Allgemeiner Aufbau der Spinalnervenverzweigung
Die Lenden-, Kreuzbein- und Steißbeinnerven unterliegen den allgemeinen anatomischen Gesetzen der Spinalnerven. Nach dem Austritt aus dem Foramen intervertebrale teilt sich jeder dieser Stämme in vier obligatorische Astgruppen auf:
- Meningenäste (rr. meningei) – ziehen zurück in den Wirbelkanal.
- Verbindungsäste (rr. communicantes) – verbinden das somatische Nervensystem mit dem vegetativen Nervensystem.
- Dorsaläste (rr. dorsales) – ziehen zur hinteren Rumpffläche (zum Rücken).
- Ventraläste (rr. ventrales) – verlaufen nach vorne und sind die größten Äste, da sie die Nervenplexus bilden.
Die Gesamtheit aller Ventraläste der betrachteten Segmente bildet ein einheitliches und großflächiges Lenden-Kreuz-Plexus (Plexus lumbosacralis).
Anatomie der Lumbalnerven (L₁–L₅)
Die Lumbalnerven (nn. lumbales) bestehen aus fünf Paaren. Ihre Äste weisen eine strenge Spezialisierung auf.
Dorsaläste der Lumbalnerven (rr. dorsales nn. lumbalium) werden traditionell in zwei weitere Bündel unterteilt:
- Mediale Äste (rr. mediales)
- Laterale Äste (rr. laterales)
Von besonderem Interesse sind die lateralen Hautäste, die von den drei oberen Lumbalnerven (L₁–L₃) abgehen. Sie durchbohren die Muskelmasse, durchsetzen die Fascia thoracolumbalis und steigen unterhalb des Darmbeinkamms herab. Ihr Ziel ist die Innervation der Haut der Gesäßregion. In der klinischen Anatomie werden diese Strukturen als Nn. clunium superiores (nn. clunium superiores) bezeichnet.
Wichtiger Hinweis: Die Dorsaläste der beiden unteren Lumbresensegmente (L₄ und L₅) haben überhaupt keine Hautrepräsentanz. Sie geben Äste ausschließlich an die Muskelstrukturen des Rückens und der Lendenregion ab.
Bildung des Plexus lumbalis
Während die Dorsaläste zum Rücken ziehen, übernehmen die Ventraläste der Lumbalnerven (rr. ventrales nn. lumbalium) die Bildung von Plexus.
Die Ventraläste der ersten vier Lumbalnerven (L₁–L₄), denen sich zudem ein kleiner Teil der Fasern des zwölften Brustnervs (Th₁₂) anschließt, vereinigen sich miteinander. Diese Struktur wird als Plexus lumbalis (Plexus lumbalis) bezeichnet, der die obere „Etage“ des gemeinsamen Lenden-Kreuz-Plexus darstellt.
Um sich den Ursprung der Nn. clunium superiores zu merken, verwenden Sie die Regel „Obere Gesäßnerven – das sind die ersten drei Lendenwirbel“: Die Nn. clunium superiores entstehen strikt aus den Dorsalästen von L1, L2 und L3.
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Welche Äste der Spinalnerven bilden das Lenden-Kreuz-Plexus?
Der Plexus wird ausschließlich durch die Ventraläste (rr. ventrales) der entsprechenden Spinalnerven gebildet.
Beteiligen sich die Nerven L4 und L5 an der sensiblen Hautinnervation des Rückens?
Nein, die Dorsaläste des vierten und fünften Lumbalnervs (L4–L5) innervieren die Haut nicht, sie geben motorische Fasern ausschließlich an die Muskeln ab.
Aus welchen Segmenten bildet sich der Plexus lumbalis?
Der Plexus lumbalis wird durch die Ventraläste vom ersten bis zum vierten Lumbalnerv (L1–L4) unter obligatorischer Beteiligung von Fasern des zwölften Brustnervs (Th12) gebildet.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Topographie und Äste des Plexus lumbalis
- Muskeln, die durch die medialen Dorsaläste der Lumbalnerven innerviert werden
- Anatomie der Fascia thoracolumbalis (im Bereich des Durchtritts der Hautäste)
- Verlauf und Funktionen der Meningenäste im Wirbelkanal
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