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Topografische Anatomie · Untere Extremität

Vordere Oberschenkelregion

Regio femoris anterior

Die vordere Oberschenkelregion ist ein äußerst wichtiger topographisch-anatomischer Bereich der unteren Extremität, in dem große Hauptgefäße und Nerven verlaufen. Die Untersuchung dieser Zone ist von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der Lokalisation des Schenkelkanals und des Adduktorenkanals sowie für die Durchführung chirurgischer Zugänge.

UntergrenzeVerläuft entlang einer Querlinie 6 cm proximal der Patella
Keene-LinieLeitlinie für die exakte Projektion der A. femoralis
BesonderheitOberflächliche Arterien durchbohren die Fascia cribrosa
DreieckDie Höhe des Scarpa-Dreiecks erreicht 15–20 cm
6 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 24.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Äußere Leitstrukturen und Grenzen

Um sich in der vorderen Oberschenkelregion fehlerfrei orientieren zu können, müssen die wichtigsten knöchernen und muskulären Strukturen palpiert werden. Zu den wesentlichen äußeren Leitstrukturen gehören die Schambeinfuge (Symphysis pubica), der Schambeinhöcker (Tuberculum pubicum), die Spina iliaca anterior superior (Spina iliaca anterior superior), der große Trochanter (Trochanter major) und die Oberschenkelkondylen (Epicondyli femoris). Ebenfalls klar konturiert sind die Kniescheibe (Patella) und der Musculus sartorius (m. sartorius).

Grenzen der Region:

  • Superior: Die Linie, die von der Spina iliaca anterior superior zum Schambeinhöcker verläuft (entspricht exakt der Projektion des Leistenbands).
  • Inferior: Eine gedachte Querlinie, die genau 6 cm proximal der Patella verläuft.
  • Medial: Die Linie, welche die Symphysis pubica mit dem medialen Oberschenkelkondylus verbindet.
  • Lateral: Die Linie von der Spina iliaca anterior superior zum lateralen Kondylus.

Projektionen der neurovaskulären Bündel

Die Kenntnis der Projektionslinien ist für die sichere Durchführung von Schnitten und Punktionen unerlässlich.

  1. Leistenband (Lig. inguinale): Projiziert sich auf die Linie zwischen der Spina iliaca anterior superior und dem Schambeinhöcker. Interessanter Fakt: Historisch wurde diese Struktur von Vesal und Fallopio beschrieben, in der klinischen Praxis hat sich jedoch der Eponym „Poupart-Band“ etabliert.
  2. Oberschenkelarterie (A. femoralis): Ihre Projektion wird durch die Keene-Linie bestimmt, die von der Mitte des Leistenbands zum medialen Oberschenkelkondylus gezogen wird. Um eine exakte Linie zu erhalten, muss das Bein des Patienten im Kniegelenk leicht gebeugt und nach außen abduziert werden.
  3. Oberschenkelvene (V. femoralis): Liegt streng medial (nach innen) von der Arterie.
  4. Femoralnerv (N. femoralis): Projiziert sich lateral (nach außen) von der Arterie.
  5. Vorderen Hautnerven des Oberschenkels: Treten entlang einer Linie aus, die mit dem Verlauf des M. sartorius übereinstimmt.
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Femoraldreieck (Scarpa)

Im oberen Drittel der vorderen Oberschenkelregion befindet sich eine höchst bedeutsame topographische Formation — das Femoraldreieck (Scarpa-Dreieck). Seine Höhe beträgt 15 bis 20 cm.

Begrenzungen des Dreiecks:

  • Basis: Leistenband (Lig. inguinale).
  • Laterale Wand: Musculus sartorius (m. sartorius).
  • Mediale Wand: Musculus adductor longus (m. adductor longus).
  • Spitze: Schnittpunkt des M. sartorius und des M. adductor longus.

