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Anatomie · PNS

Augenbewegungsernierender Nerv

Nervus oculomotorius

Der Nervus oculomotorius ist ein gemischter Nerv und bildet den III. Hirnnerv. Er sorgt für die somatisch-motorische Innervation der meisten äußeren Augenmuskeln sowie für die parasympathische Fasernversorgung zur autonomen Regulation der Pupillenweite und des Akkommodationsprozesses.

Lage der KerneMittelhirn, Haube der Hirnschenkel
Durchtritt durch die AugenhöhleDurch die Fissura orbitalis superior
NervtypGemischt (motorisch und parasympathisch)
4 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 24.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Kerne des Nervus oculomotorius

Der zentrale Apparat des Nervus oculomotorius befindet sich in den Strukturen des Mittelhirns. Die Kerne sind in der Haube der Hirnschenkel (Tegmentum mesencephali) lokalisiert, exakt auf Höhe der oberen Hügel (Colliculi superiores) der Vierhügelplatte.

In diesem Bereich lassen sich zwei Hauptansammlungen von Neuronen unterscheiden, die den III. Hirnnerv bilden:

  • Nucleus n. oculomotorii — dies ist der somatische motorische Kern. Die Neuronen dieses Kerns generieren Impulse für die willkürlichen Bewegungen des Augapfels und das Anheben des oberen Lids.
  • Nucleus oculomotorius accessorius (autonomicus) — der parasympathische (akzessorische) Kern. Er ist eine entscheidende Komponente des vegetativen Nervensystems und steuert die unwillkürliche Regulation der inneren Augenmuskeln.

Austritt aus dem Gehirn und Topografie des Nervs

Nachdem er sich aus den Axonen der oben genannten Kerne gebildet hat, verlässt der Nervus oculomotorius das Hirnparenchym. Seine Austrittsstelle befindet sich an der medialen Oberfläche des Hirnschenkels, im Bereich der Fossa interpeduncularis.

Der weitere Verlauf des Nervs bis in die Augenhöhle ist durch eine komplexe Topografie und enge Lagebeziehungen zu Gefäß- und Hirnstrukturen gekennzeichnet. Der Verlauf des Nervs lässt sich in folgende Abschnitte unterteilen:

  1. Nach dem Austritt aus dem Hirngewebe zieht der Nervenstamm nach rostral (vorne).
  2. Er verläuft durch den engen Raum zwischen zwei großen Arterien: der Arteria cerebri posterior und der Arteria cerebelli superior.
  3. Er durchbohrt die Dura mater, um seinen Weg intrakraniell, aber außerhalb des Subarachnoidalraums, fortzusetzen.
  4. Er legt sich an die Lateralwand des Sinus cavernosus — eines wichtigen venösen Sammelbehälters an der Schädelbasis.
  5. Nach Erreichen der Fissura orbitalis superior tritt er durch diese direkt in die Augenhöhle ein.
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Aufteilung des Nervs und Innervationsgebiete

Eine anatomische Besonderheit des Nervus oculomotorius ist, dass seine Bifurkation (Aufteilung) bereits vor dem Eintritt in die Orbita erfolgt. Der Nerv teilt sich in zwei Hauptäste, von denen jeder sein eigenes Zuständigkeitsgebiet hat.

Oberer Ast (R. superior) Dieser Ast zieht zum oberen Augenmuskelkomplex. Er innerviert:

  • Den Musculus levator palpebrae superioris (m. levator palpebrae superioris).
  • Den Musculus rectus superior (m. rectus superior).

Unterer Ast (R. inferior) Der untere Ast ist im Vergleich zum oberen Ast kräftiger und voluminöser. Er steuert gleich drei Augenmuskeln an:

  • Den Musculus rectus medialis (m. rectus medialis).
  • Den Musculus rectus inferior (m. rectus inferior).
  • Den Musculus obliquus inferior (m. obliquus inferior).

Parasympathischer Teil und Faserzusammensetzung

Der autonome (parasympathische) Anteil des Nervus oculomotorius ist anatomisch mit dem Unterast verbunden. Von diesem geht die Radix oculomotoria (radix oculomotoria (parasympathica)) ab, welche präganglionäre Fasern enthält, die vom Accessoriuskern ausgehen.

