kontraindiziert.
  • D. Eine elektive Versorgung verzögert die notwendige Therapie und gefährdet die Patientin durch Ischämie.
Lernziel: Eine inkarzerierte Hernie mit Ischämiezeichen ist ein absoluter Notfall und erfordert die umgehende operative Versorgung ohne Repositionsversuch.
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Ein 55-jähriger Patient stellt sich mit einer seit 8 Monaten bekannten, asymptomatischen Vorwölbung im Bereich des Bauchnabels vor, die er zufällig beim Duschen entdeckt hat. Sonographisch zeigt sich eine 1,2 cm große Bruchlücke mit reponierbarem präperitonealem Fettgewebe, kein Darmanteil im Bruchsack. Welche Aussage zur weiteren Therapie trifft am ehesten zu?

  1. ADie Indikation zur Operation besteht nur bei radiologischem Nachweis von Darmanteilen im Bruchsack
  2. BJede Nabelhernie muss unabhängig von Größe und Symptomatik umgehend operiert werden
  3. CEine Operation ist erst nach Auftreten einer Inkarzeration mit Peritonitis sinnvoll
  4. DEin Bruchband ist die Therapie der Wahl zur dauerhaften Versorgung im Erwachsenenalter
  5. EBei asymptomatischer, kleiner Nabelhernie ohne Inkarzerationszeichen kann zunächst abwartend beobachtet werden
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Lösung: E. Bei asymptomatischer, kleiner Nabelhernie ohne Inkarzerationszeichen kann zunächst abwartend beobachtet werden

Bei asymptomatischen, kleinen Nabelhernien ohne Inkarzerationsrisiko im Erwachsenenalter ist nach aktueller Leitlinie ein abwartendes Vorgehen (watchful waiting) mit Aufklärung über Warnzeichen vertretbar, da das Inkarzerationsrisiko gering ist. Bei Symptomatik, Größenzunahme oder Wunsch des Patienten erfolgt die elektive Versorgung, meist offen mit Netzimplantation bei Defekten über 1 cm. Eine notfallmäßige Operation ist nur bei Inkarzeration oder Einklemmungssymptomen indiziert. Ein prophylaktisches Zuwarten bis zur Peritonitis wäre dagegen unverantwortlich, da dies ein vermeidbares Komplikationsrisiko darstellt.

  • A. Die OP-Indikation richtet sich nach Symptomatik und Größe, nicht ausschließlich nach dem Bruchinhalt.
  • B. Dies widerspricht dem leitliniengerechten abwartenden Vorgehen bei asymptomatischen, kleinen Hernien.
  • C. Ein Zuwarten bis zur Komplikation ist nicht sinnvoll, da dies vermeidbare Risiken birgt.
  • D. Ein Bruchband ist keine kurative oder empfohlene Dauertherapie bei Erwachsenen.
Lernziel: Asymptomatische, kleine Nabelhernien ohne Komplikationszeichen können im Erwachsenenalter zunächst beobachtet werden, symptomatische oder größere Hernien werden elektiv operiert.

Gastrointestinale Onkologie

6 Fragen
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Ein 52-jähriger Mann ohne familiäre Belastung für ein kolorektales Karzinom und ohne gastrointestinale Symptome stellt sich zur Erstvorsorgekoloskopie vor. Es finden sich keine Polypen, die Schleimhaut ist unauffällig. In welchem Intervall sollte die nächste Vorsorgekoloskopie laut aktueller deutscher Leitlinie erfolgen, sofern kein erhöhtes Risiko vorliegt?

  1. ANach 10 Jahren
  2. BNach 1 Jahr
  3. CKeine weitere Koloskopie notwendig, Stuhltest reicht künftig aus
  4. DNach 3 Jahren
  5. ENach 5 Jahren
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Lösung: A. Nach 10 Jahren

Nach der S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom wird Personen mit durchschnittlichem Risiko ab dem 50. Lebensjahr (Männer) bzw. 55. Lebensjahr (Frauen) eine Vorsorgekoloskopie angeboten. Bei unauffälligem Befund ohne Polypen und ohne Risikofaktoren beträgt das empfohlene Kontrollintervall 10 Jahre, da die Adenom-Karzinom-Sequenz typischerweise mehrere Jahre bis Jahrzehnte dauert. Kürzere Intervalle sind nur bei Risikopatienten, familiärer Belastung oder Polypennachweis indiziert. Diese Regelung soll die Teilnahmebereitschaft fördern, ohne die Sicherheit der Früherkennung zu gefährden.

  • B. Ein Intervall von 1 Jahr ist bei unauffälligem Befund viel zu kurz und nicht leitliniengerecht.
  • C. Eine Koloskopie bleibt bei durchschnittlichem Risiko der Goldstandard, ein alleiniger Stuhltest ersetzt sie nicht.
  • D. Ein Intervall von 3 Jahren ist nur bei bestimmten Risikokonstellationen oder Polypennachweis vorgesehen.
  • E. Ein Intervall von 5 Jahren entspricht nicht der Standardempfehlung bei unauffälligem Normalbefund.
Lernziel: Bei unauffälliger Vorsorgekoloskopie und durchschnittlichem Risiko beträgt das empfohlene Kontrollintervall 10 Jahre.
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Bei einem 64-jährigen Patienten wird ein Adenokarzinom des mittleren Rektumdrittels diagnostiziert. Die MRT des Beckens zeigt eine Infiltration der Lamina muscularis propria mit Ausdehnung in das perirektale Fettgewebe sowie drei vergrößerte mesorektale Lymphknoten mit irregulärer Kontur. Fernmetastasen liegen nicht vor. Welches Vorgehen entspricht der leitliniengerechten Therapie?

  1. ANeoadjuvante Radiochemotherapie mit nachfolgender totaler mesorektaler Exzision
  2. BPrimäre Operation mit anschließender adjuvanter Strahlentherapie des Beckens
  3. CAlleinige palliative Chemotherapie ohne operative Sanierung
  4. DEndoskopische Vollwandresektion als kurative Therapie
  5. EPrimäre Operation mit totaler mesorektaler Exzision ohne Vorbehandlung
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Lösung: A. Neoadjuvante Radiochemotherapie mit nachfolgender totaler mesorektaler Exzision

Bei lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom (cT3/T4 und/oder N+) im mittleren oder unteren Drittel ist nach S3-Leitlinie eine neoadjuvante Radiochemotherapie (oder Kurzzeit-Radiotherapie) vor der Operation indiziert, um die Lokalrezidivrate zu senken und ein Downstaging zu erreichen. Anschließend erfolgt die onkologisch radikale Operation mittels totaler mesorektaler Exzision (TME), die das gesamte Mesorektum mit den Lymphabflusswegen entfernt. Eine alleinige adjuvante Strahlentherapie nach Operation ist bei vorab erkannter lokal fortgeschrittener Situation nicht das Vorgehen der ersten Wahl. Die Kombination aus neoadjuvanter Therapie und TME verbessert die lokale Tumorkontrolle deutlich gegenüber der alleinigen Operation.

