Indikationen zur operativen Entbindung
Die Wahl des Entbindungsmodus hängt von einer Vielzahl von Faktoren und Begleiterskomplikationen ab:
- Drohende, beginnende oder eingetretene Uterusruptur.
- Vorzeitiger Blasensprung bei fehlendem Ansprechen auf die Geburtseinleitung.
- Fußlage des Fetus.
- Akuter Genitalherpes mit Läsionen im Genitalbereich bei einem anwasserungsfreien Intervall von weniger als 6 Stunden.
- Kombinierte Indikationen: Kombination mehrerer Faktoren, die eine Gefahr für Mutter oder Fetus darstellen (z. B. Übertragung in Verbindung mit einer belasteten Anamnese oder ein Alter der Gebärenden über 35 Jahre).
Voraussetzungen und Vorbereitung
Für die Durchführung des chirurgischen Eingriffs sind streng definierte Bedingungen erforderlich:
- Grundlegende Voraussetzung: Vorhandensein eines lebenden und lebensfähigen Fetus (Ausnahme sind lebensbedrohliche Zustände der Mutter wie Plazentalösung oder Uterusruptur).
- Vorbereitung auf eine elektive Operation: Nahrungskarenz 12 Stunden vor dem Eingriff und morgendlicher Einlauf.
- Notfallvorbereitung: Beinhaltet die Blasenkatheterisierung nach Foley, die obligatorische Auskultation der Fetusfrequenz auf dem Operationstisch sowie die Prophylaxe des Mendelson-Syndroms (Gabe von Natriumcitrat und Entleerung des Magens nach Indikation).
Anästhesie und Volumensubstitution
Die Sicherheit der Patientin wird durch moderne Anästhesie- und Infusionstherapieverfahren gewährleistet:
- Schmerzausschaltung: Die Regionalanästhesie ist das Verfahren der Wahl. Eine Intubationsnarkose wird bei Kontraindikation oder Unmöglichkeit der ersteren eingesetzt, während eine lokale Novokaininfiltration äußerst selten Anwendung findet.
- Infusionstherapie: Basisgabe von Kristalloiden und Kolloiden. Bei massivem Blutverlust werden frisch gefrorenes Plasma und Erythrozytenkonzentrat verwendet.
- Autologous Blood Donation und Reinfusion: Vorherige Plasmagewinnung mittels Plasmapherese oder Einsatz von Geräten zur intraoperativen Sammlung, Aufbereitung und Rückgabe der eigenen Erythrozyten an die Patientin.
Risiken, Sicherheit und Besonderheiten
Jeder chirurgische Eingriff ist mit bestimmten Nuancen und Vorsichtsmaßnahmen verbunden:
- Chirurgische Risiken: Technische Fehler (z. B. unzureichende Uterusinziierung) können zu Verletzungen des Neugeborenen führen.
- Schutzmaßnahmen für das OP-Team: Bei der Arbeit mit Patientinnen aus Risikogruppen (HIV, Hepatitiden, Syphilis) ist das Tragen von Schutzbrillen oder Masken sowie von doppelten oder Schnittschutzhandschuhen obligatorisch.
- Durchführungsbedingungen: Standardmäßig erfolgt der Eingriff in einer geburtshilflichen Klinik durch einen Facharzt, jedoch ist unter extremen Bedingungen bei Lebensgefahr der Mutter die Durchführung in atypischer Umgebung unter Einhaltung der Asepsis zulässig.
Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema
Welche Indikationen gibt es für die Vakuumextraktion des Fetus?
Die Indikationen zur Vakuumextraktion des Fetus umfassen folgende geburtshilfliche Zustände:
- Wehenschwäche, die auf eine medikamentöse Therapie nicht anspricht.
- Tiefer Querstand des Pfeilnaht.
- Beginnende akute fetale Hypoxie.
- Mütterliche Erkrankungen, die eine sofortige Entbindung am Ende der Eröffnungs- bzw. zu Beginn der Austreibungsperiode erfordern.
- Erschwerte Entwicklung des fetalen Kopfes beim Kaiserschnitt (caesarean section).
Welche Voraussetzungen sind für die Durchführung der Vakuumextraktion des Fetus zwingend erforderlich?
Für die sichere Durchführung der Vakuumextraktion des Fetus ist die strikte Einhaltung der folgenden obligatorischen Bedingungen erforderlich:
- Lebender Fetus.
