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M2-Fragen Endokrinologie

50 eigene Übungsfragen im Stil des M2 zum Fach Endokrinologie: jeweils mit richtiger Antwort, Erklärung, warum die anderen Antworten falsch sind, und Lernziel. Kreuzen Sie im Quiz oder lesen Sie die Fragen unten, nach Themen geordnet.

Fragen50 mit Lösung
Themen9
Antworten je Frage5
Zeit≈ 75 Min.
M2 · Endokrinologie: ÜbungsquizAntwort anklicken: Sie sehen sofort die richtige Lösung und die Erklärung. Ihr bestes Ergebnis wird in diesem Browser gespeichert.

Hypothalamus-Hypophyse

7 Fragen
1

Bei einer 34-jährigen Patientin wird ein Mikroprolaktinom mit einem Prolaktinspiegel von 180 ng/ml (Referenz < 20 ng/ml) diagnostiziert. Sie leidet unter Galaktorrhö und unregelmäßigen Zyklen, ein Kinderwunsch besteht derzeit nicht. Gesichtsfelddefekte liegen nicht vor. Welche Therapie ist Mittel der ersten Wahl?

  1. ATranssphenoidale Adenomresektion
  2. BLangzeitgabe eines Somatostatinanalogons
  3. CStereotaktische Radiochirurgie
  4. DHormonersatztherapie mit Östrogen-Gestagen-Kombination
  5. EGabe eines Dopaminagonisten
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Lösung: E. Gabe eines Dopaminagonisten

Dopaminagonisten wie Cabergolin sind bei Prolaktinomen jeder Größe die Therapie der ersten Wahl, da sie über D2-Rezeptoren die Prolaktinsekretion hemmen und meist zu einer Tumorverkleinerung führen. Cabergolin wird wegen der besseren Verträglichkeit und der selteneren Dosierung (ein- bis zweimal pro Woche) gegenüber Bromocriptin bevorzugt. Eine Operation ist nur bei Resistenz oder Unverträglichkeit der medikamentösen Therapie oder bei akuter Visusgefährdung indiziert. Unter der Therapie normalisieren sich Prolaktinspiegel und Zyklus bei der Mehrheit der Patientinnen.

  • A. Eine Operation ist erst bei Therapieresistenz oder Unverträglichkeit von Dopaminagonisten indiziert.
  • B. Somatostatinanaloga sind Therapie der Akromegalie, nicht des Prolaktinoms.
  • C. Die Radiochirurgie ist eine Reserveoption bei Versagen der medikamentösen und operativen Therapie.
  • D. Eine reine Hormonersatztherapie behandelt nicht die Ursache und maskiert die Hyperprolaktinämie.
Lernziel: Dopaminagonisten (bevorzugt Cabergolin) sind die Therapie der ersten Wahl beim Prolaktinom unabhängig von der Tumorgröße.
2

Ein 52-jähriger Mann berichtet über eine zunehmende Vergröberung der Gesichtszüge, vergrößerte Hände und Füße (Schuhgröße von 43 auf 46 gestiegen) sowie starkes Schwitzen in den letzten zwei Jahren. Der Hausarzt vermutet eine Akromegalie. Welches Vorgehen ist zur weiteren Abklärung am besten geeignet?

  1. ABestimmung des Prolaktinspiegels im Tagesprofil
  2. BBestimmung des IGF-1-Spiegels, bei Erhöhung oraler Glukosetoleranztest mit Wachstumshormonbestimmung
  3. CEinmalige Bestimmung des basalen Wachstumshormonspiegels im Serum
  4. DDurstversuch mit Bestimmung der Urinosmolalität
  5. EDexamethason-Hemmtest mit 1 mg über Nacht
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Lösung: B. Bestimmung des IGF-1-Spiegels, bei Erhöhung oraler Glukosetoleranztest mit Wachstumshormonbestimmung

Der erste Schritt im Screening der Akromegalie ist die Bestimmung des IGF-1-Spiegels, der als integrierter Marker der somatotropen Aktivität wenig von Tagesschwankungen abhängt. Bei erhöhtem IGF-1 erfolgt zur Bestätigung ein oraler Glukosetoleranztest mit 75 g Glukose und Messung des Wachstumshormons: Bei Gesunden supprimiert die Glukosegabe das Wachstumshormon auf < 1 µg/l, bei Akromegalie bleibt die Suppression aus. Eine einzelne GH-Messung ist wegen der pulsatilen Sekretion nicht aussagekräftig. Nach laborchemischer Sicherung folgt die MRT der Hypophyse zur Tumorlokalisation.

  • A. Ein Prolaktin-Tagesprofil ist bei Verdacht auf Akromegalie nicht die geeignete Screeningmethode.
  • C. Wachstumshormon wird pulsatil sezerniert, eine einzelne Messung ist daher nicht aussagekräftig.
  • D. Der Durstversuch dient der Abklärung eines Diabetes insipidus.
  • E. Der Dexamethason-Hemmtest dient der Diagnostik des Cushing-Syndroms.
Lernziel: Akromegalie wird durch erhöhtes IGF-1 gescreent und durch fehlende GH-Suppression im oralen Glukosetoleranztest bestätigt.
3

Ein 45-jähriger Patient mit einem großen, nicht-funktionellen Hypophysenadenom entwickelt im Verlauf mehrerer Jahre eine progrediente Hypophysenvorderlappeninsuffizienz. Welche hormonelle Achse fällt bei progredienter Kompression des Hypophysenvorderlappens typischerweise als erste aus?

  1. AGonadotrope Achse (LH, FSH)
  2. BKortikotrope Achse (ACTH)
  3. CSomatotrope Achse (Wachstumshormon)
  4. DThyreotrope Achse (TSH)
  5. ELaktotrope Achse (Prolaktin)
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Lösung: C. Somatotrope Achse (Wachstumshormon)

Bei der schleichenden Hypophysenvorderlappeninsuffizienz, etwa durch ein raumforderndes Adenom, fallen die hormonellen Achsen in einer typischen Reihenfolge aus: zuerst die somatotrope Achse (GH), gefolgt von der gonadotropen Achse (LH/FSH), dann der thyreotropen Achse (TSH) und zuletzt der kortikotropen Achse (ACTH), die am widerstandsfähigsten ist. Diese Reihenfolge ist klinisch relevant, da ein ACTH-Ausfall die bedrohlichste Komplikation darstellt und oft erst spät auftritt. Prolaktin fällt bei Zerstörung des HVL ebenfalls aus, kann bei Stielkompression durch fehlende dopaminerge Hemmung aber paradox ansteigen. Die Kenntnis dieser Reihenfolge hilft, den Verlauf und die Dringlichkeit der Substitution einzuschätzen.

  • A. Die gonadotrope Achse fällt erst nach der somatotropen Achse aus.
  • B. Die kortikotrope Achse fällt typischerweise als letzte aus, da sie am widerstandsfähigsten gegenüber einer Kompression ist.
  • D. Die thyreotrope Achse fällt erst nach der somatotropen und gonadotropen Achse aus.
  • E. Prolaktin fällt bei direkter Zerstörung des Gewebes aus, kann aber bei Stielkompression paradox erhöht sein, und ist nicht die klassische erste Ausfallachse.
Lernziel: Bei progredienter Hypophysenvorderlappeninsuffizienz fällt typischerweise zuerst die somatotrope, zuletzt die kortikotrope Achse aus.
4

Eine 50-jährige Patientin mit bekannter Hypophysenvorderlappeninsuffizienz nach Operation eines Kraniopharyngeoms wird nach fieberhaftem Infekt mit Erbrechen, Blutdruck von 80/50 mmHg, Herzfrequenz 128/min und somnolentem Bewusstseinszustand in die Notaufnahme gebracht. Die Angehörigen berichten, dass die reguläre Medikation seit zwei Tagen wegen des Erbrechens nicht eingenommen werden konnte. Welche Maßnahme muss unverzüglich erfolgen?

  1. AIntravenöse Gabe von Glukose 5% ohne weitere Hormonsubstitution
  2. BIntravenöse Gabe von Somatropin
  3. CIntravenöse Gabe von Levothyroxin
  4. DIntravenöse Gabe von Hydrocortison
  5. EOrale Aufsättigung mit Desmopressin
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Lösung: D. Intravenöse Gabe von Hydrocortison

Die Konstellation aus Hypotonie, Tachykardie, Bewusstseinstrübung und vorausgegangenem Auslassen der Substitutionstherapie bei bekannter HVL-Insuffizienz ist hochverdächtig auf eine hypophysäre (sekundäre adrenale) Krise. Diese ist ein lebensbedrohlicher Notfall und erfordert die sofortige intravenöse Gabe von Hydrocortison (initial 100 mg als Bolus), noch vor Vorliegen der Laborwerte. Eine Substitution von Levothyroxin ohne vorherige Kortisolgabe kann den Kortisolbedarf steigern und eine Addison-Krise auslösen, daher muss Hydrocortison immer zuerst gegeben werden. Zusätzlich sind eine ausreichende Volumengabe und Kreislaufüberwachung notwendig.

  • A. Reine Flüssigkeitsgabe ohne Hormonsubstitution behandelt nicht die zugrundeliegende Kortisolinsuffizienz.
  • B. Wachstumshormon hat keine Akutrelevanz bei dieser Notfallsituation.
  • C. Levothyroxin darf nicht vor der Kortisolsubstitution gegeben werden, da sonst eine Addison-Krise provoziert werden kann.
  • E. Desmopressin behandelt den Diabetes insipidus, ist hier aber nicht die lebensrettende Sofortmaßnahme und oral bei Erbrechen ungeeignet.
Lernziel: Bei Verdacht auf hypophysäre Krise muss unverzüglich hochdosiertes Hydrocortison intravenös verabreicht werden, noch vor Schilddrüsenhormonsubstitution.
5

Bei einem 30-jährigen Patienten mit Polyurie (Urinvolumen 7 l/24h) und Polydipsie wird ein Durstversuch durchgeführt. Nach 8 Stunden Flüssigkarenz beträgt die Serumosmolalität 300 mosmol/kg, die Urinosmolalität bleibt bei 180 mosmol/kg. Nach Gabe von Desmopressin steigt die Urinosmolalität auf 550 mosmol/kg an. Wie ist dieser Befund zu interpretieren?

  1. ADiabetes insipidus renalis
  2. BDiabetes insipidus centralis
  3. CPrimäre Polydipsie
  4. DSyndrom der inadäquaten ADH-Sekretion
  5. EOsmotische Diurese bei Diabetes mellitus
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Lösung: B. Diabetes insipidus centralis

Beim Diabetes insipidus centralis besteht ein ADH-Mangel, sodass der Urin trotz Durst und steigender Serumosmolalität nicht konzentriert werden kann (niedrige Urinosmolalität bei Flüssigkarenz). Nach exogener Gabe von Desmopressin steigt die Urinosmolalität jedoch deutlich an (hier um mehr als 50%), da die Nierentubuli auf ADH noch ansprechen. Beim renalen Diabetes insipidus bliebe dieser Anstieg nach Desmopressin aus, da eine ADH-Resistenz der Tubuli vorliegt. Bei primärer Polydipsie wäre bereits vor Durstversuch die Urinosmolalität höher und die Serumosmolalität niedrig-normal.

  • A. Beim renalen Diabetes insipidus würde die Urinosmolalität auch nach Desmopressin-Gabe niedrig bleiben.
  • C. Bei primärer Polydipsie wäre die Serumosmolalität niedrig-normal und die Urinosmolalität würde bereits im Durstversuch ansteigen.
  • D. Beim SIADH liegt eine Hyponatriämie mit unangemessen konzentriertem Urin vor, nicht eine verdünnte Polyurie wie hier.
  • E. Bei osmotischer Diurese wäre die Blutglukose erhöht und die Urinosmolalität durch Glukose eher erhöht, nicht erniedrigt.
Lernziel: Beim zentralen Diabetes insipidus steigt die Urinosmolalität nach Desmopressin-Gabe im Durstversuch deutlich an, im Gegensatz zum renalen Diabetes insipidus.
6

Ein 68-jähriger Raucher wird wegen zunehmender Verwirrtheit stationär aufgenommen. Die Laboruntersuchung zeigt ein Serumnatrium von 118 mmol/l bei normaler Serumosmolalität-korrigierter Euvolämie, eine Serumosmolalität von 245 mosmol/kg und eine inadäquat hohe Urinosmolalität von 450 mosmol/kg. Das Urinnatrium liegt bei 60 mmol/l. Schilddrüsen- und Nebennierenfunktion sind unauffällig, der Patient nimmt keine Diuretika ein. In der Röntgen-Thorax-Aufnahme zeigt sich eine zentrale Raumforderung. Welcher Mechanismus erklärt am besten die Elektrolytstörung?

  1. APrimäre Nebenniereninsuffizienz mit Mineralokortikoidmangel
  2. BEktope ADH-Sekretion durch einen Tumor mit konsekutiver renaler Wasserretention
  3. CVerminderte renale Natriumausscheidung durch Hyperaldosteronismus
  4. DVerlust von Natrium und Wasser über den Gastrointestinaltrakt
  5. EOsmotische Diurese durch unerkannten Diabetes mellitus
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Lösung: B. Ektope ADH-Sekretion durch einen Tumor mit konsekutiver renaler Wasserretention

Die Kombination aus hypotoner Hyponatriämie, euvolämem Volumenstatus, inadäquat konzentriertem Urin (Urinosmolalität höher als Serumosmolalität) und erhöhter Urinnatriumausscheidung bei normaler Nieren-, Schilddrüsen- und Nebennierenfunktion erfüllt die klassischen Diagnosekriterien eines SIADH. Beim Raucher mit zentraler Raumforderung ist ein kleinzelliges Bronchialkarzinom mit paraneoplastischer, ektoper ADH-Sekretion die häufigste Ursache. Das ADH bewirkt eine vermehrte Wasserrückresorption im Sammelrohr unabhängig vom tatsächlichen Volumenstatus, wodurch eine Verdünnungshyponatriämie entsteht. Therapeutisch stehen Flüssigkeitsrestriktion und die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund.

  • A. Eine primäre Nebenniereninsuffizienz wurde laborchemisch bereits ausgeschlossen und würde zudem mit Hyperkaliämie einhergehen.
  • C. Ein Hyperaldosteronismus würde zu Hypervolämie und eher Hypokaliämie führen, nicht zum beschriebenen euvolämen Bild.
  • D. Gastrointestinale Verluste führen zu Hypovolämie mit niedrigem Urinnatrium, nicht zu einer euvolämen Hyponatriämie mit hohem Urinnatrium.
  • E. Bei osmotischer Diurese durch Diabetes mellitus wäre die Blutglukose erhöht und es käme zu einer hypertonen, nicht hypotonen Hyponatriämie-Situation.
Lernziel: SIADH ist durch euvoläme hypotone Hyponatriämie mit inadäquat konzentriertem Urin charakterisiert, häufig paraneoplastisch bei kleinzelligem Bronchialkarzinom.
7

Bei einer 42-jährigen Patientin wurde im MRT ein 1,8 cm großes, nicht-funktionelles Hypophysenadenom mit Kontakt zum Chiasma opticum nachgewiesen. Eine transsphenoidale Resektion ist geplant. Neben der vollständigen Hormondiagnostik (u. a. Prolaktin, IGF-1, Cortisol) soll eine mögliche Beeinträchtigung der Sehbahn vor der Operation objektiviert werden. Welche Untersuchung ist hierfür am besten geeignet?

  1. AFarbsinnprüfung nach Ishihara
  2. BPerimetrie (Gesichtsfeldbestimmung)
  3. CVisusprüfung mit Snellen-Tafel
  4. DElektroretinographie
  5. EFundoskopie mit Beurteilung der Papille
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Lösung: B. Perimetrie (Gesichtsfeldbestimmung)

Hypophysenadenome mit suprasellärer Ausdehnung können das Chiasma opticum komprimieren und dadurch typischerweise eine bitemporale Hemianopsie verursachen. Die Perimetrie erfasst die Ausdehnung und Lokalisation von Gesichtsfeldausfällen quantitativ und ist damit die Standarduntersuchung zur präoperativen Objektivierung und postoperativen Verlaufskontrolle einer chiasmanahen Raumforderung. Visusprüfung und Fundoskopie erfassen zentrale Sehschärfe bzw. den Augenhintergrund, nicht aber Gesichtsfelddefekte. Die Perimetrie ist daher auch Bestandteil der Operationsindikation und der Erfolgskontrolle nach Resektion.

