Transport bei Beckenringfrakturen
Brüche des Beckenrings erfordern eine schonende Evakuierung, um eine Verschiebung von Knochenfragmenten und Verletzungen innerer Organe zu verhindern. Der Transport erfolgt ausschließlich auf einer Trage.
- Feste Unterlage. Dies ist eine zwingende Voraussetzung. Unter den Patienten muss ein Holz- oder Sperrholzbrett gelegt werden.
- Frosch-Position. Zur Muskelentspannung müssen die Beine des Patienten in den Knie- und Hüftgelenken leicht gebeugt sein.
- Polsterrolle. Unter die Knie wird eine feste Rolle gelegt, die aus Kleidung, einer zusammengerollten Decke oder einem Packsack geformt ist.
- Fixierung. Der Verunfallte wird obligatorisch an der Trage festgeschnallt, um unbeabsichtigte Bewegungen während des Transports auszuschließen.
Immobilisation bei Wirbelsäulentrauma
Die Position des Patienten beim Transport hängt von der Höhe der Rückenverletzung und der Art der verfügbaren Trage ab.
1. Fraktur der Brust- und Lendenwirbelsäule:
- Hauptmethode (auf dem Tragebrett). Der Patient wird auf den Rücken gelegt. Unter die Knie wird eine kleine Rolle platziert. Der Verunfallte wird zwingend auf der harten Trage fixiert.
- Alternative Methode (auf weicher Trage). Ist kein hartes Tragebrett vorhanden, darf der Transport nicht in Rückenlage erfolgen. In diesem Fall wird der Patient auf den Bauch gelegt und eine Rolle unter die Brust platziert.
2. Fraktur der Hals- und oberen Brustwirbelsäule: Der Transport erfolgt auf einer Trage in Rückenlage. Zur Immobilisation wird dem Verletzten eine Rolle unter den Nacken gelegt.
Vakuum-Immobilisationsmatratze (VIM)
VIMs kommen bei Wirbelsäulen-, Becken- und schweren Polytrauma zum Einsatz. Sie stellen einen luftdichten Doppelbezug dar, dessen Innenvolumen zu 2/3 mit kleinen Polystyrol-Granulaten gefüllt ist.
Anwendungstechnik:
- Der Verletzte wird auf die ausgebreitete Matratze gebettet.
- Die Matratze wird fest verschnürt.
- Mithilfe einer Pumpe wird die Luft abgesaugt (es muss ein Unterdruck von 500 mmHg erzeugt und 8 Minuten lang gehalten werden).
- Durch das Entweichen der Luft rücken die Polystyrol-Granulate näher zusammen und verhaken sich fest ineinander, wodurch die Stabilität der gesamten Konstruktion gewährleistet wird.
Formung der Position: Soll dem Patienten eine bestimmte Haltung gegeben werden (z. B. eine halbsitzende Position), geschieht dies direkt während des Luftabsaugens, solange die Matratze noch formbar ist.
Standard-Extremitätenschienen
Neben Spinal- und Beckentrauma werden zur Immobilisation standardisierte Schienen verwendet:
- Cramer-Drahtleiter-Schiene. Wird für die untere Extremität verwendet. Zwingende Voraussetzung: Die Schiene muss an die Form des Beins angepasst werden und die Gelenke ober- und unterhalb der Bruchstelle einschließen.
- Medizinische Pneumatikschienen. Es gibt sie in mehreren Ausführungen: zur Fixierung von Hand und Unterarm, für Fuß und Unterschenkel sowie für das Kniegelenk.
Für Brust-/Lendenwirbelsäule: Tragebrett — Rücken, Weich — Bauch. Ist die Trage hart, legen wir ihn auf den Rücken (Rolle unter die Knie). Ist sie weich — auf den Bauch (Rolle unter die Brust).
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
In welcher Position wird ein Patient mit Beckenbruch transportiert?
Der Patient wird in der «Frosch-Position» transportiert: in Rückenlage mit in Knie- und Hüftgelenken leicht gebeugten Beinen. Unter die Knie wird zwingend eine Rolle gelegt und der Patient auf einem harten Tragebrett fixiert.
Wie transportiert man einen Verletzten mit Lendenwirbeltrauma, wenn keine harte Trage vorhanden ist?
Fehlt ein hartes Tragebrett, ist der Transport in Rückenlage untersagt. Auf einer weichen Trage wird der Patient in Bauchlage gelegt, wobei eine Rolle unter die Brust geschoben wird.
Wodurch wird die Vakuummatratze (VIM) steif?
Im Inneren des Bezugs befinden sich Polystyrol-Granulate. Beim Abpumpen der Luft mit einer Vakuumpumpe rücken die Granulate dicht zusammen und verhaken sich ineinander, wodurch ein stabiles Korsett entsprechend der Körperform entsteht.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Technik zur Anpassung der Cramer-Drahtleiterschiene
- Besonderheiten bei der Anwendung von Pneumatikschienen für Hand und Unterarm
- Besonderheiten von Pneumatikschienen für Fuß und Unterschenkel
- Algorithmus zur Fixierung des Patienten in halbsitzender Position in der Vakuummatratze
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Weitere Themen des Kapitels „KAPITEL 10. ALLGEMEINE FRAGEN DER TRAUMATOLOGIE“
Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.