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Allgemeine Chirurgie · KAPITEL 10. ALLGEMEINE FRAGEN DER TRAUMATOLOGIE

Rettungsimmobilisation

Transport Ruhigstellung ist die Herstellung absoluter Unbeweglichkeit und Ruhe für ein verletztes Organ, einen Körperteil oder den gesamten Körper für die Dauer des Transports des Verletzten vom Unfallort in eine medizinische Einrichtung. Die Hauptaufgabe dieser Maßnahme besteht in der Prophylaxe des traumatischen Schocks und der Vermeidung zusätzlicher Gewebeschäden beim Umlagern und Transportieren.

DurchführungsortErfolgt streng am Unfallort. Ein Transport ohne Fixierung ist unzulässig.
SchmerztherapieVor der Maßnahme werden obligatorisch Analgetika verabreicht (Morphin, Trimeperidin).
Umfang der FixierungStandardmäßig werden zwei benachbarte Gelenke fixiert. Bei Oberschenkelverletzungen sind es drei.
Offene FrakturenEine Traktion (Streckung) der Extremität ist strengstens untersagt, die Fixierung erfolgt in der aktuellen Position.
5 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 25.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Indikationen für die Transportruhigstellung

Eine temporäre Fixierung ist nicht nur bei offensichtlichen Knochenbrüchen erforderlich, sondern auch bei einer Reihe anderer schwerer Zustände. Zu den Hauptindikationen gehören:

  • Knochenbrüche und Gelenkverletzungen.
  • Verletzungen großer Nervenstämme und Hauptgefäße.
  • Verschüttungssyndrom (Quetschung von Extremitäten).
  • Ausgedehnte Weichteilwunden.
  • Akute entzündliche Erkrankungen der Extremitäten, die Ruhe erfordern (z. B. akute Osteomyelitis oder akute Thrombophlebitis).

Eine fachgerechte Fixierung hilft, den Übergang einer geschlossenen Fraktur in eine offene zu verhindern, und schützt lebenswichtige Organe (Rücken- und Gehirn, Blutgefäße, Nerven, Becken- und Brustorgane) vor Verletzungen durch verschobene Knochenfragmente.

Grundlegende Regeln für das Anlegen von Schienen

Fehler bei der Fixierung können zur Entwicklung eines traumatischen Schocks führen. Um dies zu vermeiden, muss der Algorithmus streng eingehalten werden:

  1. Hämostase und Asepsis. Bei Vorliegen einer Blutung wird zunächst ein Tourniquet oder ein Druckverband angelegt, und auf die Wunde selbst ein Aseptikverband. Wichtig: Das Tourniquet darf nicht mit Verbänden bedeckt werden, die die Schiene fixieren; es muss zur Kontrolle sichtbar bleiben.
  2. Vorbereitung der Oberfläche. Schienen werden direkt über der Kleidung des Verletzten angelegt. Falls die Fixierung auf der nackten Haut erfolgen muss, wird unter die harte Konstruktion unbedingt eine weiche Polsterung (Watte, Handtücher, Kleidungsstücke) gelegt.
  3. Gelenkregel. Zur zuverlässigen Blockierung von Bewegungen müssen mindestens zwei Gelenke fixiert werden, die an die Verletzungsstelle angrenzen. Eine Ausnahme bildet die Oberschenkelverletzung — in diesem Fall werden alle drei Gelenke der unteren Extremität (Sprunggelenk, Knie- und Hüftgelenk) blockiert.
  4. Traktion (Streckung). Bei geschlossenen Frakturen ist vor der endgültigen Fixierung ein leichter Zug entlang der Extremitätenachse an deren distalem Teil erforderlich. Bei offenen Frakturen ist ein Zug unzulässig — die Extremität wird in der Position immobilisiert, in der sie sich nach dem Trauma befand.
  5. Vorsicht beim Umlagern. Beim Bewegen des Verletzten auf die Trage ist der Helfer verpflichtet, die verletzte Extremität mit der bereits angelegten Schiene vorsichtig zu stützen.
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Mittel zur Transportruhigstellung

Zur Fixierung werden sowohl standardmäßige (normierte) als auch provisorische Hilfsmittel verwendet.

Standardschienen:

  • Cramer-Drahtleiter-Schiene: universelle Drahtkonstruktion. Lässt sich leicht modellieren und nimmt die gewünschte Form an. Geeignet für Arme, Beine und Kopf; mehrere Schienen können miteinander verbunden werden.
  • Dietrichs-Schiene: komplexe Holzkonstruktion aus verstellbaren Krücken, Sperrholzsohle mit Metallklammern und Spanngriff (Holzstab). Wird bei Oberschenkelbrüchen und Verletzungen des Hüft-/Kniegelenks eingesetzt. Ihr Hauptvorteil ist die Möglichkeit, eine axiale Traktion zu erzeugen.
  • Elanski-SperrholzSchiene: wird für den Kopf und die Halswirbelsäule verwendet. Sie hat Seitenteile, eine Aussparung für den Hinterkopf und Wachstuchrollen. Sie wird mit Riemen am oberen Rumpf fixiert.
  • Zu den weiteren Standardmitteln gehören pneumatische und Kunststoffschiene sowie Vakuum-Immobilisationsmatratzen bzw. -tragetragen.