  • B. Die adjuvante Strahlentherapie nach Operation ist bei bekannter lokal fortgeschrittener Erkrankung der neoadjuvanten Therapie unterlegen.
  • C. Da keine Fernmetastasen vorliegen, besteht weiterhin eine kurative Therapieoption, eine rein palliative Behandlung ist nicht indiziert.
  • D. Eine endoskopische Resektion ist bei Infiltration der Muscularis propria und Lymphknotenbefall onkologisch nicht ausreichend.
  • E. Bei dieser lokal fortgeschrittenen Situation ist eine neoadjuvante Vorbehandlung zur Senkung der Lokalrezidivrate indiziert.
Lernziel: Beim lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinom (cT3/T4 oder N+) erfolgt vor der totalen mesorektalen Exzision eine neoadjuvante Radiochemotherapie.
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Bei einer 68-jährigen Patientin wird endoskopisch ein Adenokarzinom im proximalen Magendrittel nahe der Kardia nachgewiesen. Die Stagingdiagnostik zeigt eine Infiltration bis in die Subserosa ohne Fernmetastasen. Welches operative Verfahren ist bei dieser Tumorlokalisation das Standardvorgehen?

  1. AKeilresektion des proximalen Magens ohne Lymphadenektomie
  2. BSubtotale distale Magenresektion mit Gastroduodenostomie
  3. CGastrektomie mit Ösophagojejunostomie und D2-Lymphadenektomie
  4. DEndoskopische Submukosadissektion als alleinige kurative Maßnahme
  5. EPyloruserhaltende partielle Magenresektion
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Lösung: C. Gastrektomie mit Ösophagojejunostomie und D2-Lymphadenektomie

Bei Magenkarzinomen im proximalen Drittel bzw. im Bereich der Kardia ist aufgrund der Tumorlokalisation und der notwendigen Sicherheitsabstände die totale Gastrektomie mit Ösophagojejunostomie (meist als Roux-Y-Rekonstruktion) das Standardverfahren, kombiniert mit einer systematischen D2-Lymphadenektomie zur Entfernung der perigastrischen und zöliakalen Lymphknotenstationen. Bei distalen Tumoren kann dagegen eine subtotale Magenresektion ausreichend sein. Die D2-Lymphadenektomie verbessert das onkologische Outcome gegenüber einer limitierten D1-Resektion signifikant und ist Teil der kurativen Standardtherapie. Eine alleinige endoskopische Resektion ist nur bei sehr frühen, mukosa-begrenzten Karzinomen (T1a) ausreichend.

  • A. Eine Keilresektion ohne systematische Lymphadenektomie entspricht nicht dem onkologischen Standard.
  • B. Eine distale Magenresektion ist bei einem proximalen, kardianahen Tumor onkologisch nicht ausreichend.
  • D. Eine alleinige endoskopische Resektion ist bei Infiltration bis in die Subserosa onkologisch nicht kurativ ausreichend.
  • E. Eine pyloruserhaltende Resektion ist für distale, nicht für proximale Tumoren konzipiert und hier nicht indiziert.
Lernziel: Beim proximalen Magenkarzinom ist die totale Gastrektomie mit D2-Lymphadenektomie das onkologische Standardverfahren.
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Ein 59-jähriger Patient mit langjähriger gastroösophagealer Refluxkrankheit und bekanntem Barrett-Ösophagus wird endoskopisch wegen Dysphagie untersucht. Es zeigt sich eine exophytische Läsion im distalen Ösophagusdrittel nahe der gastroösophagealen Junktionszone. Welcher histologische Tumortyp ist bei dieser Konstellation am wahrscheinlichsten?

  1. AAdenokarzinom auf dem Boden einer intestinalen Metaplasie der Barrett-Schleimhaut
  2. BNeuroendokrines Karzinom des distalen Ösophagus
  3. CGastrointestinaler Stromatumor (GIST) des distalen Ösophagus
  4. DLeiomyosarkom der Ösophagusmuskulatur
  5. EPlattenepithelkarzinom durch chronische Reizung der Ösophagusschleimhaut
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Lösung: A. Adenokarzinom auf dem Boden einer intestinalen Metaplasie der Barrett-Schleimhaut

Chronischer gastroösophagealer Reflux führt über eine intestinale Metaplasie des Plattenepithels zu einer Barrett-Schleimhaut, die als Präkanzerose über eine Dysplasie-Karzinom-Sequenz zum Adenokarzinom des distalen Ösophagus bzw. der gastroösophagealen Junktionszone fortschreiten kann. Dieser Tumortyp hat in westlichen Ländern aufgrund der zunehmenden Refluxerkrankung und Adipositas an Häufigkeit zugenommen und überwiegt inzwischen in den distalen Abschnitten. Das Plattenepithelkarzinom betrifft dagegen bevorzugt das mittlere und obere Ösophagusdrittel und ist eng mit Alkohol- und Nikotinkonsum assoziiert. Die anatomische Lokalisation und die Risikofaktoren erlauben somit eine verlässliche Zuordnung des wahrscheinlichen histologischen Subtyps.

  • B. Neuroendokrine Karzinome des Ösophagus sind selten und nicht typischerweise mit Barrett-Schleimhaut assoziiert.
  • C. GIST des Ösophagus sind selten und entstehen nicht auf dem Boden einer Barrett-Metaplasie.
  • D. Leiomyosarkome sind seltene mesenchymale Tumoren ohne Zusammenhang mit Reflux oder Barrett-Ösophagus.
  • E. Das Plattenepithelkarzinom ist eher mit Alkohol- und Nikotinkonsum und einer Lokalisation im mittleren/oberen Ösophagus assoziiert, nicht mit Barrett-Schleimhaut.
Lernziel: Das Adenokarzinom des distalen Ösophagus entsteht typischerweise auf dem Boden einer refluxbedingten Barrett-Metaplasie, während das Plattenepithelkarzinom eher im mittleren/oberen Ösophagus durch Alkohol und Nikotin verursacht wird.
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Ein 68-jähriger Mann stellt sich mit seit zwei Wochen zunehmender Gelbfärbung der Haut vor. Er berichtet über Gewichtsverlust von 6 kg in den letzten zwei Monaten und hellen, voluminösen Stuhl. Schmerzen werden verneint. Bei der Untersuchung zeigt sich eine schmerzlos tastbare, prall-elastische Vorwölbung im rechten Oberbauch. Laborchemisch: Gesamtbilirubin 8,2 mg/dl, alkalische Phosphatase 420 U/l, GGT 310 U/l. Die Abdomensonographie zeigt eine deutlich erweiterte Gallenblase sowie dilatierte intrahepatische Gallenwege. Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten?

  1. AKlatskin-Tumor
  2. BChronische Pankreatitis
  3. CKarzinom des Pankreaskopfes
  4. DAkute Cholezystitis
  5. ECholedocholithiasis
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Lösung: C. Karzinom des Pankreaskopfes

Die Kombination aus schmerzlosem Ikterus, tastbarer prall gefüllter Gallenblase (Courvoisier-Zeichen) und Gewichtsverlust ist klassisch für ein Pankreaskopfkarzinom, das durch Kompression des Ductus choledochus einen Verschlussikterus verursacht. Die Diagnosesicherung erfolgt mittels Endosonographie mit Feinnadelbiopsie und Kontrastmittel-CT zur Resektabilitätsbeurteilung. Bei resektablem Befund ohne Fernmetastasen und ohne Gefäßinfiltration ist die partielle Duodenopankreatektomie (Whipple-OP bzw. pyloruserhaltende Variante) die Therapie der Wahl. Das Courvoisier-Zeichen (schmerzlose, pralle Gallenblase bei Ikterus) spricht gegen eine entzündliche Genese, da diese meist zu einer vernarbten, nicht distendierbaren Gallenblase führt.

