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Topografische Anatomie · Topografische Anatomie des Halses

Halsarterien

Arteriae cervicis

Das Gefäßsystem des Halses wird durch das System der Halsschlagadern sowie durch Äste der Arteria subclavia gebildet. Eine entscheidende Rolle bei der Blutversorgung der Organe und Weichteile dieser Region spielt die Arteria carotis externa, die innerhalb des Trigonum caroticum eine Reihe größerer Stämme abgibt.

Arteria carotis internaGibt im Normalfall vor dem Eintritt in die Schädelhöhle keine Äste am Hals ab.
GefäßkaliberDer Durchmesser der Arteria carotis externa variiert zwischen 5 und 12 mm.
Pirogoff-DreieckEin wichtiger chirurgischer Orientierungspunkt für die sichere Unterbindung der Arteria lingualis.
Arteria thyroidea inferiorEntspringt nicht der Halsschlagader, sondern dem Truncus thyrocervicalis des Subklaviasystems.
5 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 24.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Wichtigste arterielle Hauptstämme

Die Hauptblutversorgung des Halses wird durch die Äste der Arteria carotis communis sichergestellt. Im Bereich der Bifurkation teilt sie sich in zwei große Gefäße. Hier befindet sich auch eine wichtige reflexogene Struktur – der Karotisglomus (Glomus caroticum).

Die Arteria carotis interna (a. carotis interna) weist eine charakteristische topografische Besonderheit auf: Auf ihrem Weg am Hals gibt sie bis zum Eintritt in die Schädelhöhle regulär keine Äste ab.

Die Arteria carotis externa (a. carotis externa) ist die Hauptquelle für die Blutversorgung der Weichteile und Organe des Halses. Die Hauptäste entspringen dem Stamm innerhalb des Trigonum caroticum und werden klassischerweise in eine vordere, hintere und mediale Gruppe unterteilt.

Vordere Astgruppe der Arteria carotis externa

  1. Arteria thyroidea superior (a. thyroidea superior). Meistens ist dies der allererste Ast, obwohl er manchmal auch von der Bifurkation oder sogar von der Arteria carotis communis entspringen kann. Sie zieht zum oberen Pol der Schilddrüse herab und bildet dabei einen Bogen. Von ihr geht die große Arteria laryngea superior (a. laryngea superior) ab, die die Membrana thyrohyoidea gemeinsam mit dem gleichnamigen Nerven durchbohrt.
  1. Arteria lingualis (a. lingualis). Der zweite Ast, der auf Höhe des Zungenbeins abgeht (gelegentlich als gemeinsamer Stamm mit der Arteria facialis). Sie verläuft tief unter dem Musculus hyoglossus, der sie von der Vena lingualis trennt. Die Arterie verzweigt sich in der Zungenmuskulatur, gibt rami dorsales linguae (rr. dorsales linguae) sowie die Arteria profunda linguae (a. profunda linguae) ab und versorgt über die Arteria sublingualis (a. sublingualis) zudem das Gewebe des Mundbodens und die Speicheldrüsen.
  1. Arteria facialis (a. facialis). Der dritte Ast, der im Bereich des Cornu majus des Zungenbeins oder des Unterkieferwinkels entspringt. Sie verläuft unter dem venter posterior des Musculus digastricus. Am Hals gibt sie die Arteria palatina ascendens (a. palatina ascendens) ab, die zwischen Musculus styloglossus und Musculus stylopharyngeus verläuft und die Gaumenmandel versorgt.
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Hintere und mediale Äste

Von der hinteren und medialen Zirkumferenz der a. carotis externa gehen folgende Gefäße ab:

  • Arteria occipitalis (a. occipitalis). Entspringt auf gleicher Höhe wie die Arteria facialis. Sie verläuft nach dorsal entlang des hinteren Bauchs des Musculus digastricus, zieht zwischen Processus mastoideus und Protuberantia occipitalis externa, durchbohrt den Musculus trapezius und verzweigt sich oberflächlich des Musculus epicranius. Ihre Rami sternocleidomastoidei bilden wichtige Anastomosen mit dem Stromgebiet der Arteria subclavia.
  • Arteria auricularis posterior (a. auricularis posterior). Verläuft hinter der Ohrmuschel. Sie gibt die Arteria stylomastoidea (a. stylomastoidea) ab, welche durch das gleichnamige Foramen gemeinsam mit dem Nervus facialis in den Schädel eintritt und die Paukenhöhle versorgt.
  • Arteria pharyngea ascendens (a. pharyngea ascendens). Entspringt an der Hinterwand nahe der Bifurkation. Sie steigt an der lateralen Rachenwand medial des Musculus stylopharyngeus auf. Sie versorgt die Rachenwand, die tiefe Nackenmuskulatur, die Dura mater und die mediale Wand der Paukenhöhle.

Blutversorgung der Schilddrüse

Die Schilddrüse verfügt über ein reiches und komplexes Gefäßnetz, das durch die Systeme der Arteriae thyroideae superiores und inferiores gebildet wird.

