Topographie und allgemeine Charakteristik
Der Kehlkopf projiziert sich auf die vordere Halsfläche. Nach vorne ist er teilweise von den infrahyoidalen Muskeln bedeckt. An den Seiten und vorne liegt ihm die Schilddrüse dicht an, und nach hinten grenzt das Organ an den Kehlkopf-Rachenraum.
Ein wichtiges Merkmal ist die Verbindung des Kehlkopfs mit dem Zungenbein mithilfe der Membrana thyrohyoidea (thyrohyoide Membran). Genau dank dieser festen Verbindung weist das Organ eine hohe Beweglichkeit auf und kann sich beim Schlucken oder Sprechen nach oben und unten verschieben.
Die Maße des Organs hängen von Geschlecht und Alter ab. In der Regel ist der Kehlkopf bei Männern deutlich größer als bei Frauen, und diese anatomischen Unterschiede treten besonders stark in der Pubertät hervor.
Paarlose Kehlkopfknorpel
Das feste Skelett des Organs wird durch Knorpelgewebe repräsentiert. Man unterscheidet drei große paarlose Knorpel:
- Schildknorpel (Cartilago thyroidea). Dies ist das größte Element, das über dem Ringknorpelogen liegt. Er besteht aus einer linken und rechten Platte (Lamina dextra et sinistra), die in einem nach hinten offenen Winkel zusammenlaufen. Vorne bildet sich an ihrer Verbindungsstelle die Kehlkopfvorsprung (Prominentia laryngea). Am Knorpel unterscheidet man den oberen und unteren Schildknorpelausschnitt (Incisura thyroidea superior et inferior). Die hinteren Ränder der Platten ziehen sich aus und formen die oberen und unteren Hörner (Cornua superiora et inferiora). Außen an den Platten ist die schräge Linie (Linea obliqua) erkennbar, an der Muskeln ansetzen.
- Ringknorpel (Cartilago cricoidea). In seiner Form ähnelt er einem klassischen Siegelring. Sein erweiterter hinterer Teil wird als Platte (Lamina cartilaginis cricoideae) bezeichnet, und der schmalere vordere als Bogen (Arcus cartilaginis cricoideae). Am oberen Rand der Platte befinden sich Gelenkflächen (Facies articulares arytenoideae) zur Artikulation mit den Stellknorpeln.
- Kehldeckel (Cartilago epiglottica). Ein blattförmiger elastischer Knorpel, der sich hinter und etwas oberhalb des Schildknorpels, direkt an der Zungenwurzel befindet. Sein verengter unterer Teil ist der Stiel (Petiolus epiglottidis), über dem sich der Epiglottishöcker (Tuberculum epiglotticum) erhebt. An der Hinterfläche des Knorpels gibt es kleine Vertiefungen, in denen Schleimdrüsen liegen.
Paarige Kehlkopfknorpel
Zu den paaren Elementen gehören kleinere Strukturen, die eine Schlüsselrolle bei der Anspannung der Stimmbänder spielen:
- Stellknorpel (Cartilago arytenoidea). Hat die Form einer dreiseitigen Pyramide. In seinem Aufbau unterscheidet man eine breite Basis (Basis cartilaginis arytenoideae) und eine nach oben gerichtete Spitze (Apex cartilaginis arytenoideae). Von der Basis gehen zwei wichtige Fortsätze ab: der Muskelfortsatz (Processus muscularis) und der Stimmfortsatz (Processus vocalis). Genau der Stimmfortsatz ist der Fixpunkt der Stimmbänder.
- Hörnchenknorpel (Cartilagines corniculatae). Kleine, oft inkonstante Knorpel, die direkt auf den Spitzen der Stellknorpel liegen.
- Keilförmige Knorpel (Cartilagines cuneiformes). Haben ebenfalls eine geringe Größe und liegen in der Dicke der aryepiglottischen Schleimhautfalten.
Histologischer Aufbau: Die Hauptmasse der Kehlkopfknorpel besteht aus hyalinem Gewebe, das im Alter zur Verknöcherung neigt. Der Kehldeckel, die Hörnchen- und Keilknorpel sowie die Stimmfortsätze der Stellknorpel bestehen jedoch aus elastischem Knorpel, der nicht verkalkt.
Verbindungen, Bänder und Membranen
Das Knorpelskelett ist durch ein komplexes System aus Gelenken und Bändern zu einer Einheit verbunden.
