Funktionsprinzipien und Tätigkeitsphasen
Jeder Analysator stellt ein ausschließlich afferentes System dar. Das bedeutet, dass der Informationsfluss stets eine strenge Richtung hat: von den wahrnehmenden Strukturen an der Peripherie zu den verarbeitenden Zentren im ZNS.
Im Zuge seiner Arbeit realisiert der Analysator nacheinander drei Schlüsselebenen:
- «Zerlegung» der Außenwelt in Elemente. Das System unterteilt das komplexe Bild der Umwelt in einzelne basale Signale (Licht, Ton, Druck etc.).
- Transformation des Reizes. In dieser Phase wird die physikalische oder chemische Einwirkung in einen Nervenimpuls umgewandelt, was letztlich unter Berücksichtigung der Empfindlichkeitsschwellen zur Entstehung der primären Empfindung führt.
- Herausbildung der Verhaltensstrategie. Auf Basis der gewonnenen Informationen entscheidet der Organismus über weitere Aktionen.
Phänomen der psychischen Widerspiegelung
Die eintreffenden Reize lösen im ZNS spezifische Reaktionen aus, die dem Phänomen der psychischen Widerspiegelung zugrunde liegen. Nach der Lehre von I.P. Pawlow übernehmen gerade die Zellen der Großhirnrinde die komplexeste Arbeit — die höchste Analyse und Synthese der einlaufenden Informationen.
Der Prozess der Realitätswiderspiegelung verläuft stufenweise und umfasst drei Ebenen:
- Empfindung. Dies ist die basale Ebene, auf der lediglich isolierte, einzelne Eigenschaften eines konkreten Reizes widergespiegelt werden.
- Wahrnehmung. Ein komplexerer Prozess. Hier analysiert und synthetisiert das ZNS einzelne Empfindungen, wobei diese zwingend mit der zuvor angesammelten Erfahrung abgeglichen werden.
- Vorstellung. Die höchste Ebene, die es ermöglicht, vollwertige Abbilder auch dann zu formen, wenn der Reiz die Sinnesorgane aktuell nicht direkt beeinflusst.
Somit besteht die finale Funktion der gesamten Struktur in einer detaillierten Analyse externer Ereignisse mit anschließender Synthese eines einheitlichen psychischen Abbilds.
Rolle in der Systemorganisation des Verhaltens
Im Rahmen der Systemorganisation physiologischer Funktionen dürfen Analysatoren nicht als statische Leitungen für die Stromübertragung betrachtet werden. Im Gegenteil, es handelt sich um dynamische, sich selbst anpassende und selbstregulierende Organisationen.
Jeder afferente Erregungsstrom hat eine absolut konkrete funktionelle Bedeutung in der Architektur des Verhaltensakts. Das zentrale Nervensystem nutzt diese Ströme für komplexeste Prozesse wie die afferente Synthese und die Arbeit des Apparats zur Vorhersehbarkeit von Handlungsergebnissen.
Je nach ihrer Rolle im Verhalten werden die afferenten Ströme in drei Typen unterteilt:
- Situationsoffensive Afferenz — informiert über die aktuellen Umgebungsbedingungen.
- Auslösende Afferenz — dient als unmittelbares Signal für den Beginn der Handlung.
- Rückafferenz — meldet die Ergebnisse der bereits vollzogenen Handlung und schließt so den Regelkreis.
Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema
Aus welchen drei anatomisch-fysiologischen Abschnitten besteht ein Analysator nach I.P. Pawlow?
Nach I.P. Pawlow besteht ein Analysator aus drei anatomisch-physiologischen und funktionellen Abschnitten.
- Peripherer Abschnitt — umfasst Rezeptoren, den Hilfsapparat und das primäre afferente Neuron, führt die Signalerkennung und Codierung durch.
- Leitungsabschnitt — umfasst sensible Nerven und spezifische afferente Bahnen (im Rückenmark und Hirnstamm).
- Zentraler Abschnitt (kortikal) — Areale der sensorischen Großhirnrinde, die Erregung einer bestimmten Modalität empfangen (primäre und sekundäre Zonen).
Worin besteht die Eigenschaft der Analysatoradaptation?
Die Rezeptorenadaptation besteht in einem Prozess der Veränderung der Rezeptorempfindlichkeit bei anhaltender Reizeinwirkung. Dieser Prozess kann auf prärezeptoraler, rezeptoraler, Leitungs- und kortikaler Ebene stattfinden.
Nach der Adaptationsgeschwindigkeit unterscheidet man:
- Sich schnell adaptierende Rezeptoren — bilden eine kurze Antwort auf einen schnellen Stimulus.
- Sich langsam adaptierende Rezeptoren — antworten mit einer Serie von Impulsen während der gesamten Reizdauer.
Eine Form der Adaptation ist die Sensibilisierung, die sich in einer Herabsetzung der Schwellen und einer Erhöhung der Rezeptorenerregbarkeit äußert.
Wo ist das kortikale Ende des Sehanalysators lokalisiert?
Das kortikale Ende des Sehanalysators ist im Okzipitallappen des Großhirns lokalisiert. Die primäre Sehrinde befindet sich an den Rändern des Sulcus calcarinus (sulcus calcarinus), was dem Areale 17 entspricht.
Lichtreize, die in Nervenimpulse umgewandelt wurden, passieren den Konduktor und erreichen diese Rindenzone über die Sehstrahlung (Radiatio optica). Das kortikale Ende weist eine streng kreuzweise Organisation auf: Die linke Hemisphäre erhält Impulse aus dem rechten Gesichtsfeld und die rechte aus dem linken.
Um sich die Ebenen der psychischen Widerspiegelung zu merken, nutzen Sie das Akronym EVP: Empfindung (Details) → Vorstellung/Wahrnehmung (Synthese + Erfahrung) → Vorstellung (Abbild ohne Stimulus).
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Worin besteht die Hauptfunktion der Großhirnrinde bei der Arbeit des Analysators?
Gemäß I.P. Pawlow sind die Rindenzellen für die höchste Analyse und Synthese von Informationen verantwortlich, die sowohl aus der Außen- als auch aus der Innenwelt des Organismus stammen.
Wdurch unterscheidet sich die Wahrnehmung grundlegend von der Empfindung?
Die Empfindung spiegelt nur einzelne Eigenschaften des Reizes wider. Die Wahrnehmung hingegen verknüpft diese Empfindungen und gleicht sie zwingend mit der früheren Erfahrung des Menschen ab.
Welche Arten von afferenten Strömen sind am Verhaltensakt beteiligt?
Man unterscheidet drei Haupttypen: situationsbezogene, auslösende und Rückafferenz. Sie unterscheiden sich durch ihre Rolle in den Mechanismen der Vorhersage und Synthese.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Mechanismen der Reiztransformation in einen Nervenimpuls
- Der Begriff der Empfindlichkeitsschwellen bei der Arbeit sensorischer Systeme
- Die Rolle der Rückafferenz bei der Bewertung von Handlungsergebnissen
- Apparat zur Vorhersehbarkeit von Handlungsergebnissen (Handlungsergebnisakzeptor)
- Stadien der afferenten Synthese in der Systemarchitektonik
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