Diese Fasern ziehen zum Ganglion ciliare (ganglion ciliare), wo die Umschaltung auf postganglionäre Neuronen erfolgt. Vom Ganglion aus leiten Nervenimpulse zu den inneren Augenmuskeln und steuern:

  • Die Pupillenverengung durch die Arbeit des Musculus sphincter pupillae (m. sphincter pupillae).
  • Die Akkommodation (Einstellung der Sehschärfe auf verschiedene Entfernungen) durch den Musculus ciliaris (m. ciliaris).

Gesamtzusammensetzung der Nervenfasern Obwohl der Nerv ursprungsbedingt als motorisch und parasympathisch angelegt ist, schließen sich ihm im weiteren Verlauf andere Faserqualitäten an. Im ausgebildeten Stamm des Nervus oculomotorius verlaufen:

  • Somatisch-motorische Fasern (vom Hauptkern).
  • Parasympathische Fasern (vom akzessorischen Kern).
  • Sympathische Fasern (treten aus dem Plexus caroticus internus hinzu).
  • Sensible Fasern (stammen vom N. ophthalmicus, dem ersten Ast des Nervus trigeminus — N. trigeminus).

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Welche Augenmuskeln werden nicht vom Nervus oculomotorius innerviert?

Zwei äußere Augenmuskeln werden nicht vom Nervus oculomotorius innerviert. Sie erhalten ihre motorische Innervation von anderen Hirnnerven:

  • Musculus obliquus superior (m. obliquus superior) — wird vom Nervus trochlearis (IV. Hirnnerv) innerviert.
  • Musculus rectus lateralis (m. rectus lateralis) — wird vom Nervus abducens (VI. Hirnnerv) innerviert.

Wie heißt der parasympathische Kern des Nervus oculomotorius nach Autorennennung (Eponyme)?

Der parasympathische (akzessorische) Kern des Nervus oculomotorius hat mehrere Eponyme. In der Fachliteratur finden sich folgende Bezeichnungen für dieses vegetative Zentrum:

  • Jakubowitsch-Kern;
  • Edinger-Westphal-Kern;
  • Jakubowitsch-Edinger-Kern;
  • Jakubowitsch-Edinger-Westphal-Kern.

Dieser Kern liegt im Mittelhirn und steuert die Innervation des Pupillenschließmuskels und des Ziliarmuskels.

Welche Nerven ziehen gemeinsam mit dem Nervus oculomotorius durch die Fissura orbitalis superior?

Durch die Fissura orbitalis superior (fissura orbitalis superior) treten neben dem Nervus oculomotorius folgende Hirnnerven in die Orbita ein:

  • Nervus ophthalmicus (n. ophthalmicus) — der erste Ast des Nervus trigeminus (V. Hirnnerv);
  • Nervus trochlearis (n. trochlearis) — IV. Hirnnerv;
  • Nervus abducens (n. abducens) — VI. Hirnnerv.
Wie man es sich merkt

Zur Merkhilfe für die Muskeln des Ramus inferior können Sie folgende Eselsbrücke nutzen: MNN — Medialis (rectus), Inferior (rectus), Obliquus inferior.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Wo befinden sich die Kerne des Oculomotorius?

Die Kerne liegen im Mittelhirn, in der Haube der Hirnschenkel, auf Höhe der oberen Vierhügel.

Durch welche Öffnung tritt der Nerv in die Orbita ein?

Der Nervus oculomotorius tritt durch die Fissura orbitalis superior in die Augenhöhle ein.

Welcher Nervenast führt parasympathische Fasern?

Parasympathische Fasern verlaufen im Ramus inferior, von dem die Radix oculomotoria zum Ganglion ciliare abzweigt.

Welche Arterien umgeben den Nerv beim Austritt aus dem Gehirn?

Unmittelbar nach dem Austritt verläuft der Nerv zwischen zwei großen Arterien: der Arteria cerebri posterior und der Arteria cerebelli superior.

Etwas unklar? Fragen Sie den KI-TutorDer KI-Tutor hat das Material zum Thema „Nervus oculomotorius“ gelesen und erklärt es in einfachen Worten.

Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Topografie des Sinus cavernosus und relative Lage der Hirnnerven in seiner Wand
  • Aufbau und Verschaltung des Ganglion ciliare
  • Inneres Karotidenplexus als Quelle sympathischer Fasern
  • Nervus ophthalmicus und seine sensiblen Verbindungen zum okulomotorischen Apparat

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.