Topographie und Wände der Höhle
Die Tympanhöhle gleicht einem miniaturisierten sechseckigen Prisma. Jede ihrer sechs Wände hat einen eigenen Namen, der die anliegenden anatomischen Strukturen widerspiegelt:
- Äußere (membranöse) Wand (paries membranaceus) wird direkt durch das Tympanum (Trommelfell) gebildet.
- Innere (labyrinthische) Wand (paries labyrinthicus) isoliert die Höhle von den Strukturen des Innenohrs.
- Obere (tegmentale) Wand (paries tegmentalis) bildet das Dach der Höhle und dient als Grenze zur mittleren Schädelgrube. Wenn man diese Wand entfernt, sieht man den Recessus epitympanicus (recessus epitympanicus).
- Untere (juguläre) Wand (paries jugularis) liegt direkt über dem Bulbus superior venae jugularis internae.
- Vordere (karotische) Wand (paries caroticus) grenzt an den Knochenkanal der Arteria carotis interna. In ihrem oberen Teil öffnet sich die Ostium tympanicum tubae auditivae (ostium tympanicum tubae auditivae).
- Hintere (mastoideয়ে / mastoide) Wand (paries mastoideus) enthält den Aditus ad antrum (aditus ad antrum), über den die Höhle mit den luft gefüllten Zellen des Processus mastoideus kommuniziert.
Relief der medialen Wand und Inhalt
Der funktionelle Hauptinhalt der Tympanhöhle ist das System der Gehörknöchelchen (ossicula auditus), die durch Gelenke und Bänder miteinander verbunden sind. Von außen nach innen sind sie in folgender Reihenfolge angeordnet: zuerst der Malleus (malleus), gefolgt vom Incus (incus), und den Abschluss der Kette bildet der Stapes (stapes). Dabei sind der Kopf des Malleus und ein Teil des Incus im Recessus epitympanicus verborgen.
An der inneren (labyrinthischen) Wand hebt sich ein komplexes Relief hervor. In der Mitte ragt das Promontorium (promontorium) vor, das durch die basale Schneckenwindung gebildet wird. Genau gegenüber dem Promontorium wölbt sich der Umbo membranae tympanicae in das Lumen der Höhle vor. Oberhalb und etwas hinter dem Promontorium klafft die ovale Fenestra vestibuli (fenestra vestibuli), in der die Fußplatte des Stapes fest fixiert ist. Unterhalb des Promontorium befindet sich die runde Fenestra cochleae (fenestra cochleae), die hermetisch durch das sekundäre Trommelfell (membrana tympani secundaria) verschlossen ist.
Tuba auditiva und Verbindungen der Höhle
Die Tympanhöhle ist kein geschlossener Raum. Nach hinten geht sie in das System der Mastoidzellen (cellulae mastoideae) über und nach vorne kommuniziert sie über die Tuba auditiva (tuba auditiva) mit dem Nasopharynx.
Die Ohrtrompete ist ein 3–5 cm langer und bis zu 2 cm breiter Kanal. Ihr hintere-äußere Drittel verläuft im Knochen: Die obere Wand geht hier in das Dach der Tympanhöhle über, und die mediale Wand liegt dem Kanal der Arteria carotis interna an. Die vorderen zwei Drittel der Röhre haben einen membranös-knorpeligen Aufbau. An der Übergangsstelle zwischen knöchernem und knorpeligem Teil befindet sich die engste Stelle — der Isthmus tubae (isthmus tubae), nach dem sich das Lumen des Kanals zum Rachen hin erweitert. Am knorpeligen Teil der Röhre setzen Muskeln an: der M. tensor veli palatini und der M. levator veli palatini (m. tensor und m. levator veli palatini).
Blutversorgung und Innervation
Die Versorgung der Höhlenwände wird durch ein gut ausgebildetes arterielles Netz gewährleistet, das aus fünf Ästen besteht:
- Arteria tympanica anterior (aus der Arteria maxillaris).
- Ramus caroticotympanicus (aus der Arteria carotis interna).
- Arteria tympanica superior (aus der Arteria meningea media).
- Arteria tympanica posterior (aus der Arteria stylomastoidea).
- Arteria tympanica inferior (aus der Arteria pharyngea ascendens).
Die Innervation der Schleimhaut erfolgt durch Äste des Plexus tympanicus (plexus tympanicus). Der Lymphabfluss aus der Tympanhöhle verläuft in die tiefen Parotis-Lymphknoten und aus der Ohrtrompete in die Rachenhinterwand-Lymphknoten (Lymphonodi retropharyngei).
