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Allgemeinchirurgie · KAPITEL 6. BLUTTRANSFUSION

Blutreinfusion

Blutreinfusion ist der Prozess der Entnahme und Rücktransfusion des patienteneigenen Blutes, das infolge eines Traumas, einer Erkrankung oder eines chirurgischen Eingriffs in die Operationswunde oder seröse Höhlen (Bauch- oder Pleurahöhle) ausgetreten ist. Diese Methode ist ein entscheidendes Verfahren zum schnellen Ausgleich eines akuten Blutverlusts direkt während der Operation.

AustrittsortSeröse Höhlen (Bauch- und Pleurahöhle) sowie Operationswunde
ZeitlimitDas Blut ist für die Rückgabe geeignet, wenn es sich nicht länger als 24 Stunden in der Höhle befunden hat
InfektionsrisikoStrengstens verboten bei Verletzung von Hohlorganen und Kontakt mit Eiter
FiltrationObligatorisches Passieren der gesammelten Masse durch 8 Lagen Gaze
4 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 25.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Wichtigste Indikationen

Das Verfahren wird in der Notfallchirurgie eingesetzt, wenn das verlorene zirkulierende Blutvolumen dem Patienten schnellstmöglich zurückgegeben werden muss. Eine Rückinfusion ist bei massiven inneren Blutungen ohne Infektionszeichen sinnvoll.

Zu den Hauptindikationen gehören:

  • Gynäkologische Pathologien: rupturierte Extrauteringravidität.
  • Verletzungen parenchymatöser Organe: tiefe Rupturen von Leber und Milz.
  • Gefässverletzungen: Rupturen intrathorakaler Gefässstämme und Gekrösedarmgefässe.
  • Thoraxtrauma: Lungenparenchymrupturen.

Absolute Kontraindikationen

In einigen Fällen ist die Rückgabe des ausgetretenen Blutes aufgrund des hohen Risikos schwerwiegender Komplikationen, in erster Linie Sepsis und Dissemination pathologischer Zellen, strikt untersagt.

Das Verfahren wird nicht durchgeführt bei:

  1. Verletzung von Hohlorganen (aufgrund des Kontakts von Blut mit deren Inhalt und einer unvermeidlichen Infektion). Zu solchen Organen gehören grosse Bronchien, Ösophagus, Magen, Darm, Gallenblase und extrahepatische Gallenwege sowie die Harnblase.
  2. Blutverunreinigung mit Eiter, Magen- oder Darminhalt.
  3. Blutungen im Rahmen einer Uterusruptur.
  4. Vorliegen bestätigter maligner Neoplasmen beim Patienten.
  5. Längerem Verbleib von freiem Blut in der Bauchhöhle (wenn mehr als 24 Stunden seit der Blutung vergangen sind).
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Technik der Gewinnung und Konservierung

Damit das ausgetretene Blut nicht gerinnt und für die Rückführung in den Blutkreislauf geeignet ist, muss es sachgerecht gewonnen und stabilisiert werden.

Stabilisierungsvarianten:

  • Verwendung einer speziellen Konservierungslösung im strengen Verhältnis von 1:4.
  • Anwendung einer Heparin-Natrium-Lösung (Standardverhältnis: 10 mg Heparin werden in 50 ml isotonischer Natriumchloridlösung gelöst – dieses Volumen reicht für eine Flasche mit 500 ml Fassungsvermögen).

Entnahmetechnik aus Wunde oder Höhle:

  • Aspirationsmethode (vielversprechendster Ansatz): Das Blut wird mittels Vakuumsauger (mit einem Unterdruck von mindestens 0,2 atm) direkt in Flaschen abgesaugt, die bereits den Stabilisator enthalten.
  • Manuelle Methode (weniger bevorzugt): Ausschöpfen der Flüssigkeit mit einer metallischen Schöpfkelle oder einem Löffel mit anschliessender manueller Filtration.

Vorbereitung und Rückinfusion

Bevor das gesammelte und stabilisierte Blut in die Vene des Patienten zurückgegeben wird, muss es sorgfältig von Gerinnseln, Mikroaggregaten und Gewebedetritus gereinigt werden.