Neben dem Dreieck gehören zu den klinisch relevanten anatomischen Strukturen dieser Zone der Schenkelkanal (Canalis femoralis) und der Adduktorenkanal (Hunter-Kanal) (Canalis adductorius).

Topographie der oberflächlichen Schichten

Die Haut in diesem Bereich ist dünn und verschieblich. Darunter liegt das Unterhautfettgewebe, das Blut- und Lymphgefäße, Lymphknoten sowie Hautnerven enthält.

In der Gefäßtopographie gibt es hier eine wichtige Ausnahme von der Regel. Normalerweise liegen Arterien mit Eigennamen tief unter der Fascia lata. In der vorderen Oberschenkelregion treten die oberflächlichen Arterien jedoch durch die Fascia cribrosa (Fascia cribrosa) im Bereich der Hiatus saphenus (Hiatus saphenus) an die Oberfläche:

  • Arteria epigastrica superficialis (A. epigastrica superficialis) — zieht zur Mitte des Leistenbands nach oben und verläuft zum Nabel.
  • Arteria circumflexa ilium superficialis (A. circumflexa ilium superficialis) — verläuft parallel zum Leistenband zur Spina iliaca anterior superior.
  • Arteria pudenda externa superficialis (A. pudenda externa superficialis) — zieht nach medial in Richtung Damm.

Gleichnamige oberflächliche Venen begleiten diese Arterien und sind an der Bildung wichtiger portokavaler und kavakavaler Anastomosen beteiligt. Die Vena saphena magna (V. saphena magna) zieht von der Spitze des Femoraldreiecks zum Hiatus saphenus nach oben, schlägt sich über dessen Cornu inferius (Cornu inferius) um, taucht in das subfasziale Gewebe ein und mündet direkt in die Vena femoralis.

Hautinnervation

Die Haut der vorderen Oberschenkelregion wird durch drei Hauptnervenstrukturen innerviert:

  1. Ramus femoralis des Nervus genitofemoralis (R. femoralis n. genitofemoralis) — verzweigt sich direkt unter dem medialen Teil des Leistenbands.
  2. Nervus cutaneus femoris lateralis (N. cutaneus femoris lateralis) — verläuft im Unterhautfettgewebe etwas unterhalb der Spina iliaca anterior superior.
  3. Hautast des Nervus obturatorius (R. cutaneus n. obturatorii) — steigt an der Oberschenkelinnenseite bis zum Niveau der Patella ab.

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Welches sind die wesentlichen anatomischen Elemente der tiefen Faszienschicht und der Muskelloge der vorderen Oberschenkelregion?

Die tiefe Faszienschicht der vorderen Oberschenkelregion wird durch die kräftige Fascia lata (Fascia lata) gebildet, die sich an der lateralen Seite verdickt und den Tractus iliotibialis (Tractus iliotibialis) bildet. Die Faszie gibt intermuskuläre Septen ab, welche die vordere Oberschenkelloge (Compartimentum femoris anterius) bilden.

In der vorderen Loge befinden sich:

  • Streckmuskeln des Unterschenkels — Musculus rectus femoris (m. rectus femoris), Vastus-Muskeln (mm. vastus lateralis, medialis, intermedius), Musculus sartorius (m. sartorius) und Musculus tensor fasciae latae (m. tensor fasciae latae).
  • Neurovaskuläre Strukturen — Oberschenkelgefäße und -nerv.

Welche Lymphknoten befinden sich im Bereich des Femoraldreiecks?

Im Bereich des Femoraldreiecks liegen oberflächliche und tiefe Inguinallymphknoten.

  • Oberflächliche Inguinallymphknoten (Nodi lymphoidei inguinales superficiales) — liegen im Unterhautfettgewebe und werden in untere, obermediale und oberlaterale Gruppen unterteilt.
  • Tiefe Inguinallymphknoten (Nodi lymphoidei inguinales profundi) — liegen unter der Fascia lata (Fascia lata) entlang der Arteria und Vena femoralis.

Wie entsteht der Schenkelkanal und welche Wände besitzt er?