  • A. Der Klatskin-Tumor sitzt an der Hepatikusgabel und führt nicht zu einer gestauten, tastbaren Gallenblase, da der Ductus cysticus proximal des Verschlusses liegt.
  • B. Die chronische Pankreatitis geht meist mit rezidivierenden Schmerzen und nicht primär mit schmerzlosem Ikterus einher.
  • D. Die akute Cholezystitis ist schmerzhaft und geht mit Entzündungszeichen wie Fieber und Leukozytose einher.
  • E. Choledocholithiasis verursacht typischerweise kolikartige Schmerzen und keine tastbare Gallenblase.
Lernziel: Schmerzloser Ikterus mit tastbarer Gallenblase (Courvoisier-Zeichen) ist verdächtig auf ein Pankreaskopfkarzinom, Therapie der Wahl bei Resektabilität ist die Duodenopankreatektomie nach Whipple.
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Ein 61-jähriger Patient mit seit 15 Jahren bekannter Leberzirrhose bei chronischer Hepatitis-B-Infektion stellt sich zur Routinekontrolle vor. Er ist beschwerdefrei. Im Rahmen der halbjährlichen Vorsorgeuntersuchung zeigt die Abdomensonographie eine neu aufgetretene, 2,8 cm große, echoarme Raumforderung im rechten Leberlappen. Das Alpha-1-Fetoprotein ist mit 420 ng/ml deutlich erhöht. Welches Verfahren ist der nächste diagnostische Schritt?

  1. APET-CT mit FDG
  2. BPerkutane Feinnadelbiopsie unter Sonographiekontrolle
  3. CKontrastmittelverstärkte CT oder MRT der Leber
  4. DAlleinige Verlaufskontrolle der Sonographie in 3 Monaten
  5. EDiagnostische Laparoskopie mit Leberbiopsie
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Lösung: C. Kontrastmittelverstärkte CT oder MRT der Leber

Bei Risikopatienten mit Leberzirrhose und einem neu entdeckten Herd über 1 cm mit passend erhöhtem AFP ist die kontrastmittelverstärkte Schnittbildgebung (Mehrphasen-CT oder dynamisches MRT) der nächste Schritt. Typisch für das hepatozelluläre Karzinom ist das sogenannte Wash-in-Wash-out-Muster mit arterieller Hyperperfusion und venösem Auswaschen. Bei eindeutigem radiologischem Befund in Kombination mit passendem AFP-Wert kann die Diagnose ohne Biopsie gestellt werden, was laut AWMF-Leitlinie das bevorzugte nicht-invasive Vorgehen ist. Eine Biopsie ist nur bei unklarem Bildbefund erforderlich, da sie mit einem Risiko für Tumorzellverschleppung entlang des Stichkanals einhergeht.

  • A. Die PET-CT hat beim hepatozellulären Karzinom eine geringe Sensitivität und ist nicht Standard in der Primärdiagnostik.
  • B. Eine Biopsie ist bei typischem Kontrastmittelverhalten in der Schnittbildgebung nicht erforderlich und birgt das Risiko einer Stichkanalmetastasierung.
  • D. Ein abwartendes Verhalten ist bei dieser Konstellation mit hohem Malignitätsverdacht nicht gerechtfertigt und würde die Therapie verzögern.
  • E. Eine Laparoskopie mit Biopsie ist invasiver als nötig und wird nur bei bildgebend unklaren Fällen eingesetzt.
Lernziel: Bei Zirrhosepatienten mit neuem Leberherd und erhöhtem AFP ist die kontrastmittelverstärkte CT/MRT mit dem typischen Wash-in-Wash-out-Muster der Schlüssel zur nicht-invasiven Diagnose des hepatozellulären Karzinoms.

Refluxkrankheit und benigne Ösophaguserkrankungen

2 Fragen
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Eine 46-jährige Frau leidet seit 4 Jahren unter retrosternalem Brennen und saurem Aufstoßen. Trotz konsequenter Einnahme von Omeprazol 40 mg/Tag über 12 Monate bestehen die Beschwerden unverändert fort und beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich. Die Ösophagogastroduodenoskopie zeigt eine Refluxösophagitis Los-Angeles-Grad C. Die 24-Stunden-pH-Metrie bestätigt einen pathologischen DeMeester-Score, die Ösophagusmanometrie zeigt eine erhaltene normale Peristaltik. Welches Vorgehen ist indiziert?

  1. AUmstellung auf H2-Rezeptorantagonisten
  2. BEndoskopische Ballondilatation der Kardia
  3. CPeroral endoskopische Myotomie (POEM)
  4. DLaparoskopische Fundoplicatio
  5. EDauertherapie mit doppelter Protonenpumpeninhibitor-Dosis
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Lösung: D. Laparoskopische Fundoplicatio

Bei objektiv gesicherter, therapierefraktärer Refluxkrankheit mit erhaltener ösophagealer Peristaltik ist die laparoskopische Fundoplicatio (nach Nissen oder als partielle Manschette nach Toupet) die Therapie der Wahl. Die Indikation stützt sich auf die Kombination aus klinischem Versagen der maximalen medikamentösen Therapie, endoskopisch nachgewiesener Ösophagitis und pathologischer pH-Metrie. Die erhaltene Peristaltik in der Manometrie ist Voraussetzung, um eine postoperative Dysphagie durch eine zu straffe Manschette bei gestörter Motilität zu vermeiden. Die Fundoplicatio stellt die Antirefluxbarriere durch Rekonstruktion des unteren Ösophagussphinkters wieder her und ist der konservativen Therapie bei dieser Konstellation langfristig überlegen.

  • A. H2-Rezeptorantagonisten sind schwächer wirksam als PPI und daher bei PPI-Versagen keine sinnvolle Alternative.
  • B. Eine Ballondilatation ist Verfahren der Wahl bei Stenosen, nicht bei therapierefraktärer Refluxkrankheit ohne Striktur.
  • C. Die POEM ist das Verfahren der Wahl bei Achalasie, nicht bei gastroösophagealer Refluxkrankheit.
  • E. Eine Dosissteigerung der PPI-Therapie ist bei bereits ausgereizter Dosis über 12 Monate ohne Erfolg nicht zielführend.
Lernziel: Bei therapierefraktärer, objektiv gesicherter Refluxkrankheit mit erhaltener Ösophagusperistaltik ist die laparoskopische Fundoplicatio die Therapie der Wahl.
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Ein 54-jähriger Mann wird nach einem exzessiven Alkoholexzess mit wiederholtem starkem Erbrechen in die Notaufnahme gebracht. Er klagt über plötzlich aufgetretene, heftigste retrosternale Schmerzen unmittelbar nach dem letzten Erbrechen. Bei der Untersuchung: Blutdruck 95/60 mmHg, Herzfrequenz 128/min, Temperatur 38,6 °C, Atemfrequenz 28/min. Bei der Palpation des Halses tastet man ein Knistern unter der Haut. Die Röntgenaufnahme des Thorax zeigt ein Pneumomediastinum. Welches ist der nächste Schritt?

