Indikationen und Besonderheiten der Hautallotransplantation
Die Allotransplantation wird in klinischen Situationen eingesetzt, in denen die Durchführung einer Autoplastik (Transplantation von Eigenstroma bzw. -gewebe) nicht möglich ist. Meistens ist dies bei großflächigen Verbrennungen oder einem extrem schweren Allgemeinzustand des Patienten der Fall, der mit ausgeprägter Intoxikation und Sepsis einhergeht.
Als plastisches Material verwenden Chirurgen sowohl frische als auch konservierte Hautallotransplantate.
Besonderheiten des Eingriffs:
- Zeitpunkt: Der Eingriff wird im Frühstadium der Brandkrankheit (in der Regel am 14.–21. Tag) oder unmittelbar nach radikaler Nekrosektomie durchgeführt.
- Zweck: Die transplantierte fremde Haut dient als biologischer Verband. Dies ist eine temporäre Abdeckung, die etwa 2–3 Wochen funktioniert.
- Ergebnis: Der temporäre Wundverschluss ermöglicht eine signifikante Senkung des Flüssigkeitsverlusts, eine Reduzierung der Intoxikation und verbessert dadurch den Allgemeinzustand des Empfängers.
In der klinischen Praxis wird die Allotransplantation selten isoliert angewendet. Sie wird häufig mit der Transplantation von Eigenhaut (Autotransplantation) und tierischem Gewebe (Xenotransplantation) kombiniert.
Breffoplastik
Eine spezifische Variante der Alloplastik ist die Breffoplastik – die Transplantation von Hautgewebe, das von einem totgeborenen Fötus stammt.
Die Hauptbeschränkung bei der Auswahl des Sprennermaterials liegt im Gestationsalter: Dieses darf höchstens 6 Monate betragen. Eine extrem wichtige Voraussetzung für das erfolgreiche Einheilen und Funktionieren eines solchen Transplantats ist die strengte Berücksichtigung der isoserologischen Kompatibilität. Spender und Empfänger müssen in der Blutgruppe übereinstimmen.
Freie Transplantation mit mikrovaskulärer Anastomose
Für einen vollwertigen und langfristigen Verschluss großer Gewebedefekte wird ein modernes Verfahren angewendet – die Transplantation eines freien Segments, das Haut und Unterhautfettgewebe umfasst.
Wesen der Methode:
- Der Chirurg präpariert den Spenderlappen zusammen mit den nährenden Gefäßen.
- Der Lappen wird auf den Defekt transferiert.
- Mithilfe spezieller mikrochirurgischer Technik wird unter dem Operationsmikroskop eine vaskuläre Anastomose angelegt – Arterien und Venen des Spenderlappens werden mit den Gefäßen des Empfängerbettes vernäht.
Qualitätskriterien des Spenderlappens: Damit das transplantierte Gewebe überlebt, muss es adäquat durchblutet werden. Dafür muss der Lappen eine gut pulsierende Arterie (für die Blutzufuhr) und mindestens eine Vene mit ausreichendem Durchmesser aufweisen. Genau diese Vene gewährleistet die notwendige Drainagekapazität, d. h. die Fähigkeit, Blut effektiv aus dem transplantierten Segment abzuleiten und somit Ödemen sowie Nekrosen vorzubeugen.
Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema
Welche Konservierungsmethoden für Hautallotransplantate werden in der Kombustiologie angewendet?
In den Quellen sind folgende Gewebekonservierungsmethoden zur Aufbewahrung des Transplantatmaterials aufgeführt:
- Gekühlte Lösungen – Einbringen der Gewebe in Lösungen mit Antiseptika oder Antibiotika, Plasma oder Empfängerblut.
- Gefrieren – Schockgefrieren bei Temperaturen von −183 bis −273 °C mit anschließender Lagerung bei −25 bis −30 °C.
- Lyophilisation – Gefriertrocknung im Vakuum; in der Quelle wird die Anwendung dieser Methode für Knochen angegeben.
- Chemische Konservierung – Einlegen in Paraffin oder Aldehydlösungen, einschließlich Formaldehyd und Glutaraldehyd.
Welche Arten freier Lappen nach Gewebezusammensetzung werden in der plastischen Mikrochirurgie verwendet?
Bei der Transplantation mit mikrovaskulärer Anastomose wird ein freies Segment aus Haut und Unterhautfettgewebe eingesetzt. In der Quelle werden freie Hautlappen zudem nach Dicke unterschieden: dünne, Spalthaut- und Vollhautlappen.
Für den mikrochirurgischen Lappen gilt eine einfache Regel: „Arterie pulsiert – Vene drainiert“. Ohne adäquate Drainagekapazität der Vene überlebt der Lappen nicht.
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Warum werden Allotransplantate nur für 2–3 Wochen transplantiert?
Es handelt sich um fremdes Gewebe, das vom Immunsystem des Empfängers unweigerlich abgestoßen wird. Ihr Hauptziel ist es, dem Patienten eine temporäre Atempause zu verschaffen, die Intoxikation zu senken und die Wunde auf die Transplantation von Eigenhaut vorzubereiten.
Wann ist die Allotransplantation der Autotransplantation vorzuziehen?
In Situationen, in denen der Patient keine Ressourcen für die Transplantation von Eigenhaut hat: bei großflächigen Verbrennungen (nicht genügend Spenderareale vorhanden) oder bei schwerer Sepsis, wenn das zusätzliche Trauma der Autohautentnahme fatal werden kann.
Was ist die Drainagekapazität bei der freien Transplantation?
Dies ist die Fähigkeit des Venenbettes des transplantierten Lappens, Blut adäquat abzuleiten. Dafür muss im Lappen mindestens eine Vene von ausreichendem Durchmesser präpariert und mit der Empfängervene vernäht werden.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Konservierungsmethoden für Hautallotransplantate
- Technik der chirurgischen Nekrosektomie bei Verbrennungen
- Indikationen und Materialien für die Xenotransplantation
- Kombinierte Verfahren zum Verschluss von Verbrennungswunden (Auto- + Alloplastik)
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Weitere Themen des Kapitels „KAPITEL 17. PLASTISCHE (REKONSTRUKTIVE) CHIRURGIE“
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