Improvisierte Hilfsmittel: In Notsituationen werden Stöcke, Skier oder Bretter verwendet. Bei Verdacht auf eine Wirbelsäulenfraktur werden oft ausgehängte Türen als harte Tragen genutzt.

Spezielle Verbände und Lagerungen: Zur Fixierung der oberen Extremitäten werden Dreiecktücher (der Oberarm wird am Rumpf angebunden) oder der Desault-Verband verwendet. Bei Nackenverletzungen wird ein Wattewickelkragen (Äquivalent zur Schanz-Krawatte) eingesetzt, der den Hals fest umschließt, sich am Brustkorb und Kinn abstützt und die Beweglichkeit der Halswirbel einschränkt. Zur Kopfagerung auf der Trage wird zudem ein Wattewickelring verwendet.

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Welche Komplikationen können bei unsachgemäßer Anlage einer Transport schiene auftreten?

Bei unsachgemäßer Anlage einer Transport schiene können sich schwere lokale und allgemeine Komplikationen entwickeln. Zu den Hauptfolgen gehören:

  • Verschiebung von Knochenfragmenten — führt zu zusätzlicher Traumatisierung.
  • Umwandlung einer geschlossenen Fraktur in eine offene — entsteht durch Perforation der Haut durch scharfe Knochenkanten.
  • Verletzung lebenswichtiger Organe — Traumatisierung großer Gefäße, Nerven, des Gehirns und Rückenmarks, der Brust-, Bauch- und Beckenorgane.
  • Entwicklung eines traumatischen Schocks — Folge zusätzlicher Weichteiltraumatisierung und Schmerzverstärkung.
  • Ischämische Störungen — entwickeln sich bei zu straffer Fixierung der Schiene unter Bedingungen eines zunehmenden Ödems.

In welcher Position muss der Arm bei einer Humerusfraktur mit einer Kramer-Schiene fixiert werden?

Der Arm muss in einer mittleren physiologischen Position fixiert werden, die eine Muskelentspannung gewährleistet, unter obligatorischer Einbeziehung des Schulter-, Ellenbogen- und Handgelenks. Die Parameter der korrekten Extremitätenposition:

  • Schultergelenk — Abduktion des Arms um 60° nach außen und 30° nach vorne.
  • Ellbogengelenk — Beugung in einem Winkel von 90°.
  • Unterarm — Mittelstellung zwischen Supination und Pronation.

In die Achselhöhle wird obligatorisch eine Watte-Muffe eingelegt. Das untere Ende der Schiene wird zusammen mit Unterarm und Hand zusätzlich mit einem Dreiecktuch oder Gurt am Hals aufgehängt.

Wie wird die Transportimmobilisation bei Beckenringfrakturen durchgeführt?

Die Transportimmobilisation bei Beckenbrüchen erfolgt streng in Rückenlage auf einer harten Unterlage (Tragebrett) oder unter Verwendung einer Vakuummatratze. Dem Patienten wird eine spezifische Froschhaltung gegeben:

  • Untere Extremitäten — in Hüft- und Kniegelenken leicht gebeugt, Oberschenkel leicht abduziert.
  • Kniekehlenregion — es wird eine Rolle untergelegt (aus Kleidung, Decke oder einer Konstruktion aus gebogenen Leiterschenkeln), um die Muskeln zu entspannen.

Der Verletzte wird unbedingt an der Trage festgebunden, um eine Verschiebung während des Transports zu verhindern. Vakuumtragen gelten als das bevorzugte Mittel.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Darf die Kleidung des Verletzten vor dem Anlegen der Schiene entfernt werden?

Nein, die Schiene muss über der Kleidung angelegt werden. Erfolgt die Fixierung auf dem nackten Körper, wird unter die Schiene zwingend eine weiche Polsterung aus Watte oder Stoff gelegt.

Wie legt man eine Schiene an, wenn sich an der Extremität bereits ein Blutstillungs-Tourniquet befindet?

Das Tourniquet darf keinesfalls unter dem Verband versteckt werden, mit dem die Schiene angebunden wird. Es muss zur ständigen Kontrolle gut sichtbar sein.

Worin liegt der Unterschied zwischen der Immobilisation bei offenen und geschlossenen Frakturen?

Bei geschlossenen Frakturen wird vor der Fixierung ein leichter axialer Zug an der Extremität über den distalen Teil durchgeführt. Bei offenen Frakturen ist jegliche Traktion strengstens untersagt — die Extremität wird so fixiert, wie sie ist.

Etwas unklar? Fragen Sie die KIDer KI-Tutor hat das Material zum Thema „Transportimmobilisation“ gelesen und erklärt es in einfachen Worten.

Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Konstruktionsmerkmale und Anlagetechnik der Dietrichs-Schiene zur Traktion
  • Anwendung der standardmäßigen Elanski-Sperrholz-Schiene
  • Methodik zum Anlegen eines Schanz-Watte-Muffen-Kragens
  • Besonderheiten der Fixierung der oberen Extremität: Desault-Verband und Dreiecktuch-Methoden
  • Algorithmus zur Immobilisation und zum Transport von Patienten mit Wirbelsäulentrauma

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.