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Anatomie · Anatomische Strukturen

Steißwirbel

vertebrae coccygeae

Steißwirbel (vertebrae coccygeae) sind rudimentäre Knochenstrukturen, die den Rest der Schwanzwirbelsäule darstellen. Sie verschmelzen miteinander und bilden das sich nach unten verjüngende Steißbein (os coccygis). Die Beteiligung des Steißbeins an der Lastenverteilung ist gering; es dient als Ansatzpunkt für Bänder und Muskeln des Beckenbodens.

Anzahl2 bis 5 verschmolzene rudimentäre Wirbel
FunktionGeringe Stützfunktion; dient als Ansatzpunkt für Bänder und Beckenbodenmuskulatur
GeburtshilfeWeicht während der Geburt zurück und erweitert den Beckenausgang um 1–2 cm
2 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 24.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Aufbau und Verbindungen

Das Steißbein entsteht durch die Verschmelzung rudimentärer Steißbeinwirbel. In verschiedenen Quellen wird die Fusion von 2–4 Wirbeln (Co₁–Co₄) oder 4–5 Wirbeln angegeben.

  • Der erste Steißbeinwirbel (Co₁) besitzt rudimentäre Gelenkfortsätze – die Steißbeinshörner (cornua coccygea), die sich mit den Kreuzbeinhörnern verbinden.
  • Die Sakrokokszygealfuge enthält eine Knorpelschicht.

Topographie und Band-Muskel-Apparat

Das Steißbein dient als Ansatzpunkt für Bänder und Beckenbodenmuskulatur.

  • Der Musculus levator ani (m. levator ani) ist die tiefste Schicht der Beckenbodenmuskulatur. Sie umfasst den Musculus pubococcygeus (m. pubococcygeus), den Musculus iliococcygeus (m. iliococcygeus) und den Musculus ischiococcygeus (m. ischiococcygeus).
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Innervation

Im Bereich des Steißbeins befindet sich der Steißbeinnerv (n. coccygeus, Co₁). Wie andere Spinalnerven gibt er 4 Astgruppen ab:

  • Vorderäste (rr. ventrales)
  • Rückäste (rr. dorsales)
  • Meningealäste (rr. meningei)
  • Verbindungsäste (rr. communicantes)

Die Vorderäste des Steißbeinnervs bilden zusammen mit den Sakralnerven S₄–S₅ den Plexus coccygeus (plexus coccygeus). Er innerviert die Haut der Steißbeinregion und der anokokzygealen Zone.

Welche geburtshilfliche Bedeutung haben die Steißbeine?

Das Steißbein hat geburtshilfliche Bedeutung:

  • Beckengrenzen: Die Sakrokokszygealfuge bildet die hintere Begrenzung der Ebene der engen Beckenhöhle; der transverso-sagittale Durchmesser beträgt hier 11,5 cm. Die Steißbeinspitze bildet die hintere Begrenzung des Beckenausgangs.
  • Größenzunahme unter der Geburt: Der gerade Durchmesser des Beckenausgangs von der Unterkante der Schambeinfuge bis zur Steißbeinspitze beträgt im Normbereich 9,5 cm. Beim Durchtritt des kindlichen Kopfes weicht das Steißbein zurück, wodurch sich dieser Durchmesser um 1–2 cm auf 11,5 cm vergrößern kann.
  • Geburtsbiomechanik: Bei Vorderhauptseinstellung stützt sich der kindliche Hinterkopf während des dritten Geburtszeitraums am Steißbein ab und bildet einen zweiten Fixpunkt, wonach das Gesicht unter der Schambeinfuge geboren wird.
  • Differentialdiagnose: Bei reiner Steißlage können Steißbein und Sitzbeinhöcker des Kindes fälschlicherweise für Gesichtsknochen und der Anus für den Mund gehalten werden.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Wie viele Wirbel bilden das Steißbein?

Das Steißbein besteht aus 2–5 verwachsenen Rudimentärwirbeln. In der Osteologie wird die Verschmelzung von 2–4 Wirbeln angegeben (Co₁–Co₄), in der geburtshilflichen Anatomie von 4–5 Wirbeln.

Welche Nerven bilden den Plexus coccygeus?

Der Plexus coccygeus (plexus coccygeus) wird durch die Vorderäste des Steißbeinnervs (Co₁) zusammen mit den Sakralnerven S₄ und S₅ gebildet. Er innerviert die Haut der Steißbeinregion und der anokokzygealen Zone.

Wie hilft das Steißbein bei der Geburt?

Beim Durchtritt des kindlichen Kopfes weicht das Steißbein zurück, und der gerade Durchmesser des Beckenausgangs vergrößert sich von 9,5 cm auf 11,5 cm.

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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Kreuzbein (os sacrum)
  • Beckenboden- und Dammuskulatur
  • Plexus coccygeus (Steißbeingeflecht)
  • Beckenebenen und -maße

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.