Äußere Orientierungspunkte und Palpation
Bei der Untersuchung und Palpation des Fußrückens lassen sich eine Reihe wichtiger anatomischer Strukturen identifizieren, die als Schlüssel zum Verständnis der Topografie dieser Region dienen.
Am medialen (inneren) Fußrand stellt die Tuberositas des Kahnbeins (tuberositas ossis navicularis) den wichtigsten knöchernen Orientierungspunkt dar. Sie liegt in der Mitte des inneren Fußrandes und ist unter der Haut gut tastbar, etwa 3 bis 4 Zentimeter distal des Innenknöchels. Zu dieser Tuberositas lässt sich ein fester Strang verfolgen — die Sehne des Musculus tibialis anterior (m. tibialis anterior).
Etwas lateral der Sehne des Musculus tibialis anterior befindet sich die Sehne des Musculus extensor hallucis longus (m. extensor hallucis longus). Sie wird im Bereich der Großzehe besonders deutlich und ist leicht tastbar, wenn man den Patienten bittet, diese aktiv nach dorsal zu strecken.
Am äußeren Fußrand ist die Tuberositas des V. Mittelfußknochens (tuberositas ossis metatarsalis V) problemlos zu ertasten. Im distalen Abschnitt des Fußrückens fallen zudem die Sehnen des Musculus extensor digitorum longus (m. extensor digitorum longus) deutlich auf. Ihre Konturen zeichnen sich bei der Dorsalextension der II.–V. Zehe scharf unter der Haut ab.
Topografische Grenzen des Fußrückens
Die Grenzen, die den Fußrücken von der Fußsohle trennen, werden entlang gedachter Projektionslinien gezogen, die knöcherne Vorsprünge verbinden.
- Äußere Grenze: Eine Linie, die von der Mitte der Fersenbeinhöhe direkt zur Mitte des Köpfchens des V. Mittelfußknochens verläuft.
- Innere Grenze: Verläuft analog auf der medialen Seite — als Linie von der Mitte der Fersenbeinhöhe zur Mitte des Köpfchens des I. Mittelfußknochens.
Diese Linien trennen zwei funktionell und anatomisch unterschiedliche Zonen des Fußes klar voneinander.
Quergewölbe des Fußes
Das Knochensystem des Fußes ist in Form von Gewölben organisiert, die beim Gehen für eine Stoßdämpfung sorgen. Man unterscheidet zwei Hauptquergewölbe, die jeweils über ein knöchernes Fundament sowie einen muskulär-tendinösen Stützapparat verfügen.
- Distales Quergewölbe:
- Gebildet durch: Die Mittelfußknochen.
- Gestützt durch: Den transversalen Kopf des Musculus adductor hallucis (caput transversum m. adductoris hallucis).
- Proximales Quergewölbe:
- Gebildet durch: Die Fußwurzelknochen.
- Gestützt durch: Die Sehnen des Musculus tibialis posterior (m. tibialis posterior) und des Musculus fibularis longus (m. fibularis longus).
Klinische Bedeutung: Schwächt sich der stützende Muskel-Bänder-Apparat ab, kommt es zum Absinken der Gewölbe. Dies führt zu einer anatomischen Abflachung des Fußes und zur Entwicklung eines pathologischen Zustands — des Plattfußes.
Bandapparat und Bildung von Kanälen
Eine besondere Rolle in Topografie und Biomechanik spielt das Ligamentum plantare longum (lig. plantare longum). Seine Fasern teilen sich in zwei Schichten auf:
- Tiefe Fasern setzen fest an der Tuberositas ossis cuboidei (tuberositas ossis cuboidei) an.
- Superfazielle Fasern ziehen weiter und fixieren sich an den Basen der Mittelfußknochen.
Indem sich dieses starke Band über den Sulcus ossis cuboidei (sulcus ossis cuboidei) spannt, wandelt es die knöcherne Rinne in einen geschlossenen osteofibrösen Kanal um. Durch diesen Kanal verläuft eine wichtige anatomische Struktur — die Sehne des Musculus fibularis (peroneus) longus (m. fibularis (peroneus) longus).
Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema
Welche eigenen Muskeln befinden sich auf dem Fußrücken?
Auf dem Fußrücken befinden sich die kurzen, fußzugehörigen Streckmuskeln und die Mm. interossei dorsales.