  • A. Die Farbsinnprüfung ist kein Standardverfahren zur Beurteilung einer Chiasmakompression.
  • C. Der Visus kann trotz relevanter Chiasmakompression lange normal bleiben, da zunächst die Gesichtsfeldperipherie betroffen ist.
  • D. Die Elektroretinographie prüft die Netzhautfunktion und ist bei suprasellären Prozessen nicht indiziert.
  • E. Die Fundoskopie zeigt ggf. eine Optikusatrophie bei chronischer Kompression, erfasst aber keine Gesichtsfeldausfälle.
Lernziel: Vor Operation eines chiasmanahen Hypophysenadenoms ist die Perimetrie die Methode der Wahl zur Objektivierung einer bitemporalen Hemianopsie.

Schilddrüse

9 Fragen
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Eine 34-jährige Frau berichtet seit sechs Wochen über Herzklopfen, ungewollten Gewichtsverlust von 4 kg trotz gesteigertem Appetit und vermehrtes Schwitzen. Bei der Untersuchung finden sich eine diffuse, nicht schmerzhafte Schilddrüsenvergrößerung mit Schwirren, ein feinschlägiger Tremor der Hände und ein Exophthalmus beidseits. Herzfrequenz 112/min, Blutdruck 145/70 mmHg. Labor: TSH 0,01 mU/l (basal erniedrigt), fT3 und fT4 deutlich erhöht. Welcher Laborbefund sichert die Diagnose?

  1. ANachweis von Anti-Thyreoglobulin-Antikörpern
  2. BErhöhung des Thyreoglobulins im Serum
  3. CNachweis von Anti-TPO-Antikörpern
  4. DNachweis von TSH-Rezeptor-Autoantikörpern (TRAK)
  5. EErhöhung des Calcitonins im Serum
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Lösung: D. Nachweis von TSH-Rezeptor-Autoantikörpern (TRAK)

Der Morbus Basedow wird durch stimulierende Autoantikörper gegen den TSH-Rezeptor (TRAK) verursacht, die eine kontinuierliche Stimulation der Schilddrüse mit konsekutiver Hyperthyreose bewirken. Der TRAK-Nachweis hat bei passender Klinik (diffuse Struma, Hyperthyreose, endokrine Orbitopathie) eine hohe Sensitivität und Spezifität und sichert die Diagnose, ohne dass eine Szintigraphie zwingend erforderlich ist. TPO- und Thyreoglobulin-Antikörper sind weniger spezifisch und finden sich auch bei Hashimoto-Thyreoiditis. Calcitonin ist ein Tumormarker des medullären Schilddrüsenkarzinoms und hat keinen Bezug zum Morbus Basedow.

  • A. Anti-Thyreoglobulin-Antikörper sind unspezifisch und kommen bei verschiedenen Autoimmunthyreopathien vor.
  • B. Thyreoglobulin ist ein unspezifischer Marker der Schilddrüsenaktivität bzw. Tumormarker nach Thyreoidektomie, nicht diagnostisch für Morbus Basedow.
  • C. Anti-TPO-Antikörper sind typisch für Hashimoto-Thyreoiditis und bei Basedow weniger spezifisch, auch wenn sie gelegentlich mit erhöht sind.
  • E. Calcitonin ist der Tumormarker des medullären Schilddrüsenkarzinoms und hat keine Bedeutung für die Basedow-Diagnostik.
Lernziel: Der Nachweis von TRAK sichert bei passender Klinik die Diagnose des Morbus Basedow.
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Ein 46-jähriger Patient mit bekanntem Morbus Basedow entwickelt zunehmend hervortretende Augen, ein Fremdkörpergefühl und eine Schwellung der Augenlider. Die Augenmuskulatur und das retrobulbäre Fettgewebe erscheinen im MRT verdickt. Welcher Mechanismus liegt dieser Augenbeteiligung zugrunde?

  1. AToxische Wirkung überschüssiger Schilddrüsenhormone auf die Augenmuskulatur
  2. BKreuzreaktion von TSH-Rezeptor-Antikörpern mit Fibroblasten und Orbitagewebe mit konsekutiver Entzündung und Glykosaminoglykan-Ablagerung
  3. CVirale Entzündung der äußeren Augenmuskeln durch Reaktivierung von Herpesviren
  4. DAblagerung von Amyloid in der Orbita im Rahmen einer systemischen Amyloidose
  5. EDirekte mechanische Kompression des N. opticus durch ein Hypophysenadenom
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Lösung: B. Kreuzreaktion von TSH-Rezeptor-Antikörpern mit Fibroblasten und Orbitagewebe mit konsekutiver Entzündung und Glykosaminoglykan-Ablagerung

Die endokrine Orbitopathie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der TSH-Rezeptor-Antikörper mit Antigenen auf orbitalen Fibroblasten und Augenmuskelzellen kreuzreagieren. Dies führt zu einer lymphozytären Infiltration, Freisetzung von Zytokinen, Fibroblastenaktivierung und vermehrter Einlagerung von Glykosaminoglykanen mit konsekutiver Volumenzunahme der extraokulären Muskeln und des retrobulbären Fettgewebes. Dadurch entstehen Exophthalmus, periorbitales Ödem und im fortgeschrittenen Stadium eine Optikuskompression. Die Erkrankung ist eng mit dem Morbus Basedow assoziiert, da beide auf derselben Autoimmunreaktion basieren, kann aber auch ohne manifeste Hyperthyreose auftreten.

  • A. Die Orbitopathie ist keine direkte toxische Hormonwirkung, sondern eine eigenständige Autoimmunreaktion gegen Orbitagewebe.
  • C. Eine virale Myositis ist nicht der zugrunde liegende Mechanismus der endokrinen Orbitopathie.
  • D. Eine Amyloidose ist keine Ursache der endokrinen Orbitopathie bei Morbus Basedow.
  • E. Ein Hypophysenadenom ist für die endokrine Orbitopathie nicht verantwortlich, der Pathomechanismus ist autoimmun und orbital lokalisiert.
Lernziel: Die endokrine Orbitopathie entsteht durch Kreuzreaktion von TRAK mit orbitalen Fibroblasten und Augenmuskeln im Rahmen der Autoimmunreaktion bei Morbus Basedow.
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Eine 58-jährige Patientin mit seit Jahren bekannter, unzureichend behandelter Hyperthyreose wird nach einer akuten Cholezystitis mit Fieber, starker Agitiertheit und Verwirrtheit in die Notaufnahme gebracht. Temperatur 39,8 °C, Herzfrequenz 152/min, Blutdruck 100/60 mmHg, absolute Arrhythmie. Sie ist stark tremulös und zeigt profuses Schwitzen. Welche Maßnahme hat in dieser Situation die höchste Priorität?

  1. AIntensivmedizinische Überwachung und Einleitung einer thyreostatischen Kombinationstherapie mit Thiamazol, Betablocker und Hydrocortison
  2. BAlleinige symptomatische Fiebersenkung mit Paracetamol und Beobachtung auf Normalstation
  3. CNotfallmäßige totale Thyreoidektomie innerhalb der nächsten Stunden
  4. DAbwartendes Verhalten mit Kontrolle von TSH und fT4 am nächsten Morgen
  5. ESofortige Radioiodtherapie zur raschen Reduktion der Hormonproduktion
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Lösung: A. Intensivmedizinische Überwachung und Einleitung einer thyreostatischen Kombinationstherapie mit Thiamazol, Betablocker und Hydrocortison

Das klinische Bild mit Fieber, Tachyarrhythmie, ZNS-Symptomatik und vorbestehender Hyperthyreose entspricht einer thyreotoxischen Krise, einem lebensbedrohlichen endokrinologischen Notfall mit hoher Letalität. Die Therapie erfordert eine intensivmedizinische Überwachung und die sofortige Kombination aus hochdosiertem Thyreostatikum (Thiamazol), Betablocker zur Kontrolle der adrenergen Symptomatik, Glukokortikoiden zur Hemmung der peripheren T4-zu-T3-Konversion und supportiven Maßnahmen inklusive Behandlung des auslösenden Infekts. Eine Radioiodtherapie oder Operation sind in der akuten Krise kontraindiziert, da sie zu spät wirken bzw. das Risiko weiter erhöhen. Abwartendes Verhalten wäre bei dieser vitalen Gefährdung fatal.

  • B. Eine rein symptomatische Therapie verkennt den lebensbedrohlichen Notfall und verzögert die notwendige thyreostatische Behandlung.
  • C. Eine Notfall-Thyreoidektomie ist mit hohem perioperativem Risiko belastet und ist erst bei Therapieversagen der konservativen Maßnahmen Option.
  • D. Abwartendes Verhalten ist bei dieser vital bedrohlichen Situation kontraindiziert, da ohne sofortige Therapie eine hohe Letalität besteht.
  • E. Radioiodtherapie wirkt erst nach Wochen und ist in der akuten Krise nicht geeignet, zudem kann sie initial Hormon freisetzen.
Lernziel: Die thyreotoxische Krise erfordert die sofortige intensivmedizinische Kombinationstherapie aus Thyreostatikum, Betablocker und Glukokortikoid.
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Eine 29-jährige Patientin wird seit drei Wochen wegen Morbus Basedow mit Thiamazol behandelt. Sie stellt sich mit seit zwei Tagen bestehendem Fieber bis 39,2 °C und schmerzhaften Ulzerationen im Mund vor. Welche Maßnahme ist jetzt am wichtigsten?

  1. AFortführung der Thiamazol-Therapie und symptomatische Behandlung der Mundulzerationen mit lokalen Antiseptika
  2. BWechsel auf eine Radioiodtherapie ohne vorherige Blutbildkontrolle
  3. CZusätzliche Gabe eines Betablockers bei Verdacht auf Exazerbation der Hyperthyreose
  4. DDosisreduktion von Thiamazol und Kontrolle in zwei Wochen
  5. ESofortiges Absetzen von Thiamazol und Bestimmung eines Differentialblutbildes
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Lösung: E. Sofortiges Absetzen von Thiamazol und Bestimmung eines Differentialblutbildes

Fieber und schmerzhafte Schleimhautulzerationen unter Thiamazol sind klassische Warnzeichen einer Agranulozytose, einer seltenen, aber potenziell lebensbedrohlichen idiosynkratischen Nebenwirkung der Thionamide. Bei Verdacht muss das Medikament sofort abgesetzt und umgehend ein Differentialblutbild zur Bestätigung einer Neutropenie bestimmt werden, da bei bestätigter Agranulozytose ein hohes Risiko für schwere, auch letale Infektionen besteht. Eine Fortführung der Therapie oder bloße Dosisreduktion würde das Risiko fataler Komplikationen deutlich erhöhen. Patienten müssen bereits vor Therapiebeginn über dieses Warnsymptom aufgeklärt werden, damit sie sich bei Fieber oder Halsschmerzen sofort vorstellen.

  • A. Eine Fortführung der Therapie bei diesem Verdacht gefährdet die Patientin durch eine mögliche schwere Infektion erheblich.
  • B. Vor jeder weiteren Therapieentscheidung muss zunächst das Blutbild kontrolliert werden, ein überstürzter Therapiewechsel ist nicht sinnvoll.
  • C. Die Symptome sind nicht durch eine Exazerbation der Hyperthyreose, sondern durch eine mögliche Thiamazol-induzierte Agranulozytose zu erklären.
  • D. Eine Dosisreduktion reicht bei Verdacht auf Agranulozytose nicht aus, das Medikament muss sofort abgesetzt werden.
Lernziel: Fieber und Schleimhautulzerationen unter Thionamidtherapie erfordern den sofortigen Therapieabbruch und eine umgehende Blutbildkontrolle zum Ausschluss einer Agranulozytose.
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Bei einer 61-jährigen Patientin wird sonographisch ein 2,5 cm großer, echoarmer Knoten im rechten Schilddrüsenlappen entdeckt. TSH ist mit 0,05 mU/l erniedrigt bei normalem fT4. Welche Untersuchung ist der nächste sinnvolle diagnostische Schritt zur weiteren Abklärung des Knotens?

  1. AFeinnadelpunktion des Knotens zur zytologischen Untersuchung
  2. BSchilddrüsenszintigraphie mit Technetium-99m
  3. CBestimmung von Thyreoglobulin-Antikörpern
  4. DBestimmung von Calcitonin und CEA im Serum
  5. EKontrastmittel-CT des Halses
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Lösung: B. Schilddrüsenszintigraphie mit Technetium-99m

Bei erniedrigtem TSH und einem sonographisch auffälligen Knoten ist die Schilddrüsenszintigraphie der nächste Schritt, um eine funktionelle Autonomie nachzuweisen. Zeigt sich im Szintigramm eine fokale Mehranreicherung mit supprimiertem umgebendem Restgewebe (heißer Knoten), ist dies praktisch beweisend für ein autonomes Adenom, und eine Feinnadelpunktion ist in diesem Fall nicht erforderlich, da heiße Knoten nahezu nie maligne sind. Erst bei kalten oder funktionell unklaren Knoten wäre die Feinnadelpunktion zur Malignitätsabklärung indiziert. Die Szintigraphie liefert damit sowohl eine funktionelle als auch indirekt eine Risikoeinschätzung zur Dignität.

  • A. Bei biochemisch nachgewiesener Autonomie wird zunächst die Szintigraphie durchgeführt, die Feinnadelpunktion ist bei bestätigtem heißem Knoten nicht notwendig.
  • C. Thyreoglobulin-Antikörper sind für die Abklärung eines autonomen Knotens nicht relevant.
  • D. Calcitonin und CEA dienen dem Ausschluss eines medullären Karzinoms, sind bei dieser Befundkonstellation mit erniedrigtem TSH nicht der primäre nächste Schritt.
  • E. Eine Kontrastmittel-CT ist wegen der Jodbelastung vor einer möglichen Radioiodtherapie ungünstig und nicht der Standardschritt.
Lernziel: Bei supprimiertem TSH und sonographisch auffälligem Knoten ist die Schilddrüsenszintigraphie der nächste Schritt zum Nachweis einer funktionellen Autonomie.
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Eine 38-jährige Frau berichtet über zunehmende Müdigkeit, Kälteintoleranz und eine Gewichtszunahme von 5 kg innerhalb eines halben Jahres. Die Schilddrüse ist bei der Palpation diffus vergrößert, nicht schmerzhaft, von fester Konsistenz. Labor: TSH 12,4 mU/l, fT4 erniedrigt. Die Sonographie zeigt ein diffus echoarmes, inhomogenes Schilddrüsenparenchym. Welcher zusätzliche Befund sichert die Diagnose?

  1. AErhöhtes Parathormon im Serum
  2. BErhöhte TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK)
  3. CVermehrte Jodspeicherung in der Schilddrüsenszintigraphie
  4. DErhöhtes Calcitonin im Serum
  5. EErhöhte Anti-TPO-Antikörper (Thyreoperoxidase-Antikörper)
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Lösung: E. Erhöhte Anti-TPO-Antikörper (Thyreoperoxidase-Antikörper)

Die Kombination aus primärer Hypothyreose, diffus echoarmem, inhomogenem Schilddrüsenparenchym und erhöhten Anti-TPO-Antikörpern ist charakteristisch für die Hashimoto-Thyreoiditis, die häufigste Ursache der Hypothyreose in Jodversorgungsgebieten wie Deutschland. Anti-TPO-Antikörper sind bei über 90 % der Patienten positiv und gelten als serologischer Marker der chronischen lymphozytären Autoimmunthyreoiditis. TRAK sind typisch für den Morbus Basedow und bei Hashimoto in der Regel negativ. Eine Szintigraphie ist zur Diagnosesicherung nicht erforderlich und würde bei Hashimoto eher eine fleckige, verminderte Anreicherung zeigen.

  • A. Parathormon betrifft den Kalziumstoffwechsel und die Nebenschilddrüsen, nicht die Diagnostik der Hashimoto-Thyreoiditis.
  • B. TRAK sind spezifisch für den Morbus Basedow und bei der Hashimoto-Thyreoiditis in der Regel nicht erhöht.
  • C. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis ist die Jodspeicherung in der Szintigraphie eher vermindert und fleckig, nicht vermehrt.
  • D. Calcitonin ist der Tumormarker des medullären Schilddrüsenkarzinoms und hat keinen Bezug zur Hashimoto-Thyreoiditis.
Lernziel: Die Hashimoto-Thyreoiditis wird durch die Kombination aus Hypothyreose, echoarmem Sonographiebefund und erhöhten Anti-TPO-Antikörpern diagnostiziert.
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Bei einem 55-jährigen Mann wird laborchemisch eine primäre Hypothyreose mit einem TSH von 18,6 mU/l und erniedrigtem fT4 festgestellt. Es soll eine Substitutionstherapie mit Levothyroxin begonnen werden. Welche Aussage zur korrekten Einnahme ist zutreffend?