Der Schenkelkanal (Canalis femoralis) entsteht beim Austritt von Baucheingeweiden durch den Anulus femoralis (Anulus femoralis) in das Unterhautfettgewebe, wenn eine Darmschlinge das Peritoneum parietale vorschiebt. Der Kanal hat die Form einer dreiseitigen Pyramide und besteht aus drei Wänden:

  • Vorderwand — gebildet durch das oberflächliche Blatt der Fascia lata.
  • Hinterwand — gebildet durch das tiefe Blatt der Fascia lata (Fascia iliopectinea).
  • Lateralwand — gebildet durch die mediale Krümmung der Vena femoralis (V. femoralis).

Eine mediale Wand besitzt der Kanal nicht, da das oberflächliche und das tiefe Faszienblatt am M. adductor longus miteinander verschmelzen.

Welches sind die topographisch-anatomischen Wände des Adduktorenkanals (Hunter-Kanal)?

Der Adduktorenkanal (Canalis adductorius) liegt unter der Fascia lata, wird vorne vom Musculus sartorius (m. sartorius) bedeckt und hat drei Wände:

  • Mediale Wand — gebildet durch den Musculus adductor magnus (m. adductor magnus).
  • Laterale Wand — gebildet durch den Musculus vastus medialis (m. vastus medialis).
  • Vorderwand — gebildet durch das Septum intermusculare vastoadductorium (Septum intermusculare vastoadductoria), das zwischen dem M. adductor magnus und dem M. vastus medialis ausgespannt ist.

Wie erfolgt die Blutversorgung und Innervation des Musculus quadriceps femoris?

Tiefe Äste des Nervus femoralis (N. femoralis) innervieren die Köpfe des Musculus quadriceps femoris (m. quadriceps femoris). Für den Quadrizeps sind in der Quelle die Segmente L2–L4 angegeben. Hinsichtlich der arteriellen Versorgung speziell des Quadrizeps macht die Quelle keine separate Angabe. Es wird erwähnt, dass die Arteria circumflexa femoris lateralis (A. circumflexa femoris lateralis) unter dem Musculus rectus femoris (m. rectus femoris) verläuft und ihr herabsteigender Ast zwischen dem M. rectus femoris und dem M. vastus lateralis verläuft.

Wie man es sich merkt

Um sich die Anordnung der Elemente des neurovaskulären Bündels in der Projektion von der Mitte (medial) zum Rand (lateral) leicht zu merken, verwenden Sie das Wort „VANa“: Vena, Arteria, Nervus.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Wie führt man die Keen-Linie für die Projektion der A. femoralis korrekt aus?

Die Keen-Linie verläuft von der Mitte des Leistenbands zum Epicondylus medialis des Femurs. Zwingende Voraussetzung: Das Bein muss im Knie leicht gebeugt und nach außen abduziert sein.

Worin besteht die anatomische Ausnahme für die Arterien der vorderen Oberschenkelregion?

Im Gegensatz zur Standardregel, nach der „benannte“ Arterien tief unter der Fascia propria liegen, treten hier drei oberflächliche Arterien durch die Fascia cribrosa unter ihr in das subkutane Fettgewebe hervor.

Wo und wie mündet die Vena saphena magna in das tiefe venöse System?

Die Vena saphena magna des Beins (v. saphena magna) zieht bis zum Hiatus saphenus (hiatus saphenus), schlägt sich über dessen Cornu inferius (cornu inferius) um und verläuft unter die Fascia, wo sie in die Vena femoralis einmündet.

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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Wände und Ringe des Canalis femoralis
  • Topographie und Inhalt des Canalis adductorius (Hunter-Kanal)
  • Aufbau des Hiatus saphenus und der Fascia cribrosa
  • Portokavale und kavakavale Anastomosen der vorderen Oberschenkelregion
  • Syntopie der Elemente des neurovaskulären Bündels im Trigonum femorale

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.