Ursprung und Verlauf
Die oberste Mastdarmarterie entspringt der unteren Gekrösarterie (A. mesenterica inferior). Die untere Gekrösarterie entspringt von der Vorderfläche des unteren Drittels der Aorta abdominalis auf Höhe des III. Lendenwirbels (LIII) und verläuft retroperitoneal.
Die A. rectalis superior ist der Endast dieses Stammes. Die untere Gekrösarterie gibt zudem die Arteria colica sinistra und die Sigmoidalarterien ab. Die oberste Mastdarmarterie verläuft in der Mesenterienwurzel und zieht zum Ampullenteil des Rektums.
Blutversorgung des Rektums und Anastomosen
Das Rektum wird aus fünf Arterien mit Blut versorgt. Die oberste Mastdarmarterie ist unpaar; die mittleren und unteren Mastdarmarterien sind paarig.
Sie bildet Anastomosen:
- Mit der unteren Sigmoidalarterie.
- Mit der mittleren Mastdarmarterie (A. rectalis media) — einem Ast der inneren Beckenarterie (A. iliaca interna).
Besonderheit der Vaskularisation: Entlang des mesenterialen Darmrandes bildet sich nur eine Arkade erster Ordnung — das parallele bzw. marginale Gefäß.
Topographie und Nachbarstrukturen
Der obere Teil des Rektums ist allseitig mit Bauchfell bedeckt (intraperitoneal), während der supraampulläre oder rektosigmoidale Teil manchmal ein Mesenterium besitzt (Mesorectum).
Die extraorganischen Venen entsprechen den Arterien und bilden die untere und obere Gekrösvene. Die untere Gekrösvene (V. mesenterica inferior) verläuft links der Flexura duodenojejunalis (Flexura duodenojejunalis) unter dem Körper der Bauchspeicheldrüse und mündet in die Milzvene. Die Rektumvenen bilden einen rektalen Venenplexus, der am portokavalen Anastomosensystem beteiligt ist.
Lymphdrainage und klinische Bedeutung
Entlang der A. rectalis superior liegen regionale Lymphknoten. Bei einer Tumorlokalisation im Sigmoid befinden sich regionale Lymphknoten insbesondere entlang der A. rectalis superior.
Bei der Behandlung eines Karzinoms des distalen Sigmoiddrittels werden die Sigmoidausräumung mit transabdominaler Rektumresektion oder eine Operation nach Hartmann bei Unmöglichkeit einer Anastomosierung empfohlen. Der vaskuläre Schritt beinhaltet die Ligatur der unteren Gekrösarterie (A. mesenterica inferior) an ihrem Ursprung oder unmittelbar distal des Abgangs der Arteria colica sinistra (A. colica sinistra).
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Ist die oberste Mastdarmarterie paarig?
Nein, dies ist eine unpaare Arterie. Die mittleren und unteren Mastdarmarterien sind paarig.
Einem Ast welcher Arterie entspringt sie?
Sie ist der Endast der unteren Gekrösarterie (A. mesenterica inferior), die von der Vorderfläche des unteren Drittels der Aorta abdominalis auf Höhe von LIII entspringt.
Mit welchen Arterien bildet sie Anastomosen?
Die oberste Mastdarmarterie anastomosiert mit der unteren Sigmoidalarterie sowie mit der mittleren Mastdarmarterie (einem Ast der A. iliaca interna).
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Untere Gekrösarterie (A. mesenterica inferior)
- Mittlere Mastdarmarterie (A. rectalis media)
- Blutversorgung des Rektums
- Portokavale Anastomosen des Rektums
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