- Vollständige Muttermundseröffnung.
- Fehlen der Blase (Blasensprung).
- Stand des fetalen Kopfes in der engen Beckenhöhle oder beim Übergang von der weiten in die enge Beckenhöhle, wobei die Pfeilnaht dem geraden Durchmesser angenähert sein muss.
Welche Kontraindikationen gibt es für die Vakuumextraktion des Fetus?
Die Kontraindikationen für das Anlegen eines Vakuumextraktors unterteilen sich in fetale und mütterliche Pathologien:
- Toter Fetus.
- Unvollständige Muttermundseröffnung.
- Hydrozephalus, Anenzephalus.
- Gesichtslage des Fetus (praesentatio facialis).
- Sehr unreifer Frühgeborener.
- Hoher Stand des Kopfes (caput).
- Schwere mütterliche Erkrankungen, die das Ausschalten der Presswehen erfordern (Präeklampsie, Eklampsie, Hypertonie, Herzfehler mit Dekompensationszeichen).
Aus welchen Hauptschritten besteht die Operation der Vakuumextraktion des Fetus?
Die Operation der Vakuumextraktion des Fetus umfasst die Vorbereitung, die Überprüfung des Geräts und die Durchführung der klinischen Schlüsselschritte:
- Beurteilung der Situation unmittelbar vor dem Eingriff mittels vaginaler Untersuchung (examinatio vaginalis).
- Einführen der Vakuumglocke unter strenger manueller Kontrolle mit den Fingern in die Vagina für einen dichten Sitz und zur Vermeidung von Einklammerungen mütterlichen Weichgewebes.
- Erzeugung des Unterdrucks (Vakuums) und Abwarten einer kurzen Pause.
- Durchführung von Zugkräften (Traktionen), die streng den Presswehen und der Geburtskanalachse entsprechen.
In welcher Richtung werden die Traktionen bei der Vakuumextraktion des Fetus durchgeführt?
Die Richtung der Traktionen bei der Vakuumextraktion des Fetus wird durch die Geburtskanalachse bestimmt und hängt von der Einstellungsvarante ab:
- Vordere Hinterhauptslage: Zunächst erfolgt die Traktion nach unten, bis sich die Subokzipitalregion unter der Symphyse befindet, danach nach vorne bis zur Entwicklung des Kopfes.
- Hintere Hinterhauptslage: Zunächst ist die Traktion nach unten gerichtet, bis die Region der großen Fontanelle unter die Symphyse geführt wird, danach nach hinten, nachdem sich die Subokzipitalregion dem Steißbein genähert hat.
- Vorderhauptslage: Die Traktion wird zum Geburtshelfer hin durchgeführt, um die Stirn unter die Symphyse zu bringen, danach nach vorn zur Entwicklung des Okzipitalhöckers.
Operationsvorbereitungsplan: 12 Stunden Nahrungskarenz, Klistier am Morgen, Foley-Katheter und Regionalanästhesie als Sicherheitsstandard.
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Welches sind die Hauptvoraussetzungen für die Durchführung des Eingriffs?
Die Hauptvoraussetzung ist das Vorhandensein eines lebenden und vitalen Fetus. Ausgenommen sind kritische Situationen, die das Leben der Frau bedrohen (Uterusruptur, Plazentalösung).
Welche Anästhesiemethode ist zu bevorzugen?
Als Methode der Wahl gilt die Regionalanästhesie (Epidural-, Spinal- oder kombinierte Anästhesie). Eine Intubationsnarkose wird seltener eingesetzt, wenn eine Regionalanästhesie nicht möglich ist.
Worin besteht das Prinzip der maschinellen Blutreinfusion?
Ein spezielles Gerät sammelt das während der Operation verlorene Blut der Patientin, wäscht die Erythrozyten gründlich und führt sie in den Blutkreislauf zurück.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Kombinierte Indikationen bei Terminüberschreitung und IVF
- Prävention des Mendelson-Syndroms bei Notfalleingriffen
- Methoden der intraoperativen maschinellen Autonukleäre-Reinfusion von Eigenblut
- Besonderheiten bei der Betreuung von Patientinnen aus Infektionsrisikogruppen
- Kontroverse Fragen der abdominalen Entbindung bei extrem frühen Gestationsaltern
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