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Physiologie

Allgemeine Prinzipien der Verhaltensorganisation

11 Themen mit kurzen Analysen: Definitionen, Kernfakten und Fragen aus dem Unterricht.

Dieser Abschnitt widmet sich den physiologischen Mechanismen, die jeder zielgerichteten Aktivität zugrunde liegen. Hier analysieren wir, wie das Nervensystem adäquate Reaktionen auf Umweltveränderungen formt und dabei von starr vorgegebenen Automatismen zu komplexen Formen der Adaptation übergeht.

In den Materialien des Abschnitts werden die Theorie der funktionalen Systeme von P. K. Anochin und das systemische Organisationsprinzip des Verhaltens ausführlich behandelt. Sie studieren das Fundament der höheren Nerventätigkeit: unbedingte und statokinetische Reflexe, die Mechanismen der Bildung temporärer Verbindungen sowie die konvergente Theorie des bedingten Reflexes. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Architektur des Verhaltensakts, der Rolle der rückläufigen Afferentation (Feedback) und dem pawlowschen „Zweckreflex“, der den Organismus zu einem nützlichen adaptiven Ergebnis lenkt.

In praktischen Übungen und Prüfungen bitten die Dozenten am häufigsten darum, das Schema der Architektur des Verhaltensakts aufzuzeichnen und zu erklären. Der Stolperstein sind traditionell die Mechanismen der Schaltung temporärer Verbindungen auf zellulärer Ebene und das Verständnis dafür, wie genau der Apparat des Handlungsresultat-Akzeptors und die rückläufige Afferentation unser Verhalten korrigieren.

Themen des Kapitels

Häufige Fragen zu diesem Abschnitt

Worin besteht der physiologische Sinn des Verhaltens?

Innere Selbstregulationssysteme bewältigen die Aufrechterhaltung der Homöostase nicht immer. Das Verhalten ermöglicht es dem Organismus, aktiv mit der Umwelt zu interagieren, indem er Substanzen aufnimmt oder abgibt, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.

Wie nannte I. P. Pawlow den „Was ist das?“-Reflex?

So nannte I. P. Pawlow die Orientierungs- und Erforschungsreaktion des Organismus auf neue oder unerwartete Reize. Sie hat eine adaptive Bedeutung und liegt dem Lernen zugrunde.

Was passiert bei der ersten Darbietung eines konditionierten Signals (z. B. Licht)?

Zunächst zeigt der Organismus eine angeborene Orientierungs- und Erforschungsreaktion: Er dreht Kopf und Rumpf zur Reizquelle. Erst nach wiederholten Paarungen mit Futter wird dieser Reiz zu einem konditionierten Reiz und löst eine Futterreaktion aus.

Warum wird die entstehende Verbindung gerade als „temporär“ bezeichnet?

Sie wird als temporär bezeichnet, da sie keine starre angeborene Grundlage besitzt und sich schnell auflöst (erlischt), wenn der bedingte Reiz nicht mehr durch den unbedingten Reiz verstärkt wird.

Was ist Konvergenz in der Theorie von Anochin?

Dies ist das Zusammenlaufen verschiedener Arten von Erregungen (z. B. sensorischer und motivationaler Art) auf denselben Neuronen der Großhirnrinde.

Worin liegt der Hauptunterschied zwischen dem Zweckreflex und einem einfachen bedingten Reflex?

Ein einfacher Reflex ist eine Reaktion auf einen bereits vorhandenen äußeren Reiz. Der Zweckreflex wird durch eine innere Spannung ausgelöst, die das Subjekt dazu zwingt, aktiv und beharrlich nach den benötigten Objekten in der Außenwelt zu suchen.

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