- Musculus extensor digitorum brevis (m. extensor digitorum brevis) — liegt im dorsalen Subfaszialraum.
- Musculus extensor hallucis brevis (m. extensor hallucis brevis) — liegt im dorsalen Subfaszialraum; die Arteria dorsalis pedis befindet sich in derselben Schicht wie die kurzen Extensoren.
- Mm. interossei dorsales (mm. interossei dorsales) — sind von einer tiefen Faszie bedeckt, die sie von den darüberliegenden Sehnen trennt.
Welche Spalträume werden am Fußrücken unterschieden?
Am Fußrücken wird ein einheitlicher dorsaler Subfaszialraum abgegrenzt. Er liegt unter der Fascia dorsalis pedis propria, die an den Rändern am I. und V. Mittelfußknochen ansetzt. Die tiefe (untere) Begrenzung dieses Raumes bildet die tiefe Faszie, welche die Mittelfußknochen und die Mm. interossei dorsales bedeckt. Im Inneren des Raumes verlaufen die Sehnen der langen Extensoren in Sehnenscheiden, die kurzen Zehenstrecker sowie das Gefäß-Nerven-Bündel.
Welches Gefäß-Nerven-Bündel verläuft in der tiefen Schicht des Fußrückens?
Das Gefäß-Nerven-Bündel des Fußrückens umfasst Arterie, Venen und Nerv, die im Subfaszialraum verlaufen.
- Arteria dorsalis pedis (a. dorsalis pedis) — liegt in derselben Schicht wie die kurzen Extensoren, lateral der Sehne des Musculus extensor hallucis longus.
- Venae dorsales pedis (vv. dorsales pedis) — begleiten die gleichnamige Arterie.
- Nervus fibularis [peroneus] profundus (n. fibularis [peroneus] profundus) — liegt medial (innenseits) der Arterie.
Die Projektionslinie des Bündels verläuft von der Mitte des Abstands zwischen den Malleoli zum ersten Interdigitalraum.
Aus welchen Venen bildet sich das dorsale Venennetz des Fußes?
Das dorsale Venennetz des Fußes (rete venosum dorsale pedis) wird aus kleinen Venen des subkutanen Fettgewebes gebildet. An seiner Entstehung sind nacheinander folgende Gefäße beteiligt:
- Venae digitales dorsales pedis (vv. digitales dorsales pedis).
- Dorsale Metatarsalvenen des Fußes (vv. metatarsales dorsales pedis).
- Arcus venosus dorsalis pedis (arcus venosus dorsalis pedis) — sammelt das Blut aus den Mittelfußvenen und ist selbst Teil des dorsalen Venennetzes.
Aus diesem Netz gehen proximal die mediale und die laterale Randvene hervor.
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Wo und wie findet man die Tuberositas ossis navicularis?
Sie befindet sich in der Mitte des inneren Fußrandes, 3–4 cm distal des Innenknöchels. Als Orientierung dient die Sehne des Musculus tibialis anterior, die an dieser Tuberositas ansetzt.
Wie verlaufen die Grenzen zwischen dem Fußrücken und der Fußsohle?
Die äußere Grenze verläuft von der Mitte der Fersenbeinhöhe zur Mitte des Köpfchens des V. Mittelfußknochens. Die innere Grenze verläuft von der Mitte der Fersenbeinhöhe zur Mitte des Köpfchens des I. Mittelfußknochens.
Was verläuft im osteofibrosen Kanal des Os cuboideum?
In diesem Kanal, der durch den Sulcus ossis cuboidei und das Ligamentum plantare longum gebildet wird, verläuft die Sehne des Musculus fibularis longus (m. fibularis longus).
Welche Strukturen verstärken den proximalen queren Fußgewölbe?
Das proximale Quergewölbe, das aus den Fußwurzelknochen besteht, wird durch die Sehnen des Musculus tibialis posterior und des Musculus fibularis longus gestützt.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Topografie und Verzweigung der Arteria dorsalis pedis
- Innervation von Haut und Muskeln des Fußrückens
- Eigene Faszien und Spalträume des Fußrückens
- Kurze Zehenstrecker: Anatomie und Funktion
- Chirurgische Zugänge bei Operationen an den Fußwurzelknochen
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