Anatomische Grenzen der Region
Die tiefe seitliche Gesichtsregion hat klar definierte knöcherne und muskulär-glanduläre Grenzen:
- Nach oben wird die Region durch den großen Keilbeinflügel begrenzt.
- Nach vorne bildet der Tuber maxillae (tuber maxillae bzw. facies infratemporalis) die Grenze.
- Nach hinten wird der Raum durch den tiefen Teil der Glandula parotidea abgeschlossen.
- Nach unten dient die Höhe des Angulus mandibulae als Grenze – der Ansatzpunkt des M. masseter und des M. pterygoideus medialis.
Zellgewebsräume und deren Inhalt
Innerhalb des betrachteten Bereichs werden zwei Hauptzellgewebsräume unterschieden, die durch den M. pterygoideus lateralis voneinander getrennt sind.
1. Temporopterygoider Raum (spatium temporopterygoideum)
Dieser Raum befindet sich zwischen dem M. temporalis (außen) und dem M. pterygoideus lateralis (innen). In ihm liegen:
- A. maxillaris (a. maxillaris).
- Plexus venosus pterygoideus (plexus venosus pterygoideus).
2. Interpterygoider Raum (spatium interpterygoideum)
Er liegt tiefer, zwischen dem M. pterygoideus lateralis und dem M. pterygoideus medialis. Hier verlaufen der N. mandibularis (n. mandibularis) und seine Abzweigungen:
- N. auriculotemporalis (n. auriculotemporalis).
- N. buccalis (n. buccalis).
- N. lingualis (n. lingualis).
- N. alveolaris inferior (n. alveolaris inferior).
Topografische Besonderheiten: Der M. pterygoideus lateralis verzieht sich zum Collum mandibulae. Der N. buccalis (n. buccalis) hat einen charakteristischen Verlauf: Er tritt zwischen den beiden Köpfen des M. pterygoideus lateralis hervor und zieht maximal medial zur lateralen Wand der Mundhöhle. Die A. buccalis (a. buccalis), ein Ast der A. maxillaris, begleitet diesen Nerv, liegt jedoch meist auf der Außenseite des M. pterygoideus lateralis.
Fascia interpterygoidea und Anästhesiefehler
Die Fascia interpterygoidea (fascia interpterygoidea) bedeckt die Außenseite des M. pterygoideus medialis. Ihre anatomische Besonderheit besteht darin, dass sie von nur einem neurovaskulären Bündel durchbohrt wird – dem inferodentalen (a., v. et n. alveolares inferiores).
Alle anderen Äste des dritten Astes des N. trigeminus (einschließlich des N. lingualis) bleiben von dieser mehrschichtigen Faszie bedeckt.
Klinische Bedeutung: Dies erklärt Fälle unvollständiger Anästhesie bei der Mandibularanästhesie nahe dem Foramen mandibulare (foramen mandibulare). Die Anästhetiklösung (z. B. Novocain) umschließt möglicherweise nur den N. alveolaris inferior, der die Faszie durchdrungen hat, während der N. lingualis sicher hinter der Faszienschranke isoliert bleibt.
Plexus venosus pterygoideus
Der Plexus venosus pterygoideus liegt direkt in der Faszie des M. pterygoideus lateralis und kann diesen sogar umgeben. Er spielt eine entscheidende Rolle als Knotenpunkt, an dem sich die Blutabflusswege kreuzen.
Der Blutabfluss aus dem Plexus erfolgt in die V. retromandibularis (v. retromandibularis). Danach verlässt das Blut die Parotis, vereinigt sich mit der V. facialis und mündet in die V. jugularis interna (v. jugularis interna).
Eine besondere Gefahr stellen die Anastomosen dieses Plexus dar, da sie als Ausbreitungswege für Infektionen dienen:
- Zum Sinus cavernosus der Dura mater – über Emissärvenen des Foramen lacerum.
- Zur V. ophthalmica inferior – über die Fissura orbitalis inferior.
