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Propädeutik · Ergänzende Themen

Morbus Bechterew

*Ankylosing spondylitis*

Morbus Bechterew (ankylosierende Spondylitis) ist eine systemische chronische Gelenkerkrankung, die zur Verknöcherung des Bandapparates und zur Fusion der Wirbel führt. Die Pathologie geht mit ausgeprägten Ruheschmerzen, der Ausbildung einer „Bettlerhaltung“ und einem hohen Risiko für gefährliche Wirbelsäulenverletzungen einher.

Charakteristische Haltung„Bettlerhaltung“ mit ausgeprägter Kyphose der Wirbelsäule
Röntgenzeichen„Bambusstab-Phänomen“ aufgrund totaler Verknöcherung
FrakturrisikoDas Risiko von Rückenmarksverletzungen ist mehr als 10-mal höher als in der Normalbevölkerung
RuheschmerzIm Gegensatz zur Osteochondrose verstärken sich die Schmerzen in Ruhe
2 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 13.10.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformWartet auf Dozentenprüfung

Klinisches Bild und äußeres Erscheinungsbild

Das Hauptsymptom im fortgeschrittenen Stadium ist die spezifische „Bettlerhaltung“, die durch eine ausgeprägte Brustkyphose gekennzeichnet ist. Aufgrund der Bewegungseinschränkung und Gelenkfusion ist die Atemfunktion stark beeinträchtigt: Die Exkursion des Thorax ist vermindert, was in Kombination mit ungesunden Gewohnheiten die respiratorische Insuffizienz verschlimmert.

Ein Rauchstopp ist von kritischer Bedeutung, da die ohnehin bestehende Atemnot infolge der Thoraxversteifung durch den Tabakrauch massiv verstärkt wird.

Bildgebende Diagnostik und radiologische Zeichen

Natives Röntgen der Wirbelsäule zeigt einzigartige Veränderungen, die eine präzise Verifizierung der Erkrankung ermöglichen:

  • „Bambusstab-Phänomen“: Zeigt sich im anterioren Röntgenbild aufgrund der totalen Bandverknöcherung und der Ausbreitung von Syndesmophyten über die gesamte Wirbelsäule.
  • „Trambahnschienen-Phänomen“: Drei vertikale Linien in der Lendenwirbelsäule, gebildet durch verschmolzene Gelenke und Dornfortsätze.
  • Das MRT kann eine begleitende durale Ektasie zeigen – eine Erweiterung des Wirbelkanals mit festonierter Hinterkante der Wirbelkörper.
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Differentialdiagnostik zur Osteochondrose

Folgende Merkmale helfen dabei, die ankylosierende Spondylitis von einer gewöhnlichen lumbalen Osteochondrose zu unterscheiden:

  • Schmerzcharakter: Bei der Spondylarthritis verstärken sich die Schmerzen in Ruhe, während sie bei Osteochondrose nachlassen.
  • Beweglichkeit: Bei Morbus Bechterew sind sowohl die Thoraxexkursion als auch die Seitwärtsneigung der Wirbelsäule eingeschränkt.
  • Laborwerte: Es zeigt sich eine beschleunigte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und das Auftreten akuter Entzündungsmarker.
  • Röntgen: Es finden sich Anzeichen einer Sakroiliakalgelenksentzündung und Ankylose, die bei Osteochondrose fehlen.

Komplikationen und Rehabilitation

Die Wirbelsäule von Patienten mit seronegativer Spondylarthritis ist äußerst fragil, was selbst bei minimalen Traumata ein hohes Frakturrisiko im zervikalen, zervikothorakalen und thorakolumbalen Übergang birgt. Die Behandlung solcher Frakturen kann sowohl konservativ (Extension, Halo-Fixateur) als auch chirurgisch (Dekompression, Spondylodese, Osteotomie zur Kyphosekorrektur) erfolgen.

Zur Erhaltung der Bewegungsapparatfunktion sind schonende, gelenkschonende Übungen wie Pilates oder Tai Chi obligatorisch.

Wie man es sich merkt

„Bechterew im Bambus und in der Bettlerhaltung: Das Röntgen zeigt den Stab, und der Ruheschmerz lässt nicht nach.“

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Wie unterscheidet sich der Rückenschmerz bei Morbus Bechterew von dem bei Osteochondrose?

Bei Morbus Bechterew verstärken sich die Schmerzen in Ruhe, während sie bei Osteochondrose im Gegensatz dazu abnehmen. Darüber hinaus zeigt die Spondylarthritis Entzündungszeichen im Blutbild und spezifische radiologische Zeichen einer Sakroiliitis.

Welche radiologischen Zeichen sind typisch für die ankylosierende Spondylitis?

Schlüsselmerkmale sind das „Bambusstab-Phänomen“ (totale Verknöcherung der Bänder) und das „Trambahnschienen-Phänomen“ in der Lendenwirbelsäule, welche die Fusion der Facettengelenke und die Verknöcherung der Interspinalbänder widerspiegeln.

Warum wird Patienten mit Morbus Bechterew dringend empfohlen, mit dem Rauchen aufzuhören?

Die Erkrankung selbst schränkt die Thoraxbeweglichkeit ein und verursacht Dyspnoe, während Tabakrauch die sich entwickelnde respiratorische Insuffizienz zusätzlich verschlimmert.

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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Andere seronegative Spondylarthritiden (Reiter-Syndrom, Psoriasis-Arthritis, Morbus Crohn)
  • MRT-Diagnostik der duralen Ektasie bei ankylosierender Spondylitis
  • Vorderes sakrales Meningozele und dessen Differenzialdiagnose
  • Chirurgische Korrektur schwerer kyphotischer Wirbelsäulendeformitäten
  • Rolle des HLA-B27-Antigens und von Infektionsauslösern bei Spondylarthritiden

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.