  1. ADie Tablette soll morgens nüchtern, etwa 30 Minuten vor dem Frühstück, mit Wasser eingenommen werden
  2. BDie Tablette soll abends unmittelbar vor dem Schlafengehen zusammen mit Milch eingenommen werden
  3. CDie Tablette soll zusammen mit einer calciumreichen Mahlzeit eingenommen werden, um die Resorption zu verbessern
  4. DDie Tablette soll zusammen mit Eisenpräparaten eingenommen werden, um eine gleichzeitig bestehende Anämie mitzubehandeln
  5. EDie Tablette soll nur bei Symptomen und nicht täglich eingenommen werden
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Lösung: A. Die Tablette soll morgens nüchtern, etwa 30 Minuten vor dem Frühstück, mit Wasser eingenommen werden

Levothyroxin wird am besten morgens nüchtern, etwa 30 Minuten vor dem Frühstück, mit Wasser eingenommen, da Nahrung, Kaffee, Milchprodukte und bestimmte Medikamente wie Calcium-, Eisen- oder Protonenpumpeninhibitoren die intestinale Resorption deutlich vermindern können. Eine konsequente, gleichbleibende Einnahmemodalität ist wichtig, um stabile Hormonspiegel zu erreichen und die TSH-Kontrolle zuverlässig zu interpretieren. Die Einnahme zusammen mit Calcium-, Eisenpräparaten oder Milch vermindert die Bioverfügbarkeit erheblich und sollte vermieden bzw. zeitlich um mehrere Stunden getrennt werden. Eine Hypothyreose erfordert zudem eine kontinuierliche tägliche Einnahme, keine symptomorientierte Dosierung.

  • B. Milch enthält Calcium und vermindert ebenso wie eine abendliche Einnahme mit Nahrung die Resorption, zudem sollte die Einnahme nüchtern erfolgen.
  • C. Calciumreiche Mahlzeiten vermindern die Resorption von Levothyroxin und sollten zeitlich getrennt von der Einnahme liegen.
  • D. Eisenpräparate vermindern die Resorption von Levothyroxin und sollten nicht gleichzeitig, sondern mit zeitlichem Abstand eingenommen werden.
  • E. Levothyroxin muss bei primärer Hypothyreose dauerhaft täglich eingenommen werden, nicht nur symptomorientiert.
Lernziel: Levothyroxin sollte morgens nüchtern mit ausreichendem Abstand zu Nahrung und interagierenden Medikamenten eingenommen werden, um eine zuverlässige Resorption zu gewährleisten.
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Eine 42-jährige Patientin stellt sich mit seit einer Woche bestehenden starken Schmerzen im Halsbereich vor, die in den Unterkiefer und das Ohr ausstrahlen. Vor drei Wochen hatte sie einen fieberhaften Infekt der oberen Atemwege. Aktuell: Temperatur 38,1 °C, die Schilddrüse ist druckschmerzhaft und leicht vergrößert. Labor: BSG 68 mm/h, CRP 22 mg/l, fT3 und fT4 erhöht, TSH erniedrigt. Die Schilddrüsen-Antikörper (TPO-AK, TRAK) sind negativ. In der Sonographie zeigen sich echoarme, landkartenartige Areale.

  1. ASubakute Thyreoiditis de Quervain
  2. BHashimoto-Thyreoiditis
  3. CAkute eitrige Thyreoiditis
  4. DMorbus Basedow
  5. EPostpartum-Thyreoiditis
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Lösung: A. Subakute Thyreoiditis de Quervain

Die Kombination aus schmerzhafter, druckdolenter Schilddrüse, vorangegangenem viralen Infekt, deutlich erhöhter BSG und einer Hyperthyreose bei negativen Autoantikörpern ist typisch für die subakute Thyreoiditis de Quervain. Sonographisch finden sich charakteristische echoarme, unscharf begrenzte Areale. Pathophysiologisch kommt es zu einer granulomatösen Entzündung mit Zerstörung von Follikelzellen und konsekutiver Freisetzung gespeicherter Hormone. Die BSG ist oft massiv erhöht und gilt als diagnostischer Hinweis. Die Therapie erfolgt meist mit Glukokortikoiden, die rasch zu einer Schmerzlinderung führen.

  • B. Die Hashimoto-Thyreoiditis verläuft meist schmerzlos mit positiven TPO-Antikörpern und eher Hypothyreose.
  • C. Eine eitrige Thyreoiditis geht mit deutlich höherem Fieber, Abszedierung und bakteriellem Fokus einher, nicht mit dieser BSG-Konstellation.
  • D. Beim Morbus Basedow ist die Schilddrüse typischerweise schmerzlos vergrößert und TRAK wären positiv.
  • E. Eine Postpartum-Thyreoiditis setzt eine vorausgegangene Schwangerschaft voraus und verläuft in der Regel schmerzlos.
Lernziel: Die subakute Thyreoiditis de Quervain zeigt sich durch eine schmerzhafte Schilddrüse, massiv erhöhte BSG und negative Schilddrüsen-Antikörper nach vorangegangenem viralen Infekt.
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Eine 76-jährige Patientin wird von Angehörigen bewusstlos aufgefunden und in die Notaufnahme gebracht. Die Angehörigen berichten, dass die Patientin seit Monaten zunehmend verlangsamt, kälteempfindlich und obstipiert gewesen sei und vor einem Jahr wegen eines Schilddrüsenkarzinoms thyreoidektomiert wurde. Bei Aufnahme: Temperatur 32,8 °C, Herzfrequenz 46/min, Blutdruck 88/56 mmHg, GCS 7. Labor: TSH > 100 mU/l, fT4 stark erniedrigt, Natrium 118 mmol/l, Glukose 48 mg/dl.

  1. AThyreostatische Therapie mit Thiamazol
  2. BHochdosierte Glukokortikoidtherapie ohne Schilddrüsenhormonsubstitution
  3. CSofortige Hämodialyse zur Korrektur der Hyponatriämie
  4. DIntravenöse Gabe von Levothyroxin und Hydrocortison
  5. EOrale Gabe von Levothyroxin und engmaschige ambulante Kontrolle
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Lösung: D. Intravenöse Gabe von Levothyroxin und Hydrocortison

Das Myxödemkoma ist ein lebensbedrohlicher Notfall der dekompensierten Hypothyreose mit Bewusstseinsstörung, Hypothermie, Bradykardie, Hypotonie und Hyponatriämie. Die Therapie erfolgt intensivmedizinisch mit intravenöser Gabe von Levothyroxin (ggf. initial auch Liothyronin), kombiniert mit Hydrocortison, um eine gleichzeitig mögliche Nebenniereninsuffizienz abzudecken, bevor die Schilddrüsenhormongabe eine adrenale Krise demaskiert. Zusätzlich sind supportive Maßnahmen wie langsame Erwärmung, Volumengabe und Glukosesubstitution notwendig. Eine orale Gabe ist bei gestörter gastrointestinaler Resorption und Bewusstseinsstörung nicht ausreichend wirksam.

  • A. Thiamazol wird bei Hyperthyreose eingesetzt und wäre hier kontraproduktiv, da eine schwere Hypothyreose vorliegt.
  • B. Ohne Schilddrüsenhormonsubstitution wird die zugrunde liegende schwere Hypothyreose nicht behandelt.
  • C. Die Hyponatriämie ist Folge der Hypothyreose und bessert sich unter Hormonsubstitution; eine Dialyse ist nicht indiziert.
  • E. Bei Bewusstseinsstörung und unsicherer gastrointestinaler Resorption ist die orale Gabe nicht ausreichend und eine ambulante Kontrolle verkennt die Vitalbedrohung.
Lernziel: Das Myxödemkoma wird mit intravenösem Levothyroxin plus Hydrocortison behandelt, um eine larvierte Nebenniereninsuffizienz nicht zu demaskieren.
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Nebenschilddrüse und Kalziumstoffwechsel

6 Fragen
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Eine 62-jährige Patientin stellt sich wegen rezidivierender Nierenkoliken und diffuser Knochenschmerzen vor. Laborbefunde: Kalzium im Serum 2,9 mmol/l (Referenz 2,2–2,6 mmol/l), Phosphat 0,6 mmol/l (Referenz 0,8–1,5 mmol/l), intaktes Parathormon 180 pg/ml (Referenz 15–65 pg/ml), alkalische Phosphatase erhöht, 25-Hydroxy-Vitamin D im Normbereich. Die Kreatinin-Clearance ist leicht eingeschränkt.

  1. AFamiliäre hypokalziurische Hyperkalzämie
  2. BPrimärer Hyperparathyreoidismus
  3. CSekundärer Hyperparathyreoidismus bei Vitamin-D-Mangel
  4. DHyperkalzämie bei malignem Tumor mit PTHrP-Sekretion
  5. ETertiärer Hyperparathyreoidismus bei chronischer Niereninsuffizienz
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Lösung: B. Primärer Hyperparathyreoidismus

Die Kombination aus erhöhtem Serumkalzium, erniedrigtem Phosphat und inadäquat hohem, nicht supprimiertem Parathormon ist die klassische Laborkonstellation des primären Hyperparathyreoidismus. Ursächlich ist meist ein solitäres Nebenschilddrüsenadenom, das autonom und unabhängig von der Kalziumkonzentration PTH sezerniert. PTH steigert die renale Kalziumrückresorption und Phosphatausscheidung sowie die Osteoklastenaktivität, was die erhöhte alkalische Phosphatase erklärt. Klassische Endorganmanifestationen sind Nephrolithiasis und Knochenschmerzen durch gesteigerten Knochenabbau. Ein normaler Vitamin-D-Spiegel spricht gegen einen sekundären Hyperparathyreoidismus, bei dem PTH reaktiv auf eine Hypokalzämie ansteigt.

  • A. Die familiäre hypokalziurische Hyperkalzämie zeigt eine erniedrigte Kalziumausscheidung im Urin und meist nur leicht erhöhtes PTH ohne Endorganschäden.
  • C. Beim sekundären Hyperparathyreoidismus liegt meist eine Hypokalzämie oder niedrig-normales Kalzium bei Vitamin-D-Mangel vor, nicht eine Hyperkalzämie.
  • D. Bei PTHrP-vermittelter Hyperkalzämie ist das PTH selbst supprimiert, da PTHrP über denselben Rezeptor wirkt, aber kein PTH ist.
  • E. Der tertiäre Hyperparathyreoidismus entsteht erst nach langjährigem sekundärem Hyperparathyreoidismus bei chronischer Niereninsuffizienz mit autonomer PTH-Sekretion.
Lernziel: Der primäre Hyperparathyreoidismus zeigt die Laborkonstellation Hyperkalzämie, Hypophosphatämie und inadäquat erhöhtes Parathormon.
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Bei einer 58-jährigen Patientin wird laborchemisch und sonographisch ein primärer Hyperparathyreoidismus durch ein solitäres Nebenschilddrüsenadenom gesichert. Sie berichtet über rezidivierende Nierensteine. Im DXA zeigt sich eine Osteoporose mit einem T-Score von -2,8 an der Lendenwirbelsäule. Die Kreatinin-Clearance liegt bei 55 ml/min.

  1. AHochdosierte Vitamin-D-Substitution
  2. BParathyreoidektomie
  3. CDauertherapie mit Bisphosphonaten ohne operative Sanierung
  4. DLebenslange Therapie mit Cinacalcet
  5. EThiaziddiuretikum zur Senkung der Kalziurie als alleinige Maßnahme
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Lösung: B. Parathyreoidektomie

Die Parathyreoidektomie ist die kausale Therapie der Wahl beim symptomatischen primären Hyperparathyreoidismus und wird gemäß aktuellen Leitlinien bei Vorliegen von Endorganschäden wie Nephrolithiasis, eingeschränkter Nierenfunktion oder Osteoporose empfohlen. Bei nachgewiesenem solitärem Adenom erfolgt in der Regel eine minimal-invasive, fokussierte Exploration mit intraoperativer PTH-Schnellbestimmung zur Erfolgskontrolle. Die Operation führt zur Normalisierung von Kalzium und PTH und verhindert die Progression von Nephrolithiasis und Knochenabbau. Medikamentöse Optionen wie Cinacalcet kommen nur bei Inoperabilität oder Ablehnung der Operation als symptomatische, nicht kurative Alternative zum Einsatz.

  • A. Eine Vitamin-D-Substitution ist bei Hyperkalzämie potenziell gefährlich und behandelt nicht die Grunderkrankung.
  • C. Bisphosphonate bessern zwar die Knochendichte, beseitigen aber nicht die Ursache der autonomen PTH-Sekretion.
  • D. Cinacalcet senkt das Kalzium nur symptomatisch und ist keine kurative Therapie, sondern eine Alternative bei fehlender OP-Möglichkeit.
  • E. Thiaziddiuretika verstärken sogar die Hyperkalzämie und sind beim primären Hyperparathyreoidismus kontraindiziert.
Lernziel: Bei symptomatischem primärem Hyperparathyreoidismus mit Endorganschäden ist die Parathyreoidektomie die kurative Therapie der Wahl.
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Eine 72-jährige Patientin wird wegen zunehmender Verwirrtheit, Übelkeit und Polyurie in die Notaufnahme gebracht. Sie ist seit 3 Tagen kaum ansprechbar für Angehörige. Blutdruck 100/60 mmHg, Herzfrequenz 102/min, die Schleimhäute sind trocken. Labor: Kalzium (korrigiert) 3,9 mmol/l, Kreatinin 1,6 mg/dl, Albumin 38 g/l. Es wird umgehend eine Infusionstherapie mit isotoner Kochsalzlösung begonnen. Welches Medikament sollte nun zusätzlich als nächster Schritt verabreicht werden?

  1. AHydrochlorothiazid oral
  2. BZoledronsäure intravenös
  3. CCinacalcet oral
  4. DDenosumab subkutan
  5. ECalcitriol oral
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Lösung: B. Zoledronsäure intravenös

Bei der hyperkalzämischen Krise steht nach initialer Rehydratation mit isotoner NaCl-Lösung die intravenöse Gabe eines Bisphosphonats (z. B. Zoledronsäure oder Pamidronat) im Vordergrund, da diese die osteoklastäre Knochenresorption hemmen und den Kalziumspiegel innerhalb von 24–72 Stunden deutlich senken. Die Wirkung tritt verzögert ein, weshalb bei vitaler Gefährdung zusätzlich Calcitonin zur raschen initialen Senkung erwogen werden kann. Thiaziddiuretika sind kontraindiziert, da sie die renale Kalziumausscheidung vermindern und die Hyperkalzämie verschlimmern. Denosumab ist eine Alternative bei Bisphosphonat-Kontraindikation (z. B. schwere Niereninsuffizienz), aber nicht Mittel der ersten Wahl.

  • A. Thiazide vermindern die renale Kalziumausscheidung und würden die Hyperkalzämie verstärken.
  • C. Cinacalcet wirkt über den Calcium-Sensing-Rezeptor der Nebenschilddrüse und ist bei der hyperkalzämischen Krise nicht die Akuttherapie der Wahl.
  • D. Denosumab ist eine Reserveoption bei Kontraindikation gegen Bisphosphonate, wirkt zudem langsamer.
  • E. Calcitriol steigert die intestinale Kalziumresorption und würde die Hyperkalzämie verschlechtern.
Lernziel: Die hyperkalzämische Krise wird nach Rehydratation mit isotoner NaCl-Lösung durch intravenöse Bisphosphonate behandelt, die die osteoklastäre Knochenresorption hemmen.
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Ein 61-jähriger Patient mit terminaler Niereninsuffizienz (eGFR 8 ml/min/1,73 m²) unter Hämodialyse zeigt im Verlauf stark erhöhte Parathormon-Werte (980 pg/ml) sowie ein erniedrigtes Serum-Kalzium. Nach erfolgreicher Nierentransplantation persistiert das Parathormon trotz normalisierter Nierenfunktion und normalem Vitamin-D-Spiegel weiterhin deutlich erhöht, nun zusammen mit einer Hyperkalzämie. Welcher Mechanismus erklärt am besten die beschriebene Entwicklung vom sekundären zum tertiären Hyperparathyreoidismus?

  1. AAutonome, von der Kalziumregulation unabhängige Hyperplasie der Nebenschilddrüsen nach langjähriger chronischer Stimulation
  2. BBildung von Autoantikörpern gegen den Calcium-Sensing-Rezeptor nach Transplantation
  3. CVerminderte renale Phosphatausscheidung durch das Transplantat mit konsekutiver Hypokalzämie
  4. DPersistierender Vitamin-D-Mangel durch unzureichende Substitution nach Transplantation
  5. EAkute Abstoßungsreaktion mit reaktiver Steigerung der Parathormonsekretion
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Lösung: A. Autonome, von der Kalziumregulation unabhängige Hyperplasie der Nebenschilddrüsen nach langjähriger chronischer Stimulation

Bei chronischer Niereninsuffizienz führen Hyperphosphatämie, Vitamin-D-Mangel und Hypokalzämie über Jahre zu einer chronischen Stimulation der Nebenschilddrüsen (sekundärer Hyperparathyreoidismus). Durch die anhaltende Stimulation entwickeln sich die Nebenschilddrüsen hyperplastisch bis hin zu monoklonalen, autonom funktionierenden Adenomen, die auch nach Normalisierung der Stoffwechsellage (z. B. nach Transplantation) unkontrolliert Parathormon sezernieren – der tertiäre Hyperparathyreoidismus mit Hyperkalzämie. Dieser Übergang ist durch den Verlust der Rückkopplungsregulation über den Calcium-Sensing-Rezeptor gekennzeichnet. Therapeutisch kommen Cinacalcet oder bei ausgeprägtem Befund eine Parathyreoidektomie in Betracht.

