Knöcherne Grundlage des Beckens
Das knöcherne Beckengerüst wird von mehreren zentralen anatomischen Strukturen gebildet.
- Beckenknochen: bestehen aus den paarigen Schambein-, Darmbein- und Sitzbeinelementen.
- Kreuzbein und Steißbein: komplettieren die knöcherne Basis von dorsal.
Diese Strukturen gewähren einen zuverlässigen Schutz der inneren Organe und dienen über die Oberschenkelknochen als Stützpfeiler für die untere Extremität.
Verbindungen der Beckenknochen
Die Elemente des Beckenrings sind ventral und dorsal fest miteinander verbunden.
- Ventral: befindet sich die Schambeinsymphyse (symphysis pubica). Kranial wird sie zusätzlich durch das obere Schambeinband (lig. pubicum superius) und kaudal durch das bogenförmige Schambeinband (lig. arcuatum pubis) gesichert.
- Dorsal: liegt das Kreuz-Darmbein-Gelenk (articulatio sacroiliaca), welches eine straffe, extrem feste Verbindung zwischen dem axialen Skelett und dem Beckengürtel herstellt.
Bänderapparat und Öffnungen
Eine besondere Rolle in der Anatomie des Beckens spielen kräftige Bänder, die vom Kreuzbein ausgehen:
- Lig. sacrospinale — zieht zur Spina ischiadica.
- Lig. sacrotuberale — verläuft zum Tuber ischiadicum.
Indem sie über die Beckeneinschnitte hinwegziehen, begrenzen diese Strukturen zwei wesentliche anatomische Öffnungen: das Foramen ischiadicum majus und das Foramen ischiadicum minus.
Äußere knöcherne Leitpunkte
Bei der klinischen Untersuchung und topografisch-anatomischen Analyse kann der Arzt folgende Strukturen palpieren:
- Oberer Symphysenrand und Schambeinäste
- Tubercula pubica
- Spinae iliacae anteriores superiores
- Kreuzbein und Steißbein
- Tuber ischiadica
- Trochanteres majores femoris
Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema
Welche Muskeln und neurovaskulären Bündel ziehen durch das Foramen ischiadicum majus?
Durch das Foramen ischiadicum majus ziehen der M. piriformis und mehrere neurovaskuläre Bündel.
- Birnförmiger Muskel (m. piriformis) — unterteilt die Öffnung in zwei Spalten.
Durch das Foramen suprapiriforme ziehen:
- Superior gluteal neurovascular bundle.
Durch das Foramen infrapiriforme ziehen:
- Inferior gluteal neurovascular bundle;
- Nervus ischiadicus (n. ischiadicus);
- Nervus cutaneus femoris posterior (n. cutaneus femoris posterior);
- Pudendal neurovascular bundle.
Welche Gelenkflächen bilden das Iliosakralgelenk?
Das Iliosakralgelenk (articulatio sacroiliaca) wird durch die artikulierenden Knochenflächen des Kreuzbeins und des Beckenknochens gebildet.
- Facies auricularis ossis sacri — befindet sich an den lateralen Teilen des Kreuzbeins.
- Facies auricularis ossis ilii — liegt dem Kreuzbein an und bildet ein straffes, wenig bewegliches Gelenk (Amphiarthrose).
Welche anatomischen Strukturen ziehen durch das Foramen ischiadicum minus?
Durch das Foramen ischiadicum minus ziehen folgende anatomische Strukturen:
- Musculus obturatorius internus (m. obturatorius internus) — zieht aus dem kleinen Becken in die Gesäßregion.
- Pudendal neurovascular bundle (a. et v. pudendae internae, n. pudendus) — verläuft aus der Gesäßregion zurück in die Fossa ischioanalis, unter dem Lig. sacrotuberale hindurch.
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Welche Knochen bilden das knöcherne Fundament des Beckens?
Das knöcherne Fundament wird durch die paarigen Beckenknochen (Darmbein, Schambein und Sitzbein) sowie durch Kreuzbein und Steißbein gebildet.
Womit ist die Schambeinfuge von vorne und unten verstärkt?
Nach oben hin wird die Schambeinfuge (symphysis pubica) durch das obere Schambeinband (lig. pubicum superius) und nach unten hin durch das bogenförmige Schambeinband (lig. arcuatum pubis) verstärkt.
Wie entstehen das große und das kleine Sitzbeinloch?
Sie werden durch die Kreuzbeinbänder (lig. sacrospinale und lig. sacrotuberale) gebildet, die zum Sitzbeinstachel und zur Sitzbeinhaufe ziehen und dabei die große und kleine Sitzbeineinschnittstelle schließen.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Anatomie des Iliosakralgelenks
- Topographie des großen und kleinen Sitzbeinlochs
- Klinische Bedeutung der Palpation knöcherner Beckenpunkte
- Aufbau und Äste der Schambeine
- Funktionelle Biomechanik des Bandapparates des Beckens
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