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Physiologie · Gefäßbett-Hämodynamik

Bainbridge-Reflex

Reflexus Bainbridge

Der Bainbridge-Reflex ist ein kompensatorischer Anpassungsmechanismus des Herzens an einen erhöhten venösen Rückstrom. Bei steigendem venösem Druck stimulierend wirkt der Reflex auf die Herztätigkeit, wodurch das überschüssige Blutvolumen schnell in das arterielle System gepumpt und eine venöse Stauung verhindert wird.

ReizDehnung des rechten Vorhofs bei erhöhtem venösem Druck
NervenzentrumVasomotorisches Zentrum in der Medulla oblongata
HaupteffektSteigerung der Herzfrequenz und der Kontraktionskraft (Tachykardie)
ErgebnisRückkehr des venösen Drucks auf den physiologischen Ausgangswert
3 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 24.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Biologische Bedeutung und Wesen des Reflexes

Der Bainbridge-Reflex ist seiner Natur nach ein „Entlastungsreflex“. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die Hämodynamik bei einer plötzlichen Zunahme des Blutvolumens im venösen System zu normalisieren.

Zusammen mit dem Depressorreflex bildet er ein einheitliches funktionelles System. Dieses System hält den für den Gewebestoffwechsel optimalen Blutdruck kontinuierlich aufrecht. Steigt der venöse Rückstrom stark an, besteht die Gefahr einer Blutstauung in den Hohlvenen. Um dies zu verhindern, löst der Organismus eine Kette von Reaktionen aus, die auf die rasche Umverteilung des Blutes aus dem venösen in das arterielle Gefäßsystem gerichtet sind.

Abschnitte des Reflexbogens

Wie jeder klassische Reflex wird der Bainbridge-Reflex über eine aufeinanderfolgende Aktivierung von Strukturen des Nervensystems vermittelt.

  1. Rezeption (afferenter Schenkel). Der primäre Reiz ist der Anstieg des venösen Drucks. Dies führt zu einer Zunahme des Blutvolumens in den Mündungen der Hohlvenen und des rechten Vorhofs. Es kommt zu einer Dehnung der Wände, was zur Reizung lokaler Mechanorezeptoren (Dehnungsrezeptoren) führt.
  2. Signalweiterleitung. Bei Erregung der Rezeptoren steigt die Frequenz der Aktionspotentiale. Diese Impulse werden über sensible (afferente) Fasern des Nervus vagus (N. vagus) an das zentrale Nervensystem geleitet.
  3. Zentrales Segment. Das Signal gelangt in das vasomotorische Zentrum (VMZ) in der Medulla oblongata. Hier erfolgt die Integration der Information: Der depressive Anteil des Zentrums wird gehemmt (was den Tonus der Vaguskerne senkt) und gleichzeitig wird der pressorische Anteil erregt, der die sympathischen Bahnen aktiviert.
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Efferenter Weg und Ergebnis

Nach der Verarbeitung der Information in der Medulla oblongata generiert das vasomotorische Zentrum einen Befehl, der über das vegetative Nervensystem zum Herzen geleitet wird.

  • Parasympathischer Einfluss: Die Aktivität der efferenten N.-vagus-Fasern wird unterdrückt (gehemmt).
  • Sympathischer Einfluss: Es kommt zu einer ausgeprägten Aktivierung der Sympathikusnerven (N. sympaticus). Der Nervenimpuls verläuft transitorisch durch das Rückenmark — insbesondere werden sympathische Neurone des Brustmarks (Thoraxsegment bzw. Thoracic) einbezogen.

Infolge dieser Umverteilung des vegetativen Tonus steigt die auf das Myokard gerichtete nervöse Aktivität stark an. Das Herz reagiert mit einer Tachykardie — einer Erhöhung von Herzfrequenz und Kontraktionskraft. Die Herzarbeit wird verstärkt, das überschüssige Blutvolumen rasch in die Arterien gepumpt und der venöse Druck sinkt allmählich auf die normalen Startwerte ab.

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Über welche konkreten Segmente des Rückenmarks verläuft der efferente sympathische Weg des Bainbridge-Reflexes?

Der efferente sympathische Weg des Bainbridge-Reflexes verläuft durch das thorakale Rückenmark (Th). Das zentrale Schaltwerk des sympathischen Nervensystems liegt in den Seitenhörnern des Rückenmarks auf Höhe der Segmente Th1–L1.

Wie verändern sich die systemischen Blutdruckwerte während der Auslösung des Bainbridge-Reflexes?

Bei der Auslösung des Bainbridge-Reflexes wird der Blutdruck auf einem für den Stoffwechsel optimalen Niveau gehalten. Die Steigerung der Herztätigkeit begünstigt ein schnelleres Abpumpen des überschüssigen Blutvolumens aus dem venösen in das arterielle System, wobei der Bainbridge-Reflex und der Depressorreflex Teil des funktionellen Systems zur Aufrechterhaltung eines optimalen Blutdrucks sind.

Welche Neurotransmitter werden an den Endigungen der efferenten Fasern beim Bainbridge-Reflex freigesetzt?

An den Endigungen der efferten sympathischen Fasern wird bei der Auslösung des Bainbridge-Reflexes Noradrenalin freigesetzt, welches die Herztätigkeit stimuliert. In den neuro-effektiven Synapsen des parasympathischen Nervensystems ist der Mediator Acetylcholin; beim Bainbridge-Reflex ist die Aktivität des parasympathischen Systems jedoch gehemmt.

Wie man es sich merkt

Merke dir das Prinzip nach der Eselsbrücke: Viel Blut im rechten Vorhof -> das Herz schlägt schneller, um die Venen zu entlasten.

Etwas unklar? Frage den KI-AssistentenDer KI-Tutor hat das Material zum Thema „Bainbridge-Reflex“ durchgearbeitet und erklärt es dir in einfachen Worten.

Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Funktionelles System der Blutdruckregulation
  • Aufbau und Zonen des vasomotorischen Zentrums (VMZ)
  • Der Depressorreflex und die Rolle des Aortennervs
  • Der Einfluss des thorakalen Rückenmarks auf die Herztätigkeit

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.