Allgemeiner Bauplan der Hautbedeckung
Die allgemeine Körperbedeckung (integumentum commune) besteht aus der Haut (cutis) und der darunter gelegenen Subkutis. In der Hauttiefe befinden sich sensible Nervenendigungen, Blut- und Lymphgefäße sowie Drüsen, Haare und Nägel.
Funktionell und histologisch wird die Haut in zwei Hauptschichten unterteilt:
- Epidermis (epidermis) – die äußere Schicht.
- Eigentliche Haut oder Dermis (dermis, corium) – das innere Bindegewebsgerüst.
Unter der Dermis liegt die Subkutis (tela subcutanea). Es ist wichtig zu beachten, dass sie anatomisch nicht zu den Schichten der Haut selbst gehört, obwohl sie topografisch eng mit ihr verbunden ist.
Epidermis und ihre Schichten
Die Epidermis leitet sich vom Ektoderm ab und stellt ein mehrschichtiges, hornbildendes Plattenepithel dar. Sie enthält keine eigenen Blutgefäße, weshalb sich die Zellen ausschließlich durch Diffusion aus der darunterliegenden Schicht ernähren.
Schichten der Epidermis (von den tiefsten zu den oberflächlichen):
- Stratum basale (stratum basale). Besteht aus einer Reihe zylindrischer Zellen. Dies ist die aktive Keimschicht, in der ständig Mitosen stattfinden. Hier befinden sich auch Melanozyten, die das Pigment Melanin produzieren.
- Stratum spinosum (stratum spinosum). Besteht aus mehreren Zellreihen. Sie zeichnen sich durch spezielle interzelluläre „Dornen“ (Spinae) aus, die die Zellen fest miteinander verknüpfen und die mechanische Festigkeit der gesamten Epidermis gewährleisten.
- Stratum granulosum (stratum granulosum). Umfasst 3–5 Zellreihen. In ihrem Zytoplasma reichern sich Keratohyalingranula an.
- Stratum lucidum (stratum lucidum). Kommt nicht überall vor – es ist nur in der sogenannten dicken Haut (Fußsohlen und Handinnenflächen) vorhanden. Die Zellen dieser Schicht besitzen keine Kerne und sind vollständig mit dem Stoff Eleidin gefüllt.
- Stratum corneum (stratum corneum). Die oberflächlichste Schicht. Sie besteht aus abgeflachten, verhornten toten Zellen, die ständig abgeschuppt und erneuert werden. Sie erfüllt die Hauptschutzfunktion.
Eigentliche Haut (Dermis)
Die Dermis (dermis, corium) ist ein Derivat des Mesoderms. Sie besteht aus starkem, faserigem Bindegewebe.
In der Dermis werden zwei Schichten unterschieden:
- Stratum papillare (stratum papillare). Wird durch lockeres Bindegewebe gebildet. Sie bildet spezifische Fortsätze (Papillen), die in die Epidermis hineinragen. In dieser Schicht verlaufen Blut- und Lymphkapillaren, die das äußere Epithel ernähren, zudem liegen hier Nervenendigungen.
- Stratum reticulare (stratum reticulare). Wird durch straffes, unformes Bindegewebe gebildet. Sie enthält ein dichtes Netzwerk aus Kollagen- und elastischen Fasern, was eine hohe mechanische Festigkeit und Elastizität der Haut gewährleistet.
Hautrelief
Die Hautoberfläche ist nicht völlig glatt. Sie bildet ein komplexes Relief:
- Furchen (sulci cutis) und Leisten (cristae cutis). Das Muster, das sie bilden, ist für jeden Menschen streng individuell und bleibt lebenslang konstant (genau diese Tatsache wird in der Daktyloskopie genutzt).
- Hautfalten. Diese können permanent oder temporär sein (sie bilden sich meist im Bereich von Gelenken bei Bewegungen).
Subkutane Bindegewebsschicht
Die Subkutis (tela subcutanea) liegt unter der Dermis. Sie besteht aus losen Bindegewebsmasken, in deren Maschen Fettläppchen liegen – das Fettgewebe. In einigen anatomischen Regionen (z. B. Augenlider, Ohrmuschel, Skrotum) fehlt das Fettgewebe vollständig.
Hauptfunktionen der Subkutis:
- Wärmeisolation des Organismus;
- Dämpfung von mechanischen Stößen und Druck;
- Gewährleistung der Verschieblichkeit der Haut gegenüber darunterliegenden Faszien und Muskeln;
- Energiedepot (Fettreserven).
Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema
Welche Derivate (Anhängsel) der Haut werden in der menschlichen Anatomie unterschieden und welche konkreten Drüsenarten gehören dazu?
Zu den Hautanhangsgebilden in der menschlichen Anatomie gehören Haare, Nägel und Drüsen. Man unterscheidet folgende Drüsenarten:
- Schweißdrüsen (glandulae sudoriferae).
- Talgdrüsen (glandulae sebaceae) – ihre Ausführungsgänge münden in die Haarfollikeltrichter.
