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Allgemeinchirurgie · KAPITEL 2. ASEPSIS UND ANTISEPSIS

Nosokomiale Infektion

Infectio nosocomialis

Nosokomiale (Krankenhaus-)Infektion — hierbei handelt es sich um Erkrankungen oder Komplikationen, deren Entstehung direkt mit der Infektion von Patienten während ihres Aufenthalts in einer chirurgischen Klinik zusammenhängt. Das Problem birgt eine besondere Gefahr für operierte Patienten und erfordert eine streng medizinische Hygienekontrolle.

HauptmerkmalHohe Resistenz der Krankenhausflora gegenüber Antibiotika.
Primäre QuellePatienten der chirurgischen Station mit eitrigen Erkrankungen.
RisikogruppeGeschwächte Patienten nach operativen Eingriffen.
RisikoreduktionVerkürzung der prä- und postoperative Verweildauer im Krankenhaus.
4 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 25.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Ätiologie und epidemiologische Besonderheiten

Das Auftreten nosokomialer Infektionskomplikationen ist stets mit dem Vorhandensein einer Infektionsquelle verbunden. Unter den Bedingungen einer chirurgischen Station fungieren Patienten, die bereits an eitrigen Erkrankungen leiden, als primäre Infektionsquelle. Pathogene Mikroorganismen zirkulieren permanent auf der Station und übertragen sich von Patient zu Patient.

Folgende Hauptinfektionswege werden unterschieden:

  • über Gegenstände der Umgebung;
  • über kontaminierte Raumluft;
  • über Bett- und Körperwäsche.

Das Spektrum der Haupterreger ist recht spezifisch. Dazu gehören Staphylokokken (Staphylococcus), E. coli (Escherichia coli), Proteus (Proteus), Klebsiellen (Klebsiella) und Pseudomonas aeruginosa (Pseudomonas aeruginosa). Das entscheidende und gefährlichste Merkmal dieser Mikroorganismen ist ihre extrem hohe Resistenz gegenüber antibakteriellen Wirkstoffen.

Pathogenese und Infektionstypen

Nosokomiale Infektionen stellen eine massive Bedrohung für geschwächte und operierte Patienten dar, deren Abwehrkräfte erschöpft sind. Die Einschleppung von Mikroorganismen führt zur Ausbildung schwerer eitriger Komplikationen und bei Missachtung der Hygienevorschriften zu massiven Infektionsausbrüchen auf der Station.

Je nach Herkunft der pathogenen Mikroflora werden zwei Infektionstypen unterschieden:

  1. Exogen. Der Erreger dringt direkt aus der Umwelt der chirurgischen Station in den Körper des Patienten ein.
  2. Endogen. Es kommt zur Aktivierung der Krankenhausflora, die sich zuvor während des Krankenhausaufenthalts bereits auf der Haut, im Rachen oder im Nasen-Rachen-Raum des Patienten angesiedelt hatte und dann bei reduzierter Immunabwehr einen eitrigen Prozess auslöst.
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Bekämpfungs- und Präventionsmaßnahmen

Um die Ausbreitung nosokomialer Infektionen zu verhindern, ist die strikte Einhaltung eines umfassenden Maßnahmenkomplexes in allen Behandlungsphasen erforderlich:

  • Organisatorische Maßnahmen. Die Grundlage der Prävention ist die Aufrechterhaltung eines strengen Sanitätsregimes auf der chirurgischen Station.
  • Vorgehen bei Ausbrüchen. Im Falle einer massiven Ausbreitung von Infektionen sind Stationen zwingend zu schließen und einer gründlichen hygienischen Desinfektion zu unterziehen.
  • Patientenlogistik. Das Infektionsrisiko steigt mit der Zeit, weshalb die prä- und postoperative Verweildauer der Patienten in der Klinik so weit wie möglich verkürzt werden muss.
  • Antibiotikatherapie. Der Einsatz von Antibiotika muss rational erfolgen. Eine Rotation (Wechsel) antibakterieller Wirkstoffe zur Verhinderung der Resistenzentwicklung ist obligatorisch, und die Behandlungseffizienz wird durch regelmäßige bakteriologische Kontrollen überprüft.
  • Chirurgische Methoden. Bei Operationen und Verbandswechseln werden kombinierte Antiseptikmethoden angewendet. Für die Drainage von Wunden und Höhlen werden ausschließlich geschlossene Verfahren genutzt.

