Allgemeines Prinzip der Bildung abdominaler Geflechte
In der Bauchhöhle bildet sich ein ausgedehntes Netzwerk von Nervenverbindungen. Äste, die vom Thorakal- und Lumbalabschnitt des Truncus sympathicus abgehen (und überwiegend präganglionäre Fasern führen), ziehen zu den sogenannten prävertebralen Ganglien.
In diesen Bereichen verbinden sie sich mit Ästen des Nervus vagus und bilden komplexe vegetative Geflechte. Über solche Geflechte gelangen drei Schlüsseltypen von Nervenleitern zu den inneren Organen:
- sympathische postganglionäre Fasern;
- parasympathische präganglionäre Fasern;
- sensible (afferente) Fasern.
Topographie des Plexus coeliacus
Unter all diesen Strukturen zeichnet sich das Zöliakplexus (Plexus coeliacus) durch seine Ausmaße aus — es ist der absolute Spitzenreiter und das größte vegetative Geflecht der gesamten Bauchhöhle.
Seine Lage ist streng an vaskuläre Leitstrukturen gebunden. Die Strukturen des Geflechts liegen beiderseits der Basis des Truncus coeliacus (Truncus celiacus). Relativ zur Bauchaorta befinden sie sich lateral sowie in unmittelbarer topographischer Nähe zu den Nebennieren.
Morphologische Zusammensetzung
Anatomisch stellt der Plexus coeliacus ein komplexes Ganglion dar, an dessen Bildung mehrere wichtige Elemente beteiligt sind. Dazu gehören:
- Zöliakganglien (Ganglia coeliaca) — die Hauptansammlungen von Nervenzellen.
- Äste der Nervi splanchnici thoracici major et minor (Nn. splanchnici thoracici major et minor).
- Äste des Nervus vagus (N. vagus).
Verbindungen und sekundäre Geflechte
Das Zöliakplexus funktioniert nicht isoliert; es ist über ausgeprägte Verbindungen in ein einheitliches vegetatives Netzwerk integriert.
- Nach oben kommuniziert es mit dem Plexus aorticus thoracicus (Plexus aorticus thoracicus).
- Nach unten verbindet es sich mit dem Plexus mesentericus superior (Plexus mesentericus superior).
Die Hauptfunktion des Plexus coeliacus besteht darin, dass zahlreiche sekundäre Geflechte von ihm ausgehen. Diese abgeleiteten Nervennetzwerke begleiten die Blutgefäße und erreichen gemeinsam mit ihnen die Zielorgane, wodurch deren vollständige Innervation gewährleistet wird.
Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema
Welche konkreten sekundären Geflechte gehen vom Plexus coeliacus aus?
Vom Plexus coeliacus gehen mehrere sekundäre vegetative Geflechte der Bauchhöhle aus. Zu seinen Derivaten gehören:
- Plexus gastricus superior
- Plexus gastricus inferior
- Plexus hepaticus
- Plexus splenicus (Plexus splenicus / Plexus lienalis)
- Plexus mesentericus superior (Plexus mesentericus superior)
- Plexus pancreaticus (Plexus pancreaticus)
- Plexus renalis (Plexus renalis)
Welche Bauchorgane werden durch Äste des Plexus coeliacus innerviert?
Die Äste des Plexus coeliacus und seiner Derivate versorgen eine Reihe innerer Bauchorgane mit vegetativer Innervation. Über dieses größte Geflecht werden innerviert:
- Magen
- Leber
- Bauchspeicheldrüse
- Milz
- Nebennieren (bilden das sympathoadrenale System)
- Nieren
Welche Ganglien sind Bestandteil des Plexus coeliacus?
Der Plexus coeliacus umfasst mehrere vegetative Ganglien, in denen die Umschaltung auf postganglionäre sympathische Fasern stattfindet. Dazu gehören:
- Zöliakganglien (Ganglia coeliaca) — zwei Ganglien (rechts und links).
- Ganglia aortorenalia (Ganglia aortorenalia) — zwei Ganglien.
- Ganglion mesentericum superius (Ganglion mesentericum superius) — ein unpaares Ganglion.
Entlang welcher Blutgefäße verteilen sich die sekundären Geflechte des Plexus coeliacus?
Die sekundären Geflechte, die vom Plexus coeliacus ausgehen, sind perivaskulär und verteilen sich entlang der Blutgefäße der Bauchhöhle. Insbesondere begleiten sie:
- Arteria splenica (A. splenica) — um sie herum bildet sich der Plexus splenicus.
- Arteria gastroduodenalis (A. gastroduodenalis) — beteiligt sich an der Bildung der Plexus pancreatici.
- Arterien der Bauchspeicheldrüse — werden vom Plexus pancreaticus umgeben.
- Nebennierengefäße — werden vom Nebennierengeflecht begleitet.
Ist der Plexus solaris ein Synonym für den Plexus coeliacus und was gehört dazu?
Ja, der Begriff „Sonnengeflecht“ ist ein veraltetes Synonym für den Plexus coeliacus (Plexus coeliacus). Dazu gehören:
- Nervenganglien: Ganglia coeliaca (Ganglia coeliaca), Ganglia aortorenalia (Ganglia aortorenalia) und Ganglion mesentericum superius (Ganglion mesentericum superius).
- Nervenfasern: Äste der Nervi splanchnici thoracici major et minor (Nn. splanchnici thoracici major et minor), die präganglionäre sympathische Fasern führen, sowie Äste des Nervus vagus (N. vagus).
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Wo genau liegt der Plexus celiacus?
Es liegt beiderseits der Basis des Truncus coeliacus, lateral der Aorta, in der Nähe der Nebennieren.
Welche Nervenfasern ziehen durch die vegetativen Bauchplexus zu den Organen?
Durch sie verlaufen sympathische postganglionäre Fasern, parasympathische präganglionäre Fasern und sensible Fasern.
Mit welchen Plexus ist der Plexus celiacus verbunden?
Nach oben ist es mit dem Plexus aorticus thoracicus verbunden und nach unten mit dem Plexus mesentericus superior.
Welche Rolle spielen die sekundären Plexus?
Die vom Plexus coeliacus abgehenden sekundären Geflechte begleiten die Blutgefäße und innervieren direkt die Bauchorgane.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Bau und zelluläre Zusammensetzung der Ganglia celiaca
- Topographie der Nn. splanchnici thoracici major et minor
- Anatomie des Plexus mesentericus superior
- Plexus aorticus thoracicus und seine Äste
- Klassifikation der sekundären Bauchhöhlenplexus
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