  • B. Autoantikörper gegen den Calcium-Sensing-Rezeptor sind kein bekannter Pathomechanismus des tertiären Hyperparathyreoidismus.
  • C. Phosphatausscheidung normalisiert sich nach Transplantation in der Regel, zudem liegt hier eine Hyperkalzämie und keine Hypokalzämie vor.
  • D. Nach Transplantation ist die Vitamin-D-Aktivierung meist wiederhergestellt, erklärt aber nicht die Autonomie der Hormonsekretion.
  • E. Eine akute Abstoßung würde sich durch Transplantatdysfunktion und nicht primär durch Hyperkalzämie zeigen.
Lernziel: Beim tertiären Hyperparathyreoidismus führt die langjährige chronische Stimulation zur autonomen Nebenschilddrüsenhyperplasie, die auch nach Beseitigung der Ursache persistiert.
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Eine 45-jährige Patientin klagt am zweiten Tag nach totaler Thyreoidektomie wegen einer multinodulären Struma über Kribbeln perioral und an den Fingerspitzen sowie über Muskelkrämpfe in den Händen. Bei der Untersuchung lässt sich durch Beklopfen des Nervus facialis vor dem Ohr eine Kontraktion der mimischen Muskulatur auslösen. Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten?

  1. ARekurrensparese beidseits
  2. BThyreotoxische Krise
  3. CPostoperativer Hypoparathyreoidismus
  4. DHyperventilationssyndrom
  5. EWundinfektion mit Abszessbildung
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Lösung: C. Postoperativer Hypoparathyreoidismus

Die Symptomkombination aus perioralen Parästhesien, Pfötchenstellung und positivem Chvostek-Zeichen (Kontraktion der mimischen Muskulatur bei Beklopfen des N. facialis) nach Thyreoidektomie ist typisch für einen postoperativen Hypoparathyreoidismus infolge versehentlicher Entfernung oder Minderdurchblutung der Epithelkörperchen. Durch den PTH-Mangel sinkt das Serum-Kalzium ab, was die neuromuskuläre Übererregbarkeit (Tetanie) verursacht. Diagnostisch sichert man dies durch Bestimmung von Serum-Kalzium und intaktem Parathormon. Therapeutisch erfolgt die Substitution mit Kalzium und aktivem Vitamin D (Calcitriol).

  • A. Eine Rekurrensparese verursacht Stimmstörungen und Atemprobleme, nicht Tetanie und positives Chvostek-Zeichen.
  • B. Eine thyreotoxische Krise zeigt Fieber, Tachykardie und Bewusstseinsstörung, nicht die beschriebene Tetanie-Symptomatik.
  • D. Ein Hyperventilationssyndrom kann ähnliche Parästhesien verursachen, ist aber nach Thyreoidektomie mit Chvostek-Zeichen weniger wahrscheinlich als der direkte Zusammenhang mit Epithelkörperchenschädigung.
  • E. Eine Wundinfektion würde sich durch lokale Entzündungszeichen und nicht durch neuromuskuläre Übererregbarkeit äußern.
Lernziel: Postoperativer Hypoparathyreoidismus nach Thyreoidektomie führt über Hypokalzämie zu Tetanie mit positivem Chvostek-Zeichen.
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Ein 68-jähriger Patient berichtet über diffuse Knochenschmerzen und Muskelschwäche im Beckengürtelbereich seit mehreren Monaten. Labor: Serum-Kalzium 2,05 mmol/l (Referenz 2,15–2,55 mmol/l), Phosphat 0,75 mmol/l (Referenz 0,84–1,45 mmol/l), alkalische Phosphatase 245 U/l (Referenz bis 130 U/l), intaktes Parathormon 110 pg/ml (Referenz 15–65 pg/ml), 25-Hydroxy-Vitamin-D 8 ng/ml (Referenz >20 ng/ml). Welcher Befund spricht am ehesten für eine Osteomalazie mit sekundärem Hyperparathyreoidismus statt für einen primären Hyperparathyreoidismus?

  1. ADiffuse Knochenschmerzen und Muskelschwäche
  2. BErniedrigter 25-Hydroxy-Vitamin-D-Spiegel
  3. CErhöhtes intaktes Parathormon
  4. DErniedrigtes Serum-Kalzium bei gleichzeitig erniedrigtem Phosphat
  5. EErhöhte alkalische Phosphatase
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Lösung: D. Erniedrigtes Serum-Kalzium bei gleichzeitig erniedrigtem Phosphat

Entscheidend für die Abgrenzung ist das Serum-Kalzium: Beim primären Hyperparathyreoidismus liegt typischerweise eine Hyperkalzämie vor, während bei der Osteomalazie durch Vitamin-D-Mangel das Kalzium (und meist auch das Phosphat) erniedrigt ist und der sekundäre Hyperparathyreoidismus kompensatorisch als Reaktion auf die Hypokalzämie entsteht. Erhöhtes PTH und erhöhte alkalische Phosphatase finden sich bei beiden Erkrankungen und sind daher nicht differenzierend. Der niedrige Vitamin-D-Spiegel erklärt die Osteomalazie, belegt aber für sich allein nicht die Abgrenzung zum primären HPT, da auch dort ein begleitender Vitamin-D-Mangel vorkommen kann. Die Kombination aus Hypokalzämie, Hypophosphatämie und schwerem Vitamin-D-Mangel bei sekundär erhöhtem PTH ist das führende Unterscheidungsmerkmal.

  • A. Knochenschmerzen und Muskelschwäche kommen bei beiden Erkrankungen vor und sind nicht spezifisch.
  • B. Ein Vitamin-D-Mangel kann auch einen primären Hyperparathyreoidismus begleiten und ist daher allein nicht beweisend.
  • C. PTH ist bei beiden Erkrankungen erhöht (primär autonom, sekundär reaktiv) und daher nicht differenzierend.
  • E. Die alkalische Phosphatase ist bei beiden Erkrankungen durch gesteigerten Knochenumbau erhöht.
Lernziel: Die Serum-Kalzium-Konzentration unterscheidet primären Hyperparathyreoidismus (Hyperkalzämie) von der Vitamin-D-Mangel-Osteomalazie mit sekundärem Hyperparathyreoidismus (Hypokalzämie).

Nebennierenrinde

9 Fragen
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Bei einer 38-jährigen Patientin mit klinischem Vollbild eines Cushing-Syndroms wird ein erhöhtes ACTH im Plasma (85 pg/ml, Referenz 10–60 pg/ml) gemessen. Im hochdosierten Dexamethason-Hemmtest (8 mg) kommt es zu einer Suppression des Kortisols um mehr als 50 % des Ausgangswertes. Welche Ursache des Cushing-Syndroms ist am wahrscheinlichsten?

  1. AExogene Glukokortikoidzufuhr
  2. BACTH-produzierendes Hypophysenadenom
  3. CEktope ACTH-Produktion durch ein kleinzelliges Bronchialkarzinom
  4. DKortisol-produzierendes Nebennierenrindenadenom
  5. EBilaterale mikronoduläre Nebennierenhyperplasie
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Lösung: B. ACTH-produzierendes Hypophysenadenom

Der hochdosierte Dexamethason-Hemmtest nutzt die Tatsache, dass hypophysäre ACTH-produzierende Adenome (Morbus Cushing) noch eine partiell erhaltene negative Rückkopplung besitzen und daher bei hoher Dexamethason-Dosis mit einer Suppression des Kortisols um mehr als 50 % reagieren, während ektope ACTH-Quellen in der Regel autonom sezernieren und keine relevante Suppression zeigen. Das erhöhte ACTH schließt primär adrenale Ursachen (Adenom, Hyperplasie) aus, da diese über eine negative Rückkopplung zu einem supprimierten ACTH führen. Exogene Glukokortikoidzufuhr würde ebenfalls zu supprimiertem endogenem ACTH führen. Die Kombination aus erhöhtem ACTH und positiver Suppression im Hochdosistest ist damit typisch für den zentralen Morbus Cushing.

  • A. Bei exogener Glukokortikoidzufuhr wäre das endogene ACTH supprimiert, nicht erhöht.
  • C. Ektope ACTH-Quellen zeigen meist keine Suppression im hochdosierten Dexamethason-Test, da die Sekretion autonom erfolgt.
  • D. Ein adrenales Adenom würde zu supprimiertem, nicht erhöhtem ACTH führen.
  • E. Eine bilaterale Nebennierenhyperplasie ist meist ACTH-unabhängig und würde zu niedrigem ACTH führen.
Lernziel: Im hochdosierten Dexamethason-Hemmtest zeigt der ACTH-abhängige zentrale Morbus Cushing im Gegensatz zur ektopen ACTH-Produktion eine Kortisolsuppression um mehr als 50 %.
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Eine 44-jährige Patientin stellt sich mit stammbetonter Gewichtszunahme, Vollmondgesicht, Striae rubrae am Abdomen und arterieller Hypertonie vor. Der klinische Verdacht auf ein Cushing-Syndrom besteht. Welche Untersuchung ist zur initialen Sicherung der Diagnose eines autonomen Hyperkortisolismus am besten geeignet?

  1. ANiedrigdosierter Dexamethason-Hemmtest (1 mg über Nacht)
  2. BKalium-Bestimmung im Serum
  3. CCRH-Test
  4. DEinmalige Bestimmung des Serumkortisols am Morgen
  5. EBestimmung des Plasma-ACTH ohne vorherige Suppression
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Lösung: A. Niedrigdosierter Dexamethason-Hemmtest (1 mg über Nacht)

Zur Erstdiagnostik des Cushing-Syndroms eignet sich der niedrigdosierte Dexamethason-Hemmtest (1 mg über Nacht, auch Dexamethason-Suppressionstest nach Nugent genannt): Bei Gesunden supprimiert die exogene Dexamethasongabe über die negative Rückkopplung die endogene Kortisolproduktion deutlich, während dies bei autonomer Kortisolproduktion jeglicher Ursache ausbleibt. Alternativ können laut AWMF-Leitlinie auch die Bestimmung des freien Kortisols im 24-Stunden-Urin oder das Speichelkortisol um Mitternacht zur Erstdiagnostik eingesetzt werden. Eine einmalige Morgenkortisolbestimmung ist wegen der zirkadianen Rhythmik und Überlappung mit Normalwerten nicht aussagekräftig genug. ACTH-Bestimmung und CRH-Test dienen erst der anschließenden Ursachenabklärung nach gesicherter Diagnose.

  • B. Eine Hypokaliämie kann beim Cushing-Syndrom vorkommen, ist aber unspezifisch und nicht diagnostisch beweisend.
  • C. Der CRH-Test wird zur Differenzierung zwischen hypophysärer und ektoper ACTH-Quelle eingesetzt, nicht zur Erstdiagnose.
  • D. Eine einmalige Morgenkortisolbestimmung unterliegt großer physiologischer Schwankung und überlappt stark mit Normalwerten.
  • E. ACTH ohne Suppressionstest dient erst der Ursachendifferenzierung nach gesicherter Diagnose, nicht der Erstsicherung.
Lernziel: Der niedrigdosierte Dexamethason-Hemmtest ist der Basistest zur Erstsicherung eines autonomen Hyperkortisolismus beim Verdacht auf Cushing-Syndrom.
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Ein 54-jähriger Patient mit rheumatoider Arthritis erhält seit 14 Monaten Prednisolon 10 mg/Tag. Er entwickelt ein Vollmondgesicht, eine stammbetonte Adipositas und Striae rubrae. Er möchte die Behandlung aufgrund der kosmetischen Veränderungen sofort beenden. Welches ist das angemessene nächste Vorgehen?

  1. ASofortiges vollständiges Absetzen von Prednisolon
  2. BUmstellung auf eine äquivalente Dosis Hydrocortison ohne weitere Dosisreduktion
  3. CZusätzliche einmalige hochdosierte Stoßtherapie mit Methylprednisolon
  4. DErgänzende Gabe von Metyrapon zur Kortisolsuppression
  5. ESchrittweises Ausschleichen der Glukokortikoiddosis über mehrere Wochen bis Monate
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Lösung: E. Schrittweises Ausschleichen der Glukokortikoiddosis über mehrere Wochen bis Monate

Nach einer Glukokortikoidtherapie über mehr als 3–4 Wochen in supprimierender Dosis muss von einer Suppression der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse ausgegangen werden. Ein abruptes Absetzen würde zu einer akuten Nebenniereninsuffizienz (Addison-Krise) führen, da die endogene Kortisolproduktion noch nicht wiederhergestellt ist. Daher muss die Dosis schrittweise über Wochen bis Monate reduziert werden, um der Nebennierenrinde Zeit zur Erholung der eigenen Kortisolsynthese zu geben, ggf. unter Kontrolle des morgendlichen Kortisols oder eines ACTH-Tests vor endgültigem Absetzen. Die kosmetischen Cushing-Zeichen bilden sich nach Beendigung der Übertherapie meist langsam zurück.

  • A. Ein abruptes Absetzen nach langer Therapie führt zur akuten Nebenniereninsuffizienz durch supprimierte endogene Kortisolproduktion.
  • B. Eine Umstellung ohne Dosisreduktion ändert nichts an der fortbestehenden Suppression der Achse und verzögert nur unnötig die Therapie.
  • C. Eine zusätzliche Stoßtherapie würde das iatrogene Cushing-Syndrom weiter verstärken und ist hier nicht indiziert.
  • D. Metyrapon wird zur Behandlung endogener Hyperkortisolismus-Zustände eingesetzt, nicht bei iatrogenem, durch exogene Zufuhr bedingtem Cushing-Syndrom.
Lernziel: Nach längerer Glukokortikoidtherapie muss die Dosis wegen der Suppression der HHN-Achse langsam ausgeschlichen werden, um eine Addison-Krise zu vermeiden.
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Ein 46-jähriger Patient mit therapieresistenter arterieller Hypertonie (Blutdruck 168/102 mmHg trotz dreifacher antihypertensiver Kombinationstherapie) zeigt im Labor ein Serum-Kalium von 3,2 mmol/l (Referenz 3,5–5,0 mmol/l). Welche Untersuchung ist zum initialen Screening auf einen primären Hyperaldosteronismus am besten geeignet?

  1. AKochsalzbelastungstest mit 2 l isotoner NaCl-Lösung über 4 Stunden
  2. BComputertomographie der Nebennieren
  3. CBestimmung des Aldosteron-Renin-Quotienten im Plasma
  4. DBestimmung des 24-Stunden-Urin-Kortisols
  5. ESelektive Nebennierenvenenkatheterisierung
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Lösung: C. Bestimmung des Aldosteron-Renin-Quotienten im Plasma

Bei therapieresistenter Hypertonie mit Hypokaliämie ist die Bestimmung des Aldosteron-Renin-Quotienten (ARQ) im Plasma der etablierte Screening-Test gemäß Endocrine-Society-Leitlinie auf einen primären Hyperaldosteronismus: Ein erhöhter Quotient durch autonome Aldosteronproduktion bei supprimiertem Renin ist hochverdächtig und macht eine Bestätigungstestung (z. B. Kochsalzbelastungstest) notwendig. Die CT der Nebennieren und die selektive Venenkatheterisierung dienen erst der anschließenden Lokalisationsdiagnostik nach positivem Screening und Bestätigungstest, nicht dem initialen Screening. Vor Testung sollten interferierende Medikamente wie Spironolacton oder ACE-Hemmer möglichst pausiert werden.

  • A. Der Kochsalzbelastungstest ist ein Bestätigungstest nach positivem Screening, nicht die initiale Screening-Untersuchung.
  • B. Die CT der Nebennieren dient der Lokalisationsdiagnostik nach biochemisch gesicherter Diagnose und kann zu falsch-positiven Zufallsbefunden führen.
  • D. Das 24-Stunden-Urin-Kortisol dient der Diagnostik des Cushing-Syndroms, nicht des Hyperaldosteronismus.
  • E. Die selektive Nebennierenvenenkatheterisierung erfolgt erst zur Seitenlokalisation vor einer geplanten Operation.
Lernziel: Der Aldosteron-Renin-Quotient im Plasma ist der Screening-Test der ersten Wahl bei Verdacht auf primären Hyperaldosteronismus.
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Eine 46-jährige Patientin wird wegen eines therapieresistenten arteriellen Hypertonus abgeklärt. Laborchemisch zeigt sich ein erhöhter Aldosteron-Renin-Quotient, der Kochsalzbelastungstest bestätigt ein primäres Hyperaldosteronismus. In der Schnittbildgebung findet sich ein 1,8 cm großes Adenom der linken Nebenniere, in der Nebennierenvenenkatheterisierung lateralisiert die Aldosteronsekretion eindeutig zur linken Seite. Welche Therapie ist in dieser Situation am sinnvollsten?

