Projektion der Grenzen auf die vordere Bauchwand
Topographisch werden die obere und untere Orgengrenze unterschieden. Die obere Grenze ist relativ konstant, während die untere stark schwanken kann.
- Obere Grenze: Sie beginnt im 5. Interkostalraum an der linken Medioklavikularlinie. Nach rechts ziehend projiziert sie sich auf den Knorpel der V. Rippe (an der rechten Parasternalinie), erreicht den 4. Interkostalraum (an der rechten Medioklavikularlinie), sinkt zur VIII. Rippe ab (an der rechten mittleren Axillarlinie) und endet auf Höhe der XI. Rippe an der Wirbelsäule.
- Untere Grenze: Entspricht rechts in der Norm an der mittleren Axillarlinie dem 10. Interkostalraum. Danach tritt der Leberrand unter dem Rippenbogen hervor und verläuft schräg nach links und oben. In der Medianlinie des Körpers projiziert sich der Unterrand genau in die Mitte des Abstands zwischen Nabel und Ansatz des Processus xiphoideus. Den linken Rippenbogen kreuzt er etwa auf Höhe des Knorpels der VI. Rippe.
Äusserer Aufbau und Oberflächen
Die Leber hat eine keilförmige Gestalt mit abgerundeten Rändern. Ihre massive Basis ist nach rechts gerichtet, nach links läuft das Organ spitz zu. Der Unterrand ist scharf und weist zwei charakteristische Einziehungen auf: die Fossa vesicae biliaris und die Incisura ligamenti teretis. Der Hinterrand ist abgerundet und liegt der hinteren Bauchwand an.
Das Organ weist zwei Hauptflächen auf:
- Zwerchfellfläche (Facies diaphragmatica): glatt und konvex, folgt exakt der Form der Zwerchfellkuppel.
- Eingeweidefläche (Facies visceralis): die untere, unebene Fläche. Auf ihr hinterlassen die benachbarten Organe, denen die Leber anliegt, ihre Abdrücke. Das Relief dieser Fläche wird durch Furchen gebildet, die zusammen ein H-förmiges Muster ergeben.
Furchen und Lappeneinteilung
Die Leber wird anatomisch in einen grossen rechten und einen kleineren linken Lappen unterteilt. Auf der Zwerchfellfläche dient das Ligamentum falciforme als Grenze zwischen ihnen, auf der Viszeralfläche die linke Längsfurche.
Das Furchensystem der Viszeralfläche (H-förmiger Komplex):
- Quorfurche: Dies ist die Leberpforte (Porta hepatis). Sie wird vorne vom Lobus quadratus, hinten vom Lobus caudatus und seitlich vom rechten und linken Leberlappen begrenzt.
- Rechte Längsfurche: In ihrem vorderen Teil liegt die Fossa vesicae biliaris, im hinteren Teil die Furche der Vena cava inferior.
- Linke Längsfurche: Wird vorne durch die Fissura ligamenti teretis (enthält das Relikt der Vena umbilicalis) und hinten durch die Fissura ligamenti venosi (enthält das Relikt des Ductus venosus Arantii) gebildet.
Diese Furchen gliedern auf der Viszeralfläche zusätzlich den quadratischen Lappen (Lobus quadratus, zwischen den vorderen Abschnitten der Längsfurchen) und den geschwänzten Lappen (Lobus caudatus, zwischen deren hinteren Abschnitten) ab.
Bandapparat und Lebertrias
Die Leber wird durch mehrere Bänder fixiert. Sagittal verläuft das falciforme Band (lig. falciforme), das sich nach hinten teilt und in das frontale Kronband (lig. coronarium) übergeht. Die Blätter des letzteren bilden ein extraperitoneales Feld (area nuda) und verschmelzen an den Rändern zu den Dreiecksbändern. In der Furche vom Nabel zur Pforte verläuft das runde Leberband (lig. teres hepatis), das sich vorn mit dem falciformen Band vereinigt.
Bänder des kleinen Netzes verbinden die Leber mit dem Magen und dem Zwölfferdarm. Die ganz rechts gelegene Struktur ist das Leber-Zwölfferdarm-Band (Lig. hepatoduodenale). In ihm verlaufen lebenswichtige Strukturen (die Lebertrias):
- Links: Arteria hepatica propria (A. hepatica propria).
- Rechts: Hauptgallengang (Ductus choledochus).
- Dazwischen und hinten: Pfortader (V. portae).
Ebenfalls befinden sich in diesem Band Magengefässe, Lymphknoten und Lebernervenplexi.
Merkregel für die Anordnung der Elemente im Lig. hepatoduodenale (von rechts nach links): D = Ductus (Gallengang rechts), V = Vena (Pfortader dazwischen und hinten), A = Arteria (Arteria hepatica propria links).
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Das Leberparenchym selbst ist sehr brüchig und lässt sich leicht einschneiden. Nähte halten nur dank der Festigkeit der bindegewebigen Gefässscheiden (periarterielle fibröse Glisson-Kapsel).
Das Leberparenchym selbst ist sehr brüchig und lässt sich leicht einschneiden. Nähte halten nur dank der Festigkeit der bindegewebigen Gefässscheiden (periarterielle fibröse Glisson-Kapsel).
Man kann die im Lig. hepatoduodenale verlaufenden Gefässe abklemmen. Dazu führt der Chirurg einen Finger in das Foramen omentale ein und komprimiert das Band zwischen dem Rand des Lochs und dem Daumen.
Man kann die im Lig. hepatoduodenale verlaufenden Gefässe abklemmen. Dazu führt der Chirurg einen Finger in das Foramen omentale ein und komprimiert das Band zwischen dem Rand des Lochs und dem Daumen.
Dies ist ein Bereich an der Rückseite der Zwerchfellfläche der Leber, der frei von Peritoneum ist. An dieser Stelle verwächst das Organ direkt mit dem Zwerchfell.
Dies ist ein Bereich an der Rückseite der Zwerchfellfläche der Leber, der frei von Peritoneum ist. An dieser Stelle verwächst das Organ direkt mit dem Zwerchfell.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Genaue Masse und chirurgische Anatomie der Leberpforte
- Aufbau der fibrösen Hülle und der Glisson-Kapsel
- Topographie der Gefässe und Nervenplexi des kleinen Netzes
- Übergang der fibrösen Hülle auf die Adventitia der Vena cava inferior
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