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Propädeutik · Untersuchung von Haut, Lymphknoten und einzelnen Körperteilen

Subkutanes Fettgewebe

Subkutanes Fettgewebe (Subkutis) ist eine Fettschicht, deren Beurteilung Rückschlüsse auf den Ernährungsstatus des Patienten, endokrine Störungen und verborgene Systemerkrankungen zulässt. Die Untersuchung umfasst obligatorisch die visuelle Inspektion der Haut und die palpatorische Bestimmung der Hautfaltendicke an standardisierten Punkten.

UntersuchungstechnikDie Hautfalte wird zwischen Daumen und Zeigefinger gefasst.
PalpationsstellenUmbilikalregion, subskapulär, Innenseite von Oberarm und Oberschenkel.
Cushing-SyndromDysplastische Adipositas mit Fettverteilungsstörung und purpurnen Striae.
PannikulitisSchmerzhafte Verhärtung des Fettgewebes, einhergehend mit Hautrötung.
4 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 24.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Methode der klinischen Beurteilung

Die klinische Untersuchung des subkutanen Fettgewebes erfolgt parallel zur Inspektion der Haut. Der Arzt beurteilt dabei zwei Hauptparameter: den Grad der Fetteinlagerung sowie das Vorhandensein verborgener oder offener Ödeme.

Der Grad der Entwicklung des Fettgewebes wird palpatorisch bestimmt. Dazu fasst der Arzt vorsichtig eine Hautfalte mitsamt dem Unterhautfettgewebe zwischen Daumen und Zeigefinger. Um ein verlässliches Bild zu erhalten, muss die Palpation in vier anatomischen Zonen durchgeführt werden:

  • Am Abdomen (im Bereich des Nabels).
  • In den Subskapularräumen.
  • An den Innenseiten der Oberarme.
  • An den Innenseiten der Oberschenkel.

Interpretation der Ergebnisse: Lässt sich die Haut leicht in eine Falte abheben, weist dies auf eine Mangelernährung hin. Bei ausgeprägter Adipositas ist es extrem schwierig oder physisch unmöglich, eine Falte zu bilden.

Exzessive Fettablagerung

Adipositas wird in Abhängigkeit vom Muster der Fettgewebeverteilung klassifiziert. Bei einer typischen Adipositas lagert sich das Fett relativ gleichmäßig ab, wobei häufig ein abdominaler Verteilungstyp überwiegt.

Eine dysplastische (abnorme) Adipositas zeigt sich deutlich beim Cushing-Syndrom bzw. der Cushing-Krankheit. Diese Pathologie wird durch einen Überschuss an Glukokortikoiden verursacht (bedingt durch einen ACTH-produzierenden Hypophysentumor, Nebennierentumor oder exogene Hormoneinnahme).

Der „cushingoide“ Phänotyp umfasst:

  • Mondgesicht (spezifische Abrundung durch Fetteinlagerung in den Wangen).
  • „Stiernacken“ (ausgeprägter Fettwulst am hinteren Halsbereich).
  • Markante Körperdysproportion: massive Fettablagerung am oberen Rumpf bei abnormal dünnen Extremitäten.

Durch Überdehnung entstehen Atrophiebezirke der Haut — Striae. Bei Hyperkortisolismus weisen diese eine charakteristische purpurlila Farbe auf. Für die Differenzialdiagnose ist es wichtig zu wissen, dass weißliche Striae andere Ursachen haben: nach Entbindungen, bei massivem Aszites oder langjähriger ernährungsbedingter Adipositas.

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Gewichtsverlustsyndrome

Eine unzureichende Entwicklung des subkutanen Fettgewebes wird als Lipodystrophie bezeichnet. Sie tritt umschrieben auf (z. B. lokaler Fettschwund an Stellen permanenter Insulininjektionen bei Diabetes mellitus) oder generalisiert, was zu einer allgemeinen Abmagerung führt.

Die extremste Form der Abmagerung ist die Kachexie. Dieser Zustand geht mit drastischem Gewichtsverlust, ausgeprägter körperlicher Schwäche und der Dämpfung aller physiologischen Funktionen einher. Auf psychoneurologischer Ebene entwickelt sich zunächst ein asthenisches Syndrom, das mit der Zeit in eine tiefgreifende Apathie übergeht.