  1. ALebenslange Gabe von Eplerenon
  2. BBeidseitige Adrenalektomie mit anschließender Hydrocortisonsubstitution
  3. CPerkutane Radiofrequenzablation des Adenoms
  4. DDauertherapie mit ACE-Hemmer und Kalziumantagonist
  5. ELaparoskopische linksseitige Adrenalektomie
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Lösung: E. Laparoskopische linksseitige Adrenalektomie

Bei nachgewiesener einseitiger Aldosteron-produzierender Läsion mit eindeutiger Lateralisation in der Nebennierenvenenkatheterisierung ist die laparoskopische unilaterale Adrenalektomie die kurative Therapie der Wahl und führt bei den meisten Patienten zur Blutdrucknormalisierung oder deutlichen Besserung. Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten wie Spironolacton oder Eplerenon sind die Therapie der Wahl bei bilateraler Nebennierenhyperplasie oder bei Inoperabilität, nicht bei klar lateralisiertem unilateralem Befund. Vor der Operation sollte zum Ausgleich der Hypokaliämie und Blutdruckkontrolle meist präoperativ mit einem Mineralokortikoid-Antagonisten behandelt werden, dies ersetzt aber nicht die kurative Operation.

  • A. Eplerenon ist Mittel der Wahl bei bilateraler Erkrankung oder Inoperabilität, nicht bei klar lateralisiertem unilateralem Adenom.
  • B. Eine beidseitige Adrenalektomie ist bei eindeutig unilateralem Befund nicht indiziert und würde eine unnötige Nebenniereninsuffizienz erzeugen.
  • C. Die Radiofrequenzablation ist keine etablierte Standardtherapie des Conn-Adenoms.
  • D. Eine rein antihypertensive Dauertherapie behandelt nicht die Ursache und verzichtet auf die kurative Option.
Lernziel: Beim lateralisierten Aldosteron-produzierenden Adenom ist die unilaterale laparoskopische Adrenalektomie die kurative Therapie der Wahl, während Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten der bilateralen Hyperplasie vorbehalten sind.
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Eine 34-jährige Patientin berichtet über zunehmende Müdigkeit, Gewichtsabnahme von 5 kg in drei Monaten, Übelkeit und Schwindel beim Aufstehen. Bei der Untersuchung fällt eine auffällige Hyperpigmentierung der Handlinien und der Mundschleimhaut auf. Blutdruck 95/60 mmHg, Natrium 128 mmol/l, Kalium 5,8 mmol/l. Welche Untersuchung sichert die Diagnose am zuverlässigsten?

  1. A24-Stunden-Sammelurin auf freies Cortisol
  2. BBestimmung von Renin und Aldosteron im Serum
  3. CACTH-Stimulationstest (Synacthen-Test) mit Cortisolmessung
  4. DBestimmung des morgendlichen Serumcortisols um 8 Uhr
  5. EDexamethason-Hemmtest mit 1 mg
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Lösung: C. ACTH-Stimulationstest (Synacthen-Test) mit Cortisolmessung

Der ACTH-Stimulationstest (Synacthen-Test) ist der Goldstandard zur Diagnosesicherung der primären Nebenniereninsuffizienz: Nach Gabe von 250 µg synthetischem ACTH bleibt der Cortisolanstieg bei fehlender Nebennierenreserve aus. Zusammen mit erhöhtem basalem ACTH und erniedrigtem Cortisol sowie der typischen Hyperpigmentierung durch ACTH-vermittelte Melanozytenstimulation bestätigt dies die Diagnose. Ein einzelner morgendlicher Cortisolwert kann bei grenzwertigen Fällen nicht ausreichend zwischen normaler und insuffizienter Nebennierenfunktion unterscheiden. Hyponatriämie und Hyperkaliämie entstehen durch den begleitenden Mineralokortikoidmangel.

  • A. Die Bestimmung des freien Cortisols im Urin ist primär zur Diagnostik des Cushing-Syndroms geeignet, nicht zum Nachweis einer Insuffizienz.
  • B. Renin und Aldosteron sind bei primärer NNR-Insuffizienz verändert, erlauben aber keine direkte Aussage über die Cortisolreserve und ersetzen den Stimulationstest nicht.
  • D. Ein einzelner Cortisolwert kann die Diagnose nahelegen, aber die Stimulationsreserve nicht beurteilen und ist bei grenzwertigen Werten nicht beweisend.
  • E. Der Dexamethason-Hemmtest dient dem Nachweis eines Hyperkortisolismus, nicht einer Insuffizienz.
Lernziel: Der ACTH-Stimulationstest ist der Goldstandard zur Sicherung der Diagnose einer primären Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison).
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Eine 52-jährige Patientin mit bekanntem Morbus Addison wird nach einem fieberhaften Magen-Darm-Infekt bewusstlos aufgefunden. Bei Aufnahme: Blutdruck 70/40 mmHg, Herzfrequenz 128/min, Temperatur 38,9 °C, Blutzucker 48 mg/dl, Natrium 122 mmol/l, Kalium 6,4 mmol/l. Welche Maßnahme sollte als Erstes erfolgen?

  1. AOrale Gabe von Hydrocortison 20 mg
  2. BSofortige intravenöse Gabe von Hydrocortison 100 mg sowie Volumensubstitution mit isotoner Kochsalzlösung
  3. CInfusion von Fludrocortison intravenös
  4. DIntravenöse Gabe von Insulin zur Behandlung der Hyperkaliämie
  5. EZunächst ACTH-Test zur Bestätigung der Diagnose vor Therapiebeginn
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Lösung: B. Sofortige intravenöse Gabe von Hydrocortison 100 mg sowie Volumensubstitution mit isotoner Kochsalzlösung

Bei klinischem Verdacht auf eine Addison-Krise müssen Hydrocortison 100 mg i.v. als Bolus und eine aggressive Volumensubstitution mit isotoner Kochsalzlösung unverzüglich erfolgen, ohne auf Laborbestätigung zu warten, da die Erkrankung unbehandelt letal verläuft. Die Hypotonie, Hyponatriämie, Hyperkaliämie und Hypoglykämie sind typische Zeichen des akuten Glukokortikoid- und Mineralokortikoidmangels, verstärkt durch den fieberhaften Infekt als Trigger. Eine orale Gabe ist bei hämodynamischer Instabilität und möglicher gastrointestinaler Resorptionsstörung nicht ausreichend. Fludrocortison wird nur oral verabreicht und spielt in der Akuttherapie der Krise keine Rolle, da hochdosiertes Hydrocortison bereits ausreichende mineralokortikoide Wirkung entfaltet.

  • A. Eine orale Gabe ist bei hämodynamischer Instabilität zu langsam wirksam und durch mögliche gestörte Resorption unsicher.
  • C. Fludrocortison existiert nicht als intravenöse Zubereitung und ist für die Akuttherapie nicht geeignet.
  • D. Insulin behandelt nur die Hyperkaliämie symptomatisch, adressiert aber nicht die zugrunde liegende Glukokortikoid- und Volumenmangelkrise.
  • E. Die Diagnosesicherung darf die lebensrettende Therapie bei vitaler Gefährdung nicht verzögern.
Lernziel: Bei Verdacht auf Addison-Krise müssen hochdosiertes Hydrocortison i.v. und Volumensubstitution sofort erfolgen, ohne die Diagnosesicherung abzuwarten.
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Ein weibliches Neugeborenes fällt bei der Vorsorgeuntersuchung durch eine ausgeprägte Virilisierung der äußeren Genitalien auf. Laborchemisch zeigen sich stark erhöhtes 17-Hydroxyprogesteron, erniedrigtes Cortisol und erniedrigtes Aldosteron bei erhöhtem Renin. Welcher Pathomechanismus liegt dieser Erkrankung zugrunde?

  1. AMutation des Androgenrezeptors mit peripherer Androgenresistenz
  2. BHyperplasie der fetalen Nebennierenrinde durch mütterliche ACTH-Übertragung
  3. CPrimärer Hypoaldosteronismus durch isolierten Mangel der Aldosteronsynthase
  4. DAutonome Überproduktion von Androgenen durch ein Nebennierenrindenadenom
  5. EEnzymdefekt der 21-Hydroxylase mit gestörter Cortisol- und Aldosteronsynthese und kompensatorischem Androgenüberschuss
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Lösung: E. Enzymdefekt der 21-Hydroxylase mit gestörter Cortisol- und Aldosteronsynthese und kompensatorischem Androgenüberschuss

Das klassische adrenogenitale Syndrom beruht meist auf einem autosomal-rezessiv vererbten Mangel der 21-Hydroxylase, wodurch die Synthese von Cortisol und Aldosteron aus 17-Hydroxyprogesteron blockiert ist. Der dadurch bedingte Cortisolmangel führt über den Wegfall der negativen Rückkopplung zu einer ACTH-Erhöhung, die die Nebennierenrinde zur verstärkten Produktion von Vorläufersteroiden anregt, welche in den unblockierten Androgenweg umgeleitet werden. Dies erklärt die intrauterine Virilisierung weiblicher Feten sowie bei der Salzverlustform den Aldosteronmangel mit konsekutiv erhöhtem Renin. Das stark erhöhte 17-Hydroxyprogesteron ist das typische Suchparameter im Neugeborenenscreening.

  • A. Bei der Androgenresistenz liegen normale oder erhöhte Androgenspiegel bei männlichem Karyotyp und fehlender Virilisierung vor, nicht das beschriebene Hormonmuster.
  • B. ACTH wird nicht diaplazentar von der Mutter übertragen; die fetale Nebenniere reguliert sich über die eigene Hypothalamus-Hypophysen-Achse.
  • C. Ein isolierter Aldosteronsynthase-Mangel würde keine Erhöhung von 17-Hydroxyprogesteron und keine Virilisierung erklären.
  • D. Ein Nebennierenrindenadenom wäre eine erworbene, meist einseitige Läsion und würde nicht die angeborene Stoffwechselstörung mit erhöhtem 17-Hydroxyprogesteron erklären.
Lernziel: Der 21-Hydroxylase-Mangel führt durch Cortisol- und Aldosteroldefizit zu ACTH-Anstieg und konsekutivem Androgenüberschuss mit intrauteriner Virilisierung.
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Bei einem 50-jährigen Patienten wurde laborchemisch und bildgebend ein Phäochromozytom der rechten Nebenniere gesichert. Die operative Entfernung ist geplant. Welche medikamentöse Vorbehandlung ist präoperativ in der genannten Reihenfolge korrekt?

  1. AZunächst Alphablocker, anschließend bei Bedarf Betablocker zur Kontrolle der Reflextachykardie
  2. BGleichzeitiger Beginn von Alpha- und Betablocker ohne zeitlichen Abstand
  3. CZunächst Kalziumantagonist, dann Betablocker zur Kreislaufstabilisierung
  4. DZunächst Betablocker, anschließend Alphablocker zur Vermeidung von Tachykardien
  5. EAusschließlich ACE-Hemmer zur Blutdruckkontrolle ohne Alpha- oder Betablockade
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Lösung: A. Zunächst Alphablocker, anschließend bei Bedarf Betablocker zur Kontrolle der Reflextachykardie

Vor der Operation eines Phäochromozytoms muss zunächst eine Alphablockade, meist mit Phenoxybenzamin oder einem selektiven Alpha-1-Blocker wie Doxazosin, über mindestens 7 bis 14 Tage etabliert werden, um die peripheren Gefäße vor den intraoperativen Katecholaminausschüttungen zu schützen. Erst danach wird bei Bedarf ein Betablocker ergänzt, um die durch die Alphablockade auftretende Reflextachykardie zu kontrollieren. Eine isolierte oder vorzeitige Betablockade ohne vorherige Alphablockade ist kontraindiziert, da die ungehemmte Alpha-vermittelte Vasokonstriktion bei gleichzeitig blockierter kompensatorischer Beta-2-vermittelter Vasodilatation zu einer hypertensiven Krise führen kann. Ziel ist eine ausreichende Volumenexpansion und Blutdruckkontrolle vor dem operativen Eingriff.

  • B. Ein gleichzeitiger Beginn ohne ausreichende vorherige Alphablockade birgt das Risiko unkontrollierter Blutdruckkrisen.
  • C. Kalziumantagonisten können additiv eingesetzt werden, ersetzen aber nicht die obligate Alphablockade als Basis der Vorbehandlung.
  • D. Eine Betablockade vor Alphablockade kann durch ungehemmte Alpha-Stimulation eine hypertensive Krise auslösen und ist kontraindiziert.
  • E. ACE-Hemmer sind nicht die Standardvorbehandlung und adressieren nicht die Katecholamin-vermittelte Alpha-Rezeptor-Stimulation.
Lernziel: Vor Resektion eines Phäochromozytoms muss zuerst eine Alphablockade erfolgen, gefolgt von einer Betablockade zur Kontrolle der Reflextachykardie, niemals in umgekehrter Reihenfolge.

Diabetes mellitus

9 Fragen
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Ein 11-jähriger Junge wird wegen seit zwei Wochen bestehender Polyurie, Polydipsie und einem Gewichtsverlust von 4 kg vorgestellt. Der Nüchternblutzucker beträgt 256 mg/dl, HbA1c 9,8 %. Es werden Antikörper gegen Glutamatdecarboxylase (GAD65) und IA-2 nachgewiesen. Welcher pathophysiologische Mechanismus liegt dieser Erkrankung zugrunde?

  1. AAutoantikörper-vermittelte Blockade des Insulinrezeptors an der Zielzelle
  2. BAutosomal-dominante Mutation eines Transkriptionsfaktors der Betazellentwicklung
  3. CT-Zell-vermittelte Zerstörung der pankreatischen Betazellen
  4. DAmyloidablagerung in den Langerhans-Inseln mit konsekutivem Betazellverlust
  5. EPeriphere Insulinresistenz durch vermehrtes viszerales Fettgewebe
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Lösung: C. T-Zell-vermittelte Zerstörung der pankreatischen Betazellen

Der Typ-1-Diabetes ist eine T-Zell-vermittelte Autoimmunerkrankung, bei der zytotoxische CD8+-T-Zellen die insulinproduzierenden Betazellen der Langerhans-Inseln selektiv zerstören. Autoantikörper wie Anti-GAD65 und Anti-IA-2 sind dabei keine primär pathogenen Effektoren, sondern Marker der Autoimmunreaktion und dienen der diagnostischen Sicherung. Die Zerstörung führt zu einem absoluten Insulinmangel, der sich klinisch durch Polyurie, Polydipsie und Gewichtsverlust manifestiert. Genetische Prädisposition (HLA-DR3/DR4) und Umweltfaktoren begünstigen den Autoimmunprozess.

  • A. Antikörper gegen den Insulinrezeptor verursachen das seltene Typ-B-Insulinresistenzsyndrom, nicht den Typ-1-Diabetes.
  • B. MODY-Formen beruhen auf monogenetischen Defekten, passen aber nicht zum autoantikörperpositiven Befund.
  • D. Amyloidablagerung in den Inseln ist ein Merkmal des längerbestehenden Typ-2-Diabetes, nicht der Autoimmunpathogenese.
  • E. Dies beschreibt den Mechanismus des Typ-2-Diabetes, nicht des Typ-1-Diabetes mit positiven Autoantikörpern.
Lernziel: Typ-1-Diabetes entsteht durch T-Zell-vermittelte Zerstörung der Betazellen; GAD- und IA-2-Antikörper sind diagnostische Marker des Autoimmunprozesses.
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Eine 24-jährige Patientin mit bekanntem Typ-1-Diabetes wird somnolent und mit Kussmaul-Atmung in die Notaufnahme gebracht. Blutdruck 95/60 mmHg, Herzfrequenz 118/min. Laborwerte: Glukose 480 mg/dl, pH 7,02, Bikarbonat 8 mmol/l, Kalium 5,8 mmol/l, Ketonkörper im Urin stark positiv. Welche Maßnahme sollte als Erstes eingeleitet werden?