Arteria thyroidea superior steigt parallel und medial zum Ramus externus des Nervus laryngeus superior nach unten. In einem Abstand von 1,5–2,0 cm vom oberen Pol des Schilddrüsenlappens teilt sie sich in Äste auf und versorgt den oberen Rand des Isthmus sowie die äußere, vordere und hintere Oberfläche des Seitenlappens.

Arteria thyroidea inferior (a. thyroidea inferior) entspringt dem Truncus thyrocervicalis. Sie steigt bis auf Höhe des 6. Halswirbels (C6) auf, bildet eine charakteristische Schlinge (einen Bogen) und verläuft zum untersten Drittel der hinteren Schilddrüsenoberfläche. Der aufsteigende Teil der Arterie verläuft unter der Fascia prevertebralis (fünfte Halsfaszie) medial und parallel zum Nervus phrenicus (n. phrenicus). Die Äste dieser Arterie befinden sich an der Hinterfläche des Seitenlappens in enger Syntopie zum Nervus laryngeus recurrens (n. laryngeus recurrens), den sie von ventral oder dorsal kreuzen.

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Auf welcher Höhe findet die Bifurkation der Arteria carotis communis statt?

Die Bifurkation der Arteria carotis communis erfolgt überwiegend auf Höhe des oberen Randes des Schildknorpels (etwa auf Höhe des 4. Halswirbels). Seltener kommt die Aufteilung auf anderen Höhen vor:

  • Oberer Rand des Schildknorpels – in 54 % der Fälle.
  • Zungenbein – in 29 % der Fälle.
  • Unterkieferwinkel – kommt selten vor.

Woraus werden die Grenzen des Pirogoff-Dreiecks gebildet?

Die Grenzen des Pirogoff-Dreiecks werden durch einen Nerven und Halsmuskeln gebildet. Im Bereich des Trigonum submandibulare lassen sich folgende Orientierungspunkte unterscheiden:

  • Kranial – Nervus hypoglossus (n. hypoglossus, XII. Hirnnerv).
  • Ventral – Hinterrand des Musculus mylohyoideus (m. mylohyoideus).
  • Kaudal und dorsal – Sehne des Venter posterior des Musculus digastricus (m. digastricus).
  • Boden – Musculus hyoglossus (m. hyoglossus), der die Vena und Arteria lingualis trennt.

Welche Äste gibt die Arteria facialis am Hals vor dem Umschlag über den Unterkiefer ab?

Vor dem Umschlag über den Unterkiefer gibt die Arteria facialis (a. facialis) am Hals folgende Äste ab:

  • Arteria palatina ascendens (a. palatina ascendens) – verläuft zwischen Musculus stylopharyngeus und Musculus styloglossus und versorgt die Gaumenmandel.
  • Arteria submentalis (a. submentalis) – zieht aus dem Trigonum submandibulare zusammen mit der gleichnamigen Vene in die Kinnregion.

Wie verhalten sich die Arteria carotis externa und interna topografisch zueinander im Trigonum caroticum?

Im Trigonum caroticum liegt die Arteria carotis externa gewöhnlich medial und ventral der Arteria carotis interna. Beide Arterien befinden sich im oberen Halsabschnitt medial des Musculus sternocleidomastoideus (m. sternocleidomastoideus). Dabei gibt die Arteria carotis interna am Hals keine Äste ab, während die Arteria carotis externa eine Reihe von Ästen abgibt (Arteria thyroidea superior, Arteria lingualis, Arteria facialis u. a.).

Welche Arterien sind an der Blutversorgung der Schilddrüse beteiligt?

An der Blutversorgung der Schilddrüse sind zwei Arterienpaare beteiligt:

  • Arteriae thyroideae superiores dextra et sinistra (aa. thyroideae superiores dextra et sinistra) – Äste der Arteriae carotis externae (a. carotis externa).
  • Arteriae thyroideae inferiores dextra et sinistra (aa. thyroideae inferiores dextra et sinistra) – Äste der Trunci thyrocervicales (truncus thyrocervicalis) der Arteriae subclaviae.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Gibt die Arteria carotis interna Äste am Hals ab?

Normalerweise gibt die Arteria carotis interna vor dem Eintritt in die Schädelhöhle keine Äste am Hals ab.

Auf welcher Höhe entspringt die Arteria lingualis?

Sie entspringt der Arteria carotis externa auf Höhe des Zungenbeins und bildet bisweilen einen gemeinsamen Stamm mit der Arteria facialis.

Worin liegt die klinische Bedeutung des Pirogoff-Dreiecks?

In diesem Dreieck wird die Arteria lingualis unterbunden, um die Durchblutung zu verringern und Blutungen bei Operationen an der Zunge zu verhindern.

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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Syntopie der Arterien mit den Hirnnerven (IX, X, XI, XII. Paar)
  • Topografie des Truncus thyrocervicalis und seiner Äste
  • Anastomosen der Arteria occipitalis mit Ästen der Arteria subclavia
  • Plexus pharyngeus und seine Verbindung zu den Gefäßen

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.