Anmelden
Allgemeinchirurgie · KAPITEL 6. BLUTTRANSFUSION

Blutgruppenbestimmung und Verträglichkeitsprobe

Bluttransfusionen erfordern eine strenge Überprüfung der Kompatibilität von Donor und Empfänger. Vor jeder Transfusion werden zwingend Proben zur individuellen und biologischen Kompatibilität durchgeführt, um lebensbedrohliche Komplikationen zu verhindern.

GrundregelAusschließlich blutgruppengleiches Blut nach AB0, Rhesus und Kell übertragen
Obligatorische AnalyseKleines Blutbild (OAK) vor der Transfusion von Zellkomponenten
Biologische Probe10 ml in 3 Min., danach 3 Min. Pause. Zweimal wiederholen.
ÜberwachungNach der Transfusion unbedingt auf die Urinausscheidung achten
3 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 10.10.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformWartet auf Dozentenprüfung

Allgemeine Transfusionsregeln

Gemäß den geltenden Vorschriften ist dem Empfänger ausschließlich blutgruppengleiches Blut zu verabreichen, das in den Antigensystemen AB0, Rhesus und Kell vollständig identisch ist. Das Konzept des „Universalspenders“ gilt in der modernen Praxis als veraltet und wird nicht mehr angewendet.

Die einzige Ausnahme wird in Notfallsituationen zugelassen, in denen die Blutgruppe des Patienten nicht ermittelt werden kann. In diesem Fall ist die Verwendung von Erythrozyten der Nullgruppe (nach AB0, Rhesus und Kell) zulässig. Vor der Transfusion von Zellkomponenten (Erythrozytenkonzentrat, Thrombozytenkonzentrat) wird zwingend ein kleines Blutbild (OAK) angeordnet.

Obligatorische Schritte vor laufe der Transfusion

Der Arzt darf sich nicht nur auf die Angaben in den medizinischen Dokumenten verlassen und ist verpflichtet, die Blutgruppe sowohl des Spenders als auch des Empfängers persönlich zu überprüfen.

Danach wird die Probe auf individuelle Kompatibilität durchgeführt:

  • Auf einen Objektträger werden 2 Tropfen Empfängerserum (Plasma ohne Fibrinogen) und 1 Tropfen Spendererythrozyten gegeben.
  • Trat eine Agglutination (Verklumpung der Erythrozyten) auf, ist die Transfusion strengstens untersagt.
  • Das Ausbleiben einer Agglutination ermöglicht den Übergang zum nächsten Schritt.

Das Ausbleiben einer Reaktion auf dem Objektträger garantiert keine vollständige Sicherheit im Körper aufgrund von Unterschieden in Volumen, Temperatur und pH-Wert, weshalb der nächste obligatorische Schritt die biologische Probe ist.

Überprüfen Sie Ihr Wissen zum ThemaAufgaben aus dem Kursbank „Allgemeine Chirurgie“ – Antwort und Besprechung sofort einsehbar.

Biologische Probe und direkte Transfusion

Die biologische Probe wird unmittelbar vor der Infusion des gesamten Blutvolumens durchgeführt.

  1. Dem Patienten werden ca. 10 ml Blut in 3 Minuten verabreicht.
  2. Die Transfusion wird gestoppt und der Zustand des Patienten 3 Minuten lang beobachtet.
  3. Bei Inkompatibilität tritt eine Stressreaktion auf (Veränderung von Puls, Blutdruck, Atemfrequenz, Temperaturanstieg, Schwitzen).
  4. Dieser Vorgang wird noch zweimal wiederholt. Die Transfusion wird nur fortgesetzt, wenn keine negativen Reaktionen auftreten.

Direkte Bluttransfusion – unmittelbare Transfusion vom Spender zum Empfänger im Spritzenverfahren. Heutzutage wird diese Methode selten angewendet. Indikationen sind Hämophilie mit anhaltender Blutung, Gerinnungsstörungen (Afibrinogenämie, akute Fibrinolyse, Thrombozytopenie) und traumatischer Schock III. Grades bei einem Blutverlust von über 25–50 % des zirkulierenden Blutvolumens (ÖZK), falls Konservenblut unwirksam ist.

In den ersten drei Spritzen wird bei der direkten Transfusion Natriumcitratlösung (2 ml einer 4%igen Lösung) verwendet, um eine Gerinnung zu verhindern, und das Blut wird langsam verabreicht (eine Spritze in 2 Minuten) – dies ist die biologische Probe bei dieser Methode.

Wie man es sich merkt

Zum Merken des Verhältnisses bei der Objektträgerprobe: 2 Tropfen vom Patienten (er ist größer, nimmt auf), 1 Tropfen vom Spender (er gibt einen Teil ab).

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Darf man Blut übertragen und sich dabei nur an die Einträge in der Krankengeschichte orientieren?

Nein, der Arzt ist verpflichtet, die Blutgruppe von Spender und Empfänger vor jeder Transfusion eigenständig gegenzuprüfen.

Warum kann die Objektträgerprobe negativ sein, aber im Körper eine Reaktion auftreten?

Dies liegt an den unterschiedlichen Blutvolumina (Tropfen auf dem Objektträger vs. Milliliter in der Vene) sowie an Unterschieden in Temperatur und Säuregrad (pH-Wert) des Milieus.

Welche Parameter werden nach einer Bluttransfusion überwacht?

Nach 1–2 Stunden werden Puls, Blutdruck, Temperatur, Atmung und Hautfarbe beurteilt. Besonderes Augenmerk gilt der Diurese und der Urinfarbe, da freies Hämoglobin die Nieren schädigen kann.

Etwas unklar? Fragen Sie die KIDer KI-Tutor hat das Material zum Thema „Bestimmung der Blutgruppe und Kompatibilitätsprobe“ gelesen und erklärt es in einfachen Worten.

Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Besonderheiten der Durchführung einer direkten Transfusion (Spendervorbereitung)
  • Indikationen für die Verwendung verschiedener Blutkomponenten
  • Pathogenese der Stressreaktion bei Transfusion von inkompatiblem Blut
  • Ursachen für das Auftreten eines akuten Nierenversagens nach der Transfusion

Arbeiten Sie das Thema im Kurs „Allgemeine Chirurgie“ vollständig durch

Hier ist die Zusammenfassung. Im Kurs finden Sie alles, was in Vorlesung und Prüfung gefragt wird.

  • Vollständiges Skript zum Thema „Bestimmung der Blutgruppe und Kompatibilitätsprobe“ sowie weitere 3.335 Seiten des Fachbereichs
  • Aufgaben und Tests nach jedem Thema – wie beim Kolloquium
  • Der KI-Tutor beantwortet Ihre Fragen zum Thema jederzeit
  • 70 Videolektionen zum Fach

Weitere Themen des Kapitels „KAPITEL 6. BLUTTRANSFUSION“

Der gesamte Bereich „KAPITEL 6. BLUTTRANSFUSION“

Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.