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Allgemeine Chirurgie · KAPITEL 11. CHIRURGISCHE INFEKTION (EITRIG-ENTZÜNDLICHE ERKRANKUNGEN)

Lymphadenitis

Lymphadenitis

Lymphadenitis ist eine entzündliche Erkrankung der Lymphknoten. Diese Pathologie hat stets einen sekundären Charakter und entsteht als Komplikation anderer infektiös-entzündlicher Prozesse im Körper.

ErregerÜberwiegend eiterbildende Mikroorganismen
HauptinfektionswegLymphogen (Ausbreitung über die Lymphgefäße)
CharakterStreng sekundäre Erkrankung, Komplikation des Primärherds
ChirurgieEitrige Formen erfordern eine Inzision und Drainage
3 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 20.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Ätiologie und Infektionswege

Lymphadenitis entsteht nicht von selbst. Sie entwickelt sich auf dem Boden bereits existierender eitrig-entzündlicher Erkrankungen wie infizierten Wunden, Furunkeln, Karbunkeln, Panaritien, Erysipelas, Osteomyelitis, Thrombophlebitis oder Trophischen Ulzera. Darüber hinaus können spezifische Infektionen einschließlich Tuberkulose, Pest und Aktinomykose die Ursache sein.

Die Haupterreger sind eiterbildende Mikroorganismen. Die Infektion kann auf drei Wegen in die Lymphknoten eindringen:

  • Lymphogen — der häufigste und Hauptweg, bei dem Pathogene über die Lymphgefäße vom Primärherd aus wandern.
  • Hämatogen — kommt äußerst selten vor, die Infektion wird über den Blutstrom verschleppt.
  • Kontaktinfektion — direktes Übergreifen der Entzündung von umliegenden betroffenen Geweben.

Entwicklungsstadien und klinisches Bild

Die Lymphknotenentzündung verläuft häufig gleichzeitig mit einer Lymphangitis. Zu den Allgemeinsymptomen gehören Schmerzhaftigkeit und eine deutliche Vergrößerung der Knoten selbst sowie Intoxikationszeichen: Kopfschmerzen, Schwäche, allgemeines Unwohlsein und Temperaturanstieg.

Der pathologische Prozess verläuft in mehreren aufeinanderfolgenden Stadien, die jeweils eigene klinische Merkmale aufweisen:

  1. Seröses Ödem (einfache oder katarrhalische Lymphadenitis). Der Allgemeinzustand des Patienten ist wenig beeinträchtigt. Lokal zeigt sich ein dumpfer Schmerz im Bereich der regionalen Lymphknoten. Bei der Palpation sind die Knoten vergrößert, fest und schmerzhaft. Wichtiges diagnostisches Zeichen: Die Knoten sind nicht verbacken mit dem umliegenden Gewebe (bleiben verschieblich), und die darüber liegende Haut ist unverändert.
  2. Eitrige Lymphadenitis. Der Schmerz wird stechend und intensiv. Die Haut über dem betroffenen Bereich ist hyperämisch, die Palpation ist extrem schmerzhaft. Die Lymphknoten verschmelzen sowohl untereinander als auch mit dem darunterliegenden Gewebe, wodurch sie unverschieblich werden.
  3. Adenoflegmone. Dies stellt eine eitrige Entzündung des umliegenden Gewebes dar. Lokal ist eine diffuse Hautrötung zu beobachten und es bildet sich ein fester Infiltrat ohne scharfe Grenzen. Der Allgemeinzustand des Patienten verschlechtert sich deutlich: Hohes Fieber, Schüttelfrost, Tachykardie und ausgeprägte Schwäche sind charakteristisch.
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Besondere Formen, Komplikationen und Behandlung

Gesondert zu erwähnen ist die putride Phlegmone, bei der während der Palpation im Schadensherd eine Krepitation (ein charakteristisches Knistern) festgestellt wird.

Wenn der Prozess nicht gestoppt wird, kommt es zu schweren Komplikationen. Die eitrige Entzündung kann sich auf tiefe Zellgeweberäume ausbreiten (z. B. Retroperitonealraum oder Mediastinum) und im Extremfall zu einer Generalisierung der Infektion — Sepsis — führen.

Operative Behandlung ist indiziert beim Übergang der Erkrankung in das eitrige Stadium (Bildung von Abszessen oder Adenoflegmonen). Die chirurgische Taktik besteht in der Eröffnung der Eiterherde, der vollständigen Entfernung des eitrigen Exsudats und einer obligaten Wunddrainage. Die weitere Betreuung eines solchen Patienten erfolgt streng nach den allgemeinen Prinzipien der Behandlung eitriger Wunden.

Wie man es sich merkt

Zur Merkhilfe für die Stadien: „Serös — Frei (nicht verbacken), Eitrig — Verschmolzen (unverschieblich), Adenoflegmone — Verwischter (ohne scharfe Grenzen“.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Kann eine Lymphadenitis als eigenständige Erkrankung auftreten?

Nein, dies ist stets eine sekundäre Erkrankung. Sie tritt als Komplikation primärer eitriger Herde (z. B. Furunkel oder Wunde) oder spezifischer Infektionen auf.

Wie unterscheidet man eine seröse von einer eitrigen Lymphadenitis bei der Untersuchung?

Bei der serösen Lymphadenitis sind die Knoten nicht mit dem Gewebe verbacken und die Haut darüber ist unverändert. Bei der eitrigen Form werden die Knoten unverschieblich (verschmelzen mit dem Gewebe) und die Haut darüber rötet sich (Hyperämie).

Was ist eine Adenoflegmone?

Dies ist das dritte Entwicklungsstadium des Prozesses, bei dem die eitrige Entzündung über die Grenzen des Lymphknotens auf das umliegende Gewebe übergreift und einen festen Infiltrat ohne scharfe Grenzen bildet.

Was ist das Besondere an einer putriden Phlegmone?

Ihr wichtigstes klinisches Unterscheidungsmerkmal ist die Krepitation (Knistern), die bei der Palpation des betroffenen Areals nachgewiesen wird.

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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Pathogenese der Eiterausbreitung in Zellgeweberäume (Mediastinum, Retroperitonealraum)
  • Spezifische Lymphadenitiden: Klinische Besonderheiten bei Tuberkulose, Pest und Aktinomykose
  • Prinzipien der lokalen Behandlung eitriger Wunden nach Eröffnung einer Adenoflegmone
  • Zusammenhang zwischen Lymphadenitis und Lymphangitis in der klinischen Praxis

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.