  1. AOrale Kaliumsubstitution zur Vermeidung einer Hypokaliämie
  2. BIntravenöse Flüssigkeitssubstitution mit isotoner Kochsalzlösung
  3. CIntravenöse Gabe von Natriumbikarbonat zur raschen Azidosekorrektur
  4. DBolusgabe von Normalinsulin als intravenöse Einzeldosis
  5. ESubkutane Gabe eines lang wirksamen Insulinanalogons
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Lösung: B. Intravenöse Flüssigkeitssubstitution mit isotoner Kochsalzlösung

Bei der diabetischen Ketoazidose steht initial die Volumensubstitution mit isotoner Kochsalzlösung im Vordergrund, da ein erheblicher intravasaler Flüssigkeitsmangel durch die osmotische Diurese besteht. Erst nach Beginn der Flüssigkeitstherapie und bei Serumkalium über 3,3 mmol/l wird mit einer kontinuierlichen intravenösen Insulininfusion begonnen, da Insulin den Kaliumeinstrom in die Zelle fördert und bei vorbestehender Hypokaliämie lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Bikarbonat ist nur bei schwerster Azidose (pH < 6,9) indiziert und erhöht sonst das Risiko eines Hirnödems. Die Flüssigkeitsgabe allein senkt bereits den Blutzucker durch Verdünnung und verbesserte Nierenperfusion.

  • A. Bei Ketoazidose ist eine intravenöse Substitution notwendig, orale Gabe ist in dieser kritischen Situation nicht ausreichend steuerbar.
  • C. Bikarbonat ist nur bei extremer Azidose indiziert und wird nicht routinemäßig als Ersttherapie gegeben.
  • D. Insulin wird kontinuierlich infundiert, nicht als Bolus, und erst nach Beginn der Flüssigkeitstherapie unter Kaliumkontrolle.
  • E. Kurzwirksames Insulin intravenös ist notwendig, ein subkutanes Langzeitinsulin wirkt zu langsam und ist nicht steuerbar.
Lernziel: Bei der diabetischen Ketoazidose erfolgt zuerst die Flüssigkeitssubstitution mit isotoner NaCl-Lösung, erst danach die intravenöse Insulintherapie unter engmaschiger Kaliumkontrolle.
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Ein 54-jähriger Mann mit neu diagnostiziertem Diabetes mellitus Typ 2 hat einen HbA1c-Wert von 7,8 %. Er hat keine kardiovaskulären Vorerkrankungen, keine Herzinsuffizienz und eine normale Nierenfunktion (eGFR 92 ml/min/1,73 m²). Lebensstilmaßnahmen über drei Monate haben nicht zum gewünschten Therapieziel geführt. Welches Medikament sollte gemäß aktueller Leitlinie als Erstlinientherapie eingesetzt werden?

  1. AGlibenclamid
  2. BMetformin
  3. CHumaninsulin in fixer Mischung
  4. DPioglitazon
  5. EAcarbose
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Lösung: B. Metformin

Metformin ist weiterhin die medikamentöse Erstlinientherapie bei Typ-2-Diabetes ohne kardiovaskuläre Hochrisikokonstellation, Herzinsuffizienz oder chronische Nierenerkrankung, sofern keine Kontraindikation besteht. Es senkt die hepatische Glukoneogenese und verbessert die periphere Insulinsensitivität, ohne Hypoglykämien oder Gewichtszunahme zu verursachen. Bei Patienten mit atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung, Herzinsuffizienz oder chronischer Nierenerkrankung wird gemäß aktueller Leitlinien primär ein SGLT2-Inhibitor oder GLP-1-Rezeptoragonist mit nachgewiesenem kardiorenalem Nutzen bevorzugt, unabhängig vom HbA1c. Hier liegt keine solche Komorbidität vor, sodass Metformin die leitliniengerechte Wahl bleibt.

  • A. Sulfonylharnstoffe bergen ein relevantes Hypoglykämierisiko und sind nicht Mittel der ersten Wahl.
  • C. Insulin ist bei neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes ohne akute Stoffwechselentgleisung nicht die Ersttherapie.
  • D. Pioglitazon ist wegen Nebenwirkungen wie Flüssigkeitsretention und Frakturrisiko kein Erstlinienmedikament.
  • E. Acarbose hat eine geringere Wirksamkeit und gastrointestinale Nebenwirkungen, die die Therapietreue einschränken.
Lernziel: Metformin ist bei Typ-2-Diabetes ohne kardiorenale Hochrisikokonstellation die leitliniengerechte medikamentöse Erstlinientherapie.
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Eine 67-jährige Patientin mit Typ-2-Diabetes und chronischer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion erhält zusätzlich zur bestehenden Therapie Empagliflozin. Welcher Wirkmechanismus liegt dem kardiorenalen Nutzen dieser Substanzklasse zugrunde?

  1. AVerzögerung der intestinalen Kohlenhydratresorption durch Hemmung der Alpha-Glukosidase
  2. BSteigerung der peripheren Glukoseaufnahme durch Aktivierung von PPAR-gamma-Rezeptoren
  3. CStimulation von GLP-1-Rezeptoren mit Verzögerung der Magenentleerung
  4. DVerstärkung der Insulinsekretion aus den Betazellen durch Hemmung der ATP-sensitiven Kaliumkanäle
  5. EHemmung der Glukose-Rückresorption im proximalen Tubulus mit osmotischer Diurese und Natriurese
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Lösung: E. Hemmung der Glukose-Rückresorption im proximalen Tubulus mit osmotischer Diurese und Natriurese

SGLT2-Inhibitoren hemmen den Natrium-Glukose-Cotransporter 2 im proximalen Tubulus und blockieren damit die Rückresorption von Glukose und Natrium aus dem Primärharn. Die daraus resultierende osmotische Diurese und Natriurese senken das intravasale Volumen und den Blutdruck, was die kardiale Vor- und Nachlast reduziert. Zusätzlich werden tubuloglomeruläres Feedback und intraglomerulärer Druck günstig beeinflusst, was die progrediente Nierenschädigung verzögert. Diese Effekte erklären den in Studien wie EMPA-REG OUTCOME und DAPA-HF belegten Nutzen bei Herzinsuffizienz und chronischer Nierenerkrankung, unabhängig vom glukosesenkenden Effekt.

  • A. Dies beschreibt den Wirkmechanismus der Alpha-Glukosidasehemmer wie Acarbose.
  • B. Dies beschreibt den Wirkmechanismus der Glitazone wie Pioglitazon.
  • C. Dies beschreibt den Wirkmechanismus der GLP-1-Rezeptoragonisten, nicht der SGLT2-Inhibitoren.
  • D. Dies beschreibt den Wirkmechanismus der Sulfonylharnstoffe, nicht der SGLT2-Inhibitoren.
Lernziel: SGLT2-Inhibitoren hemmen die renale Glukose- und Natriumrückresorption, was über osmotische Diurese und Natriurese kardiorenal protektiv wirkt.
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Ein 59-jähriger Mann mit Typ-2-Diabetes, einem Body-Mass-Index von 34 kg/m² und koronarer Herzkrankheit nach Myokardinfarkt vor zwei Jahren soll eine Therapieerweiterung erhalten. Er wird auf Semaglutid subkutan eingestellt. Über welchen Mechanismus wirkt diese Substanz blutzuckersenkend?

  1. AGlukoseabhängige Stimulation der Insulinsekretion und Suppression der Glukagonfreisetzung
  2. BHemmung der renalen Glukoserückresorption über den SGLT2-Transporter
  3. CSensibilisierung des Insulinrezeptors durch Aktivierung nukleärer PPAR-gamma-Rezeptoren
  4. DBlockade der Dipeptidylpeptidase-4 mit konsekutiv erhöhtem endogenem GLP-1-Spiegel
  5. EDirekte Hemmung der hepatischen Glukoneogenese durch Aktivierung der AMP-Kinase
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Lösung: A. Glukoseabhängige Stimulation der Insulinsekretion und Suppression der Glukagonfreisetzung

GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid binden am GLP-1-Rezeptor der pankreatischen Betazellen und verstärken dort glukoseabhängig die Insulinsekretion, während sie gleichzeitig die Glukagonsekretion der Alphazellen hemmen. Zusätzlich verzögern sie die Magenentleerung und wirken zentral appetitreduzierend, was die ausgeprägte Gewichtsabnahme erklärt. Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und manifester atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung sind GLP-1-Rezeptoragonisten mit nachgewiesenem kardiovaskulärem Benefit (z. B. Semaglutid, Liraglutid) leitliniengemäß bevorzugt einzusetzen. Die glukoseabhängige Wirkung erklärt zudem das geringe Hypoglykämierisiko dieser Substanzklasse.

  • B. Dies beschreibt den Wirkmechanismus der SGLT2-Inhibitoren, nicht der GLP-1-Rezeptoragonisten.
  • C. Dies beschreibt den Wirkmechanismus der Glitazone, nicht der GLP-1-Rezeptoragonisten.
  • D. Dies beschreibt den Wirkmechanismus der DPP-4-Hemmer (Gliptine), die den GLP-1-Abbau verzögern, nicht direkt am Rezeptor wirken.
  • E. Dies beschreibt eher den Wirkmechanismus von Metformin, nicht der GLP-1-Rezeptoragonisten.
Lernziel: GLP-1-Rezeptoragonisten steigern glukoseabhängig die Insulinsekretion und hemmen die Glukagonfreisetzung, mit nachgewiesenem kardiovaskulärem Nutzen bei atherosklerotischer Erkrankung.
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Eine 72-jährige Patientin mit Typ-2-Diabetes nimmt seit Jahren Glibenclamid ein. Sie wird wegen Verwirrtheit und Schwitzen durch ihre Tochter in die Notaufnahme gebracht. Der kapillare Blutzucker beträgt 38 mg/dl. Welcher Mechanismus erklärt das besonders hohe Hypoglykämierisiko dieser Substanzklasse im Vergleich zu anderen oralen Antidiabetika?

  1. AHemmung der hepatischen Glukoneogenese unabhängig vom aktuellen Blutzuckerspiegel
  2. BVerzögerte renale Elimination mit konsekutiver Kumulation bei normaler Nierenfunktion
  3. CVerstärkte Freisetzung von Glukagon aus den Alphazellen des Pankreas
  4. DGlukoseunabhängige Stimulation der Insulinfreisetzung durch Schluss der ATP-sensitiven Kaliumkanäle
  5. EDirekte Hemmung der intestinalen Glukoseresorption im Dünndarm
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Lösung: D. Glukoseunabhängige Stimulation der Insulinfreisetzung durch Schluss der ATP-sensitiven Kaliumkanäle

Sulfonylharnstoffe wie Glibenclamid binden an den SUR1-Rezeptor der ATP-sensitiven Kaliumkanäle der Betazellen und bewirken deren Schluss, was zur Depolarisation der Zellmembran und zum Calciumeinstrom mit nachfolgender Insulinfreisetzung führt. Diese Stimulation erfolgt glukoseunabhängig, sodass Insulin auch bei niedrigem Blutzuckerspiegel weiter ausgeschüttet wird, was das Hypoglykämierisiko deutlich erhöht. Besonders bei älteren Patienten, unregelmäßiger Nahrungsaufnahme oder eingeschränkter Nierenfunktion kann dies zu schweren, prolongierten Hypoglykämien führen. Glibenclamid hat wegen seiner langen Halbwertszeit und aktiven Metaboliten das höchste Risiko innerhalb der Sulfonylharnstoffklasse.

  • A. Dies beschreibt eher den Wirkmechanismus von Metformin und erklärt nicht das Hypoglykämierisiko der Sulfonylharnstoffe.
  • B. Die Problematik liegt primär in der glukoseunabhängigen Wirkung, nicht in einer verzögerten renalen Elimination bei normaler Nierenfunktion.
  • C. Sulfonylharnstoffe hemmen die Glukagonfreisetzung nicht wesentlich, dies ist kein relevanter Mechanismus für das Hypoglykämierisiko.
  • E. Eine Hemmung der intestinalen Glukoseresorption ist der Wirkmechanismus der Alpha-Glukosidasehemmer, nicht der Sulfonylharnstoffe.
Lernziel: Sulfonylharnstoffe stimulieren die Insulinfreisetzung glukoseunabhängig über Schluss der ATP-sensitiven Kaliumkanäle, was ein hohes Hypoglykämierisiko bedingt.
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Ein 45-jähriger Patient mit Typ-1-Diabetes wird von seiner Ehefrau bewusstlos im Wohnzimmer aufgefunden. Er reagiert nicht auf Ansprache, atmet aber spontan. Die Ehefrau misst einen kapillaren Blutzucker von 32 mg/dl. Welche Maßnahme sollte sie als Erstes durchführen?

  1. AIntramuskuläre oder intranasale Gabe von Glukagon
  2. BOrale Gabe eines kohlenhydratreichen Vollkornbrotes
  3. CStabile Seitenlage und Abwarten ohne weitere Maßnahmen
  4. DOrale Gabe von Traubenzucker in Wasser aufgelöst
  5. EVerabreichung einer schnell wirksamen Insulinspritze zur Blutzuckerkontrolle
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Lösung: A. Intramuskuläre oder intranasale Gabe von Glukagon

Bei bewusstlosen Patienten mit schwerer Hypoglykämie ist eine orale Zufuhr von Kohlenhydraten wegen Aspirationsgefahr kontraindiziert, sodass eine intramuskuläre oder intranasale Glukagongabe durch Laien die Methode der Wahl ist. Glukagon mobilisiert durch Stimulation der hepatischen Glykogenolyse rasch Glukose aus den Leberspeichern und kann den Blutzucker innerhalb von Minuten anheben. Patienten mit Typ-1-Diabetes und ihre Angehörigen sollten daher ein Glukagon-Notfallset griffbereit haben und im Umgang damit geschult sein. Nach Wiedererlangen des Bewusstseins sollte zusätzlich eine orale Kohlenhydratzufuhr erfolgen, und der Rettungsdienst sollte bei Bewusstlosigkeit verständigt werden.

  • B. Feste Nahrung ist bei Bewusstlosigkeit aspirationsgefährdend und zudem zu langsam wirksam für diese Notfallsituation.
  • C. Bloßes Abwarten ohne Behandlung gefährdet den Patienten durch anhaltende schwere Hypoglykämie mit Risiko bleibender Hirnschäden.
  • D. Bei Bewusstlosigkeit ist eine orale Gabe wegen Aspirationsgefahr kontraindiziert, unabhängig von der Form der Kohlenhydrate.
  • E. Insulin würde den bereits kritisch niedrigen Blutzucker weiter senken und ist in dieser Situation absolut falsch.
Lernziel: Bei bewusstlosen Patienten mit schwerer Hypoglykämie ist die intramuskuläre oder intranasale Glukagongabe die Erstmaßnahme, da orale Kohlenhydrate aspirationsgefährdend sind.
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Eine 76-jährige Patientin mit bekanntem Diabetes mellitus Typ 2 wird von Angehörigen zunehmend verwirrt und schläfrig aufgefunden. Sie habe seit einer Woche vermehrt getrunken und sei häufig zur Toilette gegangen. Bei Aufnahme: Blutdruck 95/60 mmHg, Herzfrequenz 112/min, Temperatur 37,1 °C, Atmung unauffällig ohne vertiefte Atemzüge. Labor: Glukose 620 mg/dl, Natrium 148 mmol/l, pH 7,38, Bikarbonat 22 mmol/l, Ketonkörper im Urin negativ. Die berechnete Serumosmolalität beträgt 340 mosmol/kg.

  1. AHypoglykämischer Schock
  2. BUrämisches Koma
  3. CDiabetische Ketoazidose
  4. DHyperosmolares hyperglykämisches Syndrom
  5. ELaktatazidose
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Lösung: D. Hyperosmolares hyperglykämisches Syndrom

Das hyperosmolare hyperglykämische Syndrom (HHS) tritt typischerweise bei älteren Typ-2-Diabetikern auf und ist durch stark erhöhte Blutglukose (meist >600 mg/dl), hohe Serumosmolalität (>320 mosmol/kg) und fehlende relevante Azidose bzw. Ketose charakterisiert, da noch eine Restinsulinsekretion die Lipolyse hemmt. Die klinische Präsentation ist dominiert von Exsikkose und neurologischen Symptomen bis zum Koma, oft ausgelöst durch Infekte oder unzureichende Flüssigkeitszufuhr. Im Gegensatz zur Ketoazidose fehlt die Kussmaul-Atmung, der pH ist normal bis leicht erniedrigt und die Ketonkörper sind negativ oder nur gering positiv. Therapeutisch steht die vorsichtige, protrahierte Flüssigkeitssubstitution im Vordergrund, um ein zu rasches Absinken der Osmolalität zu vermeiden.

  • A. Ein hypoglykämischer Schock ist durch erniedrigte, nicht erhöhte Blutglukosewerte definiert.
  • B. Ein urämisches Koma wäre durch stark erhöhte Retentionswerte gekennzeichnet, die hier nicht angegeben sind.
  • C. Bei der Ketoazidose liegen erniedrigter pH, erniedrigtes Bikarbonat und positive Ketonkörper vor, die hier fehlen.
  • E. Eine Laktatazidose zeigt eine metabolische Azidose mit erhöhter Anionenlücke, die hier laborchemisch nicht vorliegt.
Lernziel: Das hyperosmolare hyperglykämische Syndrom unterscheidet sich von der diabetischen Ketoazidose durch extreme Hyperglykämie und Hyperosmolalität ohne signifikante Azidose oder Ketonurie.
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Ein 54-jähriger Patient mit seit 6 Jahren bekanntem Diabetes mellitus Typ 2 stellt sich zur jährlichen Vorsorgeuntersuchung vor. Er fühlt sich wohl, hat keine Ödeme und keine Dysurie. Blutdruck 138/85 mmHg, HbA1c 7,2 %. Serumkreatinin liegt im Normbereich. Zur frühzeitigen Erkennung einer Nierenschädigung soll eine geeignete Untersuchung durchgeführt werden.

