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Allgemeinchirurgie · KAPITEL 4. NOTFALLMEDIZIN BEI KRITISCHEN KÖRPERZUSTÄNDEN

Herzdassage

Herzdassage ist ein entscheidender Schritt bei Reanimationsmaßnahmen, der auf die künstliche Erzeugung eines Herzzeitvolumens gerichtet ist. Dieses Verfahren ermöglicht es, die notwendige Blutkreislaufzirkulation in den lebenswichtigen Organen (Gehirn, Herz, Lunge, Leber und Nieren) aufrechtzuerhalten, bis die eigenständige Kontraktionsaktivität des Myokards wiederhergestellt ist.

Rhythmus bei ErwachsenenDie optimale Kompressionsfrequenz beträgt 60 pro Minute
KompressionstiefeVerlagerung des Sternums um 4–5 cm mit einer Kraft von ca. 8–9 kg
ErfolgszeichenVerengung der Pupillen und Abnahme der Hautblässe
Chirurgischer ZugangEröffnung der Brusthöhle im IV. Interkostalraum links
4 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 25.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Wirkungsmechanismus und Effizienzkriterien

Der physikalische Hauptsinn dieser Manipulation besteht im mechanischen Ersatz der Pumpfunktion des Myokards. Die künstliche Erzeugung des Herzzeitvolumens stellt die Sauerstoffversorgung der Gewebe sicher und verhindert den Zelltod.

Während der Durchführung von Reanimationsmaßnahmen ist es äußerst wichtig, deren Wirksamkeit kontinuierlich zu beurteilen. Es gibt drei Hauptkriterien für die Wirksamkeit, die darauf hinweisen, dass der Blutfluss zumindest auf einem Mindestniveau wiederhergestellt ist:

  1. Reaktion der Augen: beim Patienten ist eine deutliche Verengung der Pupillen zu beobachten.
  2. Pulsation der großen Leitungsgefäße: an der A. carotis und A. femoralis beginnt ein Puls tastbar zu werden, der streng synchron mit den Thoraxkompressionen auftreten muss.
  3. Verbesserung der Mikrozirkulation: es kommt zu einer merklich geringeren Zyanose (bläuliche Verfärbung) und ausgeprägten Blässe der Haut.

Indirekte (geschlossene) Herzdassage

Diese Art der Reanimation ist die Basistherapie und wird vorwiegend in der prähospitalen Phase angewendet.

Der Wirkungsmechanismus beruht auf anatomischen Besonderheiten: Das Herz wird physikalisch zwischen dem beweglichen Sternum vorne und der harten Wirbelsäule hinten komprimiert. Damit dieser Mechanismus funktioniert, müssen strenge Bedingungen erfüllt sein: Der Betroffene muss sich unbedingt auf einer absolut harten Oberfläche befinden. Liegt der Patient auf einem weichen Bett, muss ein stabiles Brett unter seinen Brustkorb geschoben werden.

Technik der geschlossenen Herzdassage:

  • Kraftangriffspunkt: unteres Drittel des Sternums (genau 2 Zentimeter oberhalb des Processus xiphoideus).
  • Handhaltung des Helfers: die Handballen werden im rechten Winkel aufeinandergelegt.
  • Kompressionsmechanik: die Druckausübung erfolgt ausschließlich mit in den Ellenbogengelenken gestreckten Armen. Der Helfer muss das Gewicht seines gesamten Oberkörpers einsetzen und nicht nur die Kraft der Armmuskulatur.
  • Kraft und Tiefe: es muss eine Kraft ausgeübt werden, die 8–9 kg entspricht, was eine Sternumverschiebung (Kompreessionstiefe) von 4–5 cm bewirkt.
  • Frequenz: der Rhythmus der Druckausübung muss exakt 60 Kompressionen pro Minute betragen.
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Besonderheiten bei Kindern

Das Kindesalter erfordert aufgrund der geringeren Körpergröße, der hohen Elastizität des Brustkorbs und der physiologisch höheren Herzfrequenz eine wesentliche Anpassung der Technik.

Je nach Alter gelten folgende technische Besonderheiten:

  • Kinder unter 10 Jahren: die Massage wird nur mit einer Hand durchgeführt, um übermäßige Kompressionen und Verletzungen zu vermeiden. Die Kompressionsfrequenz erhöht sich dabei auf 80 Kompressionen pro Minute.
  • Neugeborene: Kompressionen werden mit nur zwei Fingern (in der Regel dem II. und III. Finger der Hand) durchgeführt. Die Finger müssen streng parallel zur Sagittalebene des kindlichen Sternums positioniert werden. Die Frequenz erreicht in diesem Alter ihr Maximum – 120 Kompressionen pro Minute.

