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Topografische Anatomie · Untere Extremität

Sprunggelenk

Articulatio talocruralis

Das Sprunggelenk ist ein komplexes Gelenk, das die Unterschenkelknochen mit dem Fuß verbindet. Die distalen Enden von Tibia und Fibula bilden eine Art „Gabel“, die das Talusbein fest umschließt und für sicheren Halt und Beweglichkeit sorgt.

KnochenTibia, Fibula, Talus
GelenkartScharniergelenk (Ginglymus)
BänderMediales (deltoideum) und laterales Kollateralband
BlutversorgungMalleoläres Arteriennetz
4 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 24.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Knochen und Gelenkflächen

Das Gelenk wird gebildet durch die Verbindung der unteren (distalen) Enden der Unterschenkelknochen mit dem Talus des Fußes. Von seiner Form her gleicht dieses Gelenk einer Gabel: Tibia und Fibula umschließen die Trochlea tali (trochlea tali) von beiden Seiten.

Die Gelenkflächen verteilen sich wie folgt:

  • Die obere Gelenkfläche der Trochlea (facies articularis superior) steht in Kontakt mit der unteren Gelenkfläche der Tibia.
  • Die Seitenflächen der Talustrochlea artikulieren mit den inneren Flächen des medialen und lateralen Malleolus.

Eine wichtige Rolle für die Stabilität dieser knöchernen „Gabel“ spielt die distale Tibiofibularverbindung. Sie stellt eine Syndesmose oder ein Gelenk dar — syndesmosis (articulatio) tibiofibularis. Diese Verbindung wird durch kräftige vordere und hintere Tibiofibularbänder verstärkt, die ein Auseinanderweichen der Unterschenkelknochen unter Belastung verhindern.

Gelenkkapsel und Bandapparat

Die Gelenkkapsel setzt entlang des Knorpelrandes der Gelenkflächen an. An der Vorderseite reicht sie etwas nach vorne und umschließt einen Teil des Talushalses. Vorne und hinten ist die Kapsel recht dünn, was Bewegungsfreiheit gewährleistet, jedoch ist sie an den Seiten durch kräftige Hilfsbänder, die von den Malleoli zu den Tarsalknochen ziehen, stark gesichert.

Mediales Kollateralband (lig. collaterale mediale, bzw. Deltoidband — lig. deltoideum): Hat die Form einer breiten Platte, die in ihrer Gestalt an den griechischen Buchstaben „Delta“ erinnert. Es fixiert die Innenseite des Gelenks zuverlässig.

Laterales Kollateralband (lig. collaterale laterale): Besteht aus drei separaten Strängen, die fächerförmig vom lateralen Malleolus ausgehen:

  1. Der nach vorne ziehende Strang — das Lig. talofibulare anterius (lig. talofibulare anterius).
  2. Der nach unten ziehende Strang — das Lig. calcaneofibulare (lig. calcaneofibulare).
  3. Der nach hinten ziehende Strang — das Lig. talofibulare posterius (lig. talofibulare posterius).
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Biomechanik und Syntopie

Aufgrund seines Aufbaus wird das Sprunggelenk als typisches Scharniergelenk (Ginglymus) klassifiziert. Die Hauptbewegungsachse ist hier die Frontalachse, die streng durch die Trochlea tali verläuft.

Um diese Achse sind zwei Hauptarten von Bewegungen möglich:

  • Dorsalextension (oder plantare Flexion): Der Fuß wird mit den Zehen nach oben gehoben.
  • Plantarflexion (oder dorsale Extension): Der Fuß wird nach unten gesenkt und gestreckt.

Wichtige anatomische Strukturen liegen der Gelenkkapsel unmittelbar an. Vorne verlaufen die Sehnen der Fußstrecker. Hinten liegt der Gelenkkapsel die Sehne des M. flexor hallucis longus (m. flexor hallucis longus) direkt an.

