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Traumatologie · Spezielle Traumatologie bei Erwachsenen

Ermüdungsbrüche der unteren Extremität

*Stress Fractures*

Stressfrakturen sind Knochengewebsschäden, die durch wiederholte mechanische Belastungen entstehen, welche die Belastbarkeit des Knochens überschreiten. Zu den Risikogruppen gehören häufig körperlich aktive Frauen mit der weiblichen Athleten-Triade, die durch Zyklusstörungen, Energiemangel und verminderte Knochendichte gekennzeichnet ist.

PathogeneseDie Akkumulation von Mikrofrakturen übersteigt die Rate des Knochenremodellings.
Versteckte GefahrDie weibliche Athleten-Triade führt zu einer verminderten peak bone mass und zu Osteoporose.
SchmerzauslöserDer Schmerz tritt schleichend auf, verstärkt sich bei Stoßbelastungen und lässt in Ruhe nach.
RöntgenuntersuchungZeigt in der Frühphase keine Veränderungen; Anzeichen sind erst nach einigen Wochen sichtbar.
GoldstandardMRT und Knochenszintigraphie sind die besten Methoden zum Nachweis okkulter Läsionen.
2 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 25.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Ursachen und weibliche Athleten-Triade

Den Stressfrakturen liegt ein Ungleichgewicht zwischen Mikrotraumatisierung des Knochens und dessen Reparatur zugrunde. Normalerweise führt eine zyklische Belastung (z. B. beim Laufen) zu Mikrofrakturen, die dank der Aktivität von Osteoklasten und Osteoblasten anschließend abheilen. Wenn die Belastung exzessiv ist, verschmelzen die Mikrotraumata zu einer echten Fraktur.

Bei jungen Sportlerinnen wird dieser Prozess häufig durch die weibliche Athleten-Triade (Female Athlete Triad) verschlimmert, welche Folgendes umfasst:

  • Energiemangel: Kaloriendefizit, teilweise im Zusammenhang mit Essstörungen (Anorexie, Bulimie).
  • Menstruationsstörungen: bis hin zur Amenorrhö infolge eines Östrogenabfalls.
  • Verminderte Knochendichte: Osteoporose oder deren Vorstufen.

Energiemangel und niedrige Östrogenspiegel stören das normale Knochenremodellierung und machen den Knochen brüchig.

Klinisches Bild und Untersuchung

Ein akutes Trauma ist in der Anamnese nicht vorhanden. Die Patientin klagt in der Regel über chronisch zunehmede Schmerzen, die einige Wochen nach einer abrupten Steigerung des Trainingseinheiten begonnen haben. Der Schmerz ist klar mit Stoßbelastungen assoziiert und klingt in Ruhe ab.

Bei der körperlichen Untersuchung finden sich oft keine spezifischen Befunde. Lokale Druckschmerzhaftigkeit oder ein Ödem sind möglich. Zur Verifizierung der Lokalisation werden angewandt:

  • Dreipunkt-Fulcrum-Test (3-point fulcrum test) — zum Nachweis einer Oberschenkelschaftfraktur.
  • Fersenpress-Test (calcaneal squeeze test) — bei Verdacht auf eine Schädigung des Calcaneus.

Zudem evaluiert der Arzt den BMI (hohes Risiko bei Werten unter 17.5 kg/m²) und sucht nach indirekten Zeichen von Mangelernährung: feiner Lanugobehaarung (Lanugo), Schwielen an den Fingerknöcheln, vergrößerten Parotisdrüsen, Bradykardie und Hypotonie.

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Labor- und apparative Diagnostik

Eine umfassende Untersuchung beinhaltet die Beurteilung aller Komponenten der Triade:

  1. Labortests: Schwangerschaftstest, Elektrolytstatus (Suche nach Hypokaliämie/Hyponatriämie) sowie Beurteilung der hypothalamisch-hypophysär-nebennierenrindlichen Achse (LH, FSH, Prolaktin, TSH).
  2. Densitometrie (DXA): erforderlich zur Bestimmung der Knochenmineraldichte. Ein Z-Score <-1.0 bei einer Sportlerin ist ein Alarmsignal.
  3. Bildgebende Verfahren:
  4. Röntgendiagnostik: In den frühen Stadien insuffizient. Später lassen sich kortikale Aufhellungen, Verdickungen, periostale Reaktionen oder seltener die Frakturlinie selbst erkennen.
  5. MRT: Ermöglicht die Darstellung von Knochenmarködemen und einer klaren Läsionslinie (okkulte Frakturen).
  6. Technetium-Knochenszintigraphie: Zeigt eine fokale Tracer-Anreicherung am Ort der Fraktur.
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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Pathophysiologie des Knochenremodellings: Balance der Osteoklasten- und Osteoblastenaktivität
  • Essstörungen bei Sportlerinnen: Diagnostik und Konsequenzen
  • Hormonprofil bei der weiblichen Athleten-Triade
  • Durchführungsmethode des Dreipunkt-Fulcrum-Tests und des Fersenpress-Tests
  • Interpretation der Densitometrie-Ergebnisse (DXA) bei jungen Patienten

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.