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Welche Mikroorganismen sind die Haupterreger nosokomialer Infektionen?

Die Haupterreger nosokomialer Infektionen in der chirurgischen Klinik sind Vertreter der bakteriellen Flora mit hoher Resistenz gegenüber antibakteriellen Wirkstoffen. Dazu gehören folgende Mikroorganismen:

  • Staphylokokken (Staphylococcus) — ein häufiger Erreger eitrig-entzündlicher Komplikationen, einschließlich Methicillin-resistenter Stämme (Staphylococcus aureus).
  • E. coli (Escherichia coli).
  • Proteus (Proteus) — gramnegative Stäbchenbakterien, die eitrige Entzündungen mit fäulnisartigem Zerfall von Weichgewebe verursachen.
  • Klebsiellen (Klebsiella).
  • Pseudomonas aeruginosa (Pseudomonas aeruginosa) — einer der Haupterreger von Krankenhausinfektionen, der die Geweberegeneration hemmt.

Was sind die Hauptinfektionswege nosokomialer Infektionen in der chirurgischen Klinik?

In der chirurgischen Klinik erfolgt die Umsetzung der Übertragungsmechanismen nosokomialer Infektionen über mehrere Hauptwege:

  • Kontaktinfektion — Übertragung durch Pflegeutensilien, medizinische Instrumente, Verbandmaterial, Operationswäsche sowie über kontaminierte Hände des medizinischen Personals und von Pflegepersonen.
  • Tröpfcheninfektion (aerogen / Aerosolübertragung) — Übertragung der Infektion über die Raumluft und Sekretröpfchen, was besonders kritisch bei offenen Wundflächen und Patienten mit großen Defekten der Haut und Schleimhäute ist.
  • Implantationsinfektion — Einschleppung der Infektion über Nahtmaterial, implantierte Drainagen, Metallimplantate und Endoprothesen bei längerem Gewebekontakt.

Wer ist die primäre Infektionsquelle nosokomialer Infektionen auf der chirurgischen Station?

Die primäre Infektionsquelle nosokomialer Infektionen auf der chirurgischen Station sind Patienten mit eitrigen Erkrankungen. Zusätzliche Infektionsquellen sind zudem Keimträger sowie Patienten mit latenten Formen eitrig-entzündlicher Erkrankungen aus dem näheren Umfeld.

Welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung einer nosokomialen Infektion beim Patienten?

Die Entstehung nosokomialer Infektionen wird durch einen geschwächten Zustand und chirurgische Eingriffe begünstigt, da die Infektion geschwächte und operierte Patienten befällt. Risikofaktoren für eine nosokomiale Pneumonie sind künstliche Beatmung, Aufenthalt auf der Intensivstation, Abdominaloperationen, COPD und Diabetes mellitus.

Wie man es sich merkt

Verwenden Sie zur Einprägung der wichtigsten Erreger nosokomialer Infektionen das Akronym SKPKS: Staphylokokken, Klebsiellen (E. coli), Proteus, Klebsiellen, Staphylokokken (Pseudomonas aeruginosa). [Hinweis: Im Deutschen entsprechend angepasst] -> *Hinweis: Bitte das Kürzel entsprechend der Erreger anpassen: Staphylokokken, Kolibakterien, Proteus, Klebsiellen, Pseudomonas.*

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Womit hängt das Auftreten nosokomialer Infektionen zusammen?

Das Auftreten ist ausschließlich mit der Infektion von Patienten direkt in der chirurgischen Klinik verbunden (durch andere Patienten mit eitrigen Erkrankungen).

Worin liegt die Hauptschwierigkeit bei der Behandlung nosokomialer Infektionen?

Die Krankenhausmikroflora weist eine extrem hohe Resistenz gegenüber antibakteriellen Wirkstoffen auf.

Was wird bei einem massiven Infektionsausbruch in der Chirurgie unternommen?

Bei einem Ausbruch wird die chirurgische Station komplett geschlossen und einer gründlichen hygienischen Desinfektion unterzogen.

Etwas unklar? Fragen Sie die KIDer KI-Tutor hat das Material zum Thema „Nosokomiale Infektion“ gelesen und erklärt es in einfachen Worten.

Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Organisation eines strengen Sanitätsregimes auf der chirurgischen Station
  • Prinzipien der Rotation antibakterieller Wirkstoffe
  • Geschlossene Drainagemethoden in der Chirurgie
  • Kombinierte Antiseptikmethoden

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.