  1. ABestimmung der Kreatinin-Clearance im 24-Stunden-Urin
  2. BNierenbiopsie zur histologischen Sicherung
  3. CSonographie der Nieren mit Bestimmung der Nierengröße
  4. DBestimmung des Albumin-Kreatinin-Quotienten im Spontanurin
  5. EBestimmung des Gesamteiweißes im Sammelurin
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Lösung: D. Bestimmung des Albumin-Kreatinin-Quotienten im Spontanurin

Die Bestimmung des Albumin-Kreatinin-Quotienten (ACR) im Spontanurin ist nach den AWMF-Leitlinien der sensitivste und praktikabelste Test zur Früherkennung der diabetischen Nephropathie, da eine Mikroalbuminurie (ACR 30–300 mg/g) der klinisch fassbaren Proteinurie um Jahre vorausgeht. Die Untersuchung sollte bei Typ-2-Diabetikern ab Diagnosestellung und danach jährlich erfolgen. Ein positiver Befund sollte durch eine zweite Messung innerhalb von 3–6 Monaten bestätigt werden, da Infekte, Fieber oder starke körperliche Belastung falsch-positive Ergebnisse verursachen können. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht den rechtzeitigen Einsatz nephroprotektiver Maßnahmen wie ACE-Hemmer oder SGLT2-Inhibitoren.

  • A. Die 24-Stunden-Sammlung ist aufwendig und fehleranfällig und wird für das Routinescreening nicht empfohlen.
  • B. Eine Nierenbiopsie ist invasiv und für das Routinescreening nicht indiziert.
  • C. Die Sonographie zeigt strukturelle Veränderungen erst in späteren Krankheitsstadien und ist für das Frühscreening ungeeignet.
  • E. Gesamteiweiß im Urin erfasst erst eine manifeste Proteinurie, nicht die früher auftretende Mikroalbuminurie.
Lernziel: Der Albumin-Kreatinin-Quotient im Spontanurin ist der Screeningtest der Wahl zur Früherkennung der diabetischen Nephropathie.

Metabolisches Syndrom und Fettstoffwechsel

3 Fragen
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Ein 52-jähriger Mann stellt sich zur Vorsorgeuntersuchung vor. Der Taillenumfang beträgt 106 cm, der Blutdruck 148/92 mmHg. Laborchemisch zeigen sich eine Nüchternglukose von 108 mg/dl, Triglyzeride von 180 mg/dl und ein HDL-Cholesterin von 38 mg/dl. Es soll beurteilt werden, ob die diagnostischen Kriterien eines bestimmten Syndroms erfüllt sind.

  1. AEssentielle Hypertonie
  2. BFamiliäre Hypertriglyzeridämie
  3. CMetabolisches Syndrom
  4. DCushing-Syndrom
  5. EDiabetes mellitus Typ 2
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Lösung: C. Metabolisches Syndrom

Nach den IDF-Kriterien liegt ein metabolisches Syndrom vor, wenn bei europäischer Abstammung ein Taillenumfang von ≥94 cm beim Mann (bzw. ≥80 cm bei der Frau) vorliegt und zusätzlich mindestens zwei von vier weiteren Kriterien erfüllt sind: Triglyzeride ≥150 mg/dl, HDL-Cholesterin <40 mg/dl beim Mann (<50 mg/dl bei der Frau), Blutdruck ≥130/85 mmHg oder bestehende antihypertensive Therapie, und Nüchternglukose ≥100 mg/dl oder bekannter Diabetes. Der vorliegende Patient erfüllt mit erhöhtem Taillenumfang, erhöhtem Blutdruck, erhöhten Triglyzeriden, erniedrigtem HDL und erhöhter Nüchternglukose alle fünf Kriterien. Das metabolische Syndrom ist ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung von Diabetes mellitus Typ 2 und kardiovaskulären Erkrankungen und erfordert konsequente Lebensstilintervention.

  • A. Eine isolierte essentielle Hypertonie erklärt nicht die begleitenden Störungen des Lipid- und Glukosestoffwechsels.
  • B. Eine familiäre Hypertriglyzeridämie würde deutlich höhere Triglyzeridwerte und keine kombinierte Stoffwechselstörung zeigen.
  • D. Ein Cushing-Syndrom würde mit weiteren spezifischen Symptomen wie Stammfettsucht, Striae und Vollmondgesicht einhergehen, die hier nicht beschrieben sind.
  • E. Die Nüchternglukose von 108 mg/dl liegt im Bereich der gestörten Glukosetoleranz, erfüllt aber nicht die Diagnosekriterien eines manifesten Diabetes mellitus.
Lernziel: Das metabolische Syndrom wird nach IDF-Kriterien durch abdominale Adipositas plus mindestens zwei von vier weiteren Störungen (Blutdruck, Triglyzeride, HDL, Nüchternglukose) definiert.
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Ein 34-jähriger Mann stellt sich wegen gelblicher Knoten über den Achillessehnen und an den Streckseiten der Finger vor. Sein Vater sei im Alter von 42 Jahren an einem Myokardinfarkt verstorben. Das LDL-Cholesterin liegt bei 310 mg/dl, die Triglyzeride sind normwertig. Es soll der zugrunde liegende Mechanismus der Erkrankung erklärt werden.

  1. AMutation im Gen des LDL-Rezeptors mit verminderter hepatischer LDL-Aufnahme
  2. BÜberproduktion von VLDL durch hepatische Insulinresistenz
  3. CAutoantikörper gegen den LDL-Rezeptor mit konsekutiver Rezeptorblockade
  4. DMangel an Lipoproteinlipase mit Akkumulation von Chylomikronen
  5. EMutation im Apolipoprotein-C2-Gen mit gestörter Aktivierung der Lipoproteinlipase
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Lösung: A. Mutation im Gen des LDL-Rezeptors mit verminderter hepatischer LDL-Aufnahme

Die familiäre Hypercholesterinämie beruht in der häufigsten Form auf einer autosomal-dominant vererbten Mutation im Gen des LDL-Rezeptors, wodurch die hepatische Aufnahme von LDL-Partikeln aus dem Blut gestört ist und das LDL-Cholesterin stark ansteigt. Die typischen klinischen Zeichen sind Sehnenxanthome, insbesondere an der Achillessehne, sowie Xanthelasmen und ein Arcus lipoides corneae bereits in jungen Jahren. Betroffene haben ein stark erhöhtes Risiko für vorzeitige kardiovaskuläre Ereignisse, weshalb bei positiver Familienanamnese ein frühes Lipidscreening empfohlen wird. Die Therapie der Wahl besteht in hochdosierten Statinen, bei unzureichendem Erfolg in Kombination mit Ezetimib oder PCSK9-Inhibitoren.

  • B. Eine insulinresistenzbedingte VLDL-Überproduktion ist typisch für das metabolische Syndrom, nicht für die hier beschriebene monogene Erkrankung.
  • C. Autoantikörper gegen den LDL-Rezeptor sind kein bekannter Pathomechanismus der familiären Hypercholesterinämie.
  • D. Ein Lipoproteinlipase-Mangel verursacht eine Chylomikronämie mit stark erhöhten Triglyzeriden, die hier normwertig sind.
  • E. Ein Apo-C2-Mangel führt zur Hypertriglyzeridämie durch gestörte Lipoproteinlipase-Aktivierung, nicht zur isolierten LDL-Erhöhung.
Lernziel: Die familiäre Hypercholesterinämie entsteht durch eine Mutation des LDL-Rezeptor-Gens mit verminderter hepatischer LDL-Clearance und führt zu Sehnenxanthomen und vorzeitiger Atherosklerose.
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Ein 61-jähriger Patient nimmt seit 4 Wochen Atorvastatin zur Senkung des LDL-Cholesterins ein. Er klagt nun über diffuse, symmetrische Muskelschmerzen in den Oberschenkeln. Die Kreatinkinase im Serum ist auf 850 U/l erhöht (Normwert bis 170 U/l). Es soll der Wirkmechanismus des eingenommenen Medikaments erklärt werden, der auch mit der berichteten Nebenwirkung in Zusammenhang steht.

  1. AHemmung der HMG-CoA-Reduktase mit konsekutiv verminderter hepatischer Cholesterinsynthese
  2. BHemmung der Lipoproteinlipase mit reduziertem Chylomikronenabbau
  3. CBindung von Gallensäuren im Darm mit vermehrter hepatischer Cholesterinaufnahme
  4. DHemmung des Cholesterinestertransferproteins mit erhöhtem HDL-Spiegel
  5. EAktivierung des PPAR-alpha-Rezeptors mit gesteigerter Fettsäureoxidation
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Lösung: A. Hemmung der HMG-CoA-Reduktase mit konsekutiv verminderter hepatischer Cholesterinsynthese

Statine wie Atorvastatin hemmen kompetitiv die HMG-CoA-Reduktase, das geschwindigkeitsbestimmende Enzym der hepatischen Cholesterinbiosynthese, wodurch die Expression von LDL-Rezeptoren auf Hepatozyten kompensatorisch gesteigert und die LDL-Clearance aus dem Blut erhöht wird. Als dosisabhängige Nebenwirkung kann eine Myopathie auftreten, die von leichten Myalgien bis zur Rhabdomyolyse mit stark erhöhter Kreatinkinase reichen kann, vermutlich durch Beeinträchtigung der mitochondrialen Funktion und verminderte Ubichinon-Synthese in der Muskelzelle. Bei deutlich erhöhter Kreatinkinase und entsprechender Klinik sollte das Statin pausiert und bei Besserung gegebenenfalls auf ein anderes Statin oder eine niedrigere Dosis umgestellt werden. Risikofaktoren für eine Statin-Myopathie sind hohes Alter, Niereninsuffizienz, Hypothyreose und Interaktionen mit CYP3A4-Inhibitoren.

  • B. Die Hemmung der Lipoproteinlipase ist kein Statinmechanismus und würde zu einer Hypertriglyzeridämie führen.
  • C. Die Bindung von Gallensäuren im Darm beschreibt den Wirkmechanismus der Anionenaustauscherharze wie Colestyramin.
  • D. Die Hemmung des Cholesterinestertransferproteins ist der Wirkmechanismus einer anderen, heute kaum eingesetzten Substanzklasse, nicht der Statine.
  • E. Die PPAR-alpha-Aktivierung beschreibt den Wirkmechanismus der Fibrate, die vor allem die Triglyzeride senken.
Lernziel: Statine hemmen die HMG-CoA-Reduktase und senken so die hepatische Cholesterinsynthese, können dosisabhängig aber eine Myopathie bis zur Rhabdomyolyse verursachen.

Multiple endokrine Neoplasien und Polyglandulär

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Eine 34-jährige Patientin stellt sich wegen rezidivierender Nierensteine und Oberbauchbeschwerden vor. Laborchemisch zeigen sich ein Serumcalcium von 2,9 mmol/l (Referenz 2,1–2,6 mmol/l) und ein erhöhtes intaktes Parathormon. Bei der endoskopischen Abklärung der Oberbauchbeschwerden findet sich ein Gastrinom im Pankreaskopf. Die Patientin berichtet außerdem über neu aufgetretene Zyklusstörungen und Galaktorrhö. Ihr Vater sei im Alter von 50 Jahren an einem „Hormontumor der Bauchspeicheldrüse” verstorben. Welche Diagnose erklärt die Befundkonstellation am besten?

  1. AMcCune-Albright-Syndrom
  2. BMEN2A-Syndrom
  3. CPolyglanduläres Autoimmunsyndrom Typ 1
  4. DVon-Hippel-Lindau-Syndrom
  5. EMEN1-Syndrom
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Lösung: E. MEN1-Syndrom

Die Trias aus primärem Hyperparathyreoidismus (häufigste und meist erste Manifestation), neuroendokrinem Pankreastumor (hier Gastrinom) und Hypophysenadenom (hier Prolaktinom mit Galaktorrhö und Zyklusstörung) bei positiver Familienanamnese ist klassisch für das MEN1-Syndrom. Ursache ist eine Keimbahnmutation im MEN1-Gen (Menin, Tumorsuppressor) auf Chromosom 11q13, autosomal-dominant vererbt. Der primäre Hyperparathyreoidismus tritt bei nahezu allen Betroffenen auf und ist oft die erste Manifestation im frühen Erwachsenenalter. Die Diagnose wird klinisch durch den Nachweis von mindestens zwei der drei klassischen Tumorentitäten gestellt und molekulargenetisch bestätigt.

  • A. McCune-Albright ist durch fibröse Dysplasie, Café-au-lait-Flecken und endokrine Hyperfunktion gekennzeichnet, nicht durch die genannte Tumortrias.
  • B. MEN2A umfasst medulläres Schilddrüsenkarzinom, Phäochromozytom und primären Hyperparathyreoidismus, nicht aber Hypophysen- oder Pankreastumoren.
  • C. Beim APS Typ 1 stehen mukokutane Candidiasis, Hypoparathyreoidismus und Nebennierenrindeninsuffizienz im Vordergrund, kein Hyperparathyreoidismus.
  • D. Von-Hippel-Lindau ist durch Hämangioblastome, Nierenzellkarzinome und Phäochromozytome charakterisiert, nicht durch Hyperparathyreoidismus oder Hypophysenadenome.
Lernziel: Das MEN1-Syndrom zeigt klassisch die Trias primärer Hyperparathyreoidismus, neuroendokriner Pankreastumor und Hypophysenadenom aufgrund einer Keimbahnmutation im MEN1-Gen.
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Ein 29-jähriger Mann wird nach Diagnose eines medullären Schilddrüsenkarzinoms molekulargenetisch untersucht, da sein Bruder wenige Monate zuvor an einem Phäochromozytom operiert wurde. Es wird eine Keimbahnmutation nachgewiesen. Welcher Mechanismus liegt der gemeinsamen Tumorprädisposition am ehesten zugrunde?

  1. ABiallelischer Funktionsverlust des RB1-Gens
  2. BInaktivierende Keimbahnmutation im MEN1-Gen
  3. CKeimbahnmutation im SDHB-Gen mit Succinatdehydrogenase-Defekt
  4. DAktivierende Keimbahnmutation im RET-Protoonkogen
  5. EInaktivierende Keimbahnmutation im VHL-Tumorsuppressorgen
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Lösung: D. Aktivierende Keimbahnmutation im RET-Protoonkogen

Das MEN2-Syndrom beruht auf einer aktivierenden Keimbahnmutation im RET-Protoonkogen, das für eine Tyrosinkinase-Rezeptor kodiert. Die konstitutive Aktivierung dieser Tyrosinkinase führt zu unkontrolliertem Zellwachstum in den C-Zellen der Schilddrüse (medulläres Schilddrüsenkarzinom) und im Nebennierenmark (Phäochromozytom). Im Gegensatz zu den meisten anderen Tumorsuppressorsyndromen handelt es sich hier um ein Protoonkogen mit Gain-of-function-Mutation, nicht um einen Funktionsverlust. Die Identifikation der RET-Mutation hat direkte therapeutische Konsequenz: Mutationsträgern wird eine prophylaktische Thyreoidektomie empfohlen, deren Zeitpunkt sich nach dem Mutationsrisiko richtet.

  • A. RB1-Mutationen sind mit Retinoblastomen und Osteosarkomen assoziiert, nicht mit der MEN2-Tumortrias.
  • B. MEN1-Mutationen (Menin, Tumorsuppressor) verursachen das MEN1-Syndrom mit Hyperparathyreoidismus, Pankreas- und Hypophysentumoren, nicht die MEN2-Konstellation.
  • C. SDHB-Mutationen verursachen hereditäre Paragangliom-Phäochromozytom-Syndrome, nicht aber ein medulläres Schilddrüsenkarzinom.
  • E. VHL-Mutationen verursachen das Von-Hippel-Lindau-Syndrom mit Hämangioblastomen und Nierenzellkarzinomen, nicht das MEN2-Syndrom.
Lernziel: Das MEN2-Syndrom wird durch eine aktivierende Keimbahnmutation im RET-Protoonkogen verursacht, die zu medullärem Schilddrüsenkarzinom und Phäochromozytom führt.

