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Anatomie · Splanchnologie / Urogenitalsystem

Ureter

Ureter

Der Ureter (Harnleiter) ist ein wichtiges paariges Schlauchorgan des Harnsystems, das dem gerichteten Urintransport dient. Er verbindet das Nierenbecken mit der Harnblase und gewährleistet durch aktive peristaltische Kontraktionen seiner Wand einen kontinuierlichen Flüssigkeitstransport.

LängeBeträgt im Durchschnitt etwa 30–35 cm
AbschnitteUnterteilt in einen abdominalen und einen pelvinen Teil
EngstellenWeist im Verlauf des Rohrs drei physiologische Engstellen auf
4 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 24.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Makroskopischer Aufbau und Abschnitte

Anatomisch ist der Ureter ein hohler Muskelschlauch mit einer Länge von etwa 30–35 cm. Seine Hauptaufgabe besteht darin, den Urin kontinuierlich von den Nieren zum Reservoir (der Harnblase) zu transportieren.

Topografisch wird das Organ üblicherweise in zwei Hauptteile unterteilt:

  • Pars abdominalis (pars abdominalis) — der obere Segmentbereich, der im Retroperitonealraum verläuft.
  • Pars pelvina (pars pelvina) — der untere Segmentbereich, der im kleinen Becken liegt.

Beim Transport des Urins erzeugen die Muskelelemente des Organs Peristaltikwellen, wodurch die Flüssigkeit unabhängig von der Körperposition aktiv in die Harnblase befördert wird.

Physiologische Engstellen des Ureters

Das Lumen des Organs ist ungleichmäßig. Im Verlauf des Schlauchs lassen sich drei charakteristische physiologische Engstellen abgrenzen, die von enormer klinischer Bedeutung sind (z. B. bleiben Konkremente bei der Urolithiasis am häufigsten genau an diesen Stellen hängen):

  1. Ureterabgangsstenose (Pyeloureterale Übergangszone) — die Stelle des direkten Übergangs des Nierenbeckens (pelvis renalis) in den eigentlichen Ureter (ureter).
  2. Marginale Engstelle — die Kreuzungszone des Ureters mit den großen Iliakalgefäßen beim Übergang aus der Bauchhöhle in das Becken.
  3. Intramuraler Abschnitt — an der Mündungsstelle des Organs in die Harnblasenwand.
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Histologischer Aufbau der Wand

Die Ureterwand ist gut an Dehnung und aktive Kontraktionen angepasst. Sie besteht aus drei ausgeprägten Schichten:

  • Tunica mucosa (Schleimhaut) (tunica mucosa) — die innere Schicht, die das Lumen des Organs auskleidet.
  • Tunica muscularis (Muskelschicht) (tunica muscularis) — die mittlere Schicht, gebildet aus glatten Muskelzellen. Sie besteht aus Längs- und Ringbündeln, welche die Peristaltik gewährleisten.
  • Adventitia (tunica adventitia) — die äußere Bindegewebsschicht, die das Organ im umliegenden Gewebe fixiert.

Topografische Besonderheiten beim Mann

Im männlichen Becken weist der Verlauf des Ureters eine Reihe spezifischer Kreuzungen mit Organen des Fortpflanzungssystems auf:

  • Unmittelbar vor dem Eintritt in die Harnblasenwand kreuzt er den Ductus deferens (Samenleiter). Dabei liegt der Ductus deferens medial des Ureters.
  • Die Mündungsstelle des Ureters in die Harnblase projiziert sich unterhalb des Bodens der Excavatio rectovesicalis peritonei.
  • Der Eintrittspunkt entspricht anatomisch der Spitze der Vesicula seminalis (Samenblase).

Topografische Besonderheiten bei der Frau

Bei Frauen ist die Syntopie (die räumliche Beziehung zu benachbarten Strukturen) des Ureters besonders komplex und von kritischer Bedeutung für operierende Chirurgen und Gynäkologen:

  • Zunächst kreuzt der Ureter den Ursprung der Arteria uterina und verläuft dabei oberflächlicher zu dieser.
  • En folge verzieht er sich nach medial, unten und vorne und zieht durch das Bindegewebe des Parametriums.
  • Auf Höhe des Zervix uteri kommt es zu einer erneuten Kreuzung mit der Arteria uterina, wobei der Ureter hier bereits unterhalb des Gefäßes verläuft.