Blutversorgung, Lymphdrainage und Innervation

Die Blutversorgung des Sprunggelenks erfolgt über ein kräftiges Arteriennetz — das Malleolarnetz (rete malleolare mediale et laterale). Dieses wird aus Ästen von drei großen Unterschenkelstämmen gebildet:

  • Arteria tibialis anterior (a. tibialis anterior);
  • Arteria tibialis posterior (a. tibialis posterior);
  • Arteria fibularis (a. fibularis / peronea).

Der venöse Abfluss aus den Gelenkgeweben erfolgt in die gleichnamigen tiefen Unterschenkelvenen. Die Lymphflüssigkeit wird über tiefe Lymphgefäße abtransportiert und zieht weiter nach oben — in die Popliteallymphknoten (nodi poplitei).

Die Nervenversorgung des Gelenks unterteilt sich nach Zonen:

  • An der Außenseite wird die Kapsel vom n. suralis innerviert.
  • An der medialen (inneren) Seite gibt der n. saphenus Äste ab.
  • Die Vorderseite des Gelenks wird vom Nervus fibularis profundus versorgt (n. peroneus profundus).

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Durch welche Nerven wird die Kapsel des Sprunggelenks innerviert?

Die Kapsel des Sprunggelenks wird durch drei Nerven innerviert, die von verschiedenen Seiten heranziehen.

  • Nervus suralis (n. suralis) — versorgt das Gelenk von außen.
  • Nervus saphenus (n. saphenus) — innerviert die Kapsel von der medialen Seite.
  • Nervus fibularis profundus (n. peroneus profundus) — zieht von vorne an das Gelenk.

Welche Sehnen liegen der Kapsel des Sprunggelenks von hinten an?

Der Gelenkkapsel des Sprunggelenks liegt von hinten unmittelbar die Sehne des M. flexor hallucis longus an.

  • Sehne des langen Großzehenbeugers (m. flexor hallucis longus) — liegt am weitesten hinten und tief in der medialen Retromalleolargegend.

Ihre Sehnenscheide grenzt unmittelbar an die hintere „Schwachstelle“ der Gelenkkapsel und kann in einigen Fällen mit der Höhle des Sprunggelenks in Verbindung stehen.

Was verläuft im Malleolarkanal (canalis malleolaris) hinter dem Malleolus medialis?

Im medialen Malleolarkanal hinter dem medialen Malleolus verlaufen von Synovialscheiden umgebene Beugesehnen sowie ein neurovaskuläres Bündel. Der Inhalt ist von vorne nach hinten in folgender Reihenfolge angeordnet:

  • Sehne des Musculus tibialis posterior (m. tibialis posterior) — nimmt die vorderste Position ein.
  • Sehne des Musculus flexor digitorum longus (m. flexor digitorum longus).
  • Hintere Schienbeinarтерие und -venen (A. et vv. tibiales posteriores) zusammen mit dem Schienbeinnerv (N. tibialis).
  • Sehne des Musculus flexor hallucis longus (m. flexor hallucis longus) — nimmt die hinterste und tiefste Position ein.
Wie man es sich merkt

Das laterale Kollateralband besteht aus 3 Strängen. Ihre Verläufe lassen sich leicht merken: Zwei davon setzen am Talus an (nach vorne und hinten), und der mittlere zieht streng nach unten zum Calcaneus.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Wie projiziert sich der Gelenkspalt des Sprunggelenks?

Nach vorne projiziert sich der Gelenkspalt auf einer horizontalen Linie, die die Basen des medialen und lateralen Malleolus direkt verbindet.

Zu welchem Gelenktyp gehört das Sprunggelenk?

Vom Aufbau her handelt es sich um ein klassisches Scharniergelenk (Ginglymus), bei dem Bewegungen um eine einzige Frontalachse stattfinden.

Was grenzt dorsal an die Gelenkkapsel?

Der hinteren Fläche der Gelenkkapsel liegt unmittelbar die Sehne des Musculus flexor hallucis longus an (m. flexor hallucis longus).

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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Anatomie der Tibiofibularsyndesmose und ihres Bandapparats
  • Bildung des medialen und lateralen Malleolarnetzes
  • Topographie der Beuger- und Streckersehnen im Bereich der Malleoli
  • Wege der Lymphdrainage vom Fuß zu den Popliteallymphknoten

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.