  1. ASofortige Notfall-Ösophagoskopie zur Blutstillung
  2. BOrale Kontrastmitteldarstellung des Ösophagus und notfallmäßige operative Versorgung
  3. CProtonenpumpeninhibitor-Hochdosistherapie intravenös
  4. DAbwartende Beobachtung mit Analgesie und Antiemetika
  5. EAmbulante Kontrolle mit CT-Thorax in 48 Stunden
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Lösung: B. Orale Kontrastmitteldarstellung des Ösophagus und notfallmäßige operative Versorgung

Die Trias aus heftigem Erbrechen, plötzlichem retrosternalem Vernichtungsschmerz und Hautemphysem bei Pneumomediastinum ist hochverdächtig auf ein Boerhaave-Syndrom, eine spontane transmurale Ösophagusruptur. Zur Bestätigung erfolgt eine wasserlösliche Kontrastmitteldarstellung (oder CT mit oralem Kontrastmittel), die den Kontrastmittelaustritt lokalisiert. Aufgrund der hohen Letalität durch Mediastinitis und septischen Schock bei Verzögerung ist die notfallmäßige operative Versorgung mit Übernähung der Perforation, Drainage des Mediastinums und breiter Antibiotikatherapie unverzüglich erforderlich. Jede Verzögerung der Diagnostik und Therapie über 24 Stunden erhöht die Mortalität drastisch.

  • A. Eine Endoskopie ist bei Verdacht auf Perforation primär diagnostisch nachrangig und birgt das Risiko einer Verschlechterung durch Luftinsufflation.
  • C. Eine PPI-Therapie behandelt keine transmurale Perforation und verzögert die notwendige operative Sanierung.
  • D. Ein abwartendes Vorgehen ist bei dieser lebensbedrohlichen Perforation kontraindiziert und würde zu Mediastinitis und Sepsis führen.
  • E. Eine ambulante Verzögerung der Diagnostik ist bei dieser hochletalen Notfallsituation nicht vertretbar.
Lernziel: Beim Boerhaave-Syndrom mit Pneumomediastinum und Hautemphysem nach heftigem Erbrechen ist die sofortige Diagnosesicherung mit Kontrastmitteldarstellung und notfallmäßige operative Versorgung lebensrettend.

Gefäßchirurgie

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Ein 67-jähriger Mann mit langjährigem Nikotinabusus berichtet, dass er seit einigen Monaten nach etwa 80 Metern Gehstrecke einen krampfartigen Schmerz in der rechten Wadenmuskulatur verspürt, der sich nach kurzer Pause vollständig zurückbildet. In Ruhe ist er beschwerdefrei. Der Fußpuls rechts ist abgeschwächt tastbar, die Haut ist kühl und blass im Vergleich zur Gegenseite. Der Knöchel-Arm-Index beträgt rechts 0,65. Welchem Stadium der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit nach Fontaine entspricht dieser Befund?

  1. AStadium IIb
  2. BStadium IV
  3. CStadium I
  4. DStadium III
  5. EStadium IIa
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Lösung: A. Stadium IIb

Die Fontaine-Klassifikation unterteilt die PAVK nach klinischer Symptomatik: Stadium I ist asymptomatisch, Stadium II umfasst die Claudicatio intermittens, unterteilt in IIa bei einer schmerzfreien Gehstrecke über 200 Metern und IIb bei einer Gehstrecke unter 200 Metern. Der Patient hat eine schmerzfreie Gehstrecke von 80 Metern, was Stadium IIb entspricht. Stadium III ist durch ischämischen Ruheschmerz und Stadium IV durch trophische Störungen wie Ulzera oder Gangrän gekennzeichnet, die hier beide fehlen. Der KAI von 0,65 bestätigt eine PAVK leichten bis mittleren Grades, passend zur klinischen Symptomatik.

  • B. Stadium IV erfordert trophische Läsionen wie Ulzera oder Nekrosen, die beim Patienten nicht beschrieben sind.
  • C. Stadium I ist definiert als asymptomatisch, der Patient hat jedoch belastungsabhängige Schmerzen.
  • D. Stadium III erfordert einen ischämischen Ruheschmerz, der hier nicht vorliegt.
  • E. Stadium IIa setzt eine schmerzfreie Gehstrecke von mehr als 200 Metern voraus, hier liegt sie bei nur 80 Metern.
Lernziel: Die Fontaine-Stadien der PAVK richten sich nach der schmerzfreien Gehstrecke (IIa über 200 m, IIb unter 200 m), Ruheschmerz (III) und trophischen Störungen (IV).
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Ein 72-jähriger Patient mit bekanntem Vorhofflimmern ohne orale Antikoagulation wird mit seit zwei Stunden bestehenden, akut aufgetretenen starken Schmerzen im linken Bein vorgestellt. Das Bein ist blass und deutlich kühler als das rechte, die Sensibilität ist herabgesetzt, eine aktive Bewegung der Zehen ist kaum möglich. Der Puls der A. femoralis ist links nicht tastbar, distal davon sind keine Pulse nachweisbar. Welches ist die unmittelbar einzuleitende Therapie?

  1. AKompressionstherapie und Mobilisation zur Kollateralenförderung
  2. BSystemische Thrombolyse mit rtPA nach ambulanter Vorstellung
  3. CIntravenöse Heparinisierung und elektive Angiographie am Folgetag
  4. DSofortige intravenöse Vollheparinisierung und notfallmäßige operative Embolektomie
  5. EOrale Antikoagulation mit Phenprocoumon und Hochlagerung des Beines
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Lösung: D. Sofortige intravenöse Vollheparinisierung und notfallmäßige operative Embolektomie

Die Befundkonstellation aus Schmerz, Blässe, Pulslosigkeit, Parästhesie und beginnender Paralyse entspricht den klassischen 6 P's des akuten arteriellen Verschlusses, hier am ehesten embolisch bei Vorhofflimmern ohne Antikoagulation. Die Erstmaßnahme ist die sofortige intravenöse Vollheparinisierung zur Verhinderung des Thrombusappositionswachstums, gefolgt von der notfallmäßigen operativen Embolektomie mittels Fogarty-Katheter, um die Extremität innerhalb des kritischen Zeitfensters von wenigen Stunden zu retten. Jede Verzögerung erhöht das Risiko eines irreversiblen Muskel- und Nervenschadens bis zum Extremitätenverlust. Die Diagnosesicherung mittels Angiographie oder Duplexsonographie darf die Einleitung der Notfalltherapie nicht verzögern.

  • A. Konservative Maßnahmen sind bei akutem komplettem arteriellem Verschluss mit drohendem Extremitätenverlust nicht ausreichend.
  • B. Eine systemische Thrombolyse ist bei fortgeschrittener akuter Ischämie mit motorischem Ausfall zu langsam und die ambulante Vorstellung verzögert die Therapie gefährlich.
  • C. Eine Verzögerung der Angiographie auf den Folgetag gefährdet die Extremität bei akuter kompletter Ischämie.
  • E. Eine orale Antikoagulation wirkt zu langsam für die akute Ischämie und Hochlagerung verschlechtert die periphere Durchblutung zusätzlich.
Lernziel: Beim akuten arteriellen Extremitätenverschluss mit den 6 P's sind sofortige Vollheparinisierung und notfallmäßige operative Embolektomie zur Extremitätenrettung erforderlich.
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Ein 71-jähriger asymptomatischer Mann, Nichtraucher, stellt sich zur hausärztlichen Vorsorgeuntersuchung vor. Im Rahmen der Abdomensonographie wird zufällig eine Erweiterung der infrarenalen Aorta auf 5,8 cm Durchmesser festgestellt, bei einer Vorsorgeuntersuchung vor zwei Jahren war der Durchmesser noch unauffällig. Der Patient ist beschwerdefrei, die Vitalparameter sind unauffällig. Welches Vorgehen ist indiziert?

