Gesamtvolumen und Berechnungsprinzipien
In der normalen Physiologie wird die Blutmenge stets relativ zu den Gesamtproportionen des Körpers bewertet. Bei einem Erwachsenen beträgt das Gesamtblutvolumen im Durchschnitt 6–8% des Körpergewichts. Eine wichtige Regel, die bei Prüfungen oft vergessen wird: Bei der Berechnung des Sollwerts wird Fettgewebe nicht berücksichtigt.
Zur Veranschaulichung kann man eine einfache Mathematik anwenden. Nehmen wir einen durchschnittlichen Mann mit einem Gewicht von 70 kg (vorausgesetzt er hat einen normalen Körperbau). Sein Gesamtblutvolumen beträgt ungefähr 5600 ml (oder 5,6 Liter). Dieses Volumen ist nicht monolithisch, sondern funktionell in zwei wesentliche Teile unterteilt, die die Anpassung des Organismus an verschiedene Bedingungen gewährleisten.
Blutvolumenfraktionen
Nicht das gesamte Blut im Körper befindet sich im gleichen Zustand einer kontinuierlichen und schnellen Bewegung. Es ist streng in zwei funktionelle Fraktionen unterteilt:
- Volumen des zirkulierenden Blutes (VBZ). Dies ist der Teil, der sich zum aktuellen Zeitpunkt aktiv durch das Kreislaufsystem bewegt. Das VBZ befindet sich direkt im Gefässbett und in den Herzhöhlen. Bei einem Erwachsenen beträgt dieses Volumen 3,5–4 Liter.
- Depotfraktion. Dies ist eine physiologische Reserve, die vorübergehend vom aktiven Blutkreislauf ausgeschlossen ist. Das Volumen des deponierten Blutes beträgt 1,5–2 Liter. Es lokalisiert sich in spezifischen Gefässreservoirs:
- Gefässe der Bauchhöhle;
- Gefässnetz der Lunge;
- Subkutanes Fettgewebe und einige andere Gewebe.
Blutzusammensetzung: Volumenverhältnis
Blut stellt ein komplexes flüssiges Gewebe dar, das aus einem flüssigen Medium und darin suspendierten Zellen besteht. Das innere Milieu des Organismus hält ein strenges Verhältnis dieser Komponenten aufrecht:
- Plasma (der flüssige Teil) nimmt den grössten Teil des Raumes ein – ungefähr 55% des Gesamtblutvolumens.
- Zelluläre Elemente (oder geformte Elemente, wozu Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten gehören) machen die verbleibenden 45% des Gesamtvolumens aus.
Genau die Aufrechterhaltung dieses Gleichgewichts garantiert die normale Blutviskosität und die adäquate Erfüllung ihrer Transportfunktionen.
Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema
Welche konkreten Organe der Bauchhöhle sind die wichtigsten physiologischen Blutdepots?
Die Hauptblutdepots, die in den Quellen genannt werden, sind Milz und Leber; ausserdem werden Haut und Lunge als Blutdepots genannt.
Die depotierte Blutfraktion beträgt insgesamt 1,5–2 l. Bei einer Abnahme des VBZ fliesst Blut aus den Depots in das Gefässbett ab.
Was ist der Hämatokrit (Hämatokritwert)?
Der Hämatokrit (Hämatokritwert) ist das Verhältnis des Volumens der geformten Blutelemente zum Volumen des Plasmas.
Im Normalfall beträgt dieser Wert 40–50% (36–48%), wobei er bei Männern etwas höher ist als bei Frauen. Der Anteil der geformten Elemente macht etwa 45% des Gesamtblutvolumens aus und das Plasma etwa 55%.
Mit Hilfe welcher Methoden wird das Blutvolumen in der Physiologie bestimmt?
Das Blutvolumen wird mithilfe der Einführung von Indikatoren bestimmt, zu denen der Farbstoff Evans-Blau und Radioisotope gehören.
Das Wesen der Methode besteht in Folgendem:
- Anhand der Konzentration des verdünnten Indikators wird das Volumen des zirkulierenden Plasmas gemessen.
- Unter Berücksichtigung des Hämatokrits (Ht) werden das gesamte VBZ und das globuläre Volumen berechnet.
Wie verändern sich VBZ und Hämatokrit bei ausgeprägter Dehydratation?
Bei ausgeprägter Dehydratation sinkt das Volumen des zirkulierenden Blutes (VBZ), während der Hämatokrit steigt.
Das Kriterium für eine ausgeprägte Dehydratation (z. B. bei schwerem Verlauf von Schwangerschaftserbrechen) ist ein Anstieg des Hämatokritwerts auf über 40% vor dem Hintergrund einer Dehydratation und Bluteindickung.
«55/45»-Regel: 55 % sind Plasma (die Zahl braucht mehr Platz, wie Flüssigkeit zum Fließen) und 45 % sind geformte Elemente.
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Geht das Fettgewebe in die Berechnung des Blutvolumens ein?
Nein, bei der Berechnung des Sollblutvolumens wird das Fettgewebe nicht berücksichtigt. Die Berechnung von 6–8 % erfolgt nur auf Basis der aktiven bzw. mageren Körpermasse.
Was ist das BCC und wo befindet sich dieses Blut?
BCC ist das Blutvolumen (ca. 3,5–4 l). Diese Fraktion befindet sich in ständigem Fluss innerhalb des Gefässbetts und der Herzhöhlen.
Wo im Körper wird Blut gespeichert?
Die reserveartigen 1,5–2 Liter Blut befinden sich in den Gefässen der Bauchorgane, der Lunge sowie im subkutanen Gewebe.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Mechanismen der Blutmobilisierung aus den Depots
- Hämatokritwert und Beurteilung der zellulären Elemente
- Methoden zur Bestimmung des BCC in der klinischen Praxis
- Veränderung des Fraktionsverhältnisses bei Blutverlust
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