Der Hauptaufhängeapparat ist die thyrohyoide Membran (Membrana thyrohyoidea). Entlang der Mittellinie verdickt sie sich und bildet das mittlere Band (Lig. thyrohyoideum medianum), an den Seiten die lateralen Bänder (Ligg. thyrohyoidea lateralia). In der Dicke der lateralen Bänder kann man manchmal den kleinen Reiskornknorpel (Cartilago triticea) finden.
Bewegungen im Kehlkopf werden durch zwei paarige Gelenke ermöglicht:
- Ring-Schild-Gelenk (Articulatio cricothyroidea).
- Ring-Stellknorpel-Gelenk (Articulatio cricoarytenoidea). Die Drehung der Stellknorpel in diesem Gelenk sorgt dafür, dass sich die Stimmbänder annähern oder entfernen.
Im Inneren des Kehlkopfs befindet sich die fibroelastische Membran (Membrana fibroelastica laryngis). Ihr oberer Abschnitt wird als vierseitige Membran (Membrana quadrangularis) bezeichnet und der untere als elastischer Kegel (Conus elasticus).
Die wichtigsten inneren Bänder sind die Taschenbänder (Ligg. vestibulares) und die Stimmbänder (Ligg. vocalia). Letztere sind zwischen der Innenfläche des Schildknorpels vorne und den Stimmfortsätzen der Stellknorpel hinten gespannt. Der Raum zwischen ihnen bildet die Stimmritze (Rima glottidis).
Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema
Welche Fortsätze hat der Stellknorpel und welche Strukturen setzen an ihnen an?
Der Stellknorpel ist paarig und ähnelt in seiner Form einer dreiseitigen Pyramide, von deren Basis zwei Fortsätze abgehen.
- Muskelfortsatz (Processus muscularis) – die Strukturen, die daran ansetzen, werden in den bereitgestellten Materialien nicht näher spezifiziert.
- Stimmfortsatz (Processus vocalis) – dient als Ansatzpunkt für die Stimmbänder, die zwischen den Stimmfortsätzen der Stellknorpel und der Innenfläche des Schildknorpels gespannt sind.
Aus welchen Abschnitten besteht die fibroelastische Membran des Kehlkopfs und welche Bänder bilden deren freie Ränder?
Die fibroelastische Membran des Kehlkopfs besteht aus zwei Abschnitten, deren freie Ränder die Bänder des Stimmorgans bilden.
- Vierseitige Membran (Membrana quadrangularis) – stellt den oberen Abschnitt der Membran dar, ihr unteres Ende bildet die Taschenbänder.
- Elastischer Kegel (Conus elasticus) – ist der untere Abschnitt, dessen oberer Rand die Stimmbänder bildet.
Welche Bewegungen sind im Ring-Schild-Gelenk möglich und wie beeinflussen sie die Stimmbänder?
Im Ring-Schild-Gelenk (Articulatio cricothyroidea) neigt sich der Schildknorpel nach vorne und hinten. Dabei verändert sich die Spannung der Stimmbänder.
Um sich die drei paarlosen Knorpel leicht zu merken, nutzen Sie ein visuelles Bild: „Schild (Schildknorpel) bedeckt den Ring (Ringknorpel), und von oben wird das Ganze vom Kehldeckel bedeckt“.
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Aus welchem Knorpelgewebe besteht der Kehlkopf?
Es handelt sich hauptsächlich um hyalinen Knorpel (er kann im Alter verknöchern). Aber der Kehldeckel, die Hörnchen-, Keilknorpel und die Stimmfortsätze der Stellknorpel bestehen aus elastischem Knorpel.
Wo genau sind die Stimmbänder befestigt?
Vorne werden sie an der Innenfläche der Schildknorpelplatten fixiert und hinten an den Stimmfortsätzen (Processus vocalis) der paarigen Stellknorpel.
Welches Gelenk ist für die Verengung und Erweiterung der Stimmritze verantwortlich?
Diese Funktion obliegt dem Ring-Stellknorpel-Gelenk. Bei der Drehung der Stellknorpel um die vertikale Achse nähern sich ihre Stimmfortsätze an oder entfernen sich voneinander, wodurch sich die Weite der Risse verändern.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Kehlkopftopographie: Beziehungen zur Schilddrüse und den infrahyoidalen Muskeln.
- Detaillierter Aufbau des Stellknorpels: Muskel- und Stimmfortsatz.
- Struktur der fibroelastischen Kehlkopfmembran (Conus elasticus).
- Bewegungsmechanik im Ring-Stellknorpel- und Ring-Schild-Gelenk.
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