  1. AElektive operative oder endovaskuläre Versorgung des Aneurysmas
  2. BMedikamentöse Blutdrucksenkung als alleinige Therapie
  3. CHalbjährliche sonographische Kontrolle ohne weitere Maßnahmen
  4. DNotfallmäßige Laparotomie innerhalb der nächsten Stunden
  5. EJährliche CT-Kontrolle bis zum Erreichen von 7 cm Durchmesser
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Lösung: A. Elektive operative oder endovaskuläre Versorgung des Aneurysmas

Ein infrarenales Bauchaortenaneurysma stellt bei einem Durchmesser ab 5,5 cm beim Mann eine Operationsindikation dar, da das Rupturrisiko ab dieser Größe deutlich ansteigt. Zusätzlich liegt hier mit einer Größenzunahme von unauffällig auf 5,8 cm innerhalb von zwei Jahren eine rasche Progredienz vor, die die Indikation zusätzlich unterstreicht. Die elektive Versorgung kann je nach anatomischer Eignung offen-chirurgisch oder endovaskulär (EVAR) erfolgen, wobei die Entscheidung individuell nach Risikoprofil und Aneurysmamorphologie getroffen wird. Eine reine Verlaufskontrolle ist nur bei kleineren, asymptomatischen Aneurysmen unterhalb der Interventionsschwelle gerechtfertigt.

  • B. Eine Blutdrucksenkung allein verringert das Rupturrisiko nicht ausreichend und ersetzt nicht die operative Versorgung ab Erreichen der Größenschwelle.
  • C. Eine reine Verlaufskontrolle ist bei Erreichen der Operationsschwelle von 5,5 cm nicht mehr ausreichend.
  • D. Eine Notfalllaparotomie ist bei asymptomatischem, nicht rupturiertem Aneurysma nicht indiziert.
  • E. Ein Zuwarten bis 7 cm würde das Rupturrisiko erheblich und unnötig erhöhen, da die Interventionsschwelle bereits überschritten ist.
Lernziel: Ein asymptomatisches infrarenales Bauchaortenaneurysma ab 5,5 cm Durchmesser beim Mann ist eine Indikation zur elektiven operativen oder endovaskulären Versorgung.
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Ein 76-jähriger Mann wird vom Rettungsdienst mit plötzlich aufgetretenen stärksten Rückenschmerzen und Kollaps eingeliefert. Bei Eintreffen: Blutdruck 78/50 mmHg, Herzfrequenz 132/min, blasses, kaltschweißiges Hautbild. Bei der Palpation des Abdomens tastet man eine pulsierende, druckschmerzhafte Resistenz periumbilikal. Welches ist das unmittelbar nächste Vorgehen?

  1. AHochdosierte Volumentherapie bis zur Normalisierung des Blutdrucks vor Verlegung
  2. BNotfallsonographie im Schockraum und sofortige Verlegung in den Operationssaal
  3. CDiagnostische Punktion der Resistenz zur Bestätigung vor OP
  4. DAbwartende engmaschige Überwachung auf der Intensivstation
  5. EDurchführung einer Kontrastmittel-CT-Angiographie des gesamten Abdomens vor jeder weiteren Maßnahme
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Lösung: B. Notfallsonographie im Schockraum und sofortige Verlegung in den Operationssaal

Die Trias aus plötzlichem Rückenschmerz, hämodynamischem Schock und pulsierender abdomineller Resistenz ist beim älteren Patienten hochverdächtig auf ein rupturiertes Bauchaortenaneurysma, eine akut lebensbedrohliche Notfallsituation. Bei instabilem Patienten darf die Diagnosesicherung die Notfalloperation nicht verzögern: Eine fokussierte Notfallsonographie im Schockraum genügt zur Bestätigung freier Flüssigkeit und des Aneurysmas, danach erfolgt die sofortige Verlegung in den Operationssaal zur offenen oder endovaskulären Notfallversorgung. Eine permissive Hypotonie wird toleriert, um die Blutung nicht durch aggressive Volumengabe zu verstärken, da eine Normalisierung des Blutdrucks vor chirurgischer Blutungskontrolle die Ruptur verschlimmern kann.

  • A. Eine aggressive Volumentherapie bis zur Normalisierung des Blutdrucks kann die Blutung durch Erhöhung des intravasalen Drucks verstärken und ist vor chirurgischer Blutstillung nicht sinnvoll.
  • C. Eine Punktion der pulsierenden Resistenz ist gefährlich, diagnostisch nicht notwendig und verzögert die Notfalltherapie.
  • D. Ein abwartendes Verhalten ist bei dieser hochletalen Notfallsituation mit hämorrhagischem Schock nicht vertretbar.
  • E. Eine ausführliche CT-Angiographie würde bei hämodynamisch instabilem Patienten wertvolle Zeit kosten und die lebensrettende Operation gefährlich verzögern.
Lernziel: Bei Verdacht auf rupturiertes Bauchaortenaneurysma mit hämodynamischer Instabilität hat die sofortige Verlegung in den Operationssaal nach kurzer Sonographiebestätigung absolute Priorität vor weiterführender Diagnostik.
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Eine 54-jährige Patientin stellt sich mit seit zwei Tagen zunehmender Schwellung und Schmerzen im linken Unterschenkel vor. Sie ist vor einer Woche aus dem Langstreckenflug von Australien zurückgekehrt. Bei der Untersuchung zeigt sich eine einseitige Umfangdifferenz des Unterschenkels von 3,5 cm, eine livide Verfärbung und eine überwärmte, gespannte Haut. Der Wells-Score ergibt 3 Punkte (hohe Wahrscheinlichkeit). Welche Untersuchung ist der nächste diagnostische Schritt?

  1. AD-Dimer-Bestimmung im Serum
  2. BPhlebographie mit Kontrastmittel
  3. CKompressionssonographie der Beinvenen
  4. DCT-Angiographie der Beckenvenen
  5. EBestimmung von Protein-C- und Protein-S-Aktivität
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Lösung: C. Kompressionssonographie der Beinvenen

Bei hoher klinischer Wahrscheinlichkeit (Wells-Score ≥2) ist die Kompressionssonographie die Methode der ersten Wahl zur Diagnose einer tiefen Beinvenenthrombose, da sie nicht invasiv, schnell verfügbar und hochsensitiv ist. Der sonographische Nachweis besteht im Fehlen der vollständigen Komprimierbarkeit der Vene. Die D-Dimer-Bestimmung dient vor allem dem Ausschluss einer Thrombose bei niedriger bis mittlerer Vortestwahrscheinlichkeit, nicht der Bestätigung bei hoher Wahrscheinlichkeit. Die Phlebographie ist heute nur noch Reserveverfahren bei unklarem Sonographiebefund.