Ein obligatorischer Vorbereitungsschritt ist die Filtration durch 8 Lagen Gaze. Dies ist besonders wichtig, wenn bei der Vakuumaspiration kein spezielles System mit integriertem Filter verwendet wurde. Die eigentliche Transfusion erfolgt ausschließlich über ein Infusionsset mit standardisiertem Mikrofilter, was maximale Sicherheit des Eingriffs für den Patienten gewährleistet.

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Welche Geräte werden für die moderne maschinelle Blutreinfusion (Erythrozytenwaschung) eingesetzt?

Für die moderne maschinelle Blutreinfusion werden spezielle Cell-Saver- und Haemolite-Geräte verwendet. Diese Ausrüstung gewährleistet das Auffangen des ausgetretenen Blutes, dessen Vermischung mit Antikoagulanzien und die Filtration von Gerinnseln. Anschließend gelangt das Blut in eine rotierende Glocke, in der die Erythrozyten durch Zentrifugalkräfte konzentriert werden.

Verwendete Geräte:

  • Cell Saver – wird zur intraoperativen Reinfusion von Autoerythrozyten eingesetzt.
  • Haemolite – wird für die maschinelle Autohaemotransfusion mit obligatorischer Erythrozytenwaschung verwendet.

Ein wichtiger Arbeitsschritt ist das Waschen der Erythrozyten mit physiologischer Kochsalzlösung zur Entfernung von freiem Hämoglobin, Gerinnungsfaktoren und Thrombozyten.

Welche biochemischen und morphologischen Veränderungen treten im Blut auf, wenn es sich länger als 24 Stunden in einer serösen Höhle befindet?

In den Quellen wird angegeben, dass sich das in die Bauchhöhle ausgetretene Blut durch folgende Veränderungen vom Blut im Gefässbett unterscheidet:

  • verminderter Thrombozytengehalt;
  • verminderter Fibrinogengehalt;
  • erhöhter Spiegel an freiem Hämoglobin;
  • Vorhandensein von Fibrinspaltprodukten (FSP).

Der Verbleib von Blut in der Bauchhöhle für mehr als 24 Stunden ist eine absolute Kontraindikation für die Reinfusion.

Wie man es sich merkt

Die Regel „24 STUNDEN, SCHMUTZIGE ORGANE und TUMORE“ hilft beim Merken der absoluten Kontraindikationen: Blut älter als 24 Stunden, kontaminiertes Blut (Eiter, Magen-/Darm Inhalt), bei Ruptur von Hohlorganen und Uterus sowie bei malignen Tumoren darf nicht transfundiert werden.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Kann eine Reinfusion bei einer Stichverletzung des Darms angewendet werden?

Nein, dies ist eine absolute Kontraindikation. Eine Darmverletzung (wie auch die von Magen, Gallen- oder Harnblase) führt zum Kontakt des Blutes mit dem Organinhalt und zu dessen Infektion.

Welcher Vakuumpegel ist für die maschinelle Blutsammlung erforderlich?

Bei Verwendung eines Vakuumsaugers muss der Unterdruck mindestens 0,2 atm betragen. Das Blut wird direkt in Flaschen mit Stabilisator gesaugt.

Wie filtert man Blut richtig, wenn es manuell gesammelt wurde?

Wurde das Blut mit einem Löffel oder einer Schöpfkelle ausgeschöpft, muss es vor der Infusion unbedingt durch 8 Lagen Gaze gefiltert werden.

Etwas unklar? Fragen Sie den KI-AssistentenDer KI-Tutor hat das Material zum Thema „Blutreinfusion“ durchgearbeitet und erklärt es in einfachen Worten.

Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Besonderheiten der Anwendung von Heparin-Natrium zur Blutstabilisierung in vivo und in vitro
  • Spezifika der Reinfusion bei rupturierter Extrauteringravidität: Risiken und Vorteile
  • Unterschiede zwischen Transfusionssystemen mit Standard-Mikrofilter und gewöhnlichen Infusionssystemen
  • Pathophysiologische Veränderungen im Blut bei einem Verbleib in der Bauchhöhle von mehr als 24 Stunden

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.