- Zu den Gesichtsvenen – über die V. facialis profunda.
Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema
Durch welches Schädelloch tritt der N. mandibularis in die tiefe seitliche Gesichtsregion ein?
Der N. mandibularis (n. mandibularis) verlässt die Schädelhöhle durch das Foramen ovale. Nach dem Austritt gelangt er in die Fossa infratemporalis, wo er sich in eine vordere (hauptsächlich motorische) und eine hintere (hauptsächlich sensible) Astgruppe aufteilt. Dieser Nerv ist der dritte Ast des N. trigeminus und innerviert das Gewebe des Unterkiefers sowie die Kaumuskulatur.
Durch welche Schädelbasisöffnungen ist der Plexus pterygoideus mit dem Sinus cavernosus verbunden?
Der Plexus venosus pterygoideus ist über das Foramen lacerum und den Canalis caroticus mit dem Sinus cavernosus verbunden.
- Foramen lacerum (foramen lacerum) – die Anastomose erfolgt über die darin verlaufenden Emissärvenen.
- Canalis caroticus (canalis caroticus) – die Verbindung wird über den Plexus venosus canalis carotici (plexus venosus caroticus internus) gewährleistet, der entlang der A. carotis interna verläuft.
Welche Äste gibt die A. maxillaris im Bereich der tiefen seitlichen Gesichtsregion ab?
Die A. maxillaris (a. maxillaris) gibt im Bereich der tiefen Gesichtsregion (Fossa infratemporalis und Fossa pterygopalatina) Äste aus ihren drei Abschnitten ab:
- Pars mandibularis – A. alveolaris inferior (a. alveolaris inferior) und A. meningea media (a. meningea media).
- Pars pterygoidea – A. buccalis (a. buccalis), A. masseterica (a. masseterica), Aa. temporales profundae anterior et posterior (aa. temporales profundae anterior et posterior) und Rr. pterygoidei (rr. pterygoidei).
- Pars pterygopalatina – A. infraorbitalis (a. infraorbitalis), Aa. alveolares superiores posteriores (aa. alveolares superiores posteriores), A. palatina descendens (a. palatina descendens), A. canalis pterygoidei (a. canalis pterygoidei) und A. sphenopalatina (a. sphenopalatina).
Durch welche Nerven wird der M. pterygoideus lateralis innerviert?
Der M. pterygoideus lateralis wird durch motorische Fasern des N. mandibularis (n. mandibularis), dem dritten Ast des N. trigeminus, innerviert. Vor dem Eintritt in den Canalis mandibulae gehen aus dem Hauptstamm Nervenästchen für die Kaumuskeln ab. Diese Fasern sorgen für eine vollständige motorische Innervation dieses Kaumuskels.
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Welche Nerven verlaufen im Spatium interpterygoideum?
Im Spatium interpterygoideum befinden sich der N. mandibularis (n. mandibularis) und seine Äste: N. auriculotemporalis, N. buccalis, N. lingualis und N. alveolaris inferior.
Warum bleibt bei der Mandibularanästhesie die Taubheit der Zunge manchmal aus?
Der N. lingualis ist durch die mehrschichtige Fascia interpterygoidea isoliert. Bei der Verabreichung von Anästhetikum am Foramen mandibulare erreicht die Lösung möglicherweise nur den N. alveolaris inferior, der diese Faszie durchbohrt, und lässt den N. lingualis intakt.
Wohin kann sich eine eitrige Infektion vom Plexus venosus pterygoideus aus ausbreiten?
Dank venöser Anastomosen kann eine Infektion in den Sinus cavernosus der Dura mater, in die V. ophthalmica inferior sowie in die oberflächlichen Gesichtsvenen eindringen.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Verzweigung und Topografie der A. maxillaris
- Detaillierte Struktur des M. pterygoideus lateralis und medialis
- Ausbreitungsmechanismus der Infektion über die Emissärvenen des Foramen lacerum
- Technik der Mandibularanästhesie unter Berücksichtigung der Faszienlogen
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