  • A. D-Dimer ist bei hoher Vortestwahrscheinlichkeit nicht zielführend, da ein negatives Ergebnis die Thrombose nicht sicher ausschließt und ein positives Ergebnis unspezifisch ist.
  • B. Die Phlebographie ist invasiv und wird nur bei nicht eindeutigem Sonographiebefund eingesetzt.
  • D. Die CT-Angiographie ist primär zur Diagnostik der Lungenembolie oder zentraler Venenverschlüsse, nicht Standard bei peripherer TVT.
  • E. Thrombophilie-Diagnostik ist erst nach gesicherter Thrombose und bei speziellen Indikationen (jung, rezidivierend, familiär) sinnvoll, nicht zur Akutdiagnostik.
Lernziel: Bei hoher klinischer Wahrscheinlichkeit (Wells-Score) ist die Kompressionssonographie der Beinvenen der diagnostische Test der ersten Wahl bei Verdacht auf tiefe Beinvenenthrombose.
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Ein 68-jähriger Patient erlitt vor drei Wochen eine transitorische ischämische Attacke mit vorübergehender Hemiparese rechts und Sprachstörung. In der Duplexsonographie der Halsgefäße zeigt sich eine symptomatische Stenose der linken Arteria carotis interna mit einem Stenosegrad von 75% nach NASCET-Kriterien. Der Patient ist in gutem Allgemeinzustand, kardiopulmonal kompensiert, ohne relevante Begleiterkrankungen. Welches Vorgehen ist indiziert?

  1. AKarotisstenting ohne vorherige medikamentöse Therapie
  2. BVollantikoagulation mit einem Vitamin-K-Antagonisten
  3. CKarotis-Thrombendarteriektomie innerhalb der nächsten zwei Wochen
  4. DAlleinige Thrombozytenaggregationshemmung mit ASS und Statintherapie
  5. EWatchful waiting mit Kontrollsonographie nach sechs Monaten
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Lösung: C. Karotis-Thrombendarteriektomie innerhalb der nächsten zwei Wochen

Bei einer symptomatischen Karotisstenose ≥70% (NASCET) besteht nach den aktuellen Leitlinien eine klare Indikation zur operativen Revaskularisation durch Thrombendarteriektomie, die innerhalb von zwei Wochen nach dem Ereignis erfolgen sollte, um das Rezidivrisiko eines ischämischen Schlaganfalls zu minimieren. Die operative Therapie ist der konservativen Therapie bei diesem Stenosegrad in Bezug auf die Schlaganfallprävention überlegen. Das Karotisstenting ist eine Alternative bei erhöhtem OP-Risiko oder ungünstiger Anatomie, aber nicht die Methode der ersten Wahl bei Standardrisikopatienten.

  • A. Stenting ist bei Standardrisikopatienten nicht die Methode erster Wahl und erfolgt ohnehin unter begleitender dualer Thrombozytenaggregationshemmung.
  • B. Eine Vollantikoagulation ist bei arteriosklerotischer Karotisstenose nicht indiziert und senkt das Schlaganfallrisiko nicht.
  • D. Eine alleinige konservative Therapie ist bei hochgradiger symptomatischer Stenose unterlegen und senkt das Rezidivrisiko nicht ausreichend.
  • E. Ein Zuwarten erhöht das Risiko eines erneuten, möglicherweise schwereren Schlaganfalls erheblich.
Lernziel: Bei symptomatischer Karotisstenose ≥70% ist die Thrombendarteriektomie innerhalb von zwei Wochen nach dem ischämischen Ereignis indiziert.
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Ein 62-jähriger Patient mit seit 15 Jahren bekanntem Diabetes mellitus Typ 2 stellt sich mit einem Ulkus an der Fußsohle vor. Die Untersuchung zeigt eine Wunde mit freiliegender Gelenkkapsel des Großzehengrundgelenks, jedoch ohne Nachweis einer Knochenbeteiligung im Röntgenbild und ohne klinische Zeichen einer Ischämie (tastbare Fußpulse, Knöchel-Arm-Index 0,95). Welcher Stadieneinteilung nach Wagner und Armstrong entspricht der Befund am ehesten?

  1. AWagner Grad 2, Armstrong Stadium A
  2. BWagner Grad 4, Armstrong Stadium C
  3. CWagner Grad 1, Armstrong Stadium A
  4. DWagner Grad 3, Armstrong Stadium B
  5. EWagner Grad 5, Armstrong Stadium D
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Lösung: A. Wagner Grad 2, Armstrong Stadium A

Wagner Grad 2 beschreibt eine Wunde, die bis auf Sehnen, Gelenkkapsel oder Knochen reicht, ohne dass eine Osteomyelitis vorliegt, was dem beschriebenen Befund mit freiliegender Gelenkkapsel entspricht. Armstrong Stadium A bedeutet das Fehlen von Infektion und Ischämie, was durch die tastbaren Fußpulse und den normalen Knöchel-Arm-Index bestätigt wird. Die Kombination beider Klassifikationen erlaubt eine differenzierte Einschätzung von Tiefe, Infektion und Durchblutung und leitet die Therapieentscheidung (Débridement, Entlastung, ggf. Revaskularisation) ab. Eine Knochenbeteiligung (Osteomyelitis) oder Nekrose liegt bei diesem Patienten nicht vor.

  • B. Wagner Grad 4 bezeichnet eine lokalisierte Gangrän, die hier nicht vorliegt; Armstrong C setzt eine Ischämie voraus, die laut Pulsstatus ausgeschlossen ist.
  • C. Wagner Grad 1 beschreibt eine oberflächliche Wunde ohne Tiefenausdehnung, hier liegt jedoch bereits eine tiefere Wunde mit Gelenkbeteiligung vor.
  • D. Wagner Grad 3 setzt eine Infektion mit Abszess oder Osteomyelitis voraus, die hier nicht nachgewiesen ist; Armstrong B würde eine Infektion bedeuten.
  • E. Wagner Grad 5 beschreibt eine Gangrän des gesamten Fußes; Armstrong D erfordert sowohl Infektion als auch Ischämie, beides liegt hier nicht vor.
Lernziel: Die Wagner-Armstrong-Klassifikation des diabetischen Fußsyndroms kombiniert die Wundtiefe (Wagner) mit dem Vorliegen von Infektion und Ischämie (Armstrong) und leitet daraus die Therapie ab.

Unfallchirurgie und Frakturen

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Eine 78-jährige, bisher selbstständig lebende Patientin stürzt zu Hause und kann danach nicht mehr auftreten. Im Röntgenbild des Hüftgelenks zeigt sich eine mediale Schenkelhalsfraktur mit vollständiger Dislokation der Fragmente und Aufhebung der trabekulären Kontinuität, entsprechend Garden IV. Die Patientin war vor dem Sturz voll mobil und kognitiv unauffällig. Welches Therapieverfahren ist am ehesten indiziert?