Gonaden und Reproduktionsendokrinologie

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Eine 24-jährige Frau stellt sich wegen unregelmäßiger Zyklen (Abstand 45–60 Tage) und verstärkter Gesichtsbehaarung vor. Der Hirsutismus-Score nach Ferriman-Gallwey beträgt 14 Punkte. Im transvaginalen Ultraschall finden sich in jedem Ovar mehr als 20 Follikel mit einem Durchmesser von 2–9 mm. Testosteron ist leicht erhöht, Prolaktin, TSH und 17-Hydroxyprogesteron liegen im Normbereich. Welche Aussage zur Diagnosesicherung trifft am ehesten zu?

  1. AEine Diagnosestellung ist erst nach genetischer Testung auf AR-Gen-Polymorphismen zulässig
  2. BDie Diagnose erfordert zwingend den Nachweis einer Insulinresistenz im oralen Glukosetoleranztest
  3. CDie sonographische Morphologie allein ist für die Diagnosestellung ausreichend und beweisend
  4. DDie Diagnose eines polyzystischen Ovarsyndroms ist bei Erfüllung von zwei der drei Rotterdam-Kriterien nach Ausschluss anderer Ursachen gesichert
  5. EEin polyzystisches Ovarsyndrom kann nur bei nachgewiesener Anovulation im Hormonprofil diagnostiziert werden
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Lösung: D. Die Diagnose eines polyzystischen Ovarsyndroms ist bei Erfüllung von zwei der drei Rotterdam-Kriterien nach Ausschluss anderer Ursachen gesichert

Nach den Rotterdam-Kriterien wird die Diagnose eines polyzystischen Ovarsyndroms gestellt, wenn mindestens zwei der drei Kriterien erfüllt sind: Oligo- oder Anovulation, klinischer oder laborchemischer Hyperandrogenismus und polyzystische Ovarmorphologie im Ultraschall, nach Ausschluss anderer Ursachen wie Hyperprolaktinämie, Schilddrüsenfunktionsstörung oder nicht-klassischem adrenogenitalem Syndrom. Die Patientin erfüllt hier Zykluslänge (Oligomenorrhoe), Hirsutismus sowie die sonographische Morphologie, also alle drei Kriterien. Eine Insulinresistenz ist häufig assoziiert, aber kein diagnostisches Kriterium. Die Diagnose ist somit eine Ausschlussdiagnose unter Berücksichtigung der klinischen, laborchemischen und sonographischen Befunde.

  • A. Eine genetische Testung ist für die klinische Diagnosestellung nicht erforderlich und nicht Teil der Rotterdam-Kriterien.
  • B. Eine Insulinresistenz ist zwar häufig assoziiert, gehört aber nicht zu den Rotterdam-Diagnosekriterien und ist für die Diagnose nicht erforderlich.
  • C. Die sonographische Morphologie alleine reicht nicht aus; es müssen mindestens zwei der drei Kriterien erfüllt sein und andere Ursachen ausgeschlossen werden.
  • E. Die Diagnose kann auch bei regelmäßigem Eisprung gestellt werden, wenn Hyperandrogenismus und sonographische Morphologie vorliegen; eine Anovulation ist nicht obligat.
Lernziel: Die PCOS-Diagnose nach Rotterdam-Kriterien erfordert mindestens zwei von drei Merkmalen (Oligo-/Anovulation, Hyperandrogenismus, polyzystische Ovarmorphologie) nach Ausschluss anderer Ursachen.
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Ein 19-jähriger Mann stellt sich wegen ausbleibender Virilisierung und Infertilitätswunsch vor. Die körperliche Untersuchung zeigt eine überdurchschnittliche Körpergröße, eine Gynäkomastie beidseits und kleine, feste Hoden mit einem Volumen von 4 ml beidseits. Laborchemisch zeigt sich ein Testosteron von 2,1 nmol/l (Referenz 8,4–28,7 nmol/l), ein LH von 18 U/l und ein FSH von 24 U/l (jeweils deutlich über der Norm). Welcher Befund bestätigt am ehesten die zugrunde liegende Diagnose?

  1. AKaryotyp 45,X
  2. BKaryotyp 46,XY mit Deletion der AZF-Region
  3. CKaryotyp 47,XYY
  4. DKaryotyp 47,XXY
  5. EKaryotyp 46,XX mit SRY-Translokation
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Lösung: D. Karyotyp 47,XXY

Die Kombination aus Hochwuchs, Gynäkomastie, kleinen festen Hoden und hypergonadotropem Hypogonadismus (erniedrigtes Testosteron bei erhöhtem LH und FSH) ist klassisch für das Klinefelter-Syndrom, dessen zytogenetische Grundlage der Karyotyp 47,XXY ist. Das überzählige X-Chromosom führt zu einer primären testikulären Insuffizienz mit gestörter Spermatogenese und Leydigzell-Dysfunktion, wodurch die Gonadotropine kompensatorisch ansteigen. Die Diagnose wird durch eine Chromosomenanalyse (Karyogramm) gesichert. Betroffene Männer sind in der Regel infertil, eine Testosteronsubstitution ist meist erforderlich.

  • A. 45,X entspricht dem Ullrich-Turner-Syndrom und betrifft ausschließlich phänotypisch weibliche Personen.
  • B. Eine AZF-Deletion bei 46,XY verursacht eine isolierte Spermatogenesestörung (Azoospermie), aber keine Gynäkomastie oder Hochwuchs mit diesem ausgeprägten Hypogonadismus.
  • C. 47,XYY ist meist mit normaler Fertilität und unauffälligen Testosteronwerten assoziiert, nicht mit hypergonadotropem Hypogonadismus.
  • E. 46,XX mit SRY-Translokation beschreibt das seltene XX-männliche Syndrom, bei dem meist eine normale Körpergröße und kein typischer Hochwuchs vorliegt.
Lernziel: Das Klinefelter-Syndrom (Karyotyp 47,XXY) verursacht einen primären, hypergonadotropen Hypogonadismus mit kleinen Hoden, Gynäkomastie und Hochwuchs.
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Ein 45-jähriger Mann berichtet über Libidoverlust, erektile Dysfunktion und Müdigkeit seit einem Jahr. Laborchemisch zeigt sich ein Gesamttestosteron von 6,8 nmol/l (Referenz 8,4–28,7 nmol/l) bei zweimaliger Messung am Morgen. LH liegt bei 1,2 U/l (Referenz 1,7–8,6 U/l) und FSH bei 0,9 U/l (Referenz 1,5–12,4 U/l). Prolaktin ist mit 1.850 mU/l deutlich erhöht. Welche Aussage zur Einordnung dieser Befundkonstellation trifft am ehesten zu?

  1. AEs liegt ein sekundärer (hypogonadotroper) Hypogonadismus vor, am ehesten im Rahmen eines hypophysären Prozesses
  2. BEs liegt ein primärer (hypergonadotroper) Hypogonadismus vor, vereinbar mit testikulärem Funktionsausfall
  3. CDie erniedrigten Gonadotropine schließen eine hypophysäre Ursache aus und sprechen für eine testikuläre Autoimmunerkrankung
  4. DDie Befunde sind am ehesten durch eine periphere Testosteronresistenz bei Androgenrezeptor-Defekt erklärt
  5. EDie Konstellation spricht für ein kompensiertes Hypogonadismus-Stadium ohne Behandlungsbedarf
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Lösung: A. Es liegt ein sekundärer (hypogonadotroper) Hypogonadismus vor, am ehesten im Rahmen eines hypophysären Prozesses

Erniedrigtes Testosteron bei gleichzeitig erniedrigten oder inadäquat niedrig-normalen LH- und FSH-Werten zeigt an, dass die Hypophyse trotz niedrigem Testosteron keine kompensatorische Gonadotropinsteigerung zeigt, was für eine hypothalamisch-hypophysäre (sekundäre) Ursache spricht. Die deutliche Hyperprolaktinämie lenkt den Verdacht auf ein Prolaktinom oder eine andere hypophysäre Raumforderung, die über eine Suppression der GnRH-Pulsatilität den hypogonadotropen Hypogonadismus verursacht. Die nächste diagnostische Konsequenz wäre eine Bildgebung der Hypophyse mittels MRT. Im Gegensatz dazu wäre beim primären Hypogonadismus (testikuläre Ursache) mit kompensatorisch erhöhten LH- und FSH-Werten zu rechnen.

  • B. Beim primären Hypogonadismus wären LH und FSH als Zeichen der fehlenden negativen Rückkopplung erhöht, hier sind sie jedoch erniedrigt.
  • C. Erniedrigte Gonadotropine sprechen gerade für eine hypophysäre bzw. hypothalamische Ursache und nicht gegen sie; eine testikuläre Autoimmunerkrankung würde zu erhöhten Gonadotropinen führen.
  • D. Bei Androgenresistenz sind Testosteron und LH typischerweise erhöht, da die periphere Wirkung, nicht die Hormonproduktion, gestört ist.
  • E. Bei symptomatischem Testosteronmangel mit erniedrigten Gonadotropinen und Hyperprolaktinämie besteht eindeutig Abklärungs- und Behandlungsbedarf, kein „kompensiertes” Stadium.
Lernziel: Erniedrigtes Testosteron mit gleichzeitig erniedrigten LH- und FSH-Werten weist auf einen sekundären (hypogonadotropen) Hypogonadismus hypophysär-hypothalamischer Ursache hin.

Osteoporose und Knochenstoffwechsel

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Eine 63-jährige postmenopausale Frau ohne vorangegangene Fraktur stellt sich zur Osteoporose-Basisdiagnostik vor. Es bestehen keine Risikofaktoren außer der Menopause vor zehn Jahren. Welche Untersuchung ist zur Diagnosesicherung einer Osteoporose gemäß aktueller Leitlinie am besten geeignet?

  1. ABestimmung von Knochenstoffwechselmarkern (CTX und P1NP) im Serum
  2. BDual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) an Lendenwirbelsäule und proximalem Femur
  3. CKonventionelles Röntgen der Brust- und Lendenwirbelsäule in zwei Ebenen
  4. DQuantitative Computertomographie der Lendenwirbelsäule
  5. EQuantitativer Ultraschall des Fersenbeins (Calcaneus)
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Lösung: B. Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) an Lendenwirbelsäule und proximalem Femur

Die Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) an Lendenwirbelsäule und proximalem Femur ist nach der AWMF-S3-Leitlinie Osteoporose der Goldstandard zur Messung der Knochendichte und zur Berechnung des T-Scores. Ein T-Score von ≤ -2,5 Standardabweichungen unter dem jungen Normkollektiv definiert die Osteoporose, ein Wert zwischen -1,0 und -2,5 die Osteopenie. Die Methode ist strahlungsarm, gut reproduzierbar und bildet die Grundlage für die Berechnung des individuellen Frakturrisikos und die Therapieentscheidung. Andere Verfahren wie quantitative Ultraschallmessung oder Knochenstoffwechselmarker dienen ergänzend, ersetzen aber nicht die DXA-Messung als diagnostischen Standard.

  • A. Knochenstoffwechselmarker spiegeln den Umbauprozess wider, erlauben aber keine Diagnosestellung der Osteoporose und werden eher zur Verlaufskontrolle eingesetzt.
  • C. Das konventionelle Röntgen kann Frakturen und fortgeschrittenen Knochenabbau zeigen, erlaubt aber keine quantitative T-Score-Bestimmung und ist für die Diagnosesicherung nicht ausreichend.
  • D. Die quantitative Computertomographie ist strahlenintensiver und wird nicht als Standardverfahren zur Primärdiagnostik empfohlen.
  • E. Der quantitative Ultraschall des Calcaneus ist ein Screening-Verfahren, aber nicht ausreichend präzise zur definitiven Diagnosestellung nach WHO-Kriterien.
Lernziel: Die DXA-Messung an Lendenwirbelsäule und proximalem Femur ist der diagnostische Goldstandard zur Bestimmung des T-Scores und zur Diagnosesicherung der Osteoporose.
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Eine 70-jährige Patientin mit gesicherter postmenopausaler Osteoporose (T-Score -3,1 an der Lendenwirbelsäule) erhält seit zwei Jahren wöchentlich orales Alendronat. Sie stellt sich nun beim Zahnarzt zur Planung einer Zahnextraktion vor. Welche Aussage zum Wirkmechanismus und zur gefürchteten Komplikation dieser Substanzklasse trifft am ehesten zu?

  1. ABisphosphonate hemmen die Osteoklastenaktivität durch Blockade der Farnesylpyrophosphat-Synthase, als seltene Komplikation kann eine Kiefernekrose auftreten, besonders nach invasiven zahnärztlichen Eingriffen
  2. BBisphosphonate stimulieren die Osteoblastenaktivität über den RANKL-Signalweg, als Komplikation droht eine aseptische Hüftkopfnekrose
  3. CBisphosphonate hemmen die Aromatase in der Knochenmatrix, als Komplikation kann es zu atypischen Femurfrakturen durch Osteoblasten-Überaktivität kommen
  4. DBisphosphonate wirken als monoklonale Antikörper gegen RANKL und supprimieren dadurch die Osteoklastogenese, als Komplikation droht eine Hyperkalzämie
  5. EBisphosphonate hemmen die Kollagen-Typ-1-Synthese der Osteoblasten, als Komplikation kann es zu einer renalen Phosphatverarmung kommen
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Lösung: A. Bisphosphonate hemmen die Osteoklastenaktivität durch Blockade der Farnesylpyrophosphat-Synthase, als seltene Komplikation kann eine Kiefernekrose auftreten, besonders nach invasiven zahnärztlichen Eingriffen

Stickstoffhaltige Bisphosphonate wie Alendronat hemmen die Farnesylpyrophosphat-Synthase im Mevalonat-Signalweg der Osteoklasten, wodurch die Prenylierung kleiner GTPasen gestört und die Osteoklastenfunktion sowie deren Überleben beeinträchtigt werden, sodass die Knochenresorption abnimmt. Eine seltene, aber relevante Nebenwirkung ist die medikamentenassoziierte Kiefernekrose (MRONJ), die vor allem nach invasiven zahnärztlichen Eingriffen wie Extraktionen auftritt, da die physiologische Knochenumbaurate im Kieferbereich besonders hoch ist. Vor geplanten invasiven zahnärztlichen Eingriffen sollte daher nach Möglichkeit eine zahnärztliche Sanierung vor Therapiebeginn erfolgen beziehungsweise bei bestehender Therapie eine sorgfältige interdisziplinäre Abstimmung stattfinden. Bisphosphonate werden daher mit Vorsicht bei schlechter Mundhygiene oder anstehenden Zahneingriffen eingesetzt.

  • B. Bisphosphonate hemmen, sie stimulieren nicht die Osteoklasten über RANKL, und eine aseptische Hüftkopfnekrose ist keine typische Bisphosphonat-Komplikation.
  • C. Bisphosphonate hemmen nicht die Aromatase, und atypische Femurfrakturen entstehen durch übermäßige Suppression des Knochenumbaus, nicht durch Osteoblasten-Überaktivität.
  • D. Der RANKL-Antikörper-Mechanismus beschreibt Denosumab, nicht Bisphosphonate; Hyperkalzämie ist zudem keine typische Komplikation dieser Substanzklassen.
  • E. Bisphosphonate greifen nicht in die Kollagensynthese der Osteoblasten ein, und eine renale Phosphatverarmung ist keine beschriebene Nebenwirkung.
Lernziel: Bisphosphonate hemmen über Blockade der Farnesylpyrophosphat-Synthase die Osteoklastenfunktion und können als seltene Komplikation, insbesondere nach invasiven Zahneingriffen, eine Kiefernekrose (MRONJ) verursachen.

Häufige Fragen

Sind das echte M2-Fragen?

Nein. Es sind eigene Übungsfragen im Stil des M2 nach dem Gegenstandskatalog; Originalfragen des IMPP geben wir nicht wieder. Ein zweites, unabhängiges Modell hat jede Frage ohne Lösung beantwortet, Fragen mit strittiger Lösung wurden entfernt.

Wie nutze ich diese Fragen zu Endokrinologie am besten?

Kreuzen Sie zuerst das Quiz, ohne die Lösungen anzusehen, und lesen Sie dann die Erklärung zu jeder falschen oder geratenen Frage. Das Lernziel unter jeder Lösung ist der Merksatz.

Sind die Fragen kostenlos?

Ja. Alle Fragen, Lösungen und Erklärungen auf dieser Seite sind kostenlos und ohne Anmeldung.

Weitere Fächer im M2

Die Fragen des M2 erstellt das IMPP. WhiteCoat Pro steht in keiner Verbindung zu diesem Institut und wird von ihm nicht empfohlen. Alle Fragen sind eigene Übungsfragen: von der Redaktion von WhiteCoat Pro mit KI-Unterstützung geschrieben und von einem zweiten, unabhängigen KI-Modell geprüft, das jede Frage ohne Lösung beantwortet; Fragen mit strittiger Lösung werden entfernt. Es sind keine echten Prüfungsfragen. Nur zu Lernzwecken, keine ärztliche Beratung.