Klinische Bedeutung: Die enge und komplexe Verflechtung des Ureters mit der Arteria uterina birgt ein hohes Risiko einer versehentlichen Verletzung (Ligatur oder Durchtrennung) bei gynäkologischen Operationen, beispielsweise bei einer Hysterektomie.

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Mit welchem Epithel ist die Schleimhaut des Ureters ausgekleidet?

Die Schleimhaut des Ureters ist mit mehrschichtigem Übergangsepithel (Urothel) ausgekleidet, das zum Lumen des Organs hin gerichtet ist. Ein histologisches Hauptmerkmal dieses Epithels ist, dass die Kerne seiner Oberflächenzellen rund sind. Direkt unter der Epithelschicht liegt die Lamina propria mucosae (lamina propria). Eine Lamina muscularis mucosae fehlt im Ureter hingegen völlig.

Aus welchen Arterien wird der abdominale Teil des Ureters mit Blut versorgt?

Die Blutversorgung des abdominalen Teils des Ureters erfolgt über Ureteräste der Nierenarterien (rr. ureterici) sowie über kleine Äste der Arteriae iliacae communes. Die Nierenarterie gibt Ureteräste vor dem Nierenhilus und aus dem hinteren Ast ab.

Wie verläuft der Ureter in Bezug auf das Peritoneum?

In Bezug auf das Peritoneum verläuft der Ureter retroperitoneal.

  • Pars abdominalis (pars abdominalis) — liegt retroperitoneal im Retroperitonealraum der hinteren Bauchwand.
  • Pars pelvina (pars pelvina) — liegt im subperitonealen BGW des kleinen Beckens (im subperitonealen Raum).

Auf ihrer gesamten Länge sind die Ureteren von paraureteralem Fettgewebe umgeben und besitzen eine eigene Faszienscheide.

In welche Lymphknoten fließt die Lymphe aus dem pelvinen Teil des Ureters ab?

Die Lymphe aus dem pelvinen Teil des Ureters fließt in die Iliakallymphknoten ab.

Welche vegetativen Plexus innervieren den Ureter?

Der Ureter wird von Ästen mehrerer vegetativer Plexus innerviert.

  • Plexus hypogastricus superior — ist an der Innervation der pelvinen Organabschnitte beteiligt.
  • Plexus hypogastricus inferior — versorgt ebenfalls die pelvinen Abschnitte des Ureters mit Innervation.

Zudem ist im unteren Teil des Ureters eine parasympathische Innervation vorhanden, deren Quelle die Nn. splanchnici pelvini (nn. splanchnici pelvini) sind.

Wie man es sich merkt

Die drei Engstellen lassen sich leicht mit der Formel „Start – Kreuzung – Ziel“ merken: Übergang des Nierenbeckens in den Ureter (Start), Kreuzung der Iliakalgefäße (Kreuzung) und Mündung in die Harnblase (Ziel).

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Wie lang ist der Harnleiter beim gesunden Erwachsenen im Durchschnitt?

Die Normallänge des Ureters beträgt etwa 30–35 Zentimeter.

Aus welchen Schichten besteht die Muskelschicht des Harnleiters?

Die Tunica muscularis wird aus Längs- und Ringmuskelschichten der glatten Muskulatur gebildet.

Wie verhält sich der Harnleiter topographisch zur A. uterina am Gebärmutterhals?

Auf Höhe des Gebärmutterhalses kreuzt der Ureter die Arteria uterina, wobei er unterhalb dieser (unter der Arterie) verläuft.

Wo projiziert sich die Einmündung des Harnleiters in die Harnblase beim Mann?

Er liegt unterhalb des Bodens der Excavatio rectovesicalis und entspricht dem Niveau der Spitze der Samenblase.

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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Mechanismus der Peristaltik der Ureterwand
  • Anatomie der Excavatio rectovesicalis
  • Topografie des parauterinen Bindegewebes (Parametrium)
  • Syntopie mit den Iliakalgefäßen
  • Verlauf des Ductus deferens im kleinen Becken

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