  1. AOsteosynthese mittels dynamischer Hüftschraube
  2. BKonservative Behandlung mit Bettruhe und Analgesie
  3. CReposition und Anlage eines Beckenbeingipses
  4. DImplantation einer Hüfttotalendoprothese
  5. EOsteosynthese mit kanülierten Schrauben
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Lösung: D. Implantation einer Hüfttotalendoprothese

Bei einer dislozierten medialen Schenkelhalsfraktur (Garden III/IV) besteht aufgrund der Unterbrechung der Blutversorgung des Hüftkopfes ein hohes Risiko für eine Hüftkopfnekrose, weshalb bei älteren, zuvor mobilen Patienten die Implantation einer Hüfttotalendoprothese das Verfahren der Wahl ist. Kopferhaltende Osteosyntheseverfahren wie kanülierte Schrauben sind bei dislozierten Frakturen im höheren Alter mit einer hohen Rate an Pseudarthrosen und Hüftkopfnekrosen assoziiert. Ziel der Therapie ist die schnelle Wiederherstellung der Mobilität, um perioperative Komplikationen und Immobilisationsfolgen zu vermeiden.

  • A. Die dynamische Hüftschraube ist das Verfahren der Wahl bei pertrochantären, nicht bei medialen Schenkelhalsfrakturen.
  • B. Eine konservative Behandlung ist bei dislozierter Schenkelhalsfraktur mit hoher Mortalität und Komplikationsrate verbunden und ist nur bei nicht operationsfähigen Patienten indiziert.
  • C. Eine Gipsruhigstellung ist bei dieser instabilen, intraartikulären Fraktur nicht ausreichend und führt zu Immobilisation mit entsprechenden Komplikationen.
  • E. Kanülierte Schrauben sind bei nicht dislozierten Frakturen (Garden I/II) geeignet, bei Garden IV besteht ein hohes Versagerrisiko durch Kopfnekrose.
Lernziel: Bei dislozierter medialer Schenkelhalsfraktur (Garden III/IV) des älteren, zuvor mobilen Patienten ist die Hüfttotalendoprothese das Therapieverfahren der Wahl.
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Eine 75-jährige Patientin stürzt auf die ausgestreckte rechte Hand und klagt anschließend über Schmerzen in der rechten Schulter. Die Röntgenaufnahme zeigt eine subkapitale Humerusfraktur mit einem Abkippwinkel der Fragmente von 25 Grad und einer Seit-zu-Seit-Verschiebung von weniger als 5 mm; die Fraktur gilt als zweiteilig nach Neer. Die periphere Durchblutung, Motorik und Sensibilität sind unauffällig. Welches Vorgehen ist am ehesten indiziert?

  1. APrimäre Implantation einer inversen Schulterendoprothese
  2. BHumeruskopfresektion mit sekundärer Prothesenversorgung
  3. COffene Reposition und Osteosynthese mit winkelstabiler Plattenosteosynthese
  4. DGeschlossene Reposition und perkutane Kirschner-Draht-Osteosynthese
  5. EKonservative Behandlung mit Ruhigstellung im Gilchrist-Verband und frühfunktioneller Übungsbehandlung
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Lösung: E. Konservative Behandlung mit Ruhigstellung im Gilchrist-Verband und frühfunktioneller Übungsbehandlung

Gering dislozierte proximale Humerusfrakturen (Abkippung unter 45 Grad, Seit-zu-Seit-Verschiebung unter 1 cm) können bei älteren Patienten in der Regel konservativ mit kurzzeitiger Ruhigstellung und früher funktioneller Übungsbehandlung erfolgreich behandelt werden, da die Fraktur meist eine ausreichende Stabilität für eine spontane Heilung aufweist. Eine operative Therapie ist bei höhergradiger Dislokation, Mehrfragmentfrakturen mit Gefäß-Nerven-Beteiligung oder deutlicher Fehlstellung indiziert. Frühe Mobilisation ist entscheidend, um einer Schultersteife (Frozen Shoulder) vorzubeugen.

  • A. Eine primäre Endoprothese ist nur bei komplexen Mehrfragmentfrakturen mit Durchblutungsstörung des Kopfes oder bei Trümmerfrakturen indiziert.
  • B. Eine primäre Resektion mit sekundärer Prothese ist bei dieser stabilen Fraktur nicht indiziert und übertrieben invasiv.
  • C. Eine Plattenosteosynthese ist bei gering dislozierten Frakturen nicht notwendig und mit höherem operativem Risiko verbunden, insbesondere bei osteoporotischem Knochen.
  • D. Eine perkutane Kirschner-Draht-Osteosynthese wird bei instabilen, stärker dislozierten Frakturen eingesetzt, nicht bei dieser stabilen, gering dislozierten Fraktur.
Lernziel: Gering dislozierte proximale Humerusfrakturen beim älteren Patienten werden in der Regel konservativ mit früher funktioneller Übungsbehandlung therapiert.
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Ein 45-jähriger Mann stürzt beim Joggen und fängt sich mit der ausgestreckten, dorsal extendierten Hand ab. Anschließend besteht eine schmerzhafte Schwellung des rechten Handgelenks mit sichtbarer bajonettartiger Fehlstellung, bei der das distale Fragment nach dorsal und radial verschoben ist. Die Röntgenaufnahme bestätigt eine extraartikuläre, dorsal dislozierte distale Radiusfraktur. Durchblutung, Motorik und Sensibilität der Hand sind intakt. Welche Aussage zu Mechanismus und initialer Versorgung trifft am ehesten zu?

  1. ADie Fraktur entsteht typischerweise durch Sturz auf die palmarflektierte Hand und wird durch Reposition mit Flexion und Ulnardeviation behandelt
  2. BDie Fraktur entsteht typischerweise durch direkten Schlag auf die Handgelenksstreckseite und wird ausschließlich operativ versorgt
  3. CDie Fraktur entsteht typischerweise durch axiale Stauchung bei gestrecktem Ellenbogen und erfordert primär eine offene Reposition
  4. DDie Fraktur entsteht typischerweise durch Sturz auf die dorsalextendierte Hand und wird durch Reposition mit Traktion und Dorsalextension behandelt
  5. EDie Fraktur entsteht typischerweise durch Sturz auf die dorsalextendierte Hand und wird durch Reposition mit Traktion, Palmarflexion und Ulnardeviation behandelt
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Lösung: E. Die Fraktur entsteht typischerweise durch Sturz auf die dorsalextendierte Hand und wird durch Reposition mit Traktion, Palmarflexion und Ulnardeviation behandelt

Die Colles-Fraktur (dorsal dislozierte distale Radiusfraktur) entsteht klassischerweise durch einen Sturz auf die dorsalextendierte, abgestützte Hand, wobei die typische 'Fourchette-Stellung' (bajonettartige Fehlstellung) resultiert. Die geschlossene Reposition erfolgt durch Längszug (Traktion) mit anschließender Palmarflexion und Ulnardeviation des distalen Fragments, um die Fehlstellung zu korrigieren und eine anatomische Gelenkstellung wiederherzustellen. Bei stabilen, gut reponierbaren Frakturen ohne wesentliche Gelenkbeteiligung ist nach erfolgreicher Reposition eine Gipsruhigstellung ausreichend; instabile oder intraartikuläre Frakturen erfordern eine operative Versorgung.