Direkte (offene) Herzdassage

Dieses komplexe invasive Verfahren wird im stationären Bereich angewendet, wenn die geschlossene Methode physisch unmöglich ist oder sich als wirkungslos erwiesen hat.

Hauptindikationen für den Wechsel zur direkten Massage:

  • Durchführung von Operationen direkt an den Organen des Brustraums.
  • Vorliegen multipler Rippenfrakturen beim Patienten, wodurch die Stabilität des Thoraxgerüsts gestört ist.
  • Ausgeprägte anatomische Deformitäten des Brustkorbs, die eine normale Kompression verhindern.
  • Festgestellte Unwirksamkeit einer korrekt durchgeführten indirekten Massage.

Technik und chirurgischer Zugang: Für die Durchführung der Manipulation ist eine Eröffnung des Brustkorbs erforderlich. Der Standardzugang erfolgt über den IV. Interkostalraum links.

Nach der Thorakotomie wird die Hand des Chirurgen direkt in die Brusthöhle eingeführt. Vier Finger werden vorsichtig unter die Unterseite des Herzens geschoben, und der Daumen wird auf dessen Vorderseite platziert. Das Organ wird rhythmisch manuell komprimiert. Bei breitem chirurgischem Zugang kann der Arzt beide Hände zur Kompression verwenden.

Kritisch wichtiger Hinweis: Liegt beim Patienten eine Herztamponade vor (Flüssigkeitsansammlung, die seine Entspannung behindert), muss vor Beginn der manuellen Kompressionen unbedingt das Perikard eröffnet werden.

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Wie lautet die Sequenz der Reanimationsmaßnahmen nach dem BLS-Protokoll bei Durchführung einer Herzdassage?

Die Abfolge der Maßnahmen bei der kardiopulmonalen Reanimation umfasst die Primärdiagnostik, die Atemwegsmanagement-Vorbereitung und die zyklische Durchführung von Kompressionen im Wechsel mit künstlicher Beatmung.

  • Erste Schritte – Feststellung der Herz-Kreislauf-Stillstand-Diagnose, Freiräumen der Mundhöhle und Startbeatmung (4 Beatmungshübe).
  • Zyklus für einen Helfer – Wechsel von 15 Thoraxkompressionen mit 2 Beatmungshüben.
  • Zyklus für zwei Helfer – Verhältnis 1:5 (eine Beatmung auf je 5 Kompressionen).
  • Kompressionsfrequenz – Thoraxkompressionen werden mit einer Frequenz von streng 100 bis 120 pro Minute durchgeführt.
  • Effizienzkontrolle – Die Beurteilung der Vitalfunktionen (Eintritt von Puls und Atmung) erfolgt streng nach jeweils 5 vollständigen Zyklen.
Wie man es sich merkt

Regel des altersabhängigen Frequenzanstiegs: Erwachsene – 60, Kinder – 80, Neugeborene – 120. Je kleiner das Herzvolumen, desto höher muss der künstliche Rhythmus sein!

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Wo genau liegt der Kraftangriffspunkt der Hände bei der geschlossenen Massage?

Die Hände müssen im unteren Drittel des Sternums platziert werden, etwa 2 Zentimeter oberhalb des Processus xiphoideus.

Wie erkennt man schnell, dass die Reanimation erfolgreich ist?

Beim Patienten sollten sich die Pupillen verengen, Blässe oder Zyanose der Haut abnehmen, und an der A. carotis und A. femoralis sollte ein Puls tastbar werden, der synchron zu Ihren Kompressionen ist.

In welchen Fällen wird zur offenen Herzdassage übergegangen?

Bei multiplen Rippenfrakturen, Thoraxdeformitäten, während intrathorakaler Eingriffe oder wenn die geschlossene Massage keine Wirkung zeigt.

Wie führt man eine Herzdassage bei einem Neugeborenen korrekt durch?

Nur mit zwei Fingern (Zeige- und Mittelfinger), parallel zur Sagittalebene des Sternums positioniert, mit einer Frequenz von 120 Kompressionen pro минуту.

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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Topografische Anatomie und Projektion des Herzens auf die vordere Brustwand
  • Pathophysiologie und Entstehungsmechanismen der Herztamponade
  • Kriterien des biologischen und klinischen Todes
  • Technik der linken Thorakotomie
  • Komplikationen bei fehlerhafter Durchführung der indirekten Herzdassage

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.