Innenohr (Kurzübersicht)
Medial der Tympanhöhle, in der Tiefe der Pars petrosa des Schläfenbeins, verbirgt sich das Innenohr (auris interna). Die Grundlage seiner Struktur bildet das knöcherne Labyrinth (labyrinthus osseus), in dessen Zentrum sich das Vestibulum (vestibulum) befindet. Anterior und medial des Vestibulums liegt die Cochlea (cochlea), und posterior sowie lateral befinden sich drei knöcherne Bogengänge (anterior, posterior und lateral), die sich mit fünf Öffnungen in das Vestibulum öffnen.
Im knöchernen Gehäuse befindet sich das bindegewebige häutige Labyrinth, das mit Endolymphe gefüllt ist. Es wiederholt die Form der knöchernen Strukturen, ist aber kleiner im Volumen. Der Raum zwischen den Labyrinthen ist mit Perilymphe gefüllt. Dieser Bereich wird durch die Arteria labyrinthi versorgt, und in der Nähe, im Meatus acusticus internus, verlaufen der Nervus facialis und der Nervus vestibulocochlearis (VII. und VIII. Hirnnerv).
Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema
Welche Muskeln setzen an den Gehörknöchelchen in der Tympanhöhle an?
An den Gehörknöchelchen in der Tympanhöhle setzen zwei Muskeln an, die die Übertragung von Schallwellen regulieren.
- Musculus tensor tympani (m. tensor tympani) — setzt mit seiner Sehne am Hals des Malleus an.
- Musculus stapedius (m. stapedius) — setzt mit seiner Sehne am Hals des Stapes an, zieht diesen bei Anspannung nach hinten und verringert seine Beweglichkeit, wodurch das Innenohr vor übermäßigen Schallwellen geschützt wird.
Welche anatomischen Strukturen bilden das Relief der medialen (labyrinthischen) Wand der Tympanhöhle?
Das Relief der medialen (labyrinthischen) Wand der Tympanhöhle wird durch folgende anatomische Strukturen gebildet:
- Promontorium (promontorium) — wird durch die basale Schneckenwindung gebildet.
- Fenestra vestibuli (fenestra vestibuli) — ovales Fenster oberhalb und hinter dem Promontorium, das durch die Fußplatte des Stapes verschlossen ist.
- Fenestra cochleae (fenestra cochleae) — rundes Fenster unterhalb des Promontoriums.
- Fossula antefenestram (fossula antefenestram) — liegt am Vorderrand der Fenestra vestibuli.
- Eminentia pyramidalis (eminentia pyramidalis) — enthält den Musculus stapedius.
- Processus cochleariformis (processus cochleariformis) — Vorsprung des Halalkanals des Musculus tensor tympani.
- Knöcherne Öffnung — Austrittsort der Chorda tympani.
Welcher Nerv verläuft als Transit durch die Tympanhöhle zwischen dem Handgriff des Malleus und dem langen Schenkel des Incus?
Durch die Tympanhöhle verläuft als Transit ein Ast des Nervus intermedius — die Chorda tympani (chorda tympani). Sie entspringt dem Canalis nervi facialis, kreuzt die Tympanhöhle und tritt durch die Fissura petrotympanica (fissura petrotympanica) an der äußeren Schädelbasis aus. Dieser Nerv vermittelt die Geschmacksempfindung für die vorderen zwei Drittel der Zunge und leitet parasympathische sekretorische Fasern zu den Speicheldrüsen.
Die Namen der sechs Wände lassen sich leicht anhand der Strukturen merken, an die sie angrenzen: oben — Dach (tegmentale Wand), unten — Vene (juguläre Wand), vorne — Arterie (karotische Wand), hinten — Fortsatz (mastoide Wand), außen — Trommelfell (membranöse Wand), innen — Labyrinth (labyrinthische Wand).
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Woraus wird das Promontorium an der medialen Wand der Tympanhöhle gebildet?
Das Promontorium (promontorium) wird durch die Vorwölbung der basalen Schneckenwindung des Innenohrs gebildet.
Welche anatomische Struktur verschließt die Fenestra cochleae?
Das runde Fenster der Cochlea wird hermetisch durch das sekundäre Trommelfell (membrana tympani secundaria) verschlossen.
Mit welchen Räumen steht die Tympanhöhle in Verbindung?
Vorne ist sie über die Ohrtrompete mit dem Nasopharynx verbunden und hinten über den Aditus ad antrum mit den Mastoidzellen (aditus ad antrum).
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Mechanismus der Schallwellenübertragung durch die Gehörknöchelchenkette
- Topographie des Meatus acusticus internus und der darin verlaufenden Nerven
- Besonderheiten des Baus und der Funktion der Tuba auditiva
- Zirkulation von Endolymphe und Perilymphe im Innenohr
- Bildung und Äste des Plexus tympanicus
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