Grundprinzipien der CPR durch eine Person
Die Hilfe kann von einem oder zwei Helfern geleistet werden, die sich seitlich des Betroffenen befinden. Wird die Reanimation von einer Person durchgeführt, umfasst dies folgende Maßnahmen:
- Feststellung des Kreislaufstillstands.
- Freiräumen der Mundhöhle von Fremdkörpern.
- Durchführung der Startbeatmung: Es müssen 4 tiefe Beatmungen in die Atemwege mittels der Methode „Mund zu Mund“ oder „Mund zu Nase“ durchgeführt werden.
- Übergang zum CPR-Zyklus: strenger Wechsel von 15 Kompressionen des Thorax und 2 Beatmungen.
Technik der Herzdruckmassage
Zur Gewährleistung einer adäquaten Durchblutung ist es wichtig, die korrekte Kompressionstechnik einzuhalten:
- Kraftangriffspunkt: unteres Drittel des Sternums.
- Handhaltung: Der Ballen einer Hand stützt sich auf das Sternum, die andere Hand wird parallel darauf gelegt oder ineinandergreifend verschränkt.
- Biomechanik: Die Arme müssen in den Ellenbogengelenken gestreckt sein. Die Kompressionen erfolgen streng senkrecht zur Thoraxoberfläche unter Einsatz des Körpergewichts des Helfers und nicht nur durch die Armkraft.
Durchführung der CPR durch zwei Helfer
Das Arbeiten im Team ermöglicht eine Aufgabenteilung und erhöht die Qualität der Reanimation. Eine Person führt die Kompressionen durch, die zweite sichert die Beatmung.
In diesem Fall ändert sich der Rhythmus: Auf 5 Thoraxkompressionen erfolgt 1 Beatmung (Verhältnis 1:5).
Zur Überprüfung der Wirksamkeit beobachten die Helfer den Zustand des Patienten. Die Person, die die Beatmung durchführt, tastet während der Kompressionen den Puls an der A. carotis (Beurteilung der Massagequalität). Derjenige, der die Herzdruckmassage durchführt, kontrolliert die Pupillenreaktion. Um Erschöpfung und einen Abfall der Massagequalität zu vermeiden, wird den Beteiligten empfohlen, die Rollen regelmäßig zu tauschen.
Beurteilung der Wirksamkeit und Abbruch der CPR
Während der Reanimation sind eine kontinuierliche Überwachung des Pupillenstatus und eine regelmäßige Beurteilung der Herzaktivität erforderlich. Alle 2–3 Minuten werden die Kompressionen unterbrochen, um den Puls an der A. carotis zu überprüfen.
Der Komplex wird als wirksam angesehen, wenn:
- Die Eigenkreislauf wiederhergestellt ist.
- Sich die Pupillen verengt haben und auf Licht reagieren.
- Die Hautfarbe sich normalisiert hat (Zyanose verschwunden ist).
- Der systolische Blutdruck nicht unter 70 mmHg liegt.
Wichtig: Das Einsetzen einer Eigenatmung ist keine zwingende Voraussetzung für den Erfolg der CPR in dieser Phase. Wenn der Puls tastbar ist, wird die Herzdruckmassage eingestellt, aber die Beatmung fortgesetzt.
Die Reanimationsmaßnahmen werden bei Auftreten eindeutiger Zeichen des biologischen Todes beendet.
Spezialisierte Phase (nur für Ärzte)
Differenzialdiagnostik und medikamentöse Unterstützung werden ausschließlich von qualifizierten Spezialisten (Notärzte, Intensivmediziner) durchgeführt. In dieser Phase kommen zum Einsatz:
- EKG-Monitoring zur Rhythmusbeurteilung.
- Pharmakotherapie: intravenöse, intrakardiale oder endotracheale Verabreichung von Medikamenten. Verwendet werden 0,1%ige Epinephrinlösung (1 ml in 10 ml physiologischer Kochsalzlösung), 10%ige Calciumchloridlösung (10 ml), 2%ige Natriumhydrogencarbonatlösung (20 ml).
- Elektrische Defibrillation: indiziert bei grobwelligem Kammer Flimmern. Die anfängliche Schockenergie beträgt 3 kW.
Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema
Bis zu welcher Tiefe muss der Thorax bei der Herzdruckmassage bei Erwachsenen eingedrückt werden?
Bei der Herzdruckmassage bei Erwachsenen muss der Thorax bis zu einer Tiefe von 4–5 cm eingedrückt werden. Ein alternativer Anhaltspunkt ist die Kompression des Thorax um etwa 1/3 seines anterioren-posterioren Durchmessers. Die Kompression erfolgt mit gestreckten Armen unter Einsatz des gesamten Körpergewichts, wobei die aufgewendete Kraft 8–9 kg betragen sollte. Eine wichtige Voraussetzung ist der ständige Kontakt der Hände mit dem Thorax, ohne in der Dekompressionsphase abzuheben.
Mit welcher Frequenz pro Minute müssen die Thoraxkompressionen bei der CPR durchgeführt werden?
Die Frequenz der Thoraxkompressionen bei der kardiopulmonalen Reanimation hängt vom Alter des Betroffenen und der gewählten Methode ab.
- Erwachsene — 60 Kompressionen pro Minute.
- Kinder unter 10 Jahren — 80 Kompressionen pro Minute.
- Neugeborene — 120 Kompressionen pro Minute.
Es gibt auch eine Basismethode, bei der insgesamt 120 Aktionen pro Minute durchgeführt werden, wovon 90 Kompressionen auf die Herzdruckmassage und 30 auf die Beatmung entfallen.
Worin besteht der dreifache Handgriff nach Safar zur Freimachung der Atemwege?
Der dreifache Handgriff nach Safar besteht aus der nacheinander folgenden Durchführung von drei Maßnahmen zur Wiederherstellung der Atemwegsdurchgängigkeit.
Der Griff umfasst:
- Überstrecken des Kopfes — maximale Reklination der Halswirbelsäule (eine Hand liegt auf der Stirn, die andere unter dem Hals oder am Kinn).
- Vorschieben des Unterkiefers — Umfassen der Kieferwinkel mit beiden Händen und Zug nach vorne und oben zur Verlagerung des Zungengrundes.
- Öffnen des Mundes — Gewährleistung eines freien Zugangs zu den Atemwegen.
Dieser Maßnahmenkomplex ermöglicht es, den Zungengrund von der hinteren Rachenwand wegzuverlagern und den Kehlkopfeingang zu öffnen.
Welche reversiblen Ursachen eines Kreislaufstillstands gibt es (Regel der 4H und 4T)?
Zu den potenziell reversiblen Ursachen des Kreislaufstillstands gehören:
- kardiogener Schock jeglicher Genese;
- Hypothermie;
- Vergiftung mit kardiotoxischen Medikamenten;
- akute Elektrolytstörungen, die nicht mit einer chronischen Erkrankung zusammenhängen.
Die Regel der „4H und 4T“ wird in den bereitgestellten Quellen nicht beschrieben.
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
In welchem Verhältnis sollten Herzdruckmassage und Beatmung durchgeführt werden, wenn ich Erste Hilfe allein leiste?
Sie müssen 15 Thoraxkompressionen mit 2 Beatmungen abwechseln (15:2).
Muss die Herzdruckmassage fortgesetzt werden, wenn der Patient rosa geworden ist, aber noch nicht atmet?
Wenn die Rosafärbung mit dem Auftreten eines eigenen Pulses an der A. carotis einhergeht, muss die Herzdruckmassage eingestellt, aber die künstliche Beatmung fortgesetzt werden.
Wie kann ich sicherstellen, dass mein Partner die externe Herzdruckmassage korrekt durchführt?
Derjenige, der die Beatmung durchführt, muss die A. carotis palpieren: Bei jeder korrekten Kompression durch den Partner muss dort eine Pulsation spürbar sein.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Besonderheiten der HLW bei Neugeborenen
- Verabreichungswege von Medikamenten bei der HLW
- Differenzialdiagnostik der Ursachen eines Kreislaufstillstands
- Indikationen und Kontraindikationen für die Defibrillation
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Weitere Themen aus dem Kapitel „KAPITEL 4. NOTFALLMEDIZIN BEI KRITISCHEN KÖRPERZUSTÄNDEN“
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