Pathogenetische Mechanismen und Ursachen der Gewichtsabnahme:

  1. Alimentäre Faktoren: Mangelernährung im Alter, bei Alkoholismus, Depression, Demenz oder Anorexia nervosa.
  2. Gastrointestinale Pathologien: Malabsorptionssyndrom, schwere Diarrhöen, Parasitenbefall.
  3. Endokrine Störungen: Dekompensation eines Diabetes mellitus, Thyreotoxikose.
  4. Onkologie: Bösartige Tumoren — die häufigste Ursache der Tumorkachexie.
  5. Chronische Entzündungen: Tuberkulose, rheumatoide Arthritis, COPD.
  6. Organversagen: Terminale Stadien der Herz- oder Lungenschwäche.

Wichtig: Ein rascher Gewichtsverlust kann iatrogen bedingt sein. So führt beispielsweise eine aktive Diuretikatherapie zum Flüssigkeitsverlust und Abbau von Ödemen, nicht jedoch zu einer Reduktion des Gewebevolumens.

Umschriebene pathologische Prozesse

Bei der Palpation des subkutanen Fettgewebes können umschriebene Knoten und Verhärtungen entdeckt werden, die eine Differenzialdiagnose erfordern. Die Hauptarten von Veränderungen sind:

  • Lipome: Gutartige Fettansammlungen. Sie fühlen sich völlig schmerzfrei an und haben scharfe Grenzen (abgekapselte Bezirke).
  • Pannikulitiden (aseptisch oder eitrig): Entzündliche Erkrankungen der Subkutis. Im Gegensatz zu Lipomen sind sie bei Palpation stark schmerzhaft, und die darüber liegende Haut ist stets gerötet.

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Wie dick ist die normale Haut-Fett-Falte in der Nabelregion?

Normalerweise beträgt die Dicke der Haut-Fett-Falte am Bauch (auf Höhe des Nabels) etwa 1–2 cm. Dabei ist das subkutane Fettgewebe mäßig entwickelt, gleichmäßig verteilt und schmerzfrei. Liegt die Faltendicke unter 0,5 cm, weist dies auf Abmagerung hin, überschreitet sie 2–2,5 cm, spricht dies für eine exzessive Entwicklung des Fettgewebes.

Welche Adipositasgrade werden anhand des Body-Mass-Index (BMI) unterschieden?

Abhängig vom BMI werden folgende Adipositasgrade eingeteilt:

  • Adipositas Grad I — BMI von 30,0 bis 34,9 kg/m².
  • Adipositas Grad II — BMI von 35,0 bis 39,9 kg/m².
  • Adipositas Grad III — BMI $\ge$ 40 kg/m².

Zur Einschätzung des Komplikationsrisikos können zudem niedrigere Schwellenwerte (27,5, 32,5 bzw. 37,5 kg/m² für den 1., 2. und 3. Grad) herangezogen werden.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Woran deuten purpurne und weiße Striae der Haut hin?

Purpurlila Striae sprechen für einen Hyperkortisolismus (Cushing-Syndrom). Weißliche Striae entstehen durch banale Hautüberdehnung nach einer Schwangerschaft, bei massivem Aszites oder ernährungsbedingter Adipositas.

Worin unterscheidet sich Kachexie von einfachem Gewichtsverlust?

Kachexie ist der Grad der extremsten generalisierten Abmagerung, bei der nicht nur das subkutane, sondern auch das viszerale Fett schwindet und die Muskulatur atrophiert. Sie geht mit schwerer Schwäche, Organdämpfung und dem Übergang von Asthenie zu Apathie einher.

Wie unterscheidet man Lipom und Pannikulitis palpatorisch?

Ein Lipom tastet sich als scharf abgegrenzte und völlig schmerzfreie Verhärtung. Eine Pannikulitis geht stets mit ausgeprägten Berührungsschmerzen und einer Rötung der Haut über dem Entzündungsherd einher.

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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Anthropometrische Methoden zur Bestimmung des Adipositas-Typs
  • Viszerales Fett und seine metabolische Aktivität
  • Pathogenese des Malabsorptionssyndroms
  • Mechanismen der Entstehung einer aseptischen Pannikulitis
  • Differenzialdiagnostik des Ödemsyndroms und der Gewichtszunahme

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.