Bedeutung und Ziele der Untersuchung
Die Untersuchung unkontrahierter Atemvolumina und -ströme ist die Hauptmethode zur Diagnose und Dokumentation der Lungenfunktion. Sie wird allen Patienten mit Verdacht auf eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung verordnet, um folgende Aufgaben zu erfüllen:
- Nachweis einer Luftstromlimitierung.
- Beurteilung des Ausmaßes obstruktiver Veränderungen.
- Erstellung der COPD-Klassifikation auf Basis der erhobenen Daten.
Evidenzgrad der Empfehlungen: C (Evidenzlevel — 4).
Kriterien zur Diagnosesicherung
Zur Bestätigung einer exspiratorischen Luftstromlimitierung wird eine Spirometrie mit Bronchodilatationstest durchgeführt.
Das wichtigste diagnostische Kriterium hierbei ist das postbronchodilatatorische Verhältnis FEV₁/FVC von unter 0,7. Dieser Parameter weist auf das Vorliegen einer persistierenden Atemwegsobstruktion hin.
Evidenzgrad der Empfehlungen: C (Evidenzlevel — 5).
Rolle der Spirometrie bei Asthma bronchiale
Bei Asthma bronchiale dienen Spirometrie und Peak-Flow-Messung der Kontrolle und Beurteilung des Patientenzustands:
- Peak-Flow-Messung: Eine Schlüsselmethode zur Früherkennung einer Obstruktion und zur Selbstkontrolle, bei der der Peak-Flow (maximale Exspirationsgeschwindigkeit) gemessen wird. Jeder Asthma-Patient sollte über ein eigenes Peak-Flow-Meter verfügen.
- Spirometrie (Lungenfunktion): Die Parameter FEV₁ und PEF werden zur Beurteilung des Schweregrads der Erkrankung sowie bei Provokationstests zum Nachweis einer bronchialen Hyperreaktivität eingesetzt.
Zusätzliche Tests und andere Untersuchungen
Patienten über 18 Jahre mit Verdacht auf Asthma, normalem Ausgangsspirometrie-Befund, negativem Bronchodilatationstest und negativem Belastungstest erhalten einen pharmakologischen Provokationstest. Dessen Ziel ist es, eine versteckte bronchiale Hyperreaktivität nachzuweisen (Evidenzgrad C, Evidenz — 5).
Darüber hinaus kann die Spirometrie bei nicht-fibrotischer HP (Hypersensitivitätspneumonitis) Werte im Normbereich ergeben; daher kann eine verminderte DLCO (Diffusionskapazität der Lunge) in solchen Fällen die entscheidende Funktionsstörung darstellen.
Weniger als siebzig (FEV₁/FVC < 0,7) nach Bronchodilatator bedeutet Obstruktion, worauf die COPD-Diagnose gestützt wird.
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Welcher Spirometrie-Parameter gilt als Hauptkriterium für COPD?
Das Hauptdiagnosekriterium ist das postbronchodilatatorische Verhältnis FEV₁/FVC von weniger als 0,7, welches die exspiratorische Luftstromlimitierung bestätigt.
Warum benötigen Patienten mit Asthma bronchiale ein individuelles Peak-Flow-Meter?
Das Peak-Flow-Meter wird für das tägliche Monitoring und die Früherkennung einer Obstruktion verwendet, indem die maximale Exspirationsgeschwindigkeit im Rahmen der Selbstkontrolle gemessen wird.
Wer erhält eine Spirometrie mit Provokation zum Nachweis einer Hyperreaktivität?
Ein solcher Test wird Patienten über 18 Jahren mit Verdacht auf Asthma bronchiale durchgeführt, sofern ihre spirometrischen Ausgangswerte normal und die Standardtests auf Reversibilität sowie körperliche Belastung negativ sind.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Bestimmung des einsekündigen FEV₁ (Forciertes Exspirationsvolumen in der 1. Sekunde)
- Durchführung und Auswertung des Bronchodilatationstests
- Bedeutung der Diffusionskapazität (DLCO) bei nicht-fibrotischer HP
- Methodik und Interpretation der Peak-Flow-Messung
- Bronchokonstriktorische Tests mit körperlicher Belastung und pharmakologischen Wirkstoffen
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