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Radiologische Diagnostik · Neurobildgebung

MRT des Nervus opticus

nervus opticus

Die Magnetresonanztomographie ist die führende Neuroimaging-Methode zur Beurteilung des Sehnervs und der Orbita. Der Einsatz von STIR-Sequenzen und kontrastverstärkten T1-Sequenzen ermöglicht die Differenzierung von tumorösen, entzündlichen und endokrinen Prozessen im retrobulbären Raum.

ExophthalmusDie endokrine Orbitopathie ist die häufigste Ursache für einen bilateralen Proptosis.
SymptomDas „Tramschienen-Phänomen“ (tram-track sign) im MRT ist ein klassischer Marker für eine sarkoidöse Perineuritis.
Benachbarte GewebeEine Keilbeinflügelmeningeom geht mit lokalem Hyperostose einher.
GliomeWachsen häufig durch den Sehnervenkanal und befallen dabei das Chiasma.
3 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 10.10.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformWartet auf Dozentenprüfung

Tumorerkrankungen des Sehnervs

In den T1-gewogenen MRT-Tomogrammen mit Fettunterdrückung und Gadolinium-Kontrastmittel weisen Orbitatumoren ein klares bildgebendes Erscheinungsbild auf.

  • Sehnervenscheidenmeningeom: Manifestiert sich als Verdickung des intraorbitalen Sehnerv-Scheiden-Komplexes und intensive Kontrastmittelaufnahme. Der Tumor kann sich über die Orbitaspitze und die Fissura orbitalis superior in den intrakraniellen Raum ausbreiten. In der CT zeigt sich häufig eine segmentale zirkuläre Verkalkung der Scheiden.
  • Sehnervengliom: Führt zu einer Verdickung des intraorbitalen und kanalikulären Segments. Typischerweise breitet sich der Tumor über den erweiterten Sehnervenkanal (Canalis opticus) aus und involviert aktiv das retroorbitale intrakranielle Segment sowie die Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum).
  • Nervenscheidentumoren: Bilden in der Orbitaspitze eine gut abgegrenzte Raumforderung. Das MR-Signal und die Kontrastmittelaufnahme können sowohl homogen (intensiv) als auch heterogen sein. Der raumfordernde Prozess führt zu Exophthalmus und knöchernem Remodeling der Fissura orbitalis superior (Fissura orbitalis superior).

Systemische und entzündliche Pathologien

Neben Neoplasmen zeigt das MRT hervorragend systemische Erkrankungen, die den Augenmuskelapparat und die Nerven betreffen.

  1. Orbitasarkoidose. In T2-gewichteten Sequenzen (im STIR-Modus) und T1-gewichteten Sequenzen mit Kontrastmittel zeigen sich ein hyperintenses Signal und eine Gadolinium-Anreicherung an der Orbitaspitze. Der Befall der Nervenscheiden erzeugt das „Tramschienen-Zeichen“ (tram-track sign). Der pathologische Prozess kann sich über die Orbitaspalte auf die konvexe Dura mater ausbreiten. In der CT findet sich oft begleitend eine bilaterale Vergrößerung der Tränendrüsen.
  2. Thyreoid-Orbitopathie (endokrine Ophthalmopathie). Kommt bei Frauen 4-mal häufiger vor als bei Männern. Im MRT zeigen sich eine Volumenverunreinigung und eine „Strandung“ (Fibrosierung) des intraorbitalen Fettgewebes. Das Schlüsselmerkmal ist eine spindelförmige Verdickung der extraokulären Muskeln aufgrund einer Akkumulation von Mukopolysacchariden (Hyaluronsäure), wobei die Muskel Sehnen intakt bleiben.
  3. Idiopathische Orbitainflammation. Bekannt als „idiopathischer Pseudotumor“. Es handelt sich um einen nicht-infektiösen Prozess unbekannter Ätiologie. Im Gegensatz zur endokrinen Orbitopathie gibt es keine klare Geschlechterprävalenz, sie betrifft Patienten jeden Alters (Gipfel im 5. Lebensjahrzehnt).
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Begleitende radiologische Befunde

Bei der Untersuchung der Orbita mittels MRT und CT können strukturelle Veränderungen des Augapfels und der Papille festgestellt werden:

  • Myope Staphylom: In den Scans wird eine axiale Verlängerung des Augapfels mit fokaler Vorwölbung der hinteren Sklera lateral der Sehnervenpapille festgestellt.
  • Drusen der Sehnervenpapille: Werden (besonders deutlich im CT) als bilaterale verkalkte Herde direkt im Bereich der Papillen visualisiert.
Wie man es sich merkt

Reihenfolge des Befalls der extraokulären Muskeln bei der thyreoidalen Orbitopathie: I'M SLow (Inferior, Medial, Superior, Lateral). Ein isolierter Befall des M. rectus lateralis (L) ist äußerst selten und erfordert eine Überprüfung der Diagnose.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

In welchen MRT-Modi lassen sich Orbitapathologien am besten darstellen?

Die Grundlage des Protokolls bilden koronare und axiale Schichten im STIR-Modus (zur Beurteilung von Ödemen bei unterdrücktem Fettgewebe) sowie T1-gewichtete Bilder mit Gadolinium-Kontrastmittelverstärkung und Fettunterdrückung.

Wie unterscheidet sich ein Sehnervengliom in Tomogrammen von einem Meningeom?

Das Gliom verdickt den Nervenstamm selbst und greift über den Canalis opticus häufig auf das Chiasma über. Das Meningeom verdickt die Nervenscheiden, reichert Kontrastmittel intensiv an und kann im CT eine zirkuläre Verkalkung aufweisen.

Wie unterscheidet sich die endokrine Ophthalmopathie von anderen Orbitamyositis-Formen?

Das Hauptmerkmal der thyreoidalen Orbitopathie ist die spindelförmige Verdickung des Muskelbauchs, während dessen Sehne intakt (nicht verdickt) bleibt.

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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Ausbreitung der Sarkoidose auf die konvexe Dura mater
  • Knöchernes Remodeling und Hyperostose bei Keilbeinflügelmeningeomen
  • Anatomische Bahnen der Orbita: Canalis opticus und Fissura orbitalis superior
  • Differenzialdiagnose des idiopathischen Orbitapseudotumors
  • CT-Bildgebung von Sehnervendrusen und Scheidenverkalkungen

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.