Anmelden
Physiologie · Physiologische Begriffe

Schenkelblock (Blockierung der His-Bündel-Schenkel)

Blokada fasciculorum Hisi

Ein Schenkelblock stellt eine Störung der intraventrikulären Erregungsleitung des Herzens dar. Die Pathologie wird bei der Analyse des Elektrokardiogramms erkannt und erfordert eine sorgfältige Beurteilung des Reizleitungssystems.

LokalisationErregungsleitungssystem der Herzkammern
EKG-ManifestationVeränderung der QRS-Komplex-Morphologie und -Dauer
RisikokriteriumGehört zu den Vorsichtskriterien bei Myokarditis
Formen von StörungenAlternierender Schenkelblock, Faszikuläre Blöcke
2 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 10.10.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformWartet auf Dozentenprüfung

Struktur der Leitungsstörungen

Zu den kardialen Erregungsleitungsstörungen gehören verschiedene pathologische Formen, unter denen Schenkelblöcke und atrioventrikuläre Blöcke einen besonderen Platz einnehmen. In der klinischen Praxis werden solche Veränderungen häufig im Rahmen von entzündlichen Myokardprozessen (z. B. bei Myokarditis) zusammen mit Sinustachykardie und anderen Arten von Arrhythmien registriert.

Das Vorliegen derartiger Störungen wird von Ärzten als wichtiges Vorsichtskriterium angesehen. Insbesondere gehören sie neben einer ausgeprägten Linksherzhypertrophie zu den Ausschluss- oder streng zu überwachenden Kriterien.

Elektrokardiographische Besonderheiten des QRS-Komplexes

Die elektrische Aktivität der Ventrikel verändert sich bei Pathologien des Reizleitungssystems. Insbesondere kann bei einer Non-Reentry-Tachykardie (automatischen junktionalen Tachykardie) (auch als fokale junktionale Tachykardie bezeichnet) der QRS-Komplex schmal bleiben oder eine für einen Schenkelblock typische Morphologie annehmen.

Die fokale Tachykardie selbst geht vom AV-Knoten oder His-Bündel aus und entwickelt sich infolge von Mechanismen eines pathologischen Automatismus oder einer getriggerten Aktivität. Die Herzfrequenz liegt dabei in der Regel zwischen 110 und 250 Schlägen pro Minute.

Überprüfen Sie Ihr Wissen zum ThemaAufgaben aus dem Kursbank-Modul „Physiologie“ — Antwort und Erklärung sofort.

Diagnostische Suche und Risikobeurteilung

Patienten mit normalem PR-Intervall und regulärer 1:1-Überleitung erfordern eine erweiterte Abklärung. Die diagnostische Suche umfasst obligatorisch:

  • Die Beurteilung der zugrundeliegenden Herzerkrankung.
  • Die Analyse der klinischen Symptomatik.
  • Eine detaillierte Untersuchung des Ausgangs-EKGs im Hinblick auf das Vorliegen eines inkompletten beziehungsweise anterioren Faszikelblocks, einer unspezifischen intraventrikulären Verzögerung oder isolierter faszikulärer Störungen.

Die Prognose hängt direkt von Begleiterkrankungen ab, die das Fortschreiten der Erkrankung beschleunigen können, wie etwa Muskeldystrophien.

Alternierender Schenkelblock

Eine besondere Gefahr geht von einem alternierenden Schenkelblock aus. Im Elektrokardiogramm zeigt er sich durch einen kontinuierlichen Wechsel von QRS-Komplexen mit der Morphologie eines Linksschenkelblocks (LSB) und eines Rechtsschenkelblocks (RSB).

Dieses Phänomen weist auf eine schwere Schädigung des Reizleitungssystems hin. Das Hauptrisiko besteht in der hohen Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Übergangs in einen AV-Block III. Grades, der von einem langsamen Ersatzrhythmus oder Kreislaufstillstand (Asystolie) begleitet wird.

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Wo entsteht die fokale junktionale Tachykardie und welches sind ihre EKG-Merkmale?

Die Tachykardie nimmt ihren Ursprung im AV-Knoten oder His-Bündel. Sie ist gekennzeichnet durch eine Herzfrequenz von 110 bis 250 Schlägen pro Minute, ein kurzes RP'-Intervall (bei 1:1-Überleitung) oder eine AV-Dissoziation, wobei die QRS-Komplexe schmal sein oder wie ein typischer Schenkelblock aussehen können.

Warum gilt der alternierende Schenkelblock als gefährlich?

Die alternierende Morphologie der QRS-Komplexe (mit Zeichen eines Links- und Rechtsschenkelblocks) weist auf eine tiefe Schädigung des Reizleitungsapparats hin. Dies birgt ein hohes Risiko für die plötzliche Entwicklung eines totalen AV-Blocks mit Asystolie oder einem extrem langsamen Ersatzrhythmus.

Welche Mechanismen liegen der fokalen junktionalen Tachykardie zugrunde?

Die Hauptmechanismen sind ein pathologischer Automatismus sowie eine getriggerten Aktivität, die durch beta-adrenerge Stimulation und Kalziumkanalblockade ausgelöst wird.

Etwas unklar? Fragen Sie den KI-AssistentenDer KI-Tutor hat das Material zum Thema „Schenkelblock“ durchgearbeitet und erklärt es in einfachen Worten.

Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Pathophysiologie und Mechanismen der fokalen junktionalen Tachykardie
  • Die Rolle latenter junktionaler Extrasystolen bei der Entwicklung von AV-Blöcken
  • Ergebnisse einer intrakardialen elektrophysiologischen Untersuchung (EPU)
  • Vorsichtskriterien und EKG-Effekte bei Myokarditis
  • Differentialdiagnostik faszikulärer Blöcke und Leitungsverzögerungen

Arbeiten Sie das Thema komplett im Kurs «Physiologie» durch

Hier ist die Zusammenfassung. Im Kurs finden Sie alles, was in Vorlesung und Prüfung gefragt wird.

  • Vollständiger Leitfaden zum Thema „Schenkelblock“ und 4.128 weitere Fachseiten
  • Aufgaben und Tests nach jedem Thema – wie beim Kolloquium
  • Der KI-Tutor beantwortet Ihre Fragen zum Thema jederzeit
  • 114 Videolektionen zum Fach

Weitere Themen aus dem Bereich „Physiologische Begriffe“

Der gesamte Bereich „Physiologische Begriffe“

Kostenlose Video-Tutorials: PhysiologieKurze Lektionen mit Zusammenfassungen — ohne Registrierung.

Lektionen ansehen

Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.