  • A. Ein Sturz auf die palmarflektierte Hand führt zur palmar dislozierten Smith-Fraktur, nicht zur hier beschriebenen dorsalen Dislokation.
  • B. Ein direkter Schlag ist kein typischer Unfallmechanismus der distalen Radiusfraktur, die meist durch indirekte Sturzmechanismen entsteht.
  • C. Eine axiale Stauchung mit primärer Operationsindikation beschreibt nicht den typischen Mechanismus der extraartikulären, dorsal dislozierten Fraktur.
  • D. Eine Reposition in Dorsalextension würde die Fehlstellung verstärken statt zu korrigieren.
Lernziel: Die dorsal dislozierte distale Radiusfraktur (Colles-Fraktur) entsteht typischerweise durch Sturz auf die dorsalextendierte Hand und wird durch Traktion, Palmarflexion und Ulnardeviation reponiert.
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Ein 29-jähriger Motorradfahrer wird nach einem Verkehrsunfall mit einer offenen Unterschenkelfraktur in die Notaufnahme gebracht. Es zeigt sich eine 4 cm lange Hautwunde über der Frakturstelle mit mäßiger Weichteilkontusion, jedoch ohne ausgedehnten Weichteilverlust und ohne Gefäß- oder Nervenverletzung. Die Durchblutung des Fußes ist intakt. Die Fraktur wird entsprechend als Gustilo-Anderson Grad II eingestuft. Welche Maßnahme hat in der Notaufnahme die höchste Priorität?

  1. APrimäre Marknagelosteosynthese ohne vorheriges Débridement
  2. BSofortige intravenöse Antibiotikagabe und chirurgisches Débridement mit Fixateur externe
  3. CAbwarten einer elektiven Versorgung am nächsten Werktag
  4. DAlleinige Reinigung der Wunde mit Kochsalzlösung und steriler Verband ohne weitere Maßnahmen
  5. EPrimärer definitiver Wundverschluss durch plastische Deckung
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Lösung: B. Sofortige intravenöse Antibiotikagabe und chirurgisches Débridement mit Fixateur externe

Bei offenen Frakturen ist die möglichst frühzeitige intravenöse Antibiotikagabe (üblicherweise ein Cephalosporin) innerhalb der ersten Stunde sowie ein chirurgisches Débridement mit Entfernung von devitalem Gewebe und Fremdkörpern entscheidend zur Infektionsprophylaxe. Bei Gustilo-Anderson Grad II erfolgt in der Regel eine temporäre Stabilisierung mittels Fixateur externe, da eine primäre definitive Osteosynthese bei kontaminierter Wunde das Infektionsrisiko deutlich erhöht. Die endgültige Weichteildeckung und definitive Osteosynthese erfolgen zeitverzögert nach Stabilisierung der Weichteilsituation.

  • A. Eine primäre Marknagelung ohne Débridement erhöht das Risiko einer tiefen Knocheninfektion durch die intramedulläre Ausbreitung von Erregern.
  • C. Ein Abwarten verzögert die notwendige Infektionsprophylaxe und erhöht das Risiko für Wundinfektion und Osteomyelitis erheblich.
  • D. Eine alleinige Reinigung ohne Débridement und Antibiotikagabe ist bei offener Fraktur nicht ausreichend und erhöht das Infektions- und Osteomyelitisrisiko erheblich.
  • E. Ein primärer definitiver Wundverschluss ist bei kontaminierten offenen Frakturen aufgrund des Infektionsrisikos kontraindiziert.
Lernziel: Bei offenen Frakturen haben frühzeitige intravenöse Antibiotikagabe und chirurgisches Débridement mit temporärer Fixateur-externe-Stabilisierung oberste Priorität zur Infektionsprophylaxe.
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Ein 22-jähriger Patient erlitt vor sechs Stunden eine geschlossene Unterschenkelfraktur, die mit einem zirkulären Gips ruhiggestellt wurde. Er klagt nun über zunehmende, durch Analgetika kaum beeinflussbare Schmerzen im Unterschenkel, die bei passiver Dorsalextension der Großzehe deutlich zunehmen. Der Unterschenkel ist prall gespannt, die Haut glänzend, der Fuß ist kühler als die Gegenseite. Die Fußpulse sind noch schwach tastbar. Welches Vorgehen ist am ehesten indiziert?

  1. ADopplersonographische Kontrolle der Beinarterien und Abwarten des Befundes
  2. BSofortige Spaltung des Gipsverbandes und notfallmäßige Fasziotomie
  3. CElevation des Beins über Herzniveau und Anlage eines Kompressionsverbandes
  4. DHochlagerung des Beins und Fortsetzung der Analgesie mit Kontrolle nach 6 Stunden
  5. ESystemische Antikoagulation zur Verbesserung der Mikrozirkulation
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Lösung: B. Sofortige Spaltung des Gipsverbandes und notfallmäßige Fasziotomie

Die geschilderte Symptomkonstellation mit starken, analgetikaresistenten Schmerzen, Schmerzzunahme bei passiver Dehnung der Muskulatur, prall-gespanntem Unterschenkel und beginnender Durchblutungsstörung ist klassisch für ein akutes Kompartmentsyndrom und stellt einen chirurgischen Notfall dar. Die erste Maßnahme ist die sofortige Entfernung jeglicher einengender Verbände (Gipsspaltung), gefolgt von einer notfallmäßigen Fasziotomie aller betroffenen Kompartimente, um eine irreversible Muskel- und Nervenschädigung zu verhindern. Ein Abwarten verzögert die Therapie und erhöht das Risiko von Muskelnekrose, Volkmann-Kontraktur und Rhabdomyolyse.

  • A. Eine Dopplersonographie verzögert die notfallmäßige Therapie; die Diagnose ist klinisch zu stellen und erfordert sofortiges Handeln.
  • C. Eine Kompression würde den Kompartmentdruck weiter erhöhen und die Symptomatik verschlechtern.
  • D. Hochlagerung und Abwarten verzögern die notwendige Dekompression und können zu irreversiblen Gewebeschäden führen.
  • E. Eine Antikoagulation behandelt nicht die Ursache des erhöhten Kompartmentdrucks und ist hier nicht indiziert.
Lernziel: Das akute Kompartmentsyndrom ist eine klinische Diagnose und erfordert die sofortige Entlastung durch Fasziotomie, um irreversible Muskel- und Nervenschäden zu verhindern.

Häufige Fragen

Sind das echte M2-Fragen?

Nein. Es sind eigene Übungsfragen im Stil des M2 nach dem Gegenstandskatalog; Originalfragen des IMPP geben wir nicht wieder. Ein zweites, unabhängiges Modell hat jede Frage ohne Lösung beantwortet, Fragen mit strittiger Lösung wurden entfernt.

Wie nutze ich diese Fragen zu Chirurgie am besten?

Kreuzen Sie zuerst das Quiz, ohne die Lösungen anzusehen, und lesen Sie dann die Erklärung zu jeder falschen oder geratenen Frage. Das Lernziel unter jeder Lösung ist der Merksatz.

Sind die Fragen kostenlos?

Ja. Alle Fragen, Lösungen und Erklärungen auf dieser Seite sind kostenlos und ohne Anmeldung.

Weitere Fächer im M2

Die Fragen des M2 erstellt das IMPP. WhiteCoat Pro steht in keiner Verbindung zu diesem Institut und wird von ihm nicht empfohlen. Alle Fragen sind eigene Übungsfragen: von der Redaktion von WhiteCoat Pro mit KI-Unterstützung geschrieben und von einem zweiten, unabhängigen KI-Modell geprüft, das jede Frage ohne Lösung beantwortet; Fragen mit strittiger Lösung werden entfernt. Es sind keine echten Prüfungsfragen. Nur zu Lernzwecken, keine ärztliche Beratung.