- Milchdrüsen – sind modifizierte Schweißdrüsen.
Haare und Nägel sind ebenfalls Derivate des Hautektoderms.
Welche verkapselten und freien Nervenendigungen befinden sich in den verschiedenen Hautschichten?
In den verschiedenen Hautschichten befinden sich sowohl freie als auch verkapselte Nervenendigungen.
- In der Epidermis befinden sich freie Nervenendigungen und Merkel-Tastscheiben (gehören zu den freien Rezeptoren).
- Im Stratum papillare der Dermis sind verkapselte Meissner-Tastkörperchen sowie nicht verkapselte (unfreie) Endigungen lokalisiert.
- Im Stratum reticulare der Dermis liegen verkapselte Rezeptoren für die Tiefe: Vater-Pacini-Lamellenkörperchen, Ruffini-Körperchen und Krause-Endkolben.
Welche Zellen sind, abgesehen von Keratinozyten und Melanozyten, in der Epidermis vorhanden?
Abgesehen von Keratinozyten und Melanozyten gehören zum Aufbau des mehrschichtigen verhornten Plattenepithels der Epidermis weitere spezialisierte Zellen. Dazu gehören:
- Langerhans-Zellen – spezialisierte antigenpräsentierende dendritische Zellen makrophagischer Natur.
- Merkel-Zellen – Tastepithelzellen mit Rezeptorfunktion.
- T-Lymphozyten – überwiegend zytotoxische CD8+-Lymphozyten, die im Stratum basale und Stratum spinosum lokalisiert sind.
Ebenfalls sind in der Epidermis andere dendritische und neuroektodermale Zellen vorhanden.
Was sind Langer-Spaltlinien und wie hängen sie mit der Struktur des Stratum reticulare der Dermis zusammen?
Langer-Linien sind Hautspannungslinien, die die Richtung der Falten- und Runzelbildung bestimmen. Ihre Entstehung ist mit der Ausrichtung der Kollagenfasern verbunden. Das Prinzip der Langer-Linien gilt für alle Körperbereiche, einschließlich derer, in denen keine sichtbaren Linien verlaufen. Das Stratum reticulare der Dermis (stratum reticulare), das aus straffem, unformem Bindegewebe besteht, enthält diese Kollagen- und elastischen Fasern, die für Festigkeit und Elastizität der Haut sorgen.
Um sich die Schichten der Epidermis von unten nach oben zu merken, hilft der Merksatz: „Bitte Streiche Zarte Glänzende Hornhaut“ (Basalschicht, Stachelzellschicht, Körnerschicht, Glanzschicht, Hornschicht).
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Gehören Haare, Nägel und Subkutis zur Haut?
Haare, Nägel und Drüsen sind Hautderivate und befinden sich in der Hauttiefe. Die Subkutis (tela subcutanea) hingegen liegt unter der Dermis und gehört nicht zu den Hautschichten selbst.
Wodurch werden die Hornschicht und andere Schichten der Epidermis ernährt?
In der Epidermis befinden sich keine eigenen Blutkapillaren. Alle Nährstoffe gelangen durch Diffusion aus den Kapillaren des Stratum papillare der Dermis dorthin.
Worin liegt der Unterschied zwischen dünner und dicker Haut?
In der dicken Haut (an Handinnenflächen und Fußsohlen) ist eine zusätzliche Schicht vorhanden – das Stratum lucidum der Epidermis, das in den übrigen, mit dünner Haut bedeckten Körperregionen fehlt.
Wo in der Haut wird das Pigment Melanin gebildet?
Melanin wird von spezialisierten Zellen synthetisiert – den Melanozyten. Sie befinden sich in der tiefsten Schicht, dem Stratum basale der Epidermis.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Zelluläre Zusammensetzung der Epidermis (Keratinozyten, Melanozyten, Langerhans-Zellen und Merkel-Zellen)
- Verhornungsprozess (Keratinisierung): von der Keratohyalin-Synthese bis zur Bildung von Hornschuppen
- Anatomie und Physiologie der Hautanhangsgebilde (Struktur von Haarfollikel, Talg- und Schweißdrüsen)
- Morphologische Grundlagen der Daktyloskopie: wie Leisten und Furchen entstehen
Erarbeiten Sie das Thema komplett im Kurs „Anatomie“
Hier ist die Zusammenfassung. Im Kurs finden Sie alles, was in Vorlesung und Prüfung gefragt wird.
- Vollständiger Leitfaden zum Thema „Haut und Hautschichten“ und weitere 1.363 Seiten des Faches
- Aufgaben und Tests nach jedem Thema – wie beim Kolloquium
- Der KI-Tutor beantwortet Ihre Fragen zum Thema jederzeit
- 295 Videolektionen zum Fach
Weitere Themen des Bereichs „Sinnesorgane“
Kostenlose Videolektionen: AnatomieKurze Lektionen mit Zusammenfassungen – ohne Registrierung.
Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.