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Anatomie · PNS

Accessoriusnerv

Nervus accessorius

Der N. accessorius ist der elfte (XI) Hirnnerv, der funktionell rein motorisch ist. Die Hauptaufgabe dieses Nerves besteht darin, eine vollständige motorische Innervation von zwei großen Muskeln sicherzustellen: dem M. sternocleidomastoideus und dem M. trapezius.

FasertypAusschließlich motorischer Nerv
ZielmuskelnM. sternocleidomastoideus und M. trapezius
Eintritt in den SchädelForamen magnum (Spinalwurzeln)
Austritt aus dem SchädelForamen jugulare (zusammen mit dem IX. und X. Hirnnerven)
4 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 24.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Kerne des N. accessorius

Die anatomische Besonderheit des N. accessorius besteht darin, dass sich seine motorischen Kerne in gleich zwei isolierten anatomischen Zonen des Zentralnervensystems befinden: im Gehirn und im Rückenmark.

  1. Kranialer Kern (zerebraler Teil) – wird als Nucleus ambiguus bezeichnet (Nucleus ambiguus). Er liegt im dorsalen Teil der Medulla oblongata. Wichtig ist zu wissen, dass diese Struktur nicht ausschließlich dem elften Hirnnerven gehört. Es handelt sich um einen gemeinsamen motorischen Kern, der gleich drei Hirnnerven versorgt: den N. glossopharyngeus (IX), den N. vagus (X) und eben den N. accessorius (XI). Die Axone der Zellen dieses Kerns bilden die kranialen Wurzeln des N. accessorius.
  2. Spinaler Kern – der Kern des N. accessorius (Nucleus n. accessorii). Im Gegensatz zum kranialen Kern erstreckt sich dieser deutlich weiter nach kaudal und liegt in den Vorderhörnern der grauen Substanz des Rückenmarks. Die Ausdehnung dieses Kerns umfasst die Segmente C1 bis C5 (manchmal bis C6). Genau hier nimmt der spinale Teil des N. accessorius seinen Ursprung.

Bildung der Wurzeln und des Nervenstamms

Der Prozess der Bildung des gemeinsamen Stammes des N. accessorius ist ein komplexer topographischer Verlauf, an dem zwei Gruppen von Wurzeln beteiligt sind, die aus unterschiedlichen Abschnitten des Nervensystems hervorgehen.

  • Kraniale Wurzeln (Radices craniales bzw. Pars vagalis) verlassen den Hirnstamm, genauer gesagt die Medulla oblongata. Ihre Austrittsstelle an die Oberfläche ist der Sulcus posterolateralis (hinter der Olive).
  • Spinale Wurzeln (Radices spinales bzw. Pars spinalis) treten aus dem Funiculus lateralis des Rückenmarks aus.

Der weitere Verlauf der spinalen Wurzeln ist sehr spezifisch: Nach dem Austritt aus dem Rückenmark ziehen sie nach kranial, steigen zur Schädelbasis auf und dringen durch das Foramen magnum in die Schädelhöhle ein. In der Schädelhöhle angekommen, treffen die spinalen Wurzeln auf die kranialen Wurzeln. Sie verschmelzen miteinander und bilden den gemeinsamen Nervenstamm des N. accessorius – den Truncus n. accessorii.

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Austritt aus der Schädelhöhle und Aufzweigung

Der gebildete Stamm des N. accessorius verlässt die Schädelhöhle durch das Foramen jugulare. In diesem enge knöchernen Kanal verläuft er nicht allein, sondern in unmittelbarer Nachbarschaft zum N. glossopharyngeus (IX) und N. vagus (X). Unmittelbar nach dem Verlassen des Foramen jugulare teilt sich der Stamm des elften Hirnnerven in zwei funktionell und topographisch unterschiedliche Äste auf.

  • Innerer Ast (R. internus). Fast unmittelbar nach seiner Bildung schließt er sich dem N. vagus (X. Hirnnerv) an und geht vollständig in diesen über. Das Besondere an diesem Ast ist, dass er überwiegend Fasern enthält, die funktionell zum N. vagus gehören und dessen motorisches Potenzial ergänzen.
  • Äußerer Ast (R. externus). Dieser Ast ist der Hauptüberträger motorischer Impulse zu den Halsmuskeln. Er zieht nach kaudal und dorsal, verläuft unter dem M. sternocleidomastoideus (M. sternocleidomastoideus) und innerviert diesen. Danach tritt der Nerv in die Region des lateralen Halsdreiecks ein, kreuzt dieses und zieht in das Innere des M. trapezius (M. trapezius), den er ebenfalls innerviert.

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Aus welchem Sulcus der Medulla oblongata treten die kranialen Wurzeln des N. accessorius aus?

Die kranialen Wurzeln des N. accessorius treten aus dem Sulcus posterolateralis (dorsolateralis) der Medulla oblongata hervor, dorsal der Olive. Aus demselben Sulcus entspringen auch die Wurzeln des N. glossopharyngeus und des N. vagus. Später verbinden sich die kranialen Wurzeln mit den spinalen und bilden den gemeinsamen Stamm des N. accessorius.

Welche klinischen Symptome treten bei einer peripheren Lähmung (Schädigung) des N. accessorius auf?

Bei einer Schädigung des N. accessorius entwickelt sich eine periphere Parese, die mit Schwäche und Atrophie des M. sternocleidomastoideus und des M. trapezius einhergeht. Auf der Seite der Läsion kommt es zu einem Herabhängen der Schulter und einer Verschiebung der Scapula. Der Patient kann den Arm nicht über die Horizontale (über 90°) anheben und den Kopf nicht zur gegenseitigen Seite der Läsion drehen. Es zeigt sich eine Atrophie vor allem des oberen Anteils des M. trapezius.

Mit welchen Ästen des Plexus cervicalis anastomosiert der äußere Ast des N. accessorius?

Der äußere Ast des N. accessorius anastomosiert mit spinalen somatischen efferenten Fasern der Segmente C2–C4.

Wie man es sich merkt

Um den Austritt der Wurzeln nicht zu verwechseln: Die kranialen Wurzeln treten HINTER der Olive aus, während die spinalen Wurzeln durch das FORAMEN MAGNUM aufsteigen, um danach gemeinsam durch das FORAMEN JUGULARE auszutreten.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

In welchen Abschnitten des ZNS liegen die Kerne des N. accessorius?

Sie liegen in zwei Zonen: Der kraniale Kern (Nucleus ambiguus) befindet sich in der dorsalen Medulla oblongata, während der spinale Kern in den Vorderhörnern des Rückenmarks auf Höhe von C1–C5(6) liegt.

Mit welchen Nerven teilt sich der N. accessorius den kranialen Kern?

Der Nucleus ambiguus ist der gemeinsame Kern für den N. accessorius (XI), den N. glossopharyngeus (IX) und den N. vagus (X).

Welche Muskeln innerviert der XI. Hirnnerv?

Der N. accessorius versorgt zwei Muskeln motorisch: den M. sternocleidomastoideus und den M. trapezius (über seinen äußeren Ast).

Wie verlässt der Nerv die Schädelhöhle?

Der gemeinsame Stamm des N. accessorius verlässt die Schädelhöhle durch das Foramen jugulare und verläuft dort gemeinsam mit dem IX. und X. Hirnnerven.

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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Topographie des N. accessorius im Foramen jugulare in Bezug auf den IX. und X. Hirnnerven
  • Detaillierter Verlauf des äußeren Astes im lateralen Halsdreieck
  • Funktionelle Bedeutung der Fasern des inneren Astes im Verlauf des N. vagus
  • Beziehung des äußeren